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Der Ukraine Sammelthread

Störe: Selenskyjs Flugzeug knapp von Drohne verfehlt
Ein Flugzeug mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj an Bord ist nach norwegischen Angaben in Moldau beinahe von einer Drohne getroffen worden.

„Sein Flug wäre beim Start in Moldau fast von einer Drohne getroffen worden. Das ist die Realität, in der er lebt“, sagte der norwegische Ministerpräsident Jonas Gahr Störe gestern Abend dem Rundfunksender NRK. Den Angaben zufolge habe sich Selenskyjs Flug nach Norwegen wegen einer Drohnenbedrohung verzögert. Weitere Angaben gibt es laut NRK dazu bisher keine.

Selenskyj war gestern in der norwegischen Hauptstadt Oslo eingetroffen, wo er heute an der Beerdigung von König Harald V. teilnahm. Am Vorabend hatte er mit Störe, Finanzminister Jens Stoltenberg und Außenminister Espen Barth Eide unter anderem über norwegische Militärhilfen für die von Russland angegriffene Ukraine gesprochen. Nach der Beerdigung reiste Selenskyj laut Störe nach Kanada weiter.

 
Videoaufnahmen der Explosion in Putins Ferienresort verbreiten sich, das Konzert der russischen Sängerin wurde ebenfalls unterbrochen: Menschen schreien panisch.
Nach dem ersten Angriff rief der Bürgermeister von Sotschi, Andrei Proshunin, die Einwohner auf, Schutz zu suchen und Ruhe zu bewahren.

Laut russischen Behördenangaben traf eine ukrainische Drohne einen Hafen im russischen Schwarzmeerort Sotschi. In Sotschi befindet sich die offizielle Sommerresidenz des russischen Präsidenten Wladimir Putin. Die Stadt, die als Winterresidenz der russischen Elite gilt, liegt etwa 650 bis 700 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt.

Die regionalen Behörden der russischen Region Krasnodar meldeten den Angriff am 9. September. Demnach war infolge eines Angriffs eines ukrainischen unbemannten Überwasserfahrzeugs (USV) ein Feuer am Kai des Hafens von Sotschi ausgebrochen und hatte Infrastrukturschäden verursacht. Acht Menschen wurden verletzt. Sotschis Bürgermeister Andrei Proschunin rief die Bevölkerung nach dem Angriff dazu auf, Schutz zu suchen und Ruhe zu bewahren. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung konnte Kyiv Independent die neuesten Berichte und das Ausmaß der entstandenen Schäden nicht unabhängig überprüfen.


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Aserbaidschanische Seeleute bei Drohnenangriff getötet
Bei einem Drohnenangriff auf ein Frachtschiff im Schwarzen Meer sind nach heutigen Angaben des Außenministeriums in Baku zwei Aserbaidschaner getötet worden. Zwei weitere seien verletzt in ein Krankenhaus im ukrainischen Tschornomorsk gebracht worden, teilte das Ministerium mit.

Die Männer gehörten den Angaben zufolge zur Besatzung eines ausländischen Frachtschiffs mit dem Namen „Tedy“. Der Vorfall ereignete sich bereits tags zuvor.

Das Ministerium koordiniere Maßnahmen mit seinen diplomatischen Vertretungen und den zuständigen Behörden der betroffenen Länder, hieß es. Baku benannte den Verursacher des Drohnenangriffs bisher nicht. Erst im Juni waren fünf Aserbaidschaner bei einem Angriff auf ein Schiff im Asowschen Meer getötet worden.

Russland meldete Angriff auf Frachtschiffe
Im Zuge von Russlands Angriffskrieg in der Ukraine kommt es immer wieder zu Angriffen auf Schiffe im Schwarzen und Asowschen Meer. Das Verteidigungsministerium in Moskau teilte in der Früh mit, in der Nacht zwei Frachtschiffe im Schwarzen Meer auf dem Weg zum Hafen von Odessa getroffen zu haben. Es war nicht klar, ob es sich um den von Aserbaidschan berichteten Angriff handelte.

 
Der Ukraine läuft vor dem Winter die Zeit davon
Dass der Westen das von Russland bombardierte Land rechtzeitig mit weiteren Abwehrraketen unterstützt, ist so gut wie ausgeschlossen

Man muss weder Militäranalyst noch Berufspessimist sein, um der Ukraine einen katastrophalen Kriegswinter vorherzusagen. Es reicht aus, die nackten Produktionszahlen im Raketenbereich miteinander zu vergleichen.

Während Russland nämlich 1200 ballistische Angriffsraketen pro Jahr produziert, laufen im selben Zeitraum in den USA gerade einmal 600 PAC-3-Raketen für die Patriot-Batterien vom Band, die als Goldstandard in Sachen Abwehrmunition gelten.

Mit schon jetzt verheerenden Folgen: Weil Kyjiws Abwehrarsenale leer sind, schlagen Russlands Raketen ungehindert in Wohnhäuser und Einkaufszentren ein, die sich – anders als etwa Energieinfrastruktur – auch baulich kaum schützen lassen.

