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FPÖ (Un)Wahrheiten, Hetze und Märchen

Sommerschlussverkauf
Ein arisches Steißbein, wo immer es seinen Sitz hat, kann als zweiter Beweis für den Unterschied von Migranten und Blut- sowie Bodenständigen nie schaden

Jetzt zittern die morschen Arierknochen. Das Scheißblatt hat wieder voll ins braune Menschenleben gegriffen, und wo man ‘s packt, da ist es interessant. Dass der Sommer in einer anatomischen Sensation auslaufen würde, ist dem seriösen Forscherdrang zu verdanken, für den unsere Freiheitlichen notorisch sind, war aber so nicht vorherzusehen. Begonnen hat er damit, dass der Bundeskanzler bei seinem Versuch, die Nestwärme der christlichen Familie vor der Eiseskälte des schnöden Mammons zu bewahren, einer feministischen Feme verfiel, vor der er sich, schwer ramponiert, nur retten konnte, indem er den Bußgürtel bis zum letzten Loch anzog. Eigentlich unnötig, er hätte sich nur auf das Programm seiner Partei berufen müssen, in dem der Frauenbefreiung von der Carearbeit in den Grenzen der bürgerlichen Schicklichkeit durchaus das eine oder andere Wort gewidmet ist. Zu einer Reformdividende kann er es jetzt nur noch bringen, wenn er sich für die finanzielle Gleichberechtigung von Mann und Frau in öffentlichen Bedürfnisanstalten in die Schlacht wirft.

Doch zurück zur fröhlichen Wissenschaft. Was ist J. W. Goethes Endeckung des Zwischenkieferknochens gegen die des Arierknochens durch identitäre Anatomen! Nur wahre Geistesriesen sind imstande, beim Fortschreiten der Wissenschaft vom Versuch zum Irrtum und zurück mitzuhalten. Pulsierte der Ariernachweis bis neulich in der Blutbahn, ist es für die geistige Elite der FPÖ kein Problem, auf das Knochengerüst umzusatteln, sollte die Mode es erfordern. Blut ist zwar ein besonderer Saft, aber ein arisches Steißbein, wo immer es seinen Sitz hat, kann als zweiter Beweis für den Unterschied von Migranten und Blut- sowie Bodenständigen nie schaden.

Arierknochengesegnete
Jetzt aber nur keine graue Theorie, die Wahrheit ist immer konkret. Daher die schon lange fällige Frage: Verfügt der Präsident des österreichischen Nationalrates über einen Arierknochen? Wem sonst, als ihm, der etliche –hoffentlich – Arierknochengesegnete als Mitarbeiter erst angestellt und dann mit Persilscheinen ausgestattet hat, stünde ein solcher zu? Und wenn es schon die Abgeordneten nicht interessiert, das Volk hat ein Recht darauf, es zu wissen. Es zahlt schließlich. Herzeigen!

 
Die Lüge vom menschenverursachten Autounfall
Nach diesem Sommer brauchen Paranoia-Politiker im In- und Ausland eine neue Verschwörungstheorie

Die vielleicht überraschendste Erkenntnis dieses Sommers in Österreich lautet: Auch die FPÖ kann es schaffen, den Bogen zu überspannen. Ihr Slogan "Hitze-Panik als Ablenkung vom Impf-Desaster der Systemparteien" war offenbar selbst für einige FPÖ-Fans zu viel an Vertrottelung, und löste einen digitalen Shitstorm aus, der möglicherweise die Freiheitlichen vor der logischen Fortsetzung ihrer Kampagne abgehalten hat: "Stoppt endlich den Wahnsinn, vor lauter Wokeness vertrocknende Felder und sich klimahysterisch selbst entzündende Wälder mit DNA-belastetem Wasser zu impfen!"

Auch Herbert Kickls Ankündigung "wer die Klimawende will gehört entmündigt" kam heuer nicht mehr so gut an – kleiner Tipp für alle, die weiterhin für eine Klimawende sind: Rechtzeitig um einen Sachwalter kümmern, bevor Kickl das übernimmt. Und seine Warnung vor "Klima-Hysterie" erinnerte in diesen Tagen an die Durchsage eines Kapitäns, dessen Flugzeug in 10.000 Meter Höhe der Treibstoff ausgeht: "Bitte jetzt keine Schwerkraft-Hysterie!"

Es scheint also, als wäre "die Lüge vom menschenverursachten Klimawandel" ein verschwörungstheoretisches Auslaufmodell. Für alle Paranoia-Politiker, die dringend nach einer Nachfolge-Erzählung suchen, habe ich hier einen Vorschlag.

Neue Verschwörungstheorie
"Die Lüge vom menschenverursachten Autounfall":

System- und Mainstream-Medien wollen uns einreden, dass es zu viele Autounfälle gibt, und Schuld daran sei der Mensch. Doch damit soll nur vertuscht werden, dass alle Autounfälle natürliche Ursachen haben. Die häufigste ist Wasser in seinen verschiedenen Aggregatzuständen. Sei es als Aquaplaning, als Eis auf der Fahrbahn oder als Alkohol hinterm Steuer. Denn tatsächlich bestehen alkoholische Getränke bis zu 95 Prozent aus Wasser. Eine Zahl, die von der Wasser-Lobby gerne verschwiegen wird, wenn sie wieder einmal mehr Wasserschutzgebiete fordert.

 
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