Zuletzt aktualisiert: 09.04.2012 um 11:37 UhrKommentare
Belgrad will "tatkräftige Reaktion" nach Angriffen
Die serbischen Behörden erwarten nach den jüngsten Vorfällen im Nordkosovo eine "tatkräftige Reaktion" von internationalen Organisationen und Botschaften in Prishtina. Das erklärte der Staatssekretär im serbischen Kosovo-Ministerium, Oliver Ivanovic. Am Sonntagabend war ein 66-jähriger Serbe unweit der nordkosovarischen Stadt Mitrovica von drei Albanern krankenhausreif geschlagen worden.
In der Nacht auf Sonntag war bei einem Sprengstoffanschlag im mehrheitlich serbischen Nordteil von Mitrovica ein 38-jähriger Kosovo-Albaner ums Leben gekommen, zwei seiner Kinder waren leicht verletzt worden. Laut kosovarischen Medienberichten werden die Motive für den Angriff weiterhin untersucht. Angehörige des getöteten Mannes vermuten Serben hinter dem Anschlag. Der Plastiksprengstoff war an einem Fenster der Wohnung der Familie im Untergeschoß eines Hochhauses am Ibar-Fluss angebracht worden. Im Nordteil von Mitrovica ist die Siedlung eine der wenigen mit albanischer Bevölkerung.
Ivanovic nahm in seiner Erklärung nicht ausdrücklich Bezug auf den Anschlag. Zu dem Angriff auf den Kosovo-Serben erklärte der serbische Staatssekretär, dass von den kosovarischen Behörden kein großes Interesse an den Tag gelegt werde, die Situation unter Kontrolle zu halten. Es sei aber auch möglich, dass sie "nicht in der Lage" seien, alles zu überblicken, so Ivanovic.
Die kosovarische Präsidentin Atifete Jahjaga warnte nach dem Sprengstoffanschlag in Mitrovica, dass solche Gewaltakte nicht zur Stabilität des Landes beitragen würden. "Dadurch werden anhaltende Bemühungen behindert, Ordnung und Rechtsstaatlichkeit auf dem gesamten Gebiet des Kosovo, besonders im Nordteil, herzustellen", erklärte Jahjaga.
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