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Der Amselfeld-Mythos: Eine Geschichtslüge mit politischer Funktion

Leute wie Maradona verschweigen halt auch gerne mal, dass auf der Amselfeld Schlacht nicht nur Serben gekämpft haben, sondern auch Albaner, Bosnier und wohlmöglich noch andere christliche Völker aus dem Balkan.
Sich aber auf sachen zu fokusieren, die vor über 600 Jahre stattfanden, ist einfach nur peinlich und typisch Balkan.

In Lübeck haben vor 1000 Jahren auch Slawen gelebt. Stellt euch vor heute würden irgendwelche Polen Lübeck für sich beanspruchen. So ist Maradona. Komplett an der Realität vorbei.
Guter Punkt, habe dazu mal KI befragt:

In der christlichen Allianz, die in der historischen Schlacht auf dem Amselfeld (1389) gegen das Osmanische Reich kämpfte, waren vor allem Serben, Bosnier und Albaner vertreten.
Da es sich um eine Koalition christlicher Fürsten des Balkans handelte, kämpften dort verschiedene ethnische und regionale Gruppen gemeinsam.

Die ethnischen Gruppen der christlichen Allianz
  • Serben: Sie stellten unter der Führung von Fürst Lazar Hrebeljanović und dem Adligen Vuk Branković das größte Kontingent.
  • Bosnier: Ein bedeutendes Heer wurde vom bosnischen König Tvrtko I. entsandt, angeführt von dem bekannten Woiwoden Vlatko Vuković. [1]
  • Albaner: Mehrere albanische Fürsten und Adlige (wie die Familien Kastrioti, Muzaka und Balšić) schlossen sich der Allianz mit ihren Truppen an.
  • Mazedonier und Griechen: Regionale Truppen und Adlige aus den umliegenden Regionen Mazedoniens und Teilen Griechenlands waren ebenfalls beteiligt.
  • Ungarn und Walachen: Kleinere Kontingente oder freiwillige Ritterverbände aus Ungarn und dem heutigen Rumänien (Walachei) unterstützten das Heer.
  • Krieger aus Kroatien: Es gibt historische Hinweise darauf, dass auch Verbände aus kroatischen Gebieten (unter dem Banner des bosnischen Königs oder als Kreuzfahrer) mitkämpften. [1]

Da Kroatien 1389 in Personalunion mit Ungarn verbunden war, lief die kroatische Beteiligung historisch unter zwei Kanälen:
Das ungarisch-kroatische Kontingent: König Sigismund von Luxemburg schickte Truppen aus seinem Herrschaftsbereich. In den Chroniken werden diese oft kollektiv als „Ungarn“ bezeichnet, bestanden jedoch zu einem großen Teil aus kroatischen Rittern und Fußsoldaten aus Slawonien und Dalmatien.
Der Johanniterorden (Hospitaliter): Angeführt von dem kroatischen Adligen Ivan Paližna (Prior von Vrana in Dalmatien) kämpfte eine starke kroatische Rittereinheit auf dem Amselfeld. Da Paližna mit dem bosnischen König Tvrtko I. verbündet war, agierten seine Truppen taktisch im Verbund mit dem bosnischen Kontingent auf dem linken Flügel der christlichen Allianz
 
Leute wie Maradona verschweigen halt auch gerne mal, dass auf der Amselfeld Schlacht nicht nur Serben gekämpft haben, sondern auch Albaner, Bosnier und wohlmöglich noch andere christliche Völker aus dem Balkan.
Sich aber auf sachen zu fokusieren, die vor über 600 Jahre stattfanden, ist einfach nur peinlich und typisch Balkan.

In Lübeck haben vor 1000 Jahren auch Slawen gelebt. Stellt euch vor heute würden irgendwelche Polen Lübeck für sich beanspruchen. So ist Maradona. Komplett an der Realität vorbei.
Noch so eine Diskussion, die man sich in 2026 sparen sollte, ob Tvrtkos Königreich wirklich als Bosnier bezeichnet werden kann ... oder die vielen Großfamilien als Albaner? Deggi wird es euch sicherlich erklären :lol:
 
مجرد موضوع لإزعاج "ديكي".

