Wie die FPÖ vom Erneuerbaren-Vorreiter zur Partei der Windkraftgegner wurde
Noch vor einem Jahrzehnt warnten die Freiheitlichen vor Propagandamärchen, mit denen fossile Lobbys die Windkraft ausbremsen. Heute erzählen sie diese selbst
Am Montag war der freiheitliche EU-Abgeordnete Gerald Hauser wieder einem vermeintlichen Skandal auf der Spur. "EU-Kommission bestätigt erneut Gesundheitsschäden durch Windräder", behauptete er in einer Aussendung. Als Quelle zitierte Hauser die Antwort der EU-Kommission auf seine Anfrage. Es ging darin um eine mögliche Infraschall-Belastung durch Windräder.
Doch der Skandal war gar keiner. Der EU-Energiekommissar Dan Jørgensen schrieb in seiner Antwort bloß: "Die Kommission nimmt die potenziellen gesundheitlichen Auswirkungen von Windkraftanlagen ernst, auch in Bezug auf Infraschall, der ebenfalls aus vielen natürlichen und anderen menschengemachten Quellen stammt." Jørgensen verwies zugleich auf die Weltgesundheitsorganisation. Ihr zufolge gebe es für Infraschall keine Grenzwerte für Windräder, da zu möglichen Gesundheitsauswirkungen "keine ausreichenden wissenschaftlichen Erkenntnisse vorliegen".
Hausers Angriff mag absurd erscheinen. Doch den Kampf gegen Windmühlen führt er nicht alleine. In Oberösterreich, wo die Industrie nach Strom giert, erklärte FP-Landeschef Manfred Haimbuchner im September: "Oberösterreich ist kein Windkraftland." In Niederösterreich wiederum versuchen die Blauen jenen Bürgerinnen und Bürgern den Rücken zu stärken, die Windräder verhindern wollen. In Kärnten ist das der FPÖ bereits mithilfe einer Volksbefragung gelungen – auch wenn der Verfassungsgerichtshof diese später für ungültig erklärte, weil die Frage manipulativ gewesen war.
Noch vor einem Jahrzehnt warnten die Freiheitlichen vor Propagandamärchen, mit denen fossile Lobbys die Windkraft ausbremsen. Heute erzählen sie diese selbst
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Die Partei der Schwurbler und Verkehrtdenker