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Die Stadt Wien

Die ausgebuchte Stadt: Warum der Besucheransturm auf Wien ungebrochen ist
Die Stadt ist im Dezember zum Touristenmagnet geworden. Der Höhepunkt folgt zu Silvester, da sind fast alle Gästezimmer vergeben. Der Andrang birgt wirtschaftliche Chancen, aber auch Risiken

Es ist schon eine bemerkenswerte Entwicklung. Seit 16 Jahren hängt das riesige rote Mascherl in der Weihnachtszeit an der Fassade des Wiener Modegeschäfts Popp & Kretschmer in der Innenstadt. Aber erst vor zwei Jahren ist die prägnante Weihnachtsbeleuchtung an der Ecke Kärntner Straße und Walfischgasse zur touristischen Top-Sehenswürdigkeit mutiert.

Heuer wird das funkelnde Fotomotiv gegenüber der Staatsoper derart gestürmt, dass die Polizei bereits mehrmals einschreiten und den Verkehr beim Fußgängerübergang regeln musste. Einige Besucherinnen und Besucher blieben auf der Jagd nach dem besten Bild auch bei Rot am Zebrastreifen stehen, die Polizei verhängte hier auch Strafen.

Wie ist die festlich beleuchtete Schleife zur Instagram-Attraktion geworden? Rainer Trefelik, Geschäftsführer von Popp & Kretschmer, verweist auf amerikanische Reiseblogger, deren Einträge viral gegangen sein dürften. "Uns schreiben mittlerweile Touristinnen und Touristen, wann wir denn unsere Weihnachtsbeleuchtung aufhängen, weil sie ihren Wien-Besuch darauf abstimmen wollen", sagt Trefelik dem STANDARD. Der Trubel wird auch um Silvester nicht weniger werden: Erst am 11. Jänner wird die Beleuchtung wieder abgebaut.

 
40 Prozent der Neugeborenen nicht Österreicher
Die Zahl der Kinder, die in Österreich geboren werden, aber keine österreichische Staatsbürgerschaft haben, nimmt zu. In Wien waren es laut Zahlen aus 2024 40 Prozent der Neugeborenen. Auswirkungen hat das auch auf die Wahlberechtigten.

Vor 20 Jahren waren noch rund 20 Prozent der Neugeborenen keine österreichischen Staatsbürger, der Anteil stieg über die Jahre kontinuierlich auf aktuell 40,5 Prozent. Das zeigen Daten der Statistik Austria, die aktuell in einer Publikation der Bundesregierung wiedergegeben wurden. In einigen Bezirken wie etwa Favoriten, Rudolfsheim-Fünfhaus oder Ottakring haben über 50 Prozent der Neugeborenen keine österreichische Staatsbürgerschaft.

 
Rund 550.000 Besucher feierten am Wiener Silvesterpfad
Das Veranstaltungsareal war kurz vor Mitternacht voll ausgelastet, es gab keine nennenswerten Zwischenfälle

Wien - Rund 550.000 Besucherinnen und Besucher feierten trotz eisiger Temperaturen und starkem Wind in der Nacht auf Donnerstag am Wiener Silvesterpfad ins neue Jahr hinein. Ein positives Resümee zog damit die Stadt Wien mit Ende der Veranstaltung um 2.00 Uhr früh. Die Stimmung entlang der Bühnen in der Innenstadt sowie im Prater sei "ruhig, unaufgeregt und friedlich" gewesen. Auch die Polizei berichtete auf APA-Nachfrage von keinen nennenswerten Zwischenfällen.

Der Andrang zum Wiener Silvesterpfad war am Mittwoch sehr groß. Kurz vor Mitternacht wurde das gesamte Veranstaltungsareal für weitere Gäste gesperrt, weil es zu einer vollen Auslastung gekommen war, hieß es in einer Aussendung. Im Vorjahr waren demnach bei deutlich milderem Wetter knapp 800.000 Besucherinnen und Besucher vor Ort.

 
Ludwig: "Bei uns in Wien spielt die Scharia keine Rolle"
Wiens Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) sieht keine Notwendigkeit für das von der ÖVP geplante Scharia-Verbot. Dafür die Notwendigkeit, sich von den USA unabhängig zu machen – etwa in der Rüstungsindustrie.

Der Wiener Rathausplatz ist schneebedeckt. "Romantisch" nennt Wiens Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) seine Aussicht. Das internationale Weltgeschehen sieht er weniger positiv. "Putin und Trump wollen sich Europa aufteilen", sagt er. Deshalb müsse sich die EU auch "stärker nach Bündnispartnern" umsehen, etwa durch die Unterzeichnung des Mercosur-Abkommens.

STANDARD: Niederösterreichs Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner hat eine Klage gegen Wiens Gastpatientenregelung angekündigt, weil der OP-Termin eines Mistelbachers gestrichen wurde, da er keinen Hauptwohnsitz in Wien hat. Ist das fair?