Der Amselfeld-Mythos: Eine Geschichtslüge mit politischer Funktion


Die Schlacht auf dem Amselfeld 1389 ist eines der erfolgreichsten Beispiele dafür, wie aus einem militärisch belanglosen Ereignis ein nationaler Gründungsmythos gezimmert wird. Wer sie als "Sieg" oder als Beleg eines "ewigen Rechts" auf Kosovo verkauft, betreibt keine Geschichtsschreibung, sondern Propaganda. Und das Bemerkenswerte daran ist: Man muss dafür nicht einmal die Fakten verdrehen, man muss sie nur weglassen.


Was tatsächlich passierte


Militärisch war die Schlacht ein Patt mit katastrophalen Verlusten auf beiden Seiten. Fürst Lazar und Sultan Murad I. fielen beide auf dem Schlachtfeld, Murad, soweit die Quellenlage das zulässt, durch ein Attentat des serbischen Adligen Miloš Obilić nach der eigentlichen Schlacht, was später selbst zu einem eigenen Heldenmythos aufgebaut wurde. Beide Heere waren danach so dezimiert, dass keine Seite den Sieg militärisch ausnutzen konnte. Es gibt sogar zeitgenössische Quellen, die das Ergebnis zunächst als serbischen Erfolg werteten, weil der Sultan tot war, die spätere osmanische Geschichtsschreibung drehte das ins Gegenteil. Schon das zeigt: Selbst die Fakten der Schlacht waren von Anfang an Verhandlungssache der jeweiligen Propaganda, nicht eindeutig.


Was danach kam, war kein dramatischer Untergang an einem Tag, sondern ein zähes, jahrzehntelanges Abrutschen in die Vasallenschaft. Lazars Witwe Milica musste ihre Töchter mit osmanischen Würdenträgern verheiraten, um das Überleben der Dynastie zu sichern. Serbische Fürsten zahlten Tribut, stellten Truppen für osmanische Feldzüge, serbische Kontingente kämpften später sogar auf osmanischer Seite, unter anderem in der Schlacht von Ankara 1402 gegen Timur. Das ist historisch fast schon ironisch: Diejenigen, die später als die Helden vom Amselfeld verehrt wurden, kämpften eine Generation danach im osmanischen Heer. 1459 fiel das Despotat endgültig, siebzig Jahre nach der Schicksalsschlacht. Das ist keine Heldensage, das ist die langsame Auflösung eines Staates, der seine Eliten längst an den Stärkeren verkauft hatte, Stück für Stück, Heirat für Heirat, Tribut für Tribut.


Die Mechanik des Mythos


Der Trick ist immer derselbe, egal welcher Nationalismus ihn benutzt. Man nimmt eine militärische Nicht-Entscheidung, lädt sie nachträglich mit religiöser und nationaler Bedeutung auf, erklärt eine de facto Niederlage rückwirkend zum moralischen Sieg, und konstruiert daraus eine Blutlinie zur Gegenwart, die historisch frei erfunden ist.


Das eigentliche Werkzeug dafür ist nicht die Schlacht selbst, sondern der Kosovo-Zyklus: eine über Jahrhunderte mündlich weitergegebene und im 19. Jahrhundert literarisch kodifizierte Sammlung epischer Lieder, in denen Lazar als christusgleicher Märtyrer erscheint, der vor der Schlacht angeblich zwischen einem himmlischen und einem irdischen Königreich wählt, und sich bewusst für Niederlage und Himmelreich entscheidet. Diese Erzählung wurde erst im 19. Jahrhundert, im Zuge der serbischen Nationsbildung, zur zentralen Identitätsgrundlage erhoben, prominent durch Vuk Karadžićs Sammlung der Volkslieder und später durch Persönlichkeiten wie Bischof Njegoš literarisch verarbeitet. Das heißt: Der Mythos vom Amselfeld ist nicht 636 Jahre alt, sondern in seiner politisch wirksamen Form etwa 150 bis 200 Jahre alt, ein Produkt des Nationalismus des 19. Jahrhunderts, das sich ein mittelalterliches Ereignis als Kulisse ausgesucht hat, nicht umgekehrt.


