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Ägypten News

Der ägyptischer Innenminister hat etwas über die Auflösung der Pro-Mursi Demonstrationen gesagt.. Man sieht immer mehr, wie ein großes Fehler der ägyptischen Jugend war, die Armee zu vertrauen.

Ägypten: Tote nach Protesten in Kairo und Alexandria - Politik - Süddeutsche.de

Spiegel hat ein Bericht über die Ereignisse in Nasr-City:

Ägyptens Sicherheitskräfte erschießen Mursi-Anhänger - SPIEGEL ONLINE

Unverhältnismäßige Gewalt gegen Demonstranten
Es ist bereits das zweite Mal in diesem Monat, dass ÄgyptensSicherheitskräfte brutal gegen Mursi-Anhänger vorgegangen sind. Am 8. Juli erschoss das Militär 51 Unterstützer des Ex-Präsidenten. Die Menschenrechtsorganisationen Human Rights Watch und Amnesty International, die den Vorfall untersuchten, kritisierten den Einsatz als "unverhältnismäßige Gewaltanwendung gegen friedliche Demonstranten". Die Zeitung "Guardian" rekonstruierte die Tat.
Nun scheint sich erneut eine solche Unverhältnismäßigkeit abgespielt zu haben. Allerdings schoss dieses Mal wohl die Polizei, während das Militär zuschaute. Das berichten mehrere Augenzeugen SPIEGEL ONLINE unabhängig voneinander.
Ihre Beschreibungen ergeben folgendes Bild: Während Freitagnacht auf dem Tahrir-Platz Zehntausende Anhänger von Militärchef Abd el-Fattah al-Sisi mit Musik, Lasershow und Armeehelikoptern feierten, nahm im Osten Kairos in Rabaa, wo die Anhänger des Islamisten Mohammed Mursi campieren, eine Tragödie ihren Lauf.
Um Mitternacht hatte sich vom Protestlager in Rabaa ein Demonstrationszug in Bewegung gesetzt. Er zog in Richtung der 6. Oktober-Brücke. Bevor jedoch der Protestzug die Flussquerung erreichen konnte, flogen Dutzende Tränengaskanister. Panisch lief die Menge auseinander, auch über am Boden Liegende. Viele wurden dabei verletzt. Einige Familien verloren in dem Chaos ihre Kinder. Vereinzelt fielen Schüsse. Zwischen 2 und 3 Uhr morgens gab es die ersten Toten.
Einige der Demonstranten gingen nun nach Hause. Ein paar kehrten ins Protestlager in Rabaa zurück. Andere fingen an, unter der Brücke eine kleine Mauer aufzubauen, um sich gegen die Polizisten zu schützen. Mehrere Menschen berichten, dass Steine auf die Mursi-Anhänger geworfen wurden. Von wem ist nicht ganz klar.
Für manche kommt jede Hilfe zu spät
Der 23-jährige Haisan Mohammed aus Wadi El Natrun im westlichen Nildelta marschierte mit an der Spitze des Protestzugs. Er sagt, dass bei den Polizisten auch sogenannte Baltagije standen - Männer in Zivil, die für den Sicherheitsapparat die Drecksarbeit erledigen wie etwa bei der berüchtigten Kamel-Attacke auf den Tahrir-Platz 2011.
Sie hätten die Steine auf die Mursi-Anhänger geworfen. Dass Männer in Zivil sich bei den Polizisten aufhielten, berichten auch andere Augenzeugen. Die Mursi-Unterstützer warfen ihrerseits Steine. Eine Straßenschlacht begann. Derweil stand das Militär vor der Sadat-Tribüne und schaute zu. Inzwischen war die Sonne bereits aufgegangen.

Dann fielen erneut Schüsse, offenbar gezielt. Viele Getroffene starben durch Kopfschüsse. Neben Haisan Mohammed sackte sein Bruder zusammen.
Der junge Mann kauert fassungslos vor dem Leichenraum des Feldlazaretts in Rabaa. Für seinen Bruder kam jede Hilfe zu spät, Kopfschuss. Mohammeds Vater ruft auf dem Handy an, er kann ihm nicht antworten. "Es gibt ein Problem, Papa", schluchzt er ins Telefon. Dann kann er nicht mehr weitersprechen. Auf der anderen Seite der Leitung übernimmt der große Bruder. Mit dem hatte Haisan Mohammed als Erstes gesprochen. Er soll nun dem Vater erklären, dass der jüngste Sohn nicht mehr nach Hause kommt.
 
Es gibt wohl sehr viele Opfer:

Ägypten

Polizisten massakrieren Mursi-Anhänger in Kairo


Gezielte Kugeln in Kopf, Hals oder Brust: Mit äußerster Brutalität gehen die neuen Machthaber in Ägypten gegen die Anhänger des gestürzten Präsidenten Mursi vor. Allein in Kairo wurden offenbar über 100 Menschen getötet. „Es ist unvorstellbar, es ist die Hölle“, sagt ein Mediziner.

