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Ägypten News

SZ: Wie nahe sind Ihnen die Ereignisse in Ägypten, was empört Sie so sehr daran?

Orhan Pamuk: Mir ist die ganze Zeit gegenwärtig, was da geschieht. Ich sitze an meinem Schreibtisch, aber dann gehe ich immer wieder hinüber zum Computer oder zum Fernseher und verfolge die Berichterstattung zu Ägypten. Und immer ist da ein Gefühl von Schuld. Abdel Fattah al-Sisi, der Oberbefehlshaber der Armee, hat ja etwas getan, was man nach dem Titel eines berühmten Romans von Gabriel García Márquez die 'Chronik eines angekündigten Todes' nennen könnte. Zwei Tage, bevor das Militär die Macht übernahm, kündigte er der ganzen Welt seinen Coup an. Und die ganze Welt drehte die Köpfe weg, allen voran der Westen, und wollte nichts wissen. Und jetzt tötet die Armee und tötet, und nicht nur die Regierungen der Vereinigten Staaten und der Europäischen Union, sondern auch die öffentliche Meinung in den westlichen Ländern tut so, als gäbe es da gar keine Verantwortung.

Das könnte ja etwas damit zu tun haben, dass die Möglichkeiten, etwas zu verändern, begrenzt sind, auch für die Vereinigten Staaten. Der ganze Nahe Osten befindet sich ja in Aufruhr.

Es kann schon sein, dass der Westen nach dem sogenannten arabischen Frühling weniger Einfluss in den arabischen Ländern besitzt. Aber das ist nicht der Punkt. Man hätte wenigstens 'Nein' sagen können, laut und deutlich, 'Nein, ein Militärputsch darf kein Mittel der politischen Auseinandersetzung sein'. Stattdessen waren die wichtigsten politischen Institutionen des Westens nicht einmal zwei Tage nach dem Putsch in der Lage zu sagen, dass die Machtübernahme durch das Militär eben ein solcher war.

Nun, man demonstriert seine Machtlosigkeit, wenn man etwas öffentlich missbilligt und der Kritik dann keine Taten folgen.

So kann man schlecht argumentieren. Lassen Sie uns die Sache ganz altmodisch betrachten: Entweder gibt es so etwas wie westliche Werte, wie die Ideale von Demokratie, Meinungsfreiheit und so fort, oder es gibt sie nicht, weil sie immer wieder politischen oder ökonomischen Kalkülen unterworfen werden.

Und warum soll diese Unterscheidung so wichtig sein?

Weil etwas auf dem Spiel steht. Denn hinter diesem Problem erhebt sich die Frage, ob die Ideale von Demokratie und freier Meinungsäußerung noch etwas gelten, wenn sich die Bevölkerung eines Landes gegen eine politische Nähe zu den westlichen Ländern entscheidet. Kann der Westen eine Demokratie dulden, in der sich die Wähler für eine nicht-westlich gesonnene Partei entscheiden? Um diese Frage ging es ja auch in meinem Roman 'Schnee', nur bezogen auf türkische Verhältnisse. Jetzt aber existiert dieses Problem global, dieses Missverhältnis zwischen demokratischen Idealen auf der einen, den westlichen Interessen auf der anderen Seite.

'Und die ganze Welt drehte die Köpfe weg' - sueddeutsche.de
 
Lustigerweise war er ja auch dick befreundet mit Mursi, der ist jetzt auch weg vom Fenster.

Also merkt, euch, wer mit Erdogan befreundet ist wird früher oder später Verschwinden, also lasst die Finger von ihm, nähert euch nicht an ihm.
 
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Pro Mursi Proteste in Sarajevo.

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Menschen können wirklich dumm sein. Sie protestieren für Rückständigkeit, Armut und Ausbeutung. Solange sie so weitermachen, hat der Westen nichts zu befürchten.
 