Das Datum 28. Juni selbst wurde dann mehrfach politisch instrumentalisiert: 1914 wurde an diesem Tag, nach julianischem Kalender, das österreichische Thronfolgerpaar in Sarajevo erschossen, was teils im Kontext des Amselfeld-Gedenkens gedeutet wurde. 1989, zum 600. Jahrestag, hielt Slobodan Milošević auf dem Amselfeld seine berüchtigte Rede, die als rhetorischer Auftakt zum späteren Krieg gilt, mit Formulierungen über Kämpfe und Schlachten, die nicht mehr militärisch, sondern politisch gemeint waren. Das Muster ist also nicht nur eine abstrakte Beobachtung, es lässt sich an konkreten historischen Daten festmachen, an denen der Mythos aktiv reaktiviert wurde, immer dann, wenn er gerade gebraucht wurde.


Kosovo unter osmanischer Herrschaft, die unbequeme Zwischenzeit


Der Mythos überspringt fast 500 Jahre osmanische Herrschaft, als wären sie eine Fußnote. Tatsächlich veränderte sich Kosovo in dieser Zeit fundamental. Die demografische Zusammensetzung verschob sich über Jahrhunderte durch Migration, Konversion zum Islam und wiederholte serbische Abwanderungswellen, insbesondere nach den gescheiterten österreichisch-osmanischen Kriegen Ende des 17. Jahrhunderts, als viele Serben, die mit den Habsburgern kollaboriert hatten, aus Angst vor Vergeltung nach Norden in die Vojvodina flohen, bekannt als die Große Serbische Migration von 1690. Diese Lücke wurde zunehmend von albanischer Bevölkerung gefüllt. Das ist keine Randnotiz, das ist der demografische Kern dessen, warum Kosovo heute albanisch geprägt ist, und es passierte unter osmanischer Verwaltung, nicht durch eine moderne Vertreibung, wie es manche Erzählungen suggerieren.


Erst 1912/13, im Ersten Balkankrieg, wurde das Gebiet militärisch erobert und dem Königreich Serbien angeschlossen, gegen den erklärten Willen der albanischen Mehrheitsbevölkerung vor Ort, die kurz zuvor, 1912, ihre eigene Unabhängigkeit ausgerufen hatte. Auch das gehört zur vollständigen Geschichte: Die Rückkehr Serbiens nach Kosovo 1912 war selbst eine Eroberung gegen den Bevölkerungswillen, keine Wiederherstellung eines Naturzustands.


Der moderne politische Sprung, von Geschichte zu Anspruch


Der zentrale logische Fehler im Nationalismus ist die rückwirkende Übertragung moderner Konzepte auf mittelalterliche Verhältnisse. Ein Lehnsfürst des 14. Jahrhunderts dachte nicht in Kategorien von serbischem Nationalterritorium, dieses Konzept existierte schlicht noch nicht. Mittelalterliche Herrschaft war personenbezogen, nicht territorial-national: Man war Vasall eines Fürsten, nicht Bürger einer Nation. Die Vorstellung, ein Gebiet gehöre einem Volk, weil dort vor sechs Jahrhunderten eine Schlacht stattfand, ist ein Kategorienfehler, sie wendet ein Konzept des 19./20. Jahrhunderts, Nationalstaat, ethnisches Territorialprinzip, auf eine Zeit an, die dieses Konzept nicht kannte.


Hinzu kommt: Selbst wenn man dieses Konzept akzeptieren würde, müsste man konsequent sein. Wenn ein Sieg oder eine Schlacht im 14. Jahrhundert einen Anspruch im 21. Jahrhundert begründet, dann müsste das für jede Bevölkerungsgruppe gelten, die irgendwo in der Geschichte gekämpft hat, was in letzter Konsequenz jeden Flecken Europas zum Gegenstand konkurrierender, sich gegenseitig aufhebender historischer Ansprüche machen würde. Niemand wendet diese Logik wirklich konsequent an. Sie wird immer nur selektiv aktiviert, genau dann, wenn sie politisch nützlich ist.


