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Das Nummernschild- ein Stück Heimat?

persönliches Nummernschild?

  • Wenn es nicht mehr kostet, nehme ich ein Kennzeichen mit Initialen, Glückszahlen o. ä.

    Stimmen: 0 0,0%
  • Ich bevorzuge ein möglichst anonymes Kennzeichen mit einer laufenden Nummer.

    Stimmen: 0 0,0%
  • Ich fände es gut, wenn meine Heimatregion ein neues, eigenes Kennzeichen einführen würde

    Stimmen: 0 0,0%
  • Mir ist es wichtig, daß das Kennzeichen auch Wappen oder Hoheitszeichen beinhaltet

    Stimmen: 0 0,0%
  • Leider habe ich an meinem Wohnort keinerlei Wahl

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  • Umfrageteilnehmer
    5

skorpion

Der Neurosenkavalier
In Deutschland geisterte seit Monaten eine Debatte vornehmlich durch die Provinz: die Wiedereinführung von zwischenzeitlich abgeschafften ehemaligen Kennzeichen aufgelöster oder zusammengelegter Kreise und Städte, bzw. sogar die Neueinführung eigener Kürzel für einzelne Städte und Gemeinden. Mittlerweile ist es entschieden und die heiße Phase beginnt heute.

Ausgegangen ist die Initiative von einigen ehemaligen kreisfreien oder Kreisstädten mit besonderem Lokalpatriotismus oder von Regionen, die sich davon touristische Werbung versprachen. Aber auch bei früheren Kreisgebietsreformen gab es regelmäßig Streit über die neu einzuführenden oder weiterzuführenden Kürzel. Offensichtlich identifizieren sich die Menschen (auch) auf diese Weise stark mit ihrer Heimatregion.

Wie steht Ihr dazu? Ist Euch Euer Nummernschild wichtig? Habt Ihr Eure Initialen oder ein Wunschkennzeichen geordert? Weigert Ihr Euch, Euer Fahrzeug umzumelden, weil Ihr das zu erwartende Kennzeichen ablehnt? Legt Ihr Wert auf Wappen oder Hoheitszeichen auf dem Nummernschild? Oder ist Euch das alles schnurzpiepegal?



Für die, die es interessiert, ein kleiner Überblick:

Deutschland:

Das heute gültige System wurde 1956 eingeführt, zunächst 298 Kennzeichen, dann ab 1957 mit dem Beitritt des Saarlandes 304 verschiedene Kürzel. Mit dem Beitritt der DDR kamen weitere 196 Kennungen hinzu- macht zusammen 500. Hinzu kommen natürlich noch die neu geschaffenen Abkürzungen für neu entstandene Kreise bei den verschiedensten Gebietsreformen. Und diverse Sonderkennzeichen für Behörden und ähnliche Institutionen.

Mit der Änderung der Schriftart von DIN auf FE in der zweiten Hälfte der 90er Jahre wurde auf den Dienstplaketten auch die Landeswappen (in Farbe) eingeführt, zuvor war das Stadt- oder Kreiswappen in schwarz-weiß (bzw. -grau) üblich, außerdem kam der blaue Euro-Balken hinzu.


Österreich:

Seit 1990 gibt es bundesweit die aktuellen Kennzeichen, seit 2002 mit dem blauen Euro-Balken. Die Kennzeichen tragen das jeweilige Landeswappen und oben und unten einen rot-weiß-roten Streifen, sie geben Auskunft über den Zulassungsbezirk. Die früher gebräuchlichen schwarzen Kennzeichen gaben nur das Bundesland namentlich an, nur Insider konnten anhand der Nummer den Zulassungsbezirk ablesen.


Schweiz:

Das heutige System gibt es seit 1933. Die Kennzeichen tragen das Schweizer Wappen links und das Kantonalwappen rechts von der eigentlichen Zulassungsnummer, die die jeweiligen Kantone bezeichnet (ausgenommen Sonderkennzeichen).


ehemaliges Jugoslawien:

Mit dem Zerfall Jugoslawiens wurden von den einzelnen Nachfolgestaaten neue Nummernschilder emittiert. In den meisten Staaten blieben die alten Regionalkennungen grundsätzlich erhalten, bis auf einzelne Änderungen oder Neueinführungen. Die Staaten im Einzelnen:

Slowenien: Seit 1992 eigene Kennzeichen mit Regionalbezug und Wappen der Gemeinde.

Kroatien: Seit 1992 eigene Kennzeichen mit Regionalbezug und Nationalwappen. Es gibt meht Zulassungsbezirke (34), als Gespanschaften (21).

Bosnien und Hercegovina: Bis 1998 gab es Kennzeichen mit Nationalwappen und Angabe des Zulassungsbezirkes, danach aus Sicherheitsgründen (um ethnische Zuordnung zu erschweren) keinen Regionalbezug mehr, auch das Wappen ist weggefallen.

Makedonien: Ab 2012 neue Kennzeichen mit 17 statt bisher 10 Zulasungsbezirken, keine Wappen.

Montenegro: Benutzte, wie Serbien, noch lange Zeit die alten YU-Kennzeichen, nur daß der rote Stern gegen einen blau-weiß-roten Streifen getauscht wurde. Seit 2008 gibt es nun eigene Kennzeichen mit Regionalbezug und Dienstsiegel mit Wappen.

Serbien: Als letztes hat auch Serbien 2011 neue Kennzeichen eingeführt, die nach wie vor Regionalbezug haben und nun auch das Nationalwappen tragen.

Kosovo: Nach einigen Provisorien gibt es nun eigene Kennzeichen, die die Regionen numerisch verschlüsselt angeben und ein Wappen tragen.


restlicher Balkan:

Albanien: Ab 2011 im EU-Look, aber mit Adler anstelle der Sterne, kein Regionalbezug mehr.

Bulgarien: EU-Standard mit Regionalbezug (etwas komplexes System aus Zeichen, die im kyrillischen und lateinischen Alphabet vorkommen), ohne Nationalfarben.

Griechenland: EU-Standard mit Regionalbezug (etwas komplexes System aus Zeichen, die im griechischen und lateinischen Alphabet vorkommen), ohne nationalfarben

Rumänien: EU-Standard mit Regionalbezug

Ungarn: EU-Standard, ohne Regionalbezug


Nachbarstaaten:

Dänemark: seit 2009 EU-Standard, fortlaufend, ohne Nationalsymbole

Niederlande: Seit 1951 keine regionale Zuordnung mehr. Fortlaufend, keine nationalen Symbole

Belgien: EU-Standard ohne Regionalbezug und Nationalsymbole

Luxemburg:
EU-Standard ohne Regionalbezug und Nationalsymbole

Frankreich: Seit 2009 EU-Standard, fortlaufend; aufgrund von Prostesten nun aber mit einem weiteren blauen Balken am rechten Kennzeichenrand mit Angabe der Département-Schlüsselnummer.

Italien: Seit 1994 fortlaufend, seit 1999 EU-Standard, auf vielfachen Wunsch fakultativ mit zweitem blauen Balken rechts mit Angabe des Provinz-Kürzels

Slowakei: EU-Standard mit Regionalbezug und seit 2006 auch wieder mit Nationalwappen.

Tschechei: EU-Standard, mit Regionalbezug.

Polen: Seit 2000 jetziges System mit Angabe von Woiwodschaft (Provinz) und Powiat (Kreis), seit 2006 EU-Standard ohne Nationalsymbole




 
Die Ortszeichen jucken mich nicht. Aber meine Familie hat ein besonderes Zeichen bzw. mein Bruder und meine Eltern. Der einzige Unterschied sind die Nummern.
 
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