Kreml: Epstein war kein russischer Agent
Russland hat Mutmaßungen über eine Agententätigkeit des verstorbenen US-Sexualstraftäters Jeffrey Epstein für Russland zurückgewiesen. Auf die Frage, ob Epstein ein russischer Spion war, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow heute, er sei versucht, „viele Witze über diese Version“ der Dinge zu machen, „aber das wäre Zeitverschwendung“.
In den in der vergangenen Woche vom US-Justizministerium neu veröffentlichten Dokumenten zu den Verbindungen Epsteins ist mehrfach zu lesen, dass der US-Investmentbanker den Wunsch hatte, Russlands Präsidenten Wladimir Putin zu treffen.
Epstein wollte Treffen mit Putin
Laut den Dokumenten versuchte Epstein mehrfach, ein Treffen zu arrangieren. Aufzeichnungen über ein tatsächliches Treffen gibt es nicht. Peskow hatte russischen Staatsmedien bereits zuvor gesagt, der Kreml habe nie eine Anfrage Epsteins erhalten.
In den Veröffentlichungen ist zudem dokumentiert, dass Epstein häufig versuchte, junge Frauen aus Russland nach Europa und in die Vereinigten Staaten zu bringen. Epstein soll Tausende Minderjährige und junge Frauen missbraucht und teils an Prominente weitergereicht haben.
Ermittlungen in Polen
Die Regierung in Warschau kündigte unterdessen Ermittlungen zu möglichen Verbindungen Epsteins nach Polen an. Justizminister Waldemar Zurek sagte, er werde die gemeinsamen Untersuchungen von Geheimdienst, Staatsanwaltschaft und Polizei leiten.
Den Behörden seien die Namen von zwei polnischen Verdächtigen bekannt, die mutmaßlich für Epstein arbeiteten. Dabei handle es sich um einen Mann und eine Frau, sagte Zurek weiter.
Es soll zudem zu möglichen polnischen Opfern Epsteins ermitteln, fügte der Minister hinzu. Bisher „haben sich keine Opfer gemeldet“, sagte er. „Aber wir wissen, dass womöglich auch Minderjährige rekrutiert wurden“.
Berüchtigtes Andrew-Foto wieder im Fokus
E-Mail-Verläufe aus den Epstein-Akten legen indes die Echtheit eines inzwischen berüchtigt gewordenen Fotos des britischen Ex-Prinzen Andrew und Epstein-Opfer Virginia Giuffre nahe.
orf.at