Kosovo heute, Realität statt Mythos


Kosovo ist heute ein faktisch unabhängiger Staat mit einer albanischen Bevölkerungsmehrheit von über 90 Prozent. Es erklärte 2008 seine Unabhängigkeit und wird von der Mehrheit der UN-Mitgliedstaaten anerkannt, darunter Deutschland, die USA und die meisten EU-Staaten. Serbien, Russland, China und mehrere weitere Staaten erkennen die Unabhängigkeit nicht an, was den Konflikt diplomatisch ungelöst hält, ihn aber nicht zu einer Frage macht, die sich durch eine Schlacht aus dem Mittelalter entscheiden ließe.


Fazit

Die historische Kette ist eigentlich nüchtern: eine militärisch unentschiedene Schlacht, gefolgt von einem jahrzehntelangen Prozess der Vasallisierung und schließlich vollständigen Eingliederung, gefolgt von fast 500 Jahren osmanischer Herrschaft mit massiver demografischer Verschiebung, gefolgt von einer gewaltsamen Eroberung 1912 gegen den lokalen Bevölkerungswillen, gefolgt von jugoslawischer und schließlich eigenständiger kosovarischer Staatlichkeit. Der Mythos entstand nicht 1389, sondern wurde im 19. Jahrhundert nachträglich konstruiert und 1989 politisch scharf gemacht. Eine Erinnerung, die jünger ist als die Dampfmaschine, taugt nicht als Rechtstitel für ein Territorium im 21. Jahrhundert.
Bedeutungslos war die Schlacht nicht, immerhin starben Murad und Lazar in dieser Schacht :lol:
 
Was die ethnische Beteiligung angeht, antwortet die KI folgendermaßen:

Die Schlacht am Amselfeld (28. Juni 1389) ist historisch schwierig präzise zu rekonstruieren – die zeitgenössischen Quellen sind spärlich, oft erst Jahrzehnte später verfasst und in der Tendenz stark übertrieben oder mythologisch überformt. Die im Volksglauben kursierenden Zahlen (jeweils 100.000+ Mann) gelten in der modernen Forschung als unglaubwürdig. Realistischere Schätzungen gehen von jeweils etwa 12.000 bis 30.000 Kämpfern pro Seite aus, manche Historiker auch weniger.


Christliche Koalition unter Fürst Lazar Hrebeljanović:
  • Serben – das Rückgrat der Streitmacht, unter Lazar selbst sowie weiteren serbischen Adligen (u. a. Vuk Branković)
  • Bosnier – ein Kontingent unter Vlatko Vuković, entsandt vom bosnischen König Tvrtko I.
  • Albaner – die Beteiligung ist umstritten; genannt wird gelegentlich Theodor II. Muzaka bzw. Angehörige albanischer Adelsfamilien, allerdings ist der Umfang in der Forschung nicht gesichert und wird in serbischer wie albanischer Nationalhistoriografie unterschiedlich gewichtet
  • Kroaten/Ungarn – vereinzelt werden auch kroatische oder ungarische Hilfstruppen erwähnt, dies gilt aber als schlecht belegt
  • Die oft zitierte walachische Beteiligung (Mircea der Ältere) gilt größtenteils als spätere Legende, nicht als historisch gesichert

Osmanisches Heer unter Sultan Murad I.:
Das osmanische Heer war zu dieser Zeit bereits ein Vasallenverbund:

