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Angriff auf Dubrovnik - Ein Kriegsverbrechen

G

Gelöschtes Mitglied 8317

Guest
Schlacht um Dubrovnik


Die Belagerung von Dubrovnik (Kroatisch: Opsada Dubrovnika) bezeichnet die Belagerung der bzw. die Schlacht um die Stadt Dubrovnik und ihrer Umgebung in der Anfangsphase des Kroatienkrieges. Während der Belagerung wurden zahlreiche zivile Ziele bombardiert. Die Angriffe wurden durch die Jugoslawische Volksarmee im Juni 1991 begonnen und endeten nach einem kroatischen Gegenangriff, der die Belagerung beendete, sowie das Gebiet neun Monate später im Jahr 1992 befreite.


220px-Dubrovik_Memorial-1.JPG
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Multimediales Denkmal für die gefallenen Verteidiger von Dubrovnik


220px-GradDubrovnik.jpg


Schautafel über die Orte der Zerstörung


Bevölkerungsstruktur vor dem Angriff

Der Volkszählung von 1991 zufolge lebten vor dem Angriff insgesamt 71.419 Menschen in der Gespanschaft Dubrovnik-Neretva, davon 49.728 in der Stadt. 82,4 Prozent der Bewohner waren Kroaten, 6,8 Prozent Serben, 4 Prozent Bosniaken sowie Angehörige 20 weiterer ethnischer Gruppen.

Vorgeschichte

Dubrovnik ist eine Stadt im äußersten Süden Kroatiens. Die Altstadt gehört zu den bedeutendsten touristischen Attraktionen des Landes und wurde im Jahr 1979 von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt. Zu Zeiten Jugoslawiens befanden sich weder in der Stadt noch in ihrer näheren Umgebung Stützpunkte der Jugoslawischen Volksarmee. Aus diesem Grund befanden sich im Jahr 1991, als die Bevölkerung Kroatiens beim Referendum für die staatliche Unabhängigkeit abstimmte, keine Truppen der JNA in der Stadt.
Die Verteidigung der Stadt war aufgrund der geografischen Lage problematisch: Aufgrund der Nähe der Staatsgrenzen zu Bosnien und Herzegowina (BiH) und Montenegro (im Jahr 1991 waren beide Staaten noch Bestandteil Jugoslawiens) befand sich Dubrovnik in isolierter Lage: Der südlichste Teil Kroatiens wurde vom übrigen Kroatien durch das Staatsgebiet Bosnien-Herzegowinas durch einen Korridor nahe Neum getrennt.
Darüber hinaus ist das Gebiet nördlich und südlich der Stadt gebirgig und für militärische Operationen schwer zugänglich und schwer zu versorgen.
Dies bedeutete, dass die Jugoslawische Volksarmee aus den benachbarten Teilrepubliken angreifen konnte und die kroatischen Verteidiger ausschließlich auf dem Seeweg versorgt werden konnten.

Verlauf

220px-Hirlimann-dubrovnik-degats.jpeg
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Zerstörtes Haus in der Altstadt


220px-Yugoslaw_Army_destroyed_this_Hotel_in_Kupari%2C_Croatia.JPG
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1991 zerstörtes Hotel in Kupari, südlich von Dubrovnik gelegen


220px-Dubrovnik_Defenders_Memorial-1.JPG
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Gedenkraum für die gefallenen Verteidiger von Dubrovnik, im Sponza Palast, Dubrovnik


220px-Dubrovnik_Hotel_Imperial_1999.jpg
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Hotel Imperial im Juni 1999, heute das Hilton Dubrovnik


