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Verscherbelt die Fifa den Fußball? Was hinter Infantinos Milliardenplan steckt
Private Investoren sollen beim milliardenschweren Vermarktungsgeschäft der Fifa einsteigen. Der Weltverband verspricht mehr Geld für seine Mitglieder – Uefa und andere Kritiker warnen vor einem Ausverkauf des Fußballs

Die Fifa sorgt mit Plänen für einen Milliardendeal für die Rechte an ihren Turnieren für neuen Wirbel.

Frage: Was ist passiert?

Antwort: Die Fifa und ihr Chef Gianni Infantino haben die Fußballwelt mit ihrem Plan zum Verkauf von WM-Anteilen an private Investoren in Aufruhr versetzt. Der Weltverband plant die Gründung einer Tochtergesellschaft namens Fifa Forward Enterprise (FFE), die alle kommerziellen Aktivitäten und Turnierorganisationen bündeln soll. Die Uefa übte scharfe Kritik und warnte vor einem Verkauf der "Seele" des Fußballs. Laut Infantino geht es dagegen um "die Demokratisierung des Fußballs weltweit".

Frage: Was soll passieren?

Antwort: Die Fifa will nach eigenen Angaben "das volle wirtschaftliche Potenzial der Übertragungsrechte und Sponsoringverträge über das gesamte Turnierportfolio im Männer-, Frauen- und Jugendfußball" ausschöpfen. "Sorgfältig" ausgewählte Investoren sollten "Minderheitsbeteiligungen ohne Kontrollrechte an der FFE" erwerben, hieß es in einer Stellungnahme. Basierend auf einer Unternehmensbewertung von 20 Milliarden US-Dollar werde die FFE dieses Jahr bis zu 4,2 Milliarden US-Dollar aufbringen. Laut Berichten sollen bis zu 20 Prozent der Anteile verkauft werden.

 
Es liegt an Europa, den endgültigen Ausverkauf des Fußballs zu verhindern
Kommt die Fifa mit ihren Plänen durch, könnten künftig Investoren die WM diktieren. Europas Verbände hätten die Macht, Infantinos Vorhaben zu stoppen

Es ist ja nicht so, als hätte die WM 2026 viel mit Fußballromantik zu tun gehabt – ganz im Gegenteil. Die Kommerzialisierung wurde mit horrenden Ticketpreisen und Trinkwerbepausen auf die Spitze getrieben. Die Fifa nahm mit dem Turnier 15 Milliarden US-Dollar ein. Das war ihr offenbar nicht lukrativ genug.

Der Fußball-Weltverband will einen Teil der kommerziellen Rechte an Weltmeisterschaften für eine Milliardensumme an Investoren verkaufen: über eine Tochtergesellschaft, an der private Geldgeber bis zu 20 Prozent der Anteile übernehmen können. Die Fifa plant zwar, als Mehrheitsgesellschafter die Kontrolle zu behalten. Aber reicht das?

Geld bringt Einfluss
Investoren geht es vor allem um eines: maximalen Profit. Jeder weitere Schritt in Richtung Kommerzialisierung – sei es eine Erweiterung der WM auf 64 Teams oder gar eine Austragung alle zwei Jahre – dürfte begrüßt, wenn nicht gar forciert werden. Geld bringt Einfluss, die Regeln des weltweit beliebtesten Sportereignisses könnten künftig von Investoren diktiert werden. Der Fußball wird verkauft, dieses Mal wortwörtlich.

 
Es liegt an Europa, den endgültigen Ausverkauf des Fußballs zu verhindern
Kommt die Fifa mit ihren Plänen durch, könnten künftig Investoren die WM diktieren. Europas Verbände hätten die Macht, Infantinos Vorhaben zu stoppen

Es ist ja nicht so, als hätte die WM 2026 viel mit Fußballromantik zu tun gehabt – ganz im Gegenteil. Die Kommerzialisierung wurde mit horrenden Ticketpreisen und Trinkwerbepausen auf die Spitze getrieben. Die Fifa nahm mit dem Turnier 15 Milliarden US-Dollar ein. Das war ihr offenbar nicht lukrativ genug.

