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Archäologie

Ivo2

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Archäologie
Wie das Patriarchat in Europa entstand
Mit Landwirtschaft und Sesshaftigkeit kam das Patriarchat, besagte eine lange gültige These. Neue Forschungsergebnisse zeichnen für Europa aber ein anderes Bild: Männliche Herrschaft ist um einige Jahrtausende jünger als die Landwirtschaft. Wie jung, ist im Moment Gegenstand archäologischer Debatten.

Die ersten Bäuerinnen und Bauern, die in der Jungsteinzeit – dem Neolithikum – vor etwa 8.000 Jahren aus Anatolien nach Europa kamen, gründeten hier sesshafte Kulturen: Unter anderem die Starčevo- und die Vinča-Kultur auf dem Balkan und die Linearbandkeramik in Mitteleuropa: „Das Geschlecht scheint in der Verteilung von Macht und sozialem Status bei diesen Kulturen wenig Rolle zu spielen“, sagt Barbara Horejs, Leiterin des Österreichischen Archäologischen Instituts der Österreichischen Akademie der Wissenschaften.

„Das sehen wir zum Beispiel bei den Handwerkstätigkeiten, die von Männern und Frauen gleichermaßen ausgeführt wurden, auch wenn Männer tendenziell mehr Zimmermannstechnik und Holzverarbeitung praktiziert haben.“ Ebenso hätten sich Männer und Frauen relativ homogen ernährt.

Die Archäologin betont, dass wir nur kleine Einblicke in die Urgeschichte haben, auf deren Grundlage man lediglich Tendenzen ablesen kann: „Aber in der Tendenz sehen wir Dorfgemeinschaften, die sich wesentlich weniger anhand des Geschlechts unterscheiden, als wir das gemeinhin immer gedacht haben.“ Die Jungsteinzeit wies zudem eine enorme Vielfalt an unterschiedlichen Gesellschaftsformen auf, so Horejs gegenüber ORF Wissen: „Das Modell Vater-Mutter-Kind funktioniert für die Daten aus dem Neolithikum einfach nicht. Familie ist ein sehr flexibles Konzept, das ganz viele Spielarten kennt.“

Bauerngesellschaft ohne Patriarchat

 
Ungeplünderte Mayastadt im mexikanischen Dschungel entdeckt
Im Norden des Calakmul-Reservats haben Forschende im Rahmen einer mühevollen Expedition eine 15 Hektar große Siedlung mit überwucherten Palästen und Tempeln dokumentiert

Ein Archäologenteam hat im mexikanischen Dschungel eine vom Dickicht überwucherte jahrhundertealte Maya-Stätte gefunden. Die Forschenden tauften die Gebäudeüberreste Minanbé, ein Verweis auf die Mühsal und die Strapazen, die die Wissenschafter erdulden mussten, um diesen Ort zu erreichen: In der Sprache der Maya auf der Halbinsel Yucatán bedeutet Minanbé "Es gibt keinen Pfad".

Die Siedlungsreste liegen im Norden des Biosphärenreservats Calakmul im mexikanischen Bundesstaat Campeche, westlich des größeren Zentrums Chactún. Eine Gruppe aus mexikanischen und slowenischen Archäologinnen und Archäologen unter der Leitung von Ivan Šprajc hat sie nun genauer vermessen, wie das Nationale Institut für Anthropologie und Geschichte (INAH) berichtet.

Entdeckt wurde die Stadt zunächst von oben: LiDAR-Daten, also luftgestützte Laserabtastungen, durchdringen das Blätterdach und zeigen Strukturen, die auf Bodenniveau im Wald kaum zu erkennen sind. Auf den Aufnahmen zeichnete sich schließlich eine Siedlung von 15 Hektar ab.

 
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