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Der Ukraine Sammelthread

Freiwilligenarbeit im Krieg: In Charkiws „Hell’s Kitchen“ helfen viele Hände beim Kochen
Seit Beginn des russischen Angriffs helfen zivilgesellschaftliche Strukturen bei der Verteidigung der Ukraine. Die Freiwilligenküche „Hell’s Kitchen“ in Charkiw zeigt, wie eine spontane Hilfsaktion dank Ehrenamtlicher weiterlebt.

Wenn Jegor Horoschko sich an die Anfänge der Küche erinnert, schüttelt er ungläubig den Kopf. Als sie in den ersten Kriegstagen eine Knetmaschine von einem Mann kauften, damit sie mehr Brot backen konnten, zum Beispiel. Damals stand Charkiw permanent unter russischem Feuer. „Während andere versuchten, die Stadt zu verlassen, luden wir dieses Ding ins Auto“, erzählt der 49-Jährige mit dem graumelierten Haar. Eigentlich ist Horoschko IT-Fachmann. „Neben uns Explosionen, und wir packen eine Knetmaschine ein!“

Klingt verrückt. Doch genau solchen Taten ist es geschuldet, dass die Ukraine in jenen Tagen nicht fiel. Neben den Streitkräften gingen viele einfache Ukrainer erhebliche Risiken ein und halfen bei der Verteidigung des Landes. Es waren Sternstunden der zivilgesellschaftlichen Selbstorganisation.

 
Selenskyj verspricht
Mehr Sold für ukrainische Soldaten
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat mitten im Krieg gegen Russland Reformen in der Armee angekündigt. Vor allem sollen Soldaten besser bezahlt werden. Außerdem soll die Dienstzeit begrenzt werden, Zwangsrekrutierungen sollen eingestellt werden. Der Unmut über die Bedingungen für Soldaten nahm zuletzt mehr und mehr zu.

„Ich habe die Aufgabe gestellt, die Soldzahlungen spürbar zu erhöhen“, teilte der Staatschef auf Telegram mit. Dabei sollen vor allem die Zahlungen bei Kampfeinsätzen erhöht und entsprechende Erfahrungen stärker berücksichtigt werden.

Der Sold im Hinterland soll um fast 50 Prozent auf umgerechnet knapp 400 Euro steigen. Für Kampfeinsätze von Infanteristen stellte er mehr als eine Verdreifachung der bisherigen Frontzuschläge von etwas über 1.900 Euro in Aussicht.

Finanzierung unklar
Wie die erhöhten Ausgaben finanziert werden sollen, erklärte Selenskyj nicht. Im April hatte die Europäische Union allerdings einen Kredit über 90 Milliarden Euro freigegeben. Medienberichten zufolge kann Kiew mit dem Geld nun erstmals direkt die Armee finanzieren.

Zum angekündigten Reformpaket gehöre ebenso ein stärkerer Einsatz befristeter Verträge. Schon in diesem Jahr sollen bereits Eingezogene schrittweise aus dem Wehrdienst ausscheiden können.

„Bussifizierungen“ bisher nicht beendet
Zugleich kursieren in sozialen Netzwerken weiterhin täglich neue Videos von gewaltsamen Zwangsmobilisierungen. Selenskyj hatte Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow bereits Mitte Jänner bei seinem Amtsantritt beauftragt, die „Bussifizierung“ genannten Zwangsrekrutierungen zu beenden. Ein Großteil der Zwangsmobilisierten desertiert Medienberichten zufolge umgehend. Offizielle Zahlen zur Fahnenflucht werden seit vergangenem Herbst jedoch nicht mehr veröffentlicht.

 
Ukraine hofft auf Waffennachschub aus Japan
Japan könnte bei der Finanzierung der Entwicklung eines ukrainischen
Luftabwehrsystems helfen, hofft der ukrainische Botschafter in Tokio.

Die Lockerung der japanischen Vorschriften für den Waffenexport ebnet nach Ansicht der Ukraine den Weg für Gespräche über mögliche Waffenlieferungen aus Tokio. „Dies ermöglicht uns Gespräche“, sagte der ukrainische Botschafter Jurij Lutowinow in Japan am Freitag zu der Nachrichtenagentur Reuters. „Theoretisch ist das ein sehr großer Schritt nach vorn.“ Lutowinow fügte hinzu, die Ukraine gehe wegen der Sensibilität von Rüstungsexporten in Japan vorsichtig vor.

Zunächst könne Tokio helfen, die Entwicklung eines ukrainischen Luftabwehrsystems zu finanzieren, sagte der Botschafter. Dies würde die Abhängigkeit von den zunehmend knappen Patriot-Raketen aus US-Produktion verringern. „Wir haben alle notwendigen industriellen Kapazitäten für die Produktion. Aber wir brauchen Investitionen. Wir brauchen Geldmittel“, sagte er.

 
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