Arsenale leergefegt
Der Ukraine, deren Präsident Wolodymyr Selenskyj seit Monaten um rasche Hilfe bittet, läuft zunehmend die Zeit davon. Dass vor dem Winter noch genügend Nachschub ins Land kommt, ist, Stand jetzt, so gut wie ausgeschlossen.

 
Mehrere Tote bei russischen Angriff auf Einkaufszentrum
Bei einem russischen Angriff auf ein Einkaufszentrum in der Stadt Pawlohrad sind nach ukrainischen Angaben mindestens drei Menschen getötet worden. Weitere 34 Menschen seien verletzt worden, teilte der ukrainische Innenminister Ivan Vyhivskyj heute mit.

Die Stadt liegt in der ukrainischen Region Dnipropetrowsk. Vor dem Krieg lebten dort mehr als 100.000 Menschen. Seit Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine am 24. Februar 2022 steht die Stadt immer wieder unter schwerem russischen Beschuss.

 
Selenskyj: Treffen mit Trump Ende September in New York
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj will sich Ende September in New York mit US-Präsident Donald Trump treffen. „Ende September werden wir, denke ich, die Gelegenheit haben, das amerikanische Team in New York zu treffen“, sagte Selenskyj gestern bei einer Pressekonferenz mit dem kanadischen Premierminister Mark Carney in Calgary. Ende September findet in New York die Generaldebatte der UNO-Vollversammlung statt.

Selenskyj hatte bereits am Dienstag gesagt, er hoffe auf ein Treffen mit Trump noch in diesem Monat. Er wolle mit dem US-Präsidenten über ein Paket zur Stärkung der ukrainischen Luftabwehr sprechen, sagte der ukrainische Präsident.

Unterstützung aus Kanada
Die Ukraine ist auf Patriot-Raketen aus US-Produktion angewiesen, um sich gegen die heftigen russischen Luftangriffe zu schützen. Kiew klagt über einen zunehmenden Mangel an den Abfangraketen, seit die USA im Februar den Iran-Krieg begonnen und Raketenlieferungen in die Golfregion umgeleitet hatten.

 
Abschreckung ist keine Panikmache
Die Ukraine war völlig unvorbereitet und findet sich jetzt in einem existenziellen Krieg wieder. Wie hält es Europa? Wann wacht man hier endlich auf?

Vor zwölf Jahren schlafwandelte die Ukraine in die Katastrophe. Heute tut Europa dasselbe. Vor 2014 war das ukrainische Militär durch jahrzehntelange Vernachlässigung und Abrüstung ausgehöhlt worden. Das war eine bewusste Entscheidung. Warum sollte man knappe Ressourcen für die Verteidigung ausgeben, wenn das Budapester Memorandum von 1994 Sicherheitszusagen im Austausch für die Aufgabe des ukrainischen Atomwaffenarsenals bot? Die liberale Demokratie hatte gesiegt, Konflikte zwischen Großmächten galten als Relikt der Vergangenheit, und der Bogen des Fortschritts führte in Richtung Frieden, Liberalisierung und wirtschaftlicher Konvergenz.

Die Ukraine hätte es besser wissen müssen. Die Warnzeichen waren da. Russland war 2008 in Georgien einmarschiert und hatte damit gezeigt, dass es bereit war, militärische Gewalt anzuwenden, um zu verhindern, dass eine weitere ehemalige Sowjetrepublik seinem Einflussbereich entkam. Dann, im Februar und März 2014, annektierte Russland die Krim, ohne einen Schuss abzugeben, da es kaum jemanden gab, der zurückschießen konnte. Wenig später besetzte Russland Teile des Donbass. Diesmal wehrte sich die Ukraine, allerdings aus einer Position tiefgreifender Schwäche heraus gegen einen stärkeren und besser vorbereiteten Gegner.

 
Schwere gegenseitige Angriffe
Russland hat in den letzten 24 Stunden eine schwere Angriffswelle mit Drohnen und Raketen ausgeführt. In der ukrainischen Hauptstadt Kiew ging in der Nacht auf Freitag ein neunstöckiges Wohnhaus in Flammen auf. Die Ukraine reagierte mit Angriffen unter anderem auf eine Raffinerie und den Onlinehändler Ozon.

Bei dem russischen Angriff auf Kiew wurden laut Behörden mindestens acht Menschen verletzt. Insgesamt habe Russland in der Nacht 66 Drohnen eingesetzt, davon mehr als 50 vom Typ Shaheed. 62 seien abgeschossen worden, vier seien an drei verschiedenen Orten eingeschlagen, so die ukrainischen Luftstreitkräfte.

Bereits am Vortag waren bei einem russischen Angriff unter anderem auf ein Einkaufszentrum in der Industriestadt Pawlohrad nach Angaben der Regionalverwaltung sieben Menschen getötet. 76 weitere Menschen seien verletzt worden, teilte Gouverneur Olexandr Hanscha mit. Zudem wurde eine Tankstelle in Kiew getroffen.

 
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