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Ägypten | Übersetzter Brief: Vizepräsident schreibt an seine ermordete Tochter




Die 17 jahre alte Asma’ Al-Beltagi war die Tochter des frei gewählten Vizepräsidenten Mohammed Al-Beltagi. Sie wurde am Mittwoch des 14.August, kurz vor 10:30 Uhr (Kairo Zeit), bei der Räumung des Rabaa Al-Adawiya Platzes von einem Scharfschützen des ägyptischen Militärs erschossen. Ihr Vater Mohammed schrieb daraufhin einen gefühlvollen Abschiedsbrief, welcher selbst den türkischen Ministerpräsidenten Erdogan in einer Live-Sendung zum weinen brachte.

Im folgenden ist der ganze Brief ins deutsche Übersetzt worden.



Meine geliebte Tochter und Märtyrerin Asma’ Al-Beltagi, ich sage keine Worte des Abschieds, vielmehr sage ich: Morgen treffen wir uns.
Du lebtest mit erhobenem Haupt und lehntest die Willkür ab, sowie sämtliche Fesseln, die unsere Freiheit einschränkten. Du suchtest durch dein Schweigen neue Horizonte, damit diese Ummah (Gemeinschaft) wieder aufwacht und zu einer führenden Zivilisation wird!


Ich konnte in diesem kurzen Leben nicht genug Zeit mit dir verbringen, besonders weil die Zeit es nicht zulies mich mit deinem Zusammensein zu erfreuen. Als wir das letzte Mal am Rabaa Platz zusammen saßen, hast du mich auch deswegen getadelt, als du sagtest: “Selbst, wenn wir zusammen (am gleich Platz) sind, bis du beschäftigt.”
Ich sagte dir: “Es sieht so aus, als ob dieses Leben nicht reicht, um genug Zeit für einander zu haben. Ich bitte Allah, dass er uns damit erfreut, dass wir (ewig) im Paradies zusammen sein werden.”


Ich habe dich zwei Tage vor deinem Märtyrertod im Traum gesehen. Du hattest ein wunderschönes Hochzeitskleid an, dass an Schönheit nicht zu Übertreffen war. Als du neber mir warst, fragte ich dich: “Ist der Zeitpunkt deiner Hochzeit heute nacht?” Worauf du antwortetest: “Der Zeitpunkt wird zur Mittagszeit sein und nicht nachts!” Als du dann Mittwoch Mittag als Märtyrerin starbst, verstand ich was du damit gemeint hattest und ich freute mich, dass Allah dein Mar­ty­ri­um angenommen hat. Du verstärktest meine Überzeugung, dass wir auf dem richtigen Weg sind und dass unsere Feinde der Falschheit folgen.


Es bereitet mir entsetzliche Schmerzen, dass ich mich nicht mehr von dir verabschieden konnte, dass ich meine Augen nicht mehr deinen letzten Anblick des Abschieds gönnen konnte und dass ich dir keinen Abschiedskuss auf deine Stirn geben konnte. Und dass ich nicht die Ehre hatte, dein Totengebet zu leiten. Ich bin mir sicher, dass du aufrichtig mit Allahs warst, so hat Allah dich über uns hinaus auserwählt, um die Ehre des Märtyrertum zu erreichen.


Zu guter letzt möchte ich dir, meine geliebte Tochter, sagen: Ich sage keine Worte des Abschieds, vielmehr sage ich: Bis zu unserem baldigen Treffen. Ein Treffen am Haud (Becken) des Propheten ﷺ mit ihm zusammen und seinen Gefährten. Ein Treffen an einem wahrhaften Platz, bei dem zu allem fähigen König (Allah). Ein Treffen, an dem unser Wunsch endlich war wird: Das wir immer zusammen sein werden.
Ägypten | Übersetzter Brief: Vizepräsident schreibt an seine ermordete Tochter
 
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Vater der getöteten Esma wurde festgenommen.
biltegi2.jpg


Ba
 
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Ägypten | Übersetzter Brief: Vizepräsident schreibt an seine ermordete Tochter




Die 17 jahre alte Asma’ Al-Beltagi war die Tochter des frei gewählten Vizepräsidenten Mohammed Al-Beltagi. Sie wurde am Mittwoch des 14.August, kurz vor 10:30 Uhr (Kairo Zeit), bei der Räumung des Rabaa Al-Adawiya Platzes von einem Scharfschützen des ägyptischen Militärs erschossen. Ihr Vater Mohammed schrieb daraufhin einen gefühlvollen Abschiedsbrief, welcher selbst den türkischen Ministerpräsidenten Erdogan in einer Live-Sendung zum weinen brachte.

