Jetzt äußere ich mich mal als halber Kosovoserbe dazu :klugscheiß:
Ich teile fast uneingeschränkt die Betrachtungen von Grobar!!!
Die serbischen Dörfer und Gebiete im Zentralkosovo sind LOST! Anders kann man es nicht ausdrücken...
Es gibt zwar verschiedene Lösungansätze, sie sind aber alle nicht hilfreich.
Das Beispiel Berlin zum Beispiel kann nicht herangezogen werden, da es sich bei Berlin um eine Millionenstadt handelte, die lustigerweise einen Großteil der eigenen Versorgung sicherstellen konnt. Berlin musste Lebensmittel und Kohle einführen, alles andere konnte die "Enklave" aber selber sicherstellen, von den Kraftwerken bis hin zu den Wasserwerken. Bei den serbischen Enklaven handelt es sich aber um Dörfer, die nicht ihre eigene Versorgung sicherstellen können, außer man geht von mittelalterlichen Verhältnisen aus. Man wäre zu einem großen Teil abhängig von den Nachbargemeinden.
Der Lösungansatz Monaco oder Vatikanstaat sind noch weniger hilfreich, da diese Länder ja absolut auf das Wohlwollen ihrer Nachbarn angewiesen sind. Aufgrund der ethnischen Differenzen, ich meine nicht Gewalt, gäbe es aber vielfältige Probleme, die so nicht zu lösen wären.
Ich habe irgendwo vernommen das die serbische Minderheit etwa 25% der Gebiete des Kosovo hält, das ist sogar mehr als das mit dem ich gerechnet hätte.
Die einzige Möglichkeit eines friedlichen Zusammenlebens ist ein friedlicher vertraglich vereinbarter Gebietsaustausch. Die nördlichen Gebiete, so wie die serbischen Grenzdörfer, auch im Westen, sollten die Möglichkeit einer Volksabstimmung bekommen. In dieser sollte der Anschluß an Serbien auf dem Plