| Complete Sahih Muslim
| Book 041, Number 7015
Von Newwas bin Sem'an (einer der edlen Gefährten des Gesandten
Allahs -r.a.-) wird folgendes überliefert:
"Der Gesandte Allahs (s.a.s.) sprach an einem Morgen von 'Dadschal' und
stellte ausdrücklich klar, was für ein großes Übel er ist, so daß wir
beinahe glaubten, er wäre in der Gegend Nahl. Wir entfernten uns von der
Gegenwart des edlen Gesandten Allahs (s.a.s.) und kamen dann wieder
zurück. Er bemerkte unsere Traurigkeit und Betrübnis und fragte: 'Was
habt ihr?' Wir sagten: 'O der Gesandte Allahs, Du sprachst heute Morgen
von Dadschal, verachtetest ihn und sagtest, was für ein großes Übel und
Unheil er sei, so daß wir schon glaubten, er wäre in der Gegend Nahl.'
Daraufhin sprach er:
'Was ich für euch befürchte, sind andere als Dadschal. Falls er in
meiner Anwesenheit auftauchen sollte, könnte ich ihn allein besiegen.
Falls er jedoch in meiner Abwesenheit erscheint, so muß sich jeder
selbst verteidigen und vor seinem Unheil Schutz suchen. Allah der
Allhöchste wird ohnehin jeden Muslim vor seinem Unheil beschützen.
'Dadschal' ist ein äußerst lockighaariger Junge mit einem Auge, das
heraushängt. Ich gleiche ihn etwa 'Abdul-uzza' dem Sohn Katans. Wer
Dadschal begegnen sollte, soll die ersten Verse der Sure Kehf
rezitieren.
Dadschal wird an einem Ort zwischen Damaskus und dem Irak auftauchen,
rechts und links Unheil stiften. O ihr Gläubigen (jene, die diese
Zeit erleben), bleibt beharrlich in eurer Religion!'
Wir sagten: 'O der Gesandte Allahs! Wielange wird Dadschal auf der Erde
bleiben?'
Er sprach: 'Dadschal wird auf der Erde vierzig Tage bleiben. Ein Tag
wird so lang sein wie ein Jahr, ein Tag so lang wie einen Monat, ein Tag
so lang wie eine Woche und die restlichen Tage werden wie eure Tage.'
Wir fragten wieder:
'O der Gesandte Allahs! Genügt eintägiges Gebet an dem Tag, der so lang
ist wie ein Jahr?'
Der Gesandte Allahs (s.a.s.) sprach:
'Nein, ihr schätzt und bestimmt danach die Gebetszeiten.'
Wir sagten: 'O der Gesandte Allahs! Wie schnell wird er auf der Erde
sein?'
Und er sprach:
'Er wird so schnell sein wie die Wolke vor dem Wind. Er kommt zu einer
Gemeinde, fordert sie auf, zu glauben, er sei ihr 'Rabb' (Schöpfer). Und
sie glauben an ihn und folgen ihm. Daraufhin befiehlt Dadschal dem
Himmel, regnen zu l***en, und es regnet. Er befiehlt der Erde, es
wachsen Weiden und Wiesen. Und die Tiere kehren von Weideland
außergewöhnlich gemästet und milchgebend zurück.
Dann kommt 'Dadschal' zu einer anderen Gemeinde, fordert auch sie auf,
zu glauben, so daß er ihr 'Rabb' (Schöpfer) sei. Aber sie weisen seine
Aufforderung ab und beharren auf dem richtigen Glauben. Daraufhin
verläßt er sie. Über diese Gemeinde fällt kein Tropfen Regen mehr, die
Weiden trocknen aus und von ihrem Hab und Gut bleibt nichts mehr in
ihren Händen.
Er kommt an einem Trümmerfeld vorbei und befiehlt ihm: 'Gib deine
Schätze heraus', und sogleich kommen die Schätze heraus und folgen ihm,
wie die Bienen ihrer Königin folgen.
Und dann fordert er einen Jungen in der Blüte seiner Jugend auf, an ihn
zu glauben. Weil der Junge es ablehnt, trennt er ihn mit einem
Schwertschlag in zwei Teile ab, und dann fordert er ihn wieder auf.
Daraufhin lacht der Junge mit einem fröhlichen Gesicht.
Während er in diesem Zustand steht, schickt Allah der Allhöchste den
Messias, den Sohn der Maryam herab. Isa (a.s.), eingehüllt in zwei
gefärbten Paradiesgewänder und seine Hände auf den Flügeln von zwei
Engeln, steigt hinab auf das weiße Minarett östlich von Damaskus.
Senkt er seinen Kopf, so schwitzt er blitzsauber, als wenn er aus dem
Badehaus käme. ***t er seinen Kopf empor, so fallen von seinen Haaren
Tropfen aus 'Nur' (göttliches Licht) herab, leuchtend wie die Perlen.
Ein Ungläubiger, der seinen Atem riecht, stirbt bestimmt. Dieser Atem
breitet sich auf eine Sichtweite aus. Isa (a.s.) macht sich auf die
Suche nach dem 'Dadschal'. Schließlich holt er ihn vor dem Lüdd-Tor ein
und tötet ihn. Dann kommt eine Gemeinde, die Allah der Allhöchste vor
Dadschals Unheil beschützt hat, zu Isa (a.s.). Isa (a.s.) reibt ihnen
die Gesichter und teilt ihre Rangstufen im Paradies mit. Zur dieser Zeit
offenbart Allah der Allhöchste Isa (a.s.) folgendes:
'Ich habe eine Gemeinde hervorgebracht, die dir gehorcht. Niemand vermag
sie zu töten. So beschütze Meine jenen Diener im Sinaigebirge!'"
Allah der Erhaben Wahrhaftige läßt Gog und Magog frei. Sie werden von
allen Höhen herbeieilen. Die erste Schar wird an den Taberiye-See kommen
und das ganze W***er austrinken. Dann werden die anderen an diesem See
vorbeikommen und sagen: 'Früher einmal hätte es doch hier viel W***er
gegeben.' Und dann werden sie in den Beyt-i Makdis-Berg marschieren. Da
werden sie sagen: 'Wir haben alle auf der Erde getötet, jetzt wollen wir
die, die im Himmel sind, auch töten.' und sie werden ihre Pfeile in den
Himmel abschießen. Allah der Allhöchste wird ihnen ihre Pfeile mit Blut
gefärbt zurückrichten. Isa (a.s.) und seine Gefährten werden im
Sinai-Gebirge eingeschlossen sein. Die Umstände aufgrund des
Eingeschlossenseins werden derart schwer werden, daß in jenen Tagen der
Kopf eines Ochsen für jeden von ihnen mehr wert sein wird als euer
heutiger hundert Dinar.
Daraufhin werden der Prophet Allahs Isa (a.s.) und seine Gefährten zu
Allah beten, auf daß Er sie vor ihrem (Gog und Magog) Unheil beschütze.
Allah der Allhöchste bringt Würmchen über die Nacken der Scharen Gogs
und Magogs. Am nächsten Morgen gehen sie alle durch die Allmacht Allahs
zugrunde, wie der Tod eines einzigen Menschen. Dann kommen Isa (a.s.)
und seine Gefährten aus dem Sinai-Gebirge herunter. Sie finden auf der
Erde keinen handbreit freien Ort von ihren (Gog und Magog) stinkenden
Leichen.
Und wieder beten Isa (a.s.) und seine Gefährten zu Allah, und Allah der
Erhaben Wahrhaftige schickt Vögel so groß wie der Hals eines Kamels. Sie
schnappen die Leichen und werfen dort hin, wo Allah es will. Dann läßt
Allah der Erhaben Wahrhaftige sehr viel Regen fallen, sodaß weder ein
Haus noch ein Zelt von diesem Niederschlag gerettet wird. Dieser Regen
wäscht ganze Erde aus, macht alles blitz-blank sauber und die Erde wird
ganz mit Grün bedeckt. Und es wird der Erde befohlen: 'Laß deine Früchte
wachsen, gib Segen wie vorher!' Eine Gemeinde an jenem Tag, wie sie
einen einzigen Granatapfel ißt und damit satt wird, ruht sich auch im
Schatten dessen Schale aus. Auch die Milch der Kamele, der Kühe, der
Schafe und der Ziegen, die ins Weideland geschickt werden, ist voller
Segen, so daß die Milch eines Milchkamels eine große Gemeinde, die einer
Milchkuh einen Stamm und die eines Schafs die nahen Verwandten sättigt.
Während dieses bequemen Lebens in Wohlstand schickt Allah der Erhaben
Wahrhaftige einen angenehmen Wind, der die Gläubigen dahinrafft. Die
übrig gebliebenen Menschen sind die übelsten Menschen. Sie fahren
einander an die Kehle. Sie verkehren wie die Esel in der Öffentlichkeit.
Und der Jüngste Tag bricht über sie herein." (Muslim)