Im folgenden ist der ganze Brief ins deutsche Übersetzt worden.



Meine geliebte Tochter und Märtyrerin Asma’ Al-Beltagi, ich sage keine Worte des Abschieds, vielmehr sage ich: Morgen treffen wir uns.
Du lebtest mit erhobenem Haupt und lehntest die Willkür ab, sowie sämtliche Fesseln, die unsere Freiheit einschränkten. Du suchtest durch dein Schweigen neue Horizonte, damit diese Ummah (Gemeinschaft) wieder aufwacht und zu einer führenden Zivilisation wird!


Ich konnte in diesem kurzen Leben nicht genug Zeit mit dir verbringen, besonders weil die Zeit es nicht zulies mich mit deinem Zusammensein zu erfreuen. Als wir das letzte Mal am Rabaa Platz zusammen saßen, hast du mich auch deswegen getadelt, als du sagtest: “Selbst, wenn wir zusammen (am gleich Platz) sind, bis du beschäftigt.”
Ich sagte dir: “Es sieht so aus, als ob dieses Leben nicht reicht, um genug Zeit für einander zu haben. Ich bitte Allah, dass er uns damit erfreut, dass wir (ewig) im Paradies zusammen sein werden.”


Ich habe dich zwei Tage vor deinem Märtyrertod im Traum gesehen. Du hattest ein wunderschönes Hochzeitskleid an, dass an Schönheit nicht zu Übertreffen war. Als du neber mir warst, fragte ich dich: “Ist der Zeitpunkt deiner Hochzeit heute nacht?” Worauf du antwortetest: “Der Zeitpunkt wird zur Mittagszeit sein und nicht nachts!” Als du dann Mittwoch Mittag als Märtyrerin starbst, verstand ich was du damit gemeint hattest und ich freute mich, dass Allah dein Mar­ty­ri­um angenommen hat. Du verstärktest meine Überzeugung, dass wir auf dem richtigen Weg sind und dass unsere Feinde der Falschheit folgen.


Es bereitet mir entsetzliche Schmerzen, dass ich mich nicht mehr von dir verabschieden konnte, dass ich meine Augen nicht mehr deinen letzten Anblick des Abschieds gönnen konnte und dass ich dir keinen Abschiedskuss auf deine Stirn geben konnte. Und dass ich nicht die Ehre hatte, dein Totengebet zu leiten. Ich bin mir sicher, dass du aufrichtig mit Allahs warst, so hat Allah dich über uns hinaus auserwählt, um die Ehre des Märtyrertum zu erreichen.


Zu guter letzt möchte ich dir, meine geliebte Tochter, sagen: Ich sage keine Worte des Abschieds, vielmehr sage ich: Bis zu unserem baldigen Treffen. Ein Treffen am Haud (Becken) des Propheten ﷺ mit ihm zusammen und seinen Gefährten. Ein Treffen an einem wahrhaften Platz, bei dem zu allem fähigen König (Allah). Ein Treffen, an dem unser Wunsch endlich war wird: Das wir immer zusammen sein werden.
Ägypten | Übersetzter Brief: Vizepräsident schreibt an seine ermordete Tochter


Ich hab gerade wirklich Gänsehaut bekommen.
Auch wenn man nicht aus Emotionen heraus sprechen soll, mögen sie diese Verbrecher und Handlanger Mubaraks in ihre Rolle als
verdammte Waffenknechte zurückdrängen und den Willen der Mehrheit der Ägypter in einer Zivilregierung realisieren.

Es gibt nichts schlimmeres,schätze ich als dir dein Kind zu nehmen. Subhanallah ,bei solch einem Iman bist du unbesiegbar.
 
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