Der Fußball-Weltverband will einen Teil der kommerziellen Rechte an Weltmeisterschaften für eine Milliardensumme an Investoren verkaufen: über eine Tochtergesellschaft, an der private Geldgeber bis zu 20 Prozent der Anteile übernehmen können. Die Fifa plant zwar, als Mehrheitsgesellschafter die Kontrolle zu behalten. Aber reicht das?

Geld bringt Einfluss
Investoren geht es vor allem um eines: maximalen Profit. Jeder weitere Schritt in Richtung Kommerzialisierung – sei es eine Erweiterung der WM auf 64 Teams oder gar eine Austragung alle zwei Jahre – dürfte begrüßt, wenn nicht gar forciert werden. Geld bringt Einfluss, die Regeln des weltweit beliebtesten Sportereignisses könnten künftig von Investoren diktiert werden. Der Fußball wird verkauft, dieses Mal wortwörtlich.



Ist eigentlich einen eigenen Thread wert, oder? Wird uns noch einige Zeit beschäftigen...die FIFA und das Gemauschel dort.
 
BBC: UEFA-Verbände stimmen für WM-Boykott
Wie die BBC berichtet, haben die 55 UEFA-Mitgliedsstaaten für einen möglichen Boykott der nächsten Fußballweltmeisterschaft gestimmt, sollte die FIFA ihren vorgeschlagenen Deal zum Verkauf von Anteilen an private Investoren durchbringen.


Uefa boykottiert Weltmeisterschaften, bis Infantino seine Ausverkaufs-Pläne aufgibt
Die Uefa beschließt maximalen Widerstand und zieht ihre Nationalteams von Fifa-Turnieren ab. Zuvor bekamen die WM-Pläne des Fifa-Präsidenten bereits Gegenwind aus dem mächtigen Asien

Gianni Infantino ist "all in" gegangen. Sein Plan, die kommerzielle Seite der Fifa – und damit auch die Einnahmen aus den Weltmeisterschaften – an ein neues Unternehmen auszulagern und 20 Prozent davon an Investoren zu verkaufen, war das dreisteste Manöver des Schweizers, der dem Weltfußball schon so viele Kontroversen eingebracht hat. Zumal Infantino, wie eine Exklusivrecherche der englischen Times offenbarte, nach dem Erreichen seiner maximalen Fifa-Amtszeit 2031 selbst als hochbezahlter "Commissioner" dieser Firma bereitstehen würde.

40 Millionen US-Dollar verspricht Infantino jedem der 211 Mitgliedsverbände, wenn am 19. September mehr als die Hälfte für den Plan stimmen. Europas Kontinentalverband protestierte sogleich lautstark und beschloss in einer Krisensitzung am Donnerstagnachmittag, bis zum völligen Aufgeben der Verkaufspläne sämtliche Fifa-Turniere, also auch die kommenden Weltmeisterschaften der Frauen und Männer, zu boykottieren. "Keine Uefa-Nationalteams werden in Fifa-Wettbewerben teilnehmen, so lange diese Vorschläge am Leben sind", schrieb die Uefa in einem Statement. Zudem fordert Europa "bindende Garantien", dass die Fifa ihre Wettbewerbe nie wieder privaten Investoren öffnet.

 
Bin gespannt was Infantino macht. Eine WM ohne Europa ist ja wirklich nicht vorstellbar. Die Amerikaner und Asiaten sind auch nicht begeistert, haben aber noch keinen Boykott angedroht. Wird Infantino es jetzt mit massiven Bestechungsgeldern versuchen?
 
Auch CONCACAF stellt sich gegen FIFA-Pläne
Nach der WM-Boykottdrohung der europäischen Verbände hat FIFA-Präsident Gianni Infantino den nächsten schweren Rückschlag hinnehmen müssen. Auch der für Nord- und Mittelamerika sowie die Karibik zuständige Kontinentalverband CONCACAF lehnt die in dieser Woche verkündeten Investorenpläne geschlossen ab, wie der Verband nach einer gemeinsamen Sitzung mitteilte.

