Washington schweigt – Europas Epstein-Ermittler laufen beim US-Justizministerium gegen eine Wand
Mehrere europäische Staaten ermitteln weiter zu Jeffrey Epstein und seinem Umfeld. Was sie dafür aus den Vereinigten Staaten brauchen, bekommen sie offenbar nicht. Ermittler aus Polen, Norwegen und Lettland haben das US-Justizministerium um Rechtshilfe gebeten. Antworten blieben aus. Auch Großbritannien wartet bei seinen eigenen Ermittlungen auf Unterlagen aus Washington. Damit wird aus einem amerikanischen Streit um die Epstein-Akten längst ein internationales Problem. Europäische Behörden versuchen herauszufinden, welche Verbindungen Epstein auf dem Kontinent hatte, wer mit ihm Geschäfte machte, wer Informationen an ihn weitergab und welche Personen aus seinem Umfeld noch heute für Ermittlungen von Bedeutung sein könnten. Ein Teil der benötigten Unterlagen liegt in den Vereinigten Staaten. Genau dort kommen die Ermittler nicht weiter.
Besonders deutlich beschreibt Norwegen die Lage. Marianne Bender, Staatsanwältin bei der norwegischen Wirtschaftskriminalitätsbehörde Økokrim, erklärte, man stehe mit Vertretern des amerikanischen Justizministeriums in Kontakt. Genehmigt worden sei das norwegische Rechtshilfeersuchen bisher jedoch nicht.
„Das ist für die norwegischen Ermittlungen sehr bedauerlich. Økokrim hofft, dass das US-Justizministerium unserem Ersuchen irgendwann zustimmen wird“, erklärte Bender.
Auch Lettland wartet. Die Sprecherin der lettischen Staatspolizei, Simona Gravite, teilte mit, ihr Land habe mehrere Rechtshilfeersuchen an die zuständigen Behörden in den Vereinigten Staaten geschickt. Eine Antwort sei bisher auf keines dieser Ersuchen eingegangen. Polnische Ermittler berichten ebenfalls von fehlender Unterstützung aus Washington.
Noch brisanter ist der Fall Großbritannien. Dort geht es unter anderem um Peter Mandelson, einen der bekanntesten britischen Politiker der vergangenen Jahrzehnte und einen Mann mit dokumentierten Verbindungen zu Epstein. Mandelson verlor seinen Posten als britischer Botschafter in den Vereinigten Staaten und musste auch das House of Lords verlassen. Die britischen Ermittlungen beschäftigen sich mit der Frage, ob er vertrauliche Regierungsinformationen an Epstein weitergegeben haben könnte. London wollte dafür ungeschwärzte Teile der amerikanischen Epstein-Unterlagen erhalten. Doch auch diese Dokumente wurden vom US-Justizministerium nicht herausgegeben.
Für britische Ermittler ist das nicht irgendein Detail. Wenn geprüft werden soll, welche Informationen Mandelson an Epstein weitergab und welche Kontakte dahinterstanden, können geschwärzte Unterlagen entscheidende Namen oder Zusammenhänge unkenntlich machen. Ohne Zugang zu den vollständigen Dokumenten bleibt ein Teil der Ermittlungsarbeit blockiert.
kaizen-blog.org
Mehrere europäische Staaten ermitteln weiter zu Jeffrey Epstein und seinem Umfeld. Was sie dafür aus den Vereinigten Staaten brauchen, bekommen sie offenbar nicht. Ermittler aus Polen, Norwegen und Lettland haben das US-Justizministerium um Rechtshilfe gebeten. Antworten blieben aus. Auch Großbritannien wartet bei seinen eigenen Ermittlungen auf Unterlagen aus Washington. Damit wird aus einem amerikanischen Streit um die Epstein-Akten längst ein internationales Problem. Europäische Behörden versuchen herauszufinden, welche Verbindungen Epstein auf dem Kontinent hatte, wer mit ihm Geschäfte machte, wer Informationen an ihn weitergab und welche Personen aus seinem Umfeld noch heute für Ermittlungen von Bedeutung sein könnten. Ein Teil der benötigten Unterlagen liegt in den Vereinigten Staaten. Genau dort kommen die Ermittler nicht weiter.
Besonders deutlich beschreibt Norwegen die Lage. Marianne Bender, Staatsanwältin bei der norwegischen Wirtschaftskriminalitätsbehörde Økokrim, erklärte, man stehe mit Vertretern des amerikanischen Justizministeriums in Kontakt. Genehmigt worden sei das norwegische Rechtshilfeersuchen bisher jedoch nicht.
„Das ist für die norwegischen Ermittlungen sehr bedauerlich. Økokrim hofft, dass das US-Justizministerium unserem Ersuchen irgendwann zustimmen wird“, erklärte Bender.
Auch Lettland wartet. Die Sprecherin der lettischen Staatspolizei, Simona Gravite, teilte mit, ihr Land habe mehrere Rechtshilfeersuchen an die zuständigen Behörden in den Vereinigten Staaten geschickt. Eine Antwort sei bisher auf keines dieser Ersuchen eingegangen. Polnische Ermittler berichten ebenfalls von fehlender Unterstützung aus Washington.
Noch brisanter ist der Fall Großbritannien. Dort geht es unter anderem um Peter Mandelson, einen der bekanntesten britischen Politiker der vergangenen Jahrzehnte und einen Mann mit dokumentierten Verbindungen zu Epstein. Mandelson verlor seinen Posten als britischer Botschafter in den Vereinigten Staaten und musste auch das House of Lords verlassen. Die britischen Ermittlungen beschäftigen sich mit der Frage, ob er vertrauliche Regierungsinformationen an Epstein weitergegeben haben könnte. London wollte dafür ungeschwärzte Teile der amerikanischen Epstein-Unterlagen erhalten. Doch auch diese Dokumente wurden vom US-Justizministerium nicht herausgegeben.
Für britische Ermittler ist das nicht irgendein Detail. Wenn geprüft werden soll, welche Informationen Mandelson an Epstein weitergab und welche Kontakte dahinterstanden, können geschwärzte Unterlagen entscheidende Namen oder Zusammenhänge unkenntlich machen. Ohne Zugang zu den vollständigen Dokumenten bleibt ein Teil der Ermittlungsarbeit blockiert.
Washington schweigt - Europas Epstein-Ermittler laufen beim US-Justizministerium gegen eine Wand
Mehrere europäische Staaten ermitteln weiter zu Jeffrey Epstein und seinem Umfeld. Was sie dafür aus den Vereinigten Staaten brauchen, bekommen sie offenbar nicht. Ermittler aus Polen, Norwegen und Lettland haben das US-Justizministerium um Rechtshilfe gebeten. Antworten blieben aus. Auch...