Wahlfälschung? 100 Wahlhelfer im Kosovo festgenommen
Knapp vier Wochen nach der Parlamentswahl im Kosovo sind mehr als hundert Wahlhelfer wegen des Verdachts der Wahlfälschung festgenommen worden. Insgesamt 109 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen von Wahlbüros seien wegen Fälschung von Wahlergebnissen, „Einschüchterung“ und Bestechung verhaftet worden, sagte gestern Staatsanwalt Petrit Kryeziu.
Wegen Unstimmigkeiten bei Teilergebnissen waren Anfang der Woche eine Neuauszählung aller Stimmen sowie Ermittlungen angeordnet worden. „Wir sprechen hier von einer Organisation und einer direkten Absicht, die Wahlergebnisse und den Willen der Bürger zu untergraben“, sagte Staatsanwalt Kryeziu. Betroffen seien rund 70.000 abgegebene Stimmzettel.
Bei der vorgezogenen Parlamentswahl Ende Dezember hatte die Partei VV von Ministerpräsident Albin Kurti vorläufigen Ergebnissen zufolge mehr als 51 Prozent der Stimmen geholt. Ein endgültiges Wahlergebnis steht wegen der laufenden Neuauszählung bisher aus.
Kurtis Partei hatte bei der vorherigen Wahl im Februar vergangenen Jahres 42 Prozent der Stimmen geholt. Seitdem scheiterte jede Regierungsbildung. Die Neuwahl sollte einen Ausweg aus der Krise bringen.
orf.at