Der Papst gegen den Präsidenten
Leo XIV. hat sich in nur einem Jahr als Anti-Trump-Force etabliert
Der amerikanische Papst ist ja mit einem US-Präsidenten konfrontiert, der sich für Jesus hält. Das ist aus zwei Gründen von Interesse:
1. Wieso sind 36 Prozent der US-Amerikaner noch immer mit dem Mann einverstanden? Das ist zwar der niedrigste Wert, den Donald Trump jemals hatte, aber immer noch sehr viel. Ein Nixon musste wegen vergleichsweiser Lappalien zurücktreten.
2. Papst Leo XIV. verhält sich angesichts dieses Gegenübers sehr gut, schweigt nicht zu den durchgeknallten Vorwürfen Trumps („Der Papst will, dass der Iran eine Atombombe hat“), sondern gibt maßvoll, aber eindeutig Kontra.
Weg gefunden
Man könnte also sagen, dass der Papst die einzige Führungspersönlichkeit in der aktuellen Situation ist, die einen angemessenen Ton im Umgang mit dem Darsteller eines spätrömischen Cäsaren gefunden hat. Weder biedert er sich mit Schmeicheleien an, wie es westliche Politiker eine Zeit lang versuchten, noch lässt er sich zu Angriffen hinreißen.
Bei Päpsten wird gern erklärt, sie wären eine "moralische Autorität", wenn sonst nicht viel bemerkbar ist. Was man damit macht, ist dann nicht mehr so wichtig. Papst Leo XIV., vor einem Jahr gewählt, hat einen Weg gefunden, die Irrwege Trumps besonders in der Frage von Krieg und Frieden klar anzusprechen und zu widersprechen. Ohne sich auf einen unziemlichen Streit einzulassen. Das ist bemerkenswert. (Hans Rauscher, 8.5.2026)
Leo XIV. hat sich in nur einem Jahr als Anti-Trump-Force etabliert
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