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Grasdackel
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Holzpfahl in Milosevics Grab gerammt
Das Grab des früheren serbischen Präsidenten Slobodan Milosevic ist geschändet worden. Mit einem Ritual, das im Film hilft Vampire zu töten, wollte ein Künstler den Geist des Diktators bannen. Das ist auch nötig, denn offiziell lebt Milosevic immer noch.
Ein Mann rammte einen ein Meter langen Holzpfahl an die Stelle, wo er das Herz des Verstorbenen serbischen Präsidenten vermutete. Der Täter namens Miroslav Milosevic sagte nach Angaben der Sozialistischen Partei, seine „Performance“ in Pozarevac habe eine gezielte Provokation zum ersten Jahrestag des Todes des Expräsidenten sein sollen.
Miroslav Milosevic, der nicht mit dem mutmaßlichen Kriegsverbrecher verwandt ist, sagte weiter, er habe die Polizei über seine Absichten informiert. Das von ihm vollzogene alte Balkan-Ritual soll sicherstellen, das ein böser Geist nicht zurückkehren kann. Es ist international durch zahlreiche Dracula-Verfilmungen bekannt geworden.
Die Sozialisten erklärten, das Grab eines „großen Präsidenten und Staatsmanns“ sei geschändet worden und warf der Polizei vor, nichts zur strafrechtlichen Verfolgung des Täters zu unternehmen. Die Polizei wollte sich zu dem Fall nicht äußern.
Geist von Milosevic in Serbien immer noch lebendig
Ein Jahr nach dem Tod von Slobodan Milosevic am 11. März 2006 im UN-Gefängnis in Scheveningen (Niederlande) scheint der Geist des einstigen serbischen Machthabers jedoch tatsächlich noch recht lebendig in seinem Land. Gegner des amtierenden national-konservativen Regierungschefs Vojislav Kostunica werfen diesem vor, die nationalistische Milosevic-Politik in Bezug auf die abtrünnige Albanerprovinz Kosovo oder den Schutz von angeklagten Kriegsverbrechern fortzusetzen. Auch die unter Milosevic in den 1990er Jahren betriebene Politik der Konfrontation Serbiens mit dem Ausland, vor allem der EU und den USA, steht wieder hoch im Kurs.
„Kostunica ist nur eine Milosevic-Kopie“, betont Cedomir Jovanovic, Chef der oppositionellen LDP, die bei den vergangenen Wahlen den Einzug ins Parlament geschafft hat. Serbien habe noch nicht politisch mit dem Milosevic-Erbe abgerechnet. Hintergrund ist die Tatsache, dass Kostunica mit Hilfe der Milosevic-Sozialisten regiert. Und damit sind die Verehrer des einmal mächtigsten Mannes Jugoslawiens, der zugleich als Totengräber des Vielvölkerstaats gilt, in der Öffentlichkeit und im serbischen Alltag präsent.
Offiziell ist Milosevic noch nicht tot
Auch ganz offiziell ist der wegen Kriegsverbrechen angeklagte Ex-Präsident, der im Alter von 64 Jahren noch vor Prozessende vor dem UN-Tribunal in Den Haag starb, nicht tot. Sein Name steht noch auf der Wählerliste eines Belgrader Bezirks, und seine Rente werde weiterhin auf ein Konto einbezahlt, heißt es. Der Grund: Niemand hat bisher den Tod Milosevics dem zuständigen Standesamt angezeigt, so die bürokratische Antwort eines Beamten. Kein Wunder, dass kein Angehöriger den Tod des Familienoberhauptes angemeldet hat: Witwe, Sohn und Tochter leben seit Jahren im Ausland, auf der Flucht vor juristischer Verfolgung.
Die Witwe Mira Markovic, Universitäts-Professorin und Ex-Chefin einer kleinen, aber äußerst einflussreichen Linkspartei, widmet sich in einer Moskauer Luxusvilla dem Verfassen soziologischer Werke, so die Belgrader Gerüchte. Dabei genießt sie den Schutz des Milosevic-Bruders Borislav, des ehemaligen jugoslawischen Botschafters in Russland, dem ausgezeichnete Beziehungen zu den russischen Machthabern nachgesagt werden.
Kinder des Ex-Diktators haben Angst vor Festnahmen
Sohn Marko soll seine gestohlenen Dollar-Millionen irgendwo zwischen Kuba und China genießen. Tochter Marija lebt in Montenegro. Keiner von ihnen kam zum Begräbnis von Slobodan Milosevic in seiner Geburtsstadt Pozarevac, südöstlich von Belgrad. Sie hätten Angst, bei der Einreise festgenommen zu werden, ließen sie verlautbaren.
Marko ist wegen Nötigung und Drohungen angeklagt, Marija wegen einer Schießerei während der Festnahme ihres Vaters 2001 und die Mutter wegen Amtsmissbrauchs. Mira soll auch die Ermordung des bekannten Journalisten Slavko Curuvija 1999 in Belgrad angeordnet haben, so Rajko Danilovic, Anwalt der Curuvija-Familie. Die Staatsanwaltschaft hat seine Strafanzeige nicht angenommen.
Das Grab des früheren serbischen Präsidenten Slobodan Milosevic ist geschändet worden. Mit einem Ritual, das im Film hilft Vampire zu töten, wollte ein Künstler den Geist des Diktators bannen. Das ist auch nötig, denn offiziell lebt Milosevic immer noch.
Ein Mann rammte einen ein Meter langen Holzpfahl an die Stelle, wo er das Herz des Verstorbenen serbischen Präsidenten vermutete. Der Täter namens Miroslav Milosevic sagte nach Angaben der Sozialistischen Partei, seine „Performance“ in Pozarevac habe eine gezielte Provokation zum ersten Jahrestag des Todes des Expräsidenten sein sollen.
Miroslav Milosevic, der nicht mit dem mutmaßlichen Kriegsverbrecher verwandt ist, sagte weiter, er habe die Polizei über seine Absichten informiert. Das von ihm vollzogene alte Balkan-Ritual soll sicherstellen, das ein böser Geist nicht zurückkehren kann. Es ist international durch zahlreiche Dracula-Verfilmungen bekannt geworden.
Die Sozialisten erklärten, das Grab eines „großen Präsidenten und Staatsmanns“ sei geschändet worden und warf der Polizei vor, nichts zur strafrechtlichen Verfolgung des Täters zu unternehmen. Die Polizei wollte sich zu dem Fall nicht äußern.
Geist von Milosevic in Serbien immer noch lebendig
Ein Jahr nach dem Tod von Slobodan Milosevic am 11. März 2006 im UN-Gefängnis in Scheveningen (Niederlande) scheint der Geist des einstigen serbischen Machthabers jedoch tatsächlich noch recht lebendig in seinem Land. Gegner des amtierenden national-konservativen Regierungschefs Vojislav Kostunica werfen diesem vor, die nationalistische Milosevic-Politik in Bezug auf die abtrünnige Albanerprovinz Kosovo oder den Schutz von angeklagten Kriegsverbrechern fortzusetzen. Auch die unter Milosevic in den 1990er Jahren betriebene Politik der Konfrontation Serbiens mit dem Ausland, vor allem der EU und den USA, steht wieder hoch im Kurs.
„Kostunica ist nur eine Milosevic-Kopie“, betont Cedomir Jovanovic, Chef der oppositionellen LDP, die bei den vergangenen Wahlen den Einzug ins Parlament geschafft hat. Serbien habe noch nicht politisch mit dem Milosevic-Erbe abgerechnet. Hintergrund ist die Tatsache, dass Kostunica mit Hilfe der Milosevic-Sozialisten regiert. Und damit sind die Verehrer des einmal mächtigsten Mannes Jugoslawiens, der zugleich als Totengräber des Vielvölkerstaats gilt, in der Öffentlichkeit und im serbischen Alltag präsent.
Offiziell ist Milosevic noch nicht tot
Auch ganz offiziell ist der wegen Kriegsverbrechen angeklagte Ex-Präsident, der im Alter von 64 Jahren noch vor Prozessende vor dem UN-Tribunal in Den Haag starb, nicht tot. Sein Name steht noch auf der Wählerliste eines Belgrader Bezirks, und seine Rente werde weiterhin auf ein Konto einbezahlt, heißt es. Der Grund: Niemand hat bisher den Tod Milosevics dem zuständigen Standesamt angezeigt, so die bürokratische Antwort eines Beamten. Kein Wunder, dass kein Angehöriger den Tod des Familienoberhauptes angemeldet hat: Witwe, Sohn und Tochter leben seit Jahren im Ausland, auf der Flucht vor juristischer Verfolgung.
Die Witwe Mira Markovic, Universitäts-Professorin und Ex-Chefin einer kleinen, aber äußerst einflussreichen Linkspartei, widmet sich in einer Moskauer Luxusvilla dem Verfassen soziologischer Werke, so die Belgrader Gerüchte. Dabei genießt sie den Schutz des Milosevic-Bruders Borislav, des ehemaligen jugoslawischen Botschafters in Russland, dem ausgezeichnete Beziehungen zu den russischen Machthabern nachgesagt werden.
Kinder des Ex-Diktators haben Angst vor Festnahmen
Sohn Marko soll seine gestohlenen Dollar-Millionen irgendwo zwischen Kuba und China genießen. Tochter Marija lebt in Montenegro. Keiner von ihnen kam zum Begräbnis von Slobodan Milosevic in seiner Geburtsstadt Pozarevac, südöstlich von Belgrad. Sie hätten Angst, bei der Einreise festgenommen zu werden, ließen sie verlautbaren.
Marko ist wegen Nötigung und Drohungen angeklagt, Marija wegen einer Schießerei während der Festnahme ihres Vaters 2001 und die Mutter wegen Amtsmissbrauchs. Mira soll auch die Ermordung des bekannten Journalisten Slavko Curuvija 1999 in Belgrad angeordnet haben, so Rajko Danilovic, Anwalt der Curuvija-Familie. Die Staatsanwaltschaft hat seine Strafanzeige nicht angenommen.