Vor Beginn des Angriffes auf die Stadt hielten sich in ihr zusätzlich etwa 15.000 vertriebene Kroaten aus der südlich von Dubrovnik gelegenen Region Konavle auf.
Zwischen 7.500 bis 20.000 serbische und montenegrinische Soldaten waren an dem Angriff gegen Dubrovnik und der Besetzung des südlich der Stadt gelegenen Gebietes Konavle beteiligt. Oberkommandierende waren die Mitglieder des jugoslawischen Generalstabs unter dem Kommando von Veljko Kadijević und Blagoje Adžić sowie Slobodan Milošević.
Bei den Luft-, Artillerie- und Mörserangriffen wurde unter anderem der Sponzapalast, in dem sich das historische Archiv Dubrovniks befindet, das Dominikaner- und das Franziskanerkloster, eine der ältesten europäischen Synagogen, eine Moschee, eine orthodoxe Kirche, der katholische Bischofssitz, die katholische Stadtkirche des Sv. Vlaho, die Stadtmauer und viele weitere historische Gebäude beschädigt. Auch Phosphorgranaten sollen von den serbischen Streitkräften verwendet worden sein.
Am 1. Oktober 1991 wurden die Telefon-, Strom- und Wasserversorgung der Stadt gekappt. Von der Seeseite verhinderten serbische Kriegsschiffe jeglichen Zugang zur Stadt. Die stärksten Kämpfe fanden am 6. Dezember 1991 statt. An jenem Tag feuerten serbische Truppen rund 600 Granaten in die Altstadt. Die Angreifer versuchten, eine Massenflucht der Kroaten aus der Stadt zu erreichen, was jedoch nicht gelang.
Der wiederholte Versuch der serbischen Truppen, unterstützt durch Freischärler, die oberhalb der Altstadt gelegene Anhöhe der ehemaligen Seilbahnstation zu besetzen, um den Belagerungsring um die Stadt auch in Richtung Norden und Westen komplett zu schließen, scheiterte.
Die Stadt wurde von den zahlen- und waffentechnisch gegenüber den serbischen Armeen unterlegenen Kroaten verteidigt, bis 1992 die kroatische erste Brigade „Tigrovi“ (Tiger) aus Zagreb die Belagerung der Stadt durch einen Durchbruch des Belagerungsringes und eine Gegenoffensive aufhob, die serbischen Truppen hinter die anerkannten Grenzlinien zurückdrängte und somit diese außer Reichweite von Dubrovnik gerieten.

Kriegsfolgen

Im Stadtgebiet schlugen mehrere tausend Granaten ein und laut kroatischem Roten Kreuz kamen dabei insgesamt 114 Zivilisten und 200 Soldaten ums Leben.
Da Dubrovnik selbst sowie die weitere Umgebung der Stadt schon seit 1971 völlig demilitarisiertes Gebiet sind und keinerlei militärische Anlagen, Depots, Kasernen, Radaranlagen o.ä. vorhanden ist, wird der Angriff auf Dubrovnik und das Umland als Kriegsverbrechen und Verstoß gegen die Genfer Konventionen prozessiert, da rein zivile Objekte und Ziele angegriffen wurden.

Der Beschuss des UNESCO-Weltkulturerbes durch die Serben zog keinerlei nennenswerte internationale Konsequenzen nach sich.
33.000 kroatische Bewohner der südlich von Dubrovnik gelegenen Orte, die die Serben zu jener Zeit eroberten, wurden vertrieben und deren Ortschaften geplündert. Der nahe Cavtat gelegene Flughafen Dubrovnik wurde ebenfalls geplündert und verwüstet.
Insgesamt wurden 11.425 Gebäude zerstört oder beschädigt. Der materielle Sachschaden belief sich auf 245 Millionen Euro.
 

absolut relativ

Ultra-Poster
Schlacht um Dubrovnik


Die Belagerung von Dubrovnik (Kroatisch: Opsada Dubrovnika) bezeichnet die Belagerung der bzw. die Schlacht um die Stadt Dubrovnik und ihrer Umgebung in der Anfangsphase des Kroatienkrieges. Während der Belagerung wurden zahlreiche zivile Ziele bombardiert. Die Angriffe wurden durch die Jugoslawische Volksarmee im Juni 1991 begonnen und endeten nach einem kroatischen Gegenangriff, der die Belagerung beendete, sowie das Gebiet neun Monate später im Jahr 1992 befreite.


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Multimediales Denkmal für die gefallenen Verteidiger von Dubrovnik


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Schautafel über die Orte der Zerstörung


Bevölkerungsstruktur vor dem Angriff

Der Volkszählung von 1991 zufolge lebten vor dem Angriff insgesamt 71.419 Menschen in der Gespanschaft Dubrovnik-Neretva, davon 49.728 in der Stadt. 82,4 Prozent der Bewohner waren Kroaten, 6,8 Prozent Serben, 4 Prozent Bosniaken sowie Angehörige 20 weiterer ethnischer Gruppen.