Ludwig: Es wäre für Niederösterreich sinnvoller, sich um seine eigenen Patienten zu kümmern, anstatt Klagen einzubringen. Wir betreuen viele Gastpatientinnen und Gastpatienten aus den Bundesländern – vorwiegend aus Niederösterreich.

STANDARD: Wie sicher sind Sie, dass der Verfassungsgerichtshof Ihnen Recht gibt und nicht dem niederösterreichischen Beschwerdeführer?

Ludwig: Ich kenne den Einzelfall nicht. Ich beschäftige mich lieber damit, Patienten möglichst gut zu versorgen. Ich schlage vor, das in vier Gesundheitsregionen in Österreich zu tun. Die Finanzierung soll dabei aus einer Hand kommen – das Geld von Bund, Ländern und der Sozialversicherung in einen Regionen-Topf gesteckt und daraus das Gesundheitswesen nach Leistungen finanziert werden. Niederösterreich und Wien könnten eine Ostregion bilden. Die Burgenländer müssten selbst entscheiden, wohin sie wollen – entweder in die Ostregion oder zu Kärnten und der Steiermark.

 
Zwei neue Stadtentwicklungsgebiete
Die Wiener Stadtregierung hat am Freitag erstmals seit der Landtagswahl eine Klausur abgehalten. SPÖ und NEOS kündigten danach neue Stadtentwicklungsgebiete und den Startschuss für ein neues Life Science Center an.

Die beiden neuen Stadtentwicklungsgebiete sind in Simmering (Gasometer-Vorfeld) sowie in der Donaustadt (Wagramer Straße). Dort sollen 650 zusätzliche geförderte Wohnungen geschaffen werden. Die Entwicklung dieser neuen Gebiete soll heuer starten.

Weitere bereits definierte Stadtentwicklungsgebiete sollen heuer in den Endausbau gehen – an den Standorten Erzherzog-Karl-Straße (Donaustadt, 1.920 Wohnungen im Endausbau), Weichseltalgasse (Simmering, 660 Wohnungen im Endausbau) und der Phase B am Nordwestbahnhof (Brigittenau, 1.300 Wohnungen im Endausbau). Insgesamt 22.000 geförderte Wohnungen sind laut Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) „in der Pipeline“.

Neue Life Science-Einrichtung
Die neue Life Science-Einrichtung in Neu Marx sei eine wichtige Zusammenarbeit mit Universitäten und privaten Einrichtungen. „Wir zeigen damit, dass wir eine der KI-Metropolen Europas sind und dass wir sehr innovativ tätig sind“, so Ludwig. Finanzstadträtin Barbara Novak (SPÖ) sieht ein „Verheiraten der Pharmaindustrie mit KI“.

 
„Scan-Cars“ kontrollieren Parksünder in Wien
Die Stadt Wien will Parksündern künftig mit „Scan-Cars“ auf die Schliche kommen. Diese können die Kennzeichen geparkter Autos selbstständig erfassen. Dafür startet nun der Testbetrieb. Ab Jahresende sollen sie regulär in Betrieb genommen werden.

Die Parksheriffs können künftig auch aufs Auto umsteigen. Mit „Scan-Cars“ können die Kennzeichen abgestellter Fahrzeuge mittels Kameras kontrolliert werden. Wie Verkehrsstadträtin Ulli Sima (SPÖ) betonte, handelt es sich bei dem Einsatz um eine Österreich-Premiere. Zwar seien in zahlreichen europäischen Städten bereits derartige Gefährte unterwegs, hierzulande sei Wien aber Vorreiter.

Die Stadt habe sich für das Projekt entschieden, weil sich seit der Einführung des flächendeckenden Parkpickerls 2022 die zu kontrollierenden Flächen verdoppelt haben, führte Sima aus.

 
Riesiger Trinkwasserspeicher nimmt Gestalt an
Die Stadt Wien erweitert einen Trinkwasserspeicher in Neusiedl am Steinfeld (Gemeinde St. Egyden) in Niederösterreich. Nach seiner Fertigstellung soll der riesige Behälter rund eine Milliarde Liter fassen. Der Rohbau des Speichers ist inzwischen deutlich fortgeschritten.

Der Behälter wird insgesamt um vier Wasserkammern erweitert. Die erste nimmt bereits Gestalt an. Nach Aushubarbeiten bis zu acht Metern Tiefe und der Errichtung der Bodenplatten wurde bereits ein Großteil der elf Meter hohen Wände und Säulen betoniert, wie am Donnerstag anlässlich eines Besuchs von Baustadträtin Kathrin Gaal und Umweltstadtrat Jürgen Czernohorszky (beide SPÖ) erläutert wurde.

Eisige Temperaturen als Herausforderung
Von 67 Wänden stehen bereits 50. Auch ragen schon 120 von insgesamt 169 zu errichtenden Säulen in die Höhe. Trotz eisiger Temperaturen wird demnächst damit begonnen, die Kammerdecke zu betonieren. Sie wird durch die Säulen getragen. Der Kostenrahmen für die erste Etappe beträgt rund 98 Millionen Euro.

 
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