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Die Stadt Wien

Pistolen im Siebten, Video aus Favoriten: So knapp entging Wien einem Hamas-Anschlag
Zum zweiten Jahrestag des Massakers vom 7. Oktober 2023 wollten Hamas-Kämpfer in Europa zuschlagen. Der STANDARD zeichnet nach, wie sie Wien ins Visier nahmen

Das Aparthotel in Wien-Favoriten will ein "stilvoller Rückzugsort" in einem "spannenden Viertel" sein. Der Mann, der sich am 1. August 2025 dort einmietet, dürfte sich dafür nicht interessieren. Er ist der Sohn eines hochrangigen Hamas-Führers. Er will töten. Und dabei nicht alleine sein.

Es ist ein Plot, der europäische Sicherheitsbehörden in Alarm versetzt. Eine Zelle aus Kämpfern der islamistischen Hamas soll kurz davor gestanden sein, Anschläge durchzuführen. Die Jihadisten hatten die Absicht, zwei Jahre nach dem 7. Oktober 2023 ein Massaker in Österreich oder Deutschland durchzuführen, heißt es in einer Anklage des deutschen Generalbundesanwalts. Mögliche Ziele: das Jüdische Museum oder die Österreichisch-Israelische Gesellschaft in Wien.

 
Konzeptionswoche: Kindergärten der Stadt Wien sollen im Sommer eine Woche geschlossen haben
Während dieser Woche sollen sich die pädagogischen Teams auf das neue Jahr vorbereiten. Sie soll in der letzten oder der vorletzten Schulferienwoche stattfinden

Ab dem kommenden Jahr soll in allen Kindergärten und Horten der Stadt Wien eine sogenannte Konzeptionswoche stattfinden, in der die Standorte für Kinder geschlossen bleiben. In dieser Woche sollen sich die pädagogischen Teams inhaltlich und organisatorisch auf das neue Jahr vorbereiten können. Das Vorhaben findet sich im Regierungsprogramm der Stadt Wien und befindet sich laut diesem derzeit "in Umsetzung".

Die Konzeptionswoche soll entweder während der letzten oder der vorletzten Schulferienwoche im Sommer stattfinden, berichtete ORF Wien am Mittwoch. Bei "dringendem Bedarf" werde ein Platz in einem anderen Standort zur Verfügung gestellt, heißt es unter Berufung auf die Stadt Wien.

 
Goldenes Ehrenzeichen für Resetarits-Brüder
Lukas und Peter Resetarits sind am Freitag mit dem Goldenen Ehrenzeichen für Verdienste um das Land Wien ausgezeichnet worden. „Sie haben die Öffentlichkeit mitgestaltet und dabei stets auf Qualität, Haltung und gesellschaftliche Verantwortung gesetzt“, betonte Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ).

Die beiden Brüder prägten über Jahrzehnte das kulturelle und mediale Leben in Wien maßgeblich mit. Künstler Lukas Resetarits habe „mit Schärfe, Witz und sprachlicher Präzision“ Generationen erreicht. „Sein künstlerisches Wirken war immer auch Ausdruck kritischer Zeitgenossenschaft und einer tiefen Verbundenheit mit Wien“, sagte Ludwig. Peter Resetarits bezeichnete der Bürgermeister als einen Journalisten und Moderator, der den Anliegen der Bürgerinnen und Bürger in den Medien Gehör verschafft habe.

 
Wiener Würstelstand wird halal
Für ein Wochenende gibt es Würstel ohne Schweinefleisch. Weiters hat eine Caserta-Pizzeria eröffnet und das vegane Lokal Velani hat expandiert

Wiener Würstelstand
Vor einigen Wochen gab es Bier aus Urin, davor wurde der Würstelstand vegan: Wiener-Würstelstand-Betreiber Michael Lanner ist marketingtechnisch wirklich sehr kreativ. Jetzt kommt der nächste Coup. Am Nationalfeiertagswochenende vom 23. bis 26. Oktober gibt es nämlich keine Würstel mit Schweinefleisch. "Es geht um Repräsentation, kulturelle Teilhabe und die Frage, wer ein lebendiges Wiener Kulturerbe mitgestalten kann", heißt es in einer Aussendung. Anstelle der klassischen Käsekrainer und Debreziner gibt es am "halalen Würstelstand" Lamm-Käsekrainer, Kafka mit Rinds-Käsekrainer, Lammbosna oder den Barca-Dog mit frischem Wagyu-Bratwürstel, Salsa Romesco und eingelegter Zitrone. Dazu gibt es Lamm vom Holzkohlegrill. Dies findet an beiden Standorten in der Pfeilgasse 1 und bei der U4-Station Spittelau statt.

 
Preiserhöhung bei Wiener Linien: Warum die Jahreskarte 757 Euro kosten „müsste“
Mit 1. Jänner steigt der Tarif von 467 auf 483,10 Euro. Brisant ist, dass der Digital-Bonus wieder abgeschafft wird. Aber was wäre die Jahreskarte eigentlich „wert“?
Fast 14 Jahre lang galt in Wien die watscheneinfache Formel: Die Öffis kosten einen Euro pro Tag – und zwar beim Kauf der 365-Euro-Jahreskarte. Aufgrund der akuten Budgetkrise in Wien wurde das zunehmen unfinanzierbar gewordene rot-grüne Prestigeprojekt aus dem Jahr 2012 begraben: Die Dauer-Netzkarte stieg heuer auf weniger eingängige 467 Euro. Und mit 1. Jänner ist es nun ganz vorbei mit dem simplen Öffi-Einmaleins, denn die Jahreskarte kostet bald „unrunde“ 483,10 Euro.