Vorgeschichte

Dubrovnik ist eine Stadt im äußersten Süden Kroatiens. Die Altstadt gehört zu den bedeutendsten touristischen Attraktionen des Landes und wurde im Jahr 1979 von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt. Zu Zeiten Jugoslawiens befanden sich weder in der Stadt noch in ihrer näheren Umgebung Stützpunkte der Jugoslawischen Volksarmee. Aus diesem Grund befanden sich im Jahr 1991, als die Bevölkerung Kroatiens beim Referendum für die staatliche Unabhängigkeit abstimmte, keine Truppen der JNA in der Stadt.
Die Verteidigung der Stadt war aufgrund der geografischen Lage problematisch: Aufgrund der Nähe der Staatsgrenzen zu Bosnien und Herzegowina (BiH) und Montenegro (im Jahr 1991 waren beide Staaten noch Bestandteil Jugoslawiens) befand sich Dubrovnik in isolierter Lage: Der südlichste Teil Kroatiens wurde vom übrigen Kroatien durch das Staatsgebiet Bosnien-Herzegowinas durch einen Korridor nahe Neum getrennt.
Darüber hinaus ist das Gebiet nördlich und südlich der Stadt gebirgig und für militärische Operationen schwer zugänglich und schwer zu versorgen.
Dies bedeutete, dass die Jugoslawische Volksarmee aus den benachbarten Teilrepubliken angreifen konnte und die kroatischen Verteidiger ausschließlich auf dem Seeweg versorgt werden konnten.

Verlauf

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Zerstörtes Haus in der Altstadt


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1991 zerstörtes Hotel in Kupari, südlich von Dubrovnik gelegen


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Gedenkraum für die gefallenen Verteidiger von Dubrovnik, im Sponza Palast, Dubrovnik


220px-Dubrovnik_Hotel_Imperial_1999.jpg
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Hotel Imperial im Juni 1999, heute das Hilton Dubrovnik


Vor Beginn des Angriffes auf die Stadt hielten sich in ihr zusätzlich etwa 15.000 vertriebene Kroaten aus der südlich von Dubrovnik gelegenen Region Konavle auf.
Zwischen 7.500 bis 20.000 serbische und montenegrinische Soldaten waren an dem Angriff gegen Dubrovnik und der Besetzung des südlich der Stadt gelegenen Gebietes Konavle beteiligt. Oberkommandierende waren die Mitglieder des jugoslawischen Generalstabs unter dem Kommando von Veljko Kadijević und Blagoje Adžić sowie Slobodan Milošević.
Bei den Luft-, Artillerie- und Mörserangriffen wurde unter anderem der Sponzapalast, in dem sich das historische Archiv Dubrovniks befindet, das Dominikaner- und das Franziskanerkloster, eine der ältesten europäischen Synagogen, eine Moschee, eine orthodoxe Kirche, der katholische Bischofssitz, die katholische Stadtkirche des Sv. Vlaho, die Stadtmauer und viele weitere historische Gebäude beschädigt. Auch Phosphorgranaten sollen von den serbischen Streitkräften verwendet worden sein.
Am 1. Oktober 1991 wurden die Telefon-, Strom- und Wasserversorgung der Stadt gekappt. Von der Seeseite verhinderten serbische Kriegsschiffe jeglichen Zugang zur Stadt. Die stärksten Kämpfe fanden am 6. Dezember 1991 statt. An jenem Tag feuerten serbische Truppen rund 600 Granaten in die Altstadt. Die Angreifer versuchten, eine Massenflucht der Kroaten aus der Stadt zu erreichen, was jedoch nicht gelang.
Der wiederholte Versuch der serbischen Truppen, unterstützt durch Freischärler, die oberhalb der Altstadt gelegene Anhöhe der ehemaligen Seilbahnstation zu besetzen, um den Belagerungsring um die Stadt auch in Richtung Norden und Westen komplett zu schließen, scheiterte.
Die Stadt wurde von den zahlen- und waffentechnisch gegenüber den serbischen Armeen unterlegenen Kroaten verteidigt, bis 1992 die kroatische erste Brigade „Tigrovi“ (Tiger) aus Zagreb die Belagerung der Stadt durch einen Durchbruch des Belagerungsringes und eine Gegenoffensive aufhob, die serbischen Truppen hinter die anerkannten Grenzlinien zurückdrängte und somit diese außer Reichweite von Dubrovnik gerieten.

Kriegsfolgen

Im Stadtgebiet schlugen mehrere tausend Granaten ein und laut kroatischem Roten Kreuz kamen dabei insgesamt 114 Zivilisten und 200 Soldaten ums Leben.
Da Dubrovnik selbst sowie die weitere Umgebung der Stadt schon seit 1971 völlig demilitarisiertes Gebiet sind und keinerlei militärische Anlagen, Depots, Kasernen, Radaranlagen o.ä. vorhanden ist, wird der Angriff auf Dubrovnik und das Umland als Kriegsverbrechen und Verstoß gegen die Genfer Konventionen prozessiert, da rein zivile Objekte und Ziele angegriffen wurden.

