Erstaunlicher Fallbericht
Magic Mushrooms führten zum Erwachen einer Frau im Alzheimer-Spätstadium
Eine über 80-jährige Demenzkranke zeigte nach Psilocybin vorübergehend deutliche Verbesserungen. Der Einzelfall belegt keine Heilung, bestätigt jedoch bisherige Ergebnisse
Es war kurz vor halb vier Uhr morgens, als die Frau von selbst erwachte und zu reden begann. Nicht in einzelnen Silben, wie seit Jahren, sondern in ganzen Sätzen. Fast vier Stunden lang sprach sie, erkannte Familienmitglieder und erzählte aus ihrem eigenen Leben. Es war der Beginn einer Reihe von Beobachtungen, die ein brasilianisches Team im Fachjournal Frontiers in Neuroscience schildert und die wissenschaftlich an frühere Erkenntnisse anknüpfen.
Die Patientin war mehr als 80 Jahre alt, japanisch-amerikanischer Herkunft, und litt seit rund zehn Jahren an Symptomen der Alzheimer-Demenz. Ab der zweiten Hälfte dieser Zeit hatte sich ihr Zustand drastisch verschlechtert. Sie war inkontinent, konnte ohne Hilfe nicht mehr gehen, hatte Schluckbeschwerden, zeigte kaum noch emotionalen Ausdruck und verständigte sich fast nur über einzelne Laute. Sie war rund um die Uhr auf Pflege angewiesen.
Hohe Dosis Pilze
Diese Form der fortgeschrittenen Demenz gilt als Einbahnstraße. Fachleute rechnen ab diesem Punkt nicht mit einer Besserung. Im Rahmen einer Intervention, die die Forschenden um Marcos Lago aus São Paulo ausdrücklich als anekdotische Beobachtung beschreiben, erhielt die Frau psilocybinhaltige Pilze. Der Wirkstoff der "Magic Mushrooms" wird mittlerweile auch in klinischen Studien zu Depressionen und Angststörungen untersucht. Die erste Dosis bestand aus fünf Gramm der Sorte "Enigma", oral verabreicht. Es handelt sich um eine vergleichsweise hohe Dosis, gemessen an dem, was in der modernen Forschung üblich ist.
Eine über 80-jährige Demenzkranke zeigte nach Psilocybin vorübergehend deutliche Verbesserungen. Der Einzelfall belegt keine Heilung, bestätigt jedoch bisherige Ergebnisse
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