Plus 3,45 Prozent
Damit bestätigten die Wiener Linien am Freitag auch einen KURIER-Bericht vom 6. Oktober, wo dieser Preissprung fast auf das Zehntel genau vorausberechnet worden war. Denn „schuld“ an dem neuen Tarif mit Kommastelle ist die Valorisierung auf Basis des Verbraucherpreisindex (VPI), der im relevanten Zeitraum bei 3,45 Prozent lag.

Der automatische Preissprung wurde bereits im Vorjahr im Zuge der Tarifreform verankert und nun erstmals in der Geschichte der Wiener Linien angewendet (denn früher fanden Anpassungen immer alle paar Jahre und nach politischem Kalkül statt). „Das schafft sowohl für Fahrgäste als auch für die Wiener Linien mehr Planbarkeit und hilft dabei, größere Tarifsprünge in der Zukunft zu vermeiden“, erklärten nun die Verkehrsbetriebe, die allen Forderungen nach einer Öffi-Preisbremse eine klare Absage erteilten.

Damit werden die Tarife 2027 querbeet angehoben (siehe Grafik): Die Einzelfahrt steigt um 10 Cent auf 3,30 Euro, das 24-Stunden-Wien-Ticket kommt auf 10,60 Euro (+40 Cent), die Monatskarte auf 77,60 Euro (+2,60 Euro). Auffällig ist, dass bei all diesen Zeitkarten jeder selber auf die Preisbremse steigen kann, indem er auf die digitale Variante umsteigt: Bei der Monatskarte ist sogar eine Ersparnis in Höhe von zehn Euro (67,50 Euro) möglich.
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757-Euro-Jahreskarte?
Übrigens gibt es eine interessante Hochrechnung: Vor dem 365-Euro-Tarif kostete die Jahreskarte bereits 449 Euro – und zwar ab Juni 2007. Damals wurde dieser Preis von der Stadtpolitik als „annähernd kostendeckend“ für den laufenden Betrieb bezeichnet. Nimmt man diesen alten Tarif als Ausgangspunkt und valorisiert ihn über fast 20 Jahre laut VPI, käme man auf eine für Wiener Öffi-Nutzer wohl erschreckende Zahl: Bei einer Inflation von 68,6 Prozent seit 2007 müsste die Jahreskarte nächstes Jahr nämlich satte 757 € kosten.



 
Nachbarschaftsforscher: "In Wien gibt es eine Tendenz zu Wohlstandsabschottung"
Nachbarschaft kann Vorurteile abbauen, aber auch verstärken, sagt der Soziologe Christoph Reinprecht. Während wir früher auf sie angewiesen waren, müssen wir sie heute vielmehr aktiv gestalten

Meist kann man sich nicht aussuchen, wer nebenan wohnt. Während manche mit ihren Nachbarn im Stiegenhaus plaudern und ihre Pflanzen gießen, bleiben sich andere fremd. Wie groß die Vorbehalte gegenüber bestimmten Gruppen in der Nachbarschaft sein können, zeigte jüngst auch eine Umfrage des Österreichischen Integrationsfonds: Knapp die Hälfte gab etwa an, dass es sie stören würde, neben Musliminnen und Muslimen zu wohnen.

Aber kann der direkte Kontakt nicht dazu dienen, genau solche Vorurteile abzubauen? Wie hat sich Nachbarschaft verändert und welche Rolle spielt Stadtplanung dabei? Ein Gespräch mit dem Soziologen und Nachbarschaftsforscher Christoph Reinprecht von der Universität Wien.

STANDARD: Es heißt oft, unsere Gesellschaft wird zunehmend individualisiert. Verliert Nachbarschaft generell an Bedeutung?

Reinprecht: Nachbarschaft hat sich in Bezug auf zwei Aspekte verändert. Das eine ist, dass die Freiwilligkeit stärker geworden ist, weil wir in allen Bereichen der Gesellschaft mehr Optionen haben. Wir leben, zu einem gewissen Grad, selbstbestimmter und unabhängiger. Das führt dazu, dass das Zusammengehörigkeitsgefühl, weil man im selben Haus wohnt, schwindet. Das heißt, es hängt mehr von der Einzelperson ab, ob solche Beziehungen dauerhaft etabliert werden. Der zweite Aspekt ist die Urbanisierung. Die Art und Weise, wie wir wohnen, hat sich dadurch verändert. Im selben Wohnhaus gibt es Menschen, die nur kurzfristig da wohnen, Menschen, die in einer Wohngemeinschaft wohnen, Menschen, die in einer dauerhaften Beziehung sind, Menschen, die schon ewig da wohnen. Das verändert natürlich auch den Charakter der Nachbarschaft.

 
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