Der Beschuss des UNESCO-Weltkulturerbes durch die Serben zog keinerlei nennenswerte internationale Konsequenzen nach sich.
33.000 kroatische Bewohner der südlich von Dubrovnik gelegenen Orte, die die Serben zu jener Zeit eroberten, wurden vertrieben und deren Ortschaften geplündert. Der nahe Cavtat gelegene Flughafen Dubrovnik wurde ebenfalls geplündert und verwüstet.
Insgesamt wurden 11.425 Gebäude zerstört oder beschädigt. Der materielle Sachschaden belief sich auf 245 Millionen Euro.

es war einmal ...
 
E

Esseker

Guest
Abgesehen von den Opfern, die immer und überall nicht zu ersetzen sind, war es damals echt fürchtelich anzuschauen, wie sie die alten und antiken Gebäude und Mauern bombadierten, echt schlimm... Ich kann mich noch erinnern, wie ich das mit meiner Mutter angeschaut habe. Das war ein Horrorerlebniss, wir saßen da und heulten beide beinahe.
 
G

Gelöschtes Mitglied 8317

Guest
Kurze Zeit nach der Loslösung Kroatiens von Jugoslawien stand die inzwischen unter dem Schutz der UNESCO stehende Stadt unter serbischem Artilleriebeschuß. Dabei wurden wichtige Teile der Infrastruktur und etwa 80 Prozent der Dächer in der Altstadt beschädigt. Die Verluste am historischen Kulturgut lassen sich bis heute nicht genau beziffern. Besonders die Bibliotheken waren im Bürgerkrieg nicht nur in Dubrovnik ein bevorzugtes Ziel der Artillerie. Es war erklärte Absicht der serbischen Führung, bedeutsame kulturelle Dokumente in den Nachfolgestaaten Jugoslawiens zu vernichten. Mit der Auslöschung des historischen Gedächtnisses sollte ein gesichts- und geschichtsloses Gebiet geschaffen werden, dem die Serben anschließend um so leichter eine neue nationale Identität überstülpen konnten. Allein in Dubrovnik wurden zehntausende historische Bücher, Handschriften und seltene Drucke vernichtet.


_dub_civilwar1991.jpg

























Plan der Altstadt von Dubrovnik mit den Beschädigungen, die durch den Beschuss entstanden sind
 

dragonfire

Gesperrt
Schlacht um Dubrovnik


Die Belagerung von Dubrovnik (Kroatisch: Opsada Dubrovnika) bezeichnet die Belagerung der bzw. die Schlacht um die Stadt Dubrovnik und ihrer Umgebung in der Anfangsphase des Kroatienkrieges. Während der Belagerung wurden zahlreiche zivile Ziele bombardiert. Die Angriffe wurden durch die Jugoslawische Volksarmee im Juni 1991 begonnen und endeten nach einem kroatischen Gegenangriff, der die Belagerung beendete, sowie das Gebiet neun Monate später im Jahr 1992 befreite.


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Multimediales Denkmal für die gefallenen Verteidiger von Dubrovnik


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Schautafel über die Orte der Zerstörung


Bevölkerungsstruktur vor dem Angriff

Der Volkszählung von 1991 zufolge lebten vor dem Angriff insgesamt 71.419 Menschen in der Gespanschaft Dubrovnik-Neretva, davon 49.728 in der Stadt. 82,4 Prozent der Bewohner waren Kroaten, 6,8 Prozent Serben, 4 Prozent Bosniaken sowie Angehörige 20 weiterer ethnischer Gruppen.

Vorgeschichte

Dubrovnik ist eine Stadt im äußersten Süden Kroatiens. Die Altstadt gehört zu den bedeutendsten touristischen Attraktionen des Landes und wurde im Jahr 1979 von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt. Zu Zeiten Jugoslawiens befanden sich weder in der Stadt noch in ihrer näheren Umgebung Stützpunkte der Jugoslawischen Volksarmee. Aus diesem Grund befanden sich im Jahr 1991, als die Bevölkerung Kroatiens beim Referendum für die staatliche Unabhängigkeit abstimmte, keine Truppen der JNA in der Stadt.
Die Verteidigung der Stadt war aufgrund der geografischen Lage problematisch: Aufgrund der Nähe der Staatsgrenzen zu Bosnien und Herzegowina (BiH) und Montenegro (im Jahr 1991 waren beide Staaten noch Bestandteil Jugoslawiens) befand sich Dubrovnik in isolierter Lage: Der südlichste Teil Kroatiens wurde vom übrigen Kroatien durch das Staatsgebiet Bosnien-Herzegowinas durch einen Korridor nahe Neum getrennt.
Darüber hinaus ist das Gebiet nördlich und südlich der Stadt gebirgig und für militärische Operationen schwer zugänglich und schwer zu versorgen.
Dies bedeutete, dass die Jugoslawische Volksarmee aus den benachbarten Teilrepubliken angreifen konnte und die kroatischen Verteidiger ausschließlich auf dem Seeweg versorgt werden konnten.