Ägypten: Polizisten massakrieren Mursi-Anhänger in Kairo - Politik - Tagesspiegel




 
Ich sage trotzdem, dass es in einem Land erstmal wirtschaftlich stimmen muss. Die ganzen Unruhen entstehen in diesem Ausmaß, weil die Menschen einfach frustriert sind und verhungern.
 
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30. Juli 2013 12:03
Unruhen in Ägypten
Ashton bestätigt: Mursi geht es gut



Überraschendes Treffen beim Ägyptenbesuch: Zwei Stunden lang haben die EU-Außenbeauftragte Ashton und der gestürzte ägyptische Präsident miteinander gesprochen - es war Mursis erster offizieller Kontakt zur Außenwelt seit seinem Sturz.


Die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton hat sich am Montagabend an einem unbekannten Ort mit dem gestürzten ägyptischen Präsidenten Mohammed Mursi getroffen. Ahston habe zwei Stunden lang mit Mursi gesprochen, teilte ihre Sprecherin Maja Kocijancic am Dienstag via Twitter mit. Ashton bestätigte Angaben der Armee, dass es Mursi gutgehe. Es war das erste offizielle Treffen des Ex-Präsidenten seit seinem Sturz durch das Militär am 3. Juli. Wo er festgehalten wird, blieb allerdings auch nach der Zusammenkunft geheim.
In einer Pressekonferenz sagte Ashton, Mursi habe Zugang zu Fernsehen und Zeitungen, so dass man über die aktuelle Lage in Ägypten habe sprechen können. Kommentieren wollte die Außenbeauftragte dies jedoch nicht näher, da sie nicht Mursis Meinung vertreten wolle.
Ziel von Ashtons Reise nach Kairo waren offiziell Gespräche mit den neuen Machthabern, darunter Übergangspräsident Adli Mansur und seinem Stellvertreter Mohamed ElBaradei sowie Armeechef Abdel Fattah al-Sisi und Außenminister Nabil Fahmi. Die EU-Chefdiplomatin unterhielt sich auch mit Vertretern der Mursi unterstützenden Islamisten sowie mit Mitgliedern der Bewegung Tamarod. Diese hatte mit Unterschriftensammlungen und Massendemonstrationen Mursis Sturz in Gang gesetzt.

Mursi-Anhänger rufen zu Massenprotesten auf



Für Dienstag haben die Mursi-Anhänger erneut zu einem "Marsch der Millionen" aufgerufen. Als Motto des Massenprotests gaben sie die Losung "Die Märtyrer des Staatsstreichs" aus, wie aus einer Erklärung der islamistischen Mursi-treuen Gruppen des Landes hervorging. Mit der Demonstration wollen sie sich für die Wiedereinsetzung des entmachteten Staatschefs einsetzen. Die Muslimbruderschaft wirft dem Militär einen Putsch gegen das erste frei gewählte Staatsoberhaupt in der Geschichte des Landes vor.
Seit Mursis Sturz am 3. Juli gibt es landesweit gewaltsame Proteste. Am Samstag war es dabei zu den bislang blutigsten Unruhen gekommen: Nach amtlichen Angaben wurden mindestens 80 Menschen getötet. Das Blutbad löste weltweite Besorgnis über die Entwicklung in Ägypten aus. Die US-Regierung verurteilte die jüngste Gewalt am Montag scharf. Zugleich rief sie die Übergangsregierung auf, die Rechte der Demonstranten zu schützen, wie es in einer Erklärung des Weißen Hauses hieß.
Der aus der islamistischen Muslimbruderschaft stammende Mursi war vor gut einem Monat nach Massenprotesten gegen ihn abgesetzt worden. Die Armee hält ihn an einem geheimen Ort fest, seit Freitag sitzt er offiziell in Untersuchungshaft. Ashton hatte wiederholt die Freilassung Mursis gefordert und bedauert, dass sie ihn nicht habe treffen können. Mursi wurde seit seinem Sturz durch das Militär nicht mehr in der Öffentlichkeit gesehen, offiziell erhielt er seitdem keinen Besuch. Die Armee erklärte, Mursi gehe es gut.

Ägypten: EU-Beauftragte Ashton trifft Ex-Präsident Mursi - Politik - Süddeutsche.de


Hier ist auch der Ahram-Artikel dazu, auf Englisch, wenn jemand daran Interesse hat:
Mohamed Morsi is well: EU's Ashton - Politics - Egypt - Ahram Online

Mittlerweile hat sich Ashton auch mit El-Baradei getroffen:
VP ElBaradei: Violence must stop now in Egypt - Politics - Egypt - Ahram Online

 
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