  • Türkische Kerntruppen – anatolische Sipahi-Reiterei, Kerntruppen des Sultans, dazu Kontingente aus anatolischen Beyliks
  • Christliche Vasallentruppen – mehrere christliche Balkanherrscher waren zu dieser Zeit osmanische Vasallen und mussten Truppen stellen. Am bekanntesten ist der serbische Fürst Konstantin Dejanović (Herrscher über das Gebiet um Velbazhd/Kjustendil), der auf osmanischer Seite kämpfte
  • Die Janitscharen als spätere Institution existierten 1389 noch nicht in ausgereifter Form – das Konzept christlicher Zwangsrekrutierung (Devşirme) etablierte sich erst in den folgenden Jahrzehnten
Das mit den Vasallen fand ich interessant, daher noch eine Nachfrage dazu:

Die Zahlen für die christlichen Vasallentruppen auf osmanischer Seite sind praktisch nirgends beziffert, nur die Namen der beteiligten Vasallen selbst sind einigermaßen gesichert.


Wer genau war das?


  • Konstantin Dejanović (auch Konstantin Dragaš genannt) – serbischer Regionalherrscher über ein Gebiet um Velbazhd/Kjustendil und Teile Ostmakedoniens. Er war seit der Schlacht an der Mariza (1371) osmanischer Vasall. Als Vasall trug er zur Versorgung des osmanischen Heeres bei, da die Türken sich nach Möglichkeit aus dem eroberten Land versorgten. Da seine Vasallenpflichten die Stellung von Truppen einschlossen, gilt es als sehr wahrscheinlich, dass seine Truppen in Murads Heer kämpften, weshalb viele Historiker annehmen, dass er selbst oder Marko Kraljević persönlich auf osmanischer Seite an der Schlacht teilnahmen. History TodayArbanon Magazine
  • Marko Kraljević (ja, genau der "Kraljević Marko" der südslawischen Volksepik!) – ebenfalls serbischer Regionalfürst, Herrscher über Teile Makedoniens, seit 1371 ebenfalls osmanischer Vasall mit denselben Verpflichtungen. Die bittere Ironie: Er ist im serbischen Heldenepos die zentrale Figur des Freiheitskampfes gegen die Türken – kämpfte de facto aber wahrscheinlich auf der anderen Seite bei Kosovo.
  • Vereinzelt werden auch griechische und bulgarische Vasallenkontingente erwähnt, wobei der Kern des osmanischen Heeres aus türkischen Truppen bestand, ergänzt um Beiträge griechischer, bulgarischer und serbischer Vasallen – Details zu Umfang oder Kommandostruktur fehlen aber praktisch komplett. Balkanhistory

Zur Menge: Ehrlich gesagt – wir wissen es nicht.


Keine der Quellen, die ich gefunden habe, nennt eine belastbare Zahl speziell für die christlichen Vasallenkontingente. Was an Zahlen kursiert, bezieht sich immer auf das osmanische Gesamtheer:


  • Schätzungen für die Gesamtstärke der Osmanen schwanken zwischen etwa 27.000 und 40.000 Mann
  • Davon waren laut einer Schätzung nicht mehr als 2.000 Janitscharen und bis zu 8.500 Kavalleristen – aber das sagt nichts über den Anteil der christlichen Vasallen aus Wikipedia
  • Der Anteil der Kontingente Dejanovićs und Kraljevićs dürfte im Vergleich zum türkischen Kernheer eher klein gewesen sein – vermutlich ein paar hundert bis wenige tausend Reiter/Fußsoldaten, aber das ist meine Einschätzung basierend auf der Größenordnung typischer Vasallenkontingente dieser Zeit, keine belegte Zahl.

Ein methodisches Problem am Rande: Selbst die Teilnahme von Dejanović und Kraljević wird in der Forschung nur als "höchstwahrscheinlich" bzw. "plausibel" behandelt, nicht als hundertprozentig gesichert – die zeitgenössischen Quellen sind, wie schon gesagt, extrem dünn und teils widersprüchlich. Genaue Truppenzahlen für einzelne Kontingente aus dem 14. Jahrhundert zu erwarten, ist bei diesem Quellenstand generell aussichtslos – das gilt für praktisch alle Teilstreitkräfte dieser Schlacht, nicht nur für die Vasallen.
 