Verlauf

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Zerstörtes Haus in der Altstadt


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1991 zerstörtes Hotel in Kupari, südlich von Dubrovnik gelegen


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Hotel Imperial im Juni 1999, heute das Hilton Dubrovnik


Vor Beginn des Angriffes auf die Stadt hielten sich in ihr zusätzlich etwa 15.000 vertriebene Kroaten aus der südlich von Dubrovnik gelegenen Region Konavle auf.
Zwischen 7.500 bis 20.000 serbische und montenegrinische Soldaten waren an dem Angriff gegen Dubrovnik und der Besetzung des südlich der Stadt gelegenen Gebietes Konavle beteiligt. Oberkommandierende waren die Mitglieder des jugoslawischen Generalstabs unter dem Kommando von Veljko Kadijević und Blagoje Adžić sowie Slobodan Milošević.
Bei den Luft-, Artillerie- und Mörserangriffen wurde unter anderem der Sponzapalast, in dem sich das historische Archiv Dubrovniks befindet, das Dominikaner- und das Franziskanerkloster, eine der ältesten europäischen Synagogen, eine Moschee, eine orthodoxe Kirche, der katholische Bischofssitz, die katholische Stadtkirche des Sv. Vlaho, die Stadtmauer und viele weitere historische Gebäude beschädigt. Auch Phosphorgranaten sollen von den serbischen Streitkräften verwendet worden sein.
Am 1. Oktober 1991 wurden die Telefon-, Strom- und Wasserversorgung der Stadt gekappt. Von der Seeseite verhinderten serbische Kriegsschiffe jeglichen Zugang zur Stadt. Die stärksten Kämpfe fanden am 6. Dezember 1991 statt. An jenem Tag feuerten serbische Truppen rund 600 Granaten in die Altstadt. Die Angreifer versuchten, eine Massenflucht der Kroaten aus der Stadt zu erreichen, was jedoch nicht gelang.
Der wiederholte Versuch der serbischen Truppen, unterstützt durch Freischärler, die oberhalb der Altstadt gelegene Anhöhe der ehemaligen Seilbahnstation zu besetzen, um den Belagerungsring um die Stadt auch in Richtung Norden und Westen komplett zu schließen, scheiterte.
Die Stadt wurde von den zahlen- und waffentechnisch gegenüber den serbischen Armeen unterlegenen Kroaten verteidigt, bis 1992 die kroatische erste Brigade „Tigrovi“ (Tiger) aus Zagreb die Belagerung der Stadt durch einen Durchbruch des Belagerungsringes und eine Gegenoffensive aufhob, die serbischen Truppen hinter die anerkannten Grenzlinien zurückdrängte und somit diese außer Reichweite von Dubrovnik gerieten.

Kriegsfolgen

Im Stadtgebiet schlugen mehrere tausend Granaten ein und laut kroatischem Roten Kreuz kamen dabei insgesamt 114 Zivilisten und 200 Soldaten ums Leben.
Da Dubrovnik selbst sowie die weitere Umgebung der Stadt schon seit 1971 völlig demilitarisiertes Gebiet sind und keinerlei militärische Anlagen, Depots, Kasernen, Radaranlagen o.ä. vorhanden ist, wird der Angriff auf Dubrovnik und das Umland als Kriegsverbrechen und Verstoß gegen die Genfer Konventionen prozessiert, da rein zivile Objekte und Ziele angegriffen wurden.

Der Beschuss des UNESCO-Weltkulturerbes durch die Serben zog keinerlei nennenswerte internationale Konsequenzen nach sich.
33.000 kroatische Bewohner der südlich von Dubrovnik gelegenen Orte, die die Serben zu jener Zeit eroberten, wurden vertrieben und deren Ortschaften geplündert. Der nahe Cavtat gelegene Flughafen Dubrovnik wurde ebenfalls geplündert und verwüstet.
Insgesamt wurden 11.425 Gebäude zerstört oder beschädigt. Der materielle Sachschaden belief sich auf 245 Millionen Euro.


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P

Posavac

Guest
Hört auf diesen langen Beitrag zu zitieren für einen mickrigen Satz :rolleyes:
 
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