Damit positionieren sich auch die drei WM-Gastgeber USA, Mexiko und Kanada gegen Infantino, der den 211 Mitgliederverbänden Einnahmen in vierfacher Höhe in Aussicht gestellt hatte. Mit den 55 Stimmen der Europäer und den 41 Stimmen aus Nord- und Mittelamerika dürfte es für den FIFA-Boss schwierig werden, überhaupt eine Mehrheit zu erreichen.

 
Jetzt muss der Weltfußball Gianni Infantino schleunigst loswerden
Der Fifa-Präsident hat erstmals das Momentum gegen sich. Europa und seine Alliierten müssen das nutzen, um den Spuk zu beenden

Gianni Infantino hat sich demaskiert. Er hat versucht, einen Teil der kommerziellen Fifa-Rechte an private Investoren aus dem Umfeld seines Buddys Donald Trump zu verhökern – und sich selbst damit einen hochbezahlten Posten als Chef der kommerziellen Auskopplung der Fifa zu sichern. Und er wollte die 211 Mitgliedsverbände des Weltfußballverbands mit einer eiligen Abstimmung am 19. September überrumpeln. Prinzip: Friss oder stirb.

Dass Infantino mit seiner Gier und Chuzpe nicht nur Europas nationale Verbände, sondern auch die Konföderationen aus Mittelamerika und Asien gegen sich aufbrachte, ist eine einmalige Chance. Im März stünde seine Wiederwahl an, auch nach dem WM-Skandal um Folarin Baloguns ausgesetzte Rot-Sperre schien diese nur Formsache zu sein.

Mit dem geplanten Boykott sämtlicher Fifa-Bewerbe, so Infantino seine Pläne nicht flott einäschert, haben Europas 55 Mitgliedsverbände nun aber ungeahntes Selbstbewusstsein bewiesen. Dass sie nun auch noch Alliierte im Kampf gegen Infantinos Ausverkauf des Weltfußballs haben, sollten sie für ein schnellstmögliches Absägen des Schweizers nutzen.

 
FIFA will in Studie eine WM mit 64 Mannschaften ausloten
Eine Agentur soll die Auswirkungen einer solchen Aufstockung schon für die kommende WM 2030 ausarbeiten. Die Analyse soll bis 11. September abgeschlossen werden

Zürich – Der Weltfußballverband lotet die Organisation einer WM-Endrunde mit 64 Mannschaften aus. Laut einem der Nachrichtenagentur Reuters vorliegenden Papier will die FIFA eine Agentur beauftragen, die Auswirkungen einer solchen Aufstockung schon für die kommende Weltmeisterschaft 2030 auszuarbeiten. Eine solche Studie soll demnach prüfen, ob eine Erweiterung des Teilnehmerfeldes das Turnier stärken oder aber den Wettbewerb verwässern bzw. den Spielplan überladen würde.

"Die abschließende Empfehlung sollte nicht nur aufzeigen, ob ein Turnier mit 64 Mannschaften einen Mehrwert generieren kann, sondern auch, ob dieser Mehrwert nachhaltig ist", heißt es in dem Dokument laut Reuters-Angaben. Abgeschlossen werden soll die Analyse demnach bis 11. September. Die WM 2030 wird von Spanien, Portugal und Marokko veranstaltet, drei Partien werden in Argentinien, Paraguay und Uruguay ausgetragen. Uruguay veranstaltete 1930 die erste WM.

Südamerikas Kontinentalverband CONMEBOL plädierte bereits dafür, die WM 2030 mit einer Rekordzahl von 64 Mannschaften spielen zu lassen. Aktuell befindet sich der Weltverband aufgrund umstrittener Investorenpläne im Clinch mit den Kontinentalverbänden aus Europa, Asien sowie Nord-, Mittelamerika und Karibik. (APA, 31.7.2025)

 
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