der friedensnobelpreis träger spricht klare worte!
Sechs Jahre später sind Sie ins Kosovo zurückgekehrt, um dessen Zukunft zu klären. Heute ist das Kosovo unabhängig, die Verfassung beruht zum Teil auf Ihrem Plan. Serbien lehnte diesen Plan jedoch von Anfang an strikt ab. Warum war es unmöglich, einen Kompromiss zu erarbeiten, dem auch die Serben zustimmen konnten?
Die Serben weigerten sich, die Geschichte dieses Konflikts ehrlich zu betrachten. Das ist ein generelles Problem, mit dem wir in der heutigen Welt konfrontiert sind. Deutschland ist das einzige Land, das sich ehrlich mit seiner Vergangenheit auseinandergesetzt hat. Davor verbeuge ich mich. Niemand sonst hat das getan. Es ist vollkommen falsch zu sagen, dass Milosevic und Mladic die einzigen Schuldigen waren. Wenn eine Gesellschaft so handelt wie die serbische es getan hat, dann muss sie die Konsequenzen tragen. Die Lösung für das Kosovo wirkt daher im günstigsten Fall präventiv. Sie sendet eine klare Botschaft: Wenn ein Diktator in irgendeinem Land anfängt, sich gegenüber seinen Bürgern schlecht zu benehmen, dann hat das Konsequenzen. Dann hat die internationale Gemeinschaft die Verantwortung zu intervenieren. In diesem Fall bedeutete das die Unabhängigkeit des Kosovo.