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Das griechische Militär und seine Mitschuld an der Wirtschaftskrise

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Kejo

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Gegner gingen, Panzer blieben

Anderthalb Jahrzehnte später, 2005, war die Zahl der Artilleriegeschütze bei 1990 nahezu unverändert, die der Kampfpanzer immerhin auf abgerundet 1700 verringert, die der gepanzerten Gefechtsfahrzeuge aber auf 2140, die der mittelschweren Mörser auf 2800 angestiegen. Dazu kamen 4600 rückstoßfreie Panzerabwehrwaffen und 29200 leichte Raketenwerfer.
Die Armee war bei etwa 500 Kampfpanzern weniger auf starke Abwehr in bergigem Gelände und Panzerabwehr eingestellt, aber in ihrer Kampfstärke gleich geblieben. Sie war noch zu Zeiten des Warschauer Pakts, also vor 1991, gegenüber der verbündeten türkischen Armee in Thrakien umdisloziert worden. Die Regierung in Athen erklärte öffentlich wiederholt, dass die Landesverteidigung mit Vorrang gegenüber dem Nato-Partner Türkei organisiert werden müsse. Auch 2012 verfügt Griechenland noch über rund 1400 Kampfpanzer, deren einziger militärischer Zweck in der Verwendung gegenüber der Türkei bestehen kann. Dies gilt auch für das Gros der übrigen Bodenwaffen.

Obsessionelle Turkophobie

Der latente türkisch-griechische Konflikt, immer wieder angefacht von gegenseitigen Provokationen und genährt von einer obsessionellen Turkophobie in Griechenland, hat die Südostflanke der Nato mehr als einmal von 1964 bis in die neunziger Jahre militärisch wie politisch desorganisiert und den strategischen Zweck der griechischen Rüstung, zu der Deutschland finanziell wie mit Waffen erheblich beigetragen hat, für die Nato neutralisiert. Zweimal drohte sogar eine aktive militärische Konfrontation zwischen beiden Nachbarn.
Griechenland wurde aber von den Alliierten, vor allem von Washington, stets mit Nachsicht schonend und im Effekt besser behandelt als die Türkei. Auf die griechische Haltung im Bündnis zur Erfüllung des Schutzauftrags im östlichen Mittelmeer hatte diese Vorzugsbehandlung allerdings keinen Einfluss. Dasselbe gilt für die ESVP der EU: Athen blockiert jede türkische Mitwirkung, und die alliierte Militärhilfe wurde gegen die Türkei zweckentfremdet.


Griechenland: Feindliche Verbündete - Politik - FAZ
Griechische Politiker leben ihren Waffenwahn aus

Zwar wollen die USA die Panzer, deren Neuwert pro Stück mehr als sechs Millionen Dollar betrug, kostenlos abgeben. Dennoch könnte die Beschaffung für die Griechen teuer werden. Allein der Transport nach Griechenland dürfte zwischen fünf und acht Millionen Euro kosten. Einen zweistelligen Millionenbetrag könnte es kosten, die eingemotteten Panzer wieder einsatzbereit zu machen.

Griechenland: Griechische Politiker leben ihren Waffenwahn aus - International - Politik - Handelsblatt
Es führt kein Weg daran vorbei: Abrüstung. Die Griechen müssen ihre Streitkräfte in jeglicher Hinsicht stark reduzieren, um Kosten einzusparen.
 
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