Nach Krawallen in vergangener Woche - Draskovic: Breite Autonomie für Kosovo-Serben
Belgrad - Der frühere serbische Außenminister Vuk Draskovic (2003 bis 2007) hat sich dafür eingesetzt, den vom UNO-Vermittler für den Kosovo, Martti Ahtisaari, vorgeschlagenen Plan zum Teil doch zu akzeptieren. Der Ahtisaari-Vorschlag zur "überwachten Unabhängigkeit" des Kosovo sichere eine sehr breite Autonomie für die Kosovo-Serben. Dies sei das Beste, was man gegenwärtig erreichen könne, wurde Draskovic am Montag auf dem Internetportal des US-Senders Free Europe in serbischer Sprache zitiert. 2007 lehnte Belgrad den Vorschlag des finnischen Friedensnobelpreisträgers ab.
Sollte der Ahtisaari-Plan nicht akzeptiert werden, so könnte sich jenes wiederholen, was in Kroatien vorgekommen sei, als von dortigen Serben der Plan der internationalen Staatengemeinschaft "Z-4" abgelehnt worden sei, warnte Draskovic. Der Anfang 1995 präsentierte Plan hatte die friedliche Reintegration der sogenannten Republik Serbische Krajina in den kroatischen Staat und damit die Wiederherstellung der territorialen Integrität Kroatiens zum Ziel. "Z-4" wurde nie umgesetzt, da er von der Führung der Krajina-Serben abgelehnt wurde. Kroatische Truppen hatten im August 1995 die Krajina militärisch zurückerobert, rund 150.000 Krajina-Serben flüchteten Richtung Bosnien und Serbien.
Draskovic beschuldigte die Belgrader Behörden, die serbische Öffentlichkeit falsch über die Krawalle informiert zu haben, zu denen es am vergangenen Dienstag beim nordkosovarischen Grenzübergang Jarinje gekommen war. Mehrere Personen, darunter auch KFOR-Soldaten, wurden verletzt. Serbien sei derzeit die Geisel von sieben bis acht Kriminellen, die hinter den Geschehnissen in Jarinje stecken und damit die nordkosovarischen Serben manipulieren würden, erklärte Draskovic.
Nach Angaben auf serbischer Seite hatte die KFOR in der Auseinandersetzung mit serbischen Demonstranten Schusswaffen eingesetzt. Die KFOR selbst bestritt die Berichte aber energisch. Die serbische Regierung hatte am Donnerstag die Vereinten Nationen zu Ermittlungen über die Geschehnisse am Grenzübergang Jarinje aufgefordert. Untersuchungen werden auch von der EULEX-Mission geführt.
Serben im Nordkosovo halten Verkehrswegen in diesem Landesteil verbarrikadiert, um gegen den Einsatz der kosovarischen Zöllner an den Grenzübergängen Jarinje und Brnjak zu protestieren. (APA)
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wie realistisch ist die Gefahr einer Wiederholung von "Oluja" im Norden? was denkt ihr?
Und wie realistisch ist die Akzeptanz des Ahtisaari-Planns?
Belgrad - Der frühere serbische Außenminister Vuk Draskovic (2003 bis 2007) hat sich dafür eingesetzt, den vom UNO-Vermittler für den Kosovo, Martti Ahtisaari, vorgeschlagenen Plan zum Teil doch zu akzeptieren. Der Ahtisaari-Vorschlag zur "überwachten Unabhängigkeit" des Kosovo sichere eine sehr breite Autonomie für die Kosovo-Serben. Dies sei das Beste, was man gegenwärtig erreichen könne, wurde Draskovic am Montag auf dem Internetportal des US-Senders Free Europe in serbischer Sprache zitiert. 2007 lehnte Belgrad den Vorschlag des finnischen Friedensnobelpreisträgers ab.
Sollte der Ahtisaari-Plan nicht akzeptiert werden, so könnte sich jenes wiederholen, was in Kroatien vorgekommen sei, als von dortigen Serben der Plan der internationalen Staatengemeinschaft "Z-4" abgelehnt worden sei, warnte Draskovic. Der Anfang 1995 präsentierte Plan hatte die friedliche Reintegration der sogenannten Republik Serbische Krajina in den kroatischen Staat und damit die Wiederherstellung der territorialen Integrität Kroatiens zum Ziel. "Z-4" wurde nie umgesetzt, da er von der Führung der Krajina-Serben abgelehnt wurde. Kroatische Truppen hatten im August 1995 die Krajina militärisch zurückerobert, rund 150.000 Krajina-Serben flüchteten Richtung Bosnien und Serbien.
Draskovic beschuldigte die Belgrader Behörden, die serbische Öffentlichkeit falsch über die Krawalle informiert zu haben, zu denen es am vergangenen Dienstag beim nordkosovarischen Grenzübergang Jarinje gekommen war. Mehrere Personen, darunter auch KFOR-Soldaten, wurden verletzt. Serbien sei derzeit die Geisel von sieben bis acht Kriminellen, die hinter den Geschehnissen in Jarinje stecken und damit die nordkosovarischen Serben manipulieren würden, erklärte Draskovic.
Nach Angaben auf serbischer Seite hatte die KFOR in der Auseinandersetzung mit serbischen Demonstranten Schusswaffen eingesetzt. Die KFOR selbst bestritt die Berichte aber energisch. Die serbische Regierung hatte am Donnerstag die Vereinten Nationen zu Ermittlungen über die Geschehnisse am Grenzübergang Jarinje aufgefordert. Untersuchungen werden auch von der EULEX-Mission geführt.
Serben im Nordkosovo halten Verkehrswegen in diesem Landesteil verbarrikadiert, um gegen den Einsatz der kosovarischen Zöllner an den Grenzübergängen Jarinje und Brnjak zu protestieren. (APA)
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wie realistisch ist die Gefahr einer Wiederholung von "Oluja" im Norden? was denkt ihr?
Und wie realistisch ist die Akzeptanz des Ahtisaari-Planns?