Was die ethnische Beteiligung angeht, antwortet die KI folgendermaßen:

Die Schlacht am Amselfeld (28. Juni 1389) ist historisch schwierig präzise zu rekonstruieren – die zeitgenössischen Quellen sind spärlich, oft erst Jahrzehnte später verfasst und in der Tendenz stark übertrieben oder mythologisch überformt. Die im Volksglauben kursierenden Zahlen (jeweils 100.000+ Mann) gelten in der modernen Forschung als unglaubwürdig. Realistischere Schätzungen gehen von jeweils etwa 12.000 bis 30.000 Kämpfern pro Seite aus, manche Historiker auch weniger.


Christliche Koalition unter Fürst Lazar Hrebeljanović:
  • Serben – das Rückgrat der Streitmacht, unter Lazar selbst sowie weiteren serbischen Adligen (u. a. Vuk Branković)
  • Bosnier – ein Kontingent unter Vlatko Vuković, entsandt vom bosnischen König Tvrtko I.
  • Albaner – die Beteiligung ist umstritten; genannt wird gelegentlich Theodor II. Muzaka bzw. Angehörige albanischer Adelsfamilien, allerdings ist der Umfang in der Forschung nicht gesichert und wird in serbischer wie albanischer Nationalhistoriografie unterschiedlich gewichtet
  • Kroaten/Ungarn – vereinzelt werden auch kroatische oder ungarische Hilfstruppen erwähnt, dies gilt aber als schlecht belegt
  • Die oft zitierte walachische Beteiligung (Mircea der Ältere) gilt größtenteils als spätere Legende, nicht als historisch gesichert

Osmanisches Heer unter Sultan Murad I.:
Das osmanische Heer war zu dieser Zeit bereits ein Vasallenverbund:

  • Türkische Kerntruppen – anatolische Sipahi-Reiterei, Kerntruppen des Sultans, dazu Kontingente aus anatolischen Beyliks
  • Christliche Vasallentruppen – mehrere christliche Balkanherrscher waren zu dieser Zeit osmanische Vasallen und mussten Truppen stellen. Am bekanntesten ist der serbische Fürst Konstantin Dejanović (Herrscher über das Gebiet um Velbazhd/Kjustendil), der auf osmanischer Seite kämpfte
  • Die Janitscharen als spätere Institution existierten 1389 noch nicht in ausgereifter Form – das Konzept christlicher Zwangsrekrutierung (Devşirme) etablierte sich erst in den folgenden Jahrzehnten
Das mit den Vasallen fand ich interessant, daher noch eine Nachfrage dazu:

Die Zahlen für die christlichen Vasallentruppen auf osmanischer Seite sind praktisch nirgends beziffert, nur die Namen der beteiligten Vasallen selbst sind einigermaßen gesichert.


Wer genau war das?


  • Konstantin Dejanović (auch Konstantin Dragaš genannt) – serbischer Regionalherrscher über ein Gebiet um Velbazhd/Kjustendil und Teile Ostmakedoniens. Er war seit der Schlacht an der Mariza (1371) osmanischer Vasall. Als Vasall trug er zur Versorgung des osmanischen Heeres bei, da die Türken sich nach Möglichkeit aus dem eroberten Land versorgten. Da seine Vasallenpflichten die Stellung von Truppen einschlossen, gilt es als sehr wahrscheinlich, dass seine Truppen in Murads Heer kämpften, weshalb viele Historiker annehmen, dass er selbst oder Marko Kraljević persönlich auf osmanischer Seite an der Schlacht teilnahmen. History TodayArbanon Magazine
  • Marko Kraljević (ja, genau der "Kraljević Marko" der südslawischen Volksepik!) – ebenfalls serbischer Regionalfürst, Herrscher über Teile Makedoniens, seit 1371 ebenfalls osmanischer Vasall mit denselben Verpflichtungen. Die bittere Ironie: Er ist im serbischen Heldenepos die zentrale Figur des Freiheitskampfes gegen die Türken – kämpfte de facto aber wahrscheinlich auf der anderen Seite bei Kosovo.
  • Vereinzelt werden auch griechische und bulgarische Vasallenkontingente erwähnt, wobei der Kern des osmanischen Heeres aus türkischen Truppen bestand, ergänzt um Beiträge griechischer, bulgarischer und serbischer Vasallen – Details zu Umfang oder Kommandostruktur fehlen aber praktisch komplett. Balkanhistory

Zur Menge: Ehrlich gesagt – wir wissen es nicht.


Keine der Quellen, die ich gefunden habe, nennt eine belastbare Zahl speziell für die christlichen Vasallenkontingente. Was an Zahlen kursiert, bezieht sich immer auf das osmanische Gesamtheer:


  • Schätzungen für die Gesamtstärke der Osmanen schwanken zwischen etwa 27.000 und 40.000 Mann
  • Davon waren laut einer Schätzung nicht mehr als 2.000 Janitscharen und bis zu 8.500 Kavalleristen – aber das sagt nichts über den Anteil der christlichen Vasallen aus Wikipedia
  • Der Anteil der Kontingente Dejanovićs und Kraljevićs dürfte im Vergleich zum türkischen Kernheer eher klein gewesen sein – vermutlich ein paar hundert bis wenige tausend Reiter/Fußsoldaten, aber das ist meine Einschätzung basierend auf der Größenordnung typischer Vasallenkontingente dieser Zeit, keine belegte Zahl.

Ein methodisches Problem am Rande: Selbst die Teilnahme von Dejanović und Kraljević wird in der Forschung nur als "höchstwahrscheinlich" bzw. "plausibel" behandelt, nicht als hundertprozentig gesichert – die zeitgenössischen Quellen sind, wie schon gesagt, extrem dünn und teils widersprüchlich. Genaue Truppenzahlen für einzelne Kontingente aus dem 14. Jahrhundert zu erwarten, ist bei diesem Quellenstand generell aussichtslos – das gilt für praktisch alle Teilstreitkräfte dieser Schlacht, nicht nur für die Vasallen.
Am Ende ist der ganze Mythos um die Amselfeldschlacht eine gute Story, die wenig mit den historischen Gegebenheiten zu tun hatte, ausser dass sich Serben und andere sowie Osmanen und andere gegenüberstanden. Das ist der historische Kern der recht blumenhaft umgedichtet wurde, so ein wenig wie das Niebelungenlied.
 
Am Ende ist der ganze Mythos um die Amselfeldschlacht eine gute Story, die wenig mit den historischen Gegebenheiten zu tun hatte, ausser dass sich Serben und andere sowie Osmanen und andere gegenüberstanden. Das ist der historische Kern der recht blumenhaft umgedichtet wurde, so ein wenig wie das Niebelungenlied.
Die Amselfeldschlacht hat meiner Meinung nach die serbische Identität früh entwickelt und in eine gute Richtung gelenkt, ich bin froh, dass es so ist. Wie du an meinem KI-Text erkennst, sind viele Fakten rund um das Thema unklar, hier im BG wird gerne so argumentiert, als ob die Serben alles falsch darstellen und die Nichtserben eigentlich die Schlacht geschlagen haben, was nicht stimmt.
 
Es ist ein Mythos und das ist geschichtlich erwiesen, lass mal die ganzen möchtegern Balkanexperten weg. Es gibt keinen Historiker der an irgend einer bedeutenden Uni studiert hat, der dieser Schlacht so viel Bedeutung schenkt und vor allem nicht den Ursprung und die Wiege der serbischen Kultur in ihr verankert sieht. Es wurde einfach im späten 19. Jahrhundert von nationalistischen Serben für ihre Agenda missbraucht.

Ganz wie die Nazis auf ein Mal einen direkten Draht und Verbindung zu Arminius herstellten und diesen glorifizierten und als Wiege ihrer Kultur ansahen. Man kann hier auch 40 weitere Beiträge aufmachen - die Srbskis werden das nicht verstehen.
 
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