Da ist was dran. Ich beobachte seit geraumer Zeit das Verhalten Russlands in BiH, was sich im russischen Botschafter ausdrückt. Da ist -milde formuliert- erheblich einseitiger als alles, was man bislang dem Westen unterstellt hat. Im PIC (Peace Implementatin Council) stellt sich Russland allen sinvollen Reformvorschlägen entgegen. Es unterstützt den serbischen Präsidenten Dodik in seinem permanent destruktiven Konfrontationskurs. Auch diplomatisch zeigt Botschafter Harcenko offen, dass ihm mehr an Banja Luka liegt, als im Rahmen diplomatischer Pflege das bosnische Staatspräsidium zu besuchen, was vorrangig ist vor den Entitätspräsidenten.
Das Gebelle eines Milorad Dodik ist Ausdruck dieses Erstarkens russischer Aussenpolitik seit Anfang 2000. Seit die Amerikaner und der Westen mehr mit AQ beschäftigt sind, nutzen die Russen das entstandene Vakuum zur Durchsetzung ihrer geostrategischen Interessen. Und in diesem Windschatten erstarken nationalistisch-sezessionistische Kräfte die Russland unterstützt wenn es passt (Republika Srpska), während es anderswo an übelsten Potentaten festhält, weil es den geostrategischen Interessen dient. Korea, Iran, Lybien, Syrien....
Natürlich hat sich der Westen mit seiner Politik eben so wenig mit Ruhm bekleckert. Nur sollte man nicht vergessen, dass sich Russland genau so verhält und dies nicht im wesentlichen auf das in der Geschichte zu beobachtende Grossmachtsstreben basiert.