Gaza-Flotte auf Kreta gestrandet
Rund zweieinhalb Wochen nach dem Auslaufen ihrer meisten Schiffe ist der Großteil der Gaza-Hilfsflotte vorerst auf der griechischen Insel Kreta gestrandet. Zuvor hatte die israelische Marine mindestens 20 Boote gestoppt – in internationalen Gewässern, was für Kritik sorgte. Die Flotte will nach Gaza weiterfahren, hieß es am Freitag. Israel wird das kaum zulassen.
Die ersten Schiffe der „Global Sumud Flotilla“ waren am 12. April ausgelaufen, etwa aus dem Hafen Barcelona in Spanien. Laut ihren Organisatoren sollte die Flotte an die 70 Schiffe bzw. Boote und 1.000 Personen umfassen. 30 Boote trafen nun am Freitag im Hafen von Ierapetra im Südosten Kretas ein.
Zuvor hatten Sprecher der Initiative mitgeteilt, die Flottille habe sichere Gewässer erreicht und formiere sich derzeit neu. Sie sei bereit, ihre Reise fortzusetzen, „um die illegale Blockade des Gazastreifens zu durchbrechen“, hieß es. „Sichere Gewässer“ deshalb, weil ein Teil der Flotte mit Hilfsgütern für den Gazastreifen an Bord zuvor von der israelischen Marine vor der griechischen Küste aufgebracht worden war.
Israelische Marine stoppt Schiffe und nimmt Aktivisten fest
Das israelische Militär hatte in der Nacht auf Donnerstag laut eigenen Angaben mehr als 20 Schiffe der „Global Sumud Flotilla“ abgefangen und nach eigenen Angaben 175 Menschen festgenommen. Griechenland erklärte sich bereit, die Festgenommen aufzunehmen und via die kretische Hauptstadt Heraklion ihre Rückreise in die Herkunftsländer zu ermöglichen.
Die israelische Marine, die Boote in internationalen Gewässern vor Kreta angehalten hatte, sorgte für internationale Kritik. Deutschland und Italien wandten sich mit einer Erklärung an Israel. Darin hieß es: „Wir rufen zur uneingeschränkten Achtung des geltenden Völkerrechts sowie zur Unterlassung unverantwortlicher Handlungen auf.“
Berlin und Rom erinnern Israel an Völkerrecht
Zugleich verteidigten Berlin und Rom Bemühungen der internationalen Gemeinschaft, „im Einklang mit dem Völkerrecht und internationalen Standards humanitäre Hilfe im Gazastreifen zu leisten“. Die Organisatoren der Flotte werfen Israel ein gewaltsames Vorgehen bei der Aktion in der Nacht zum Donnerstag vor. Israel betont dagegen, die Operation sei im Einklang mit dem Völkerrecht verlaufen und es habe keine Verletzten gegeben. Im Vorjahr hatte die Flotte die Küste in Gaza nicht erreicht, die israelische Marine stoppte die Schiffe und setzte ihre Besatzungen fest.
Rund zweieinhalb Wochen nach dem Auslaufen ihrer meisten Schiffe ist der Großteil der Gaza-Hilfsflotte vorerst auf der griechischen Insel Kreta gestrandet. Zuvor hatte die israelische Marine mindestens 20 Boote gestoppt – in internationalen Gewässern, was für Kritik sorgte. Die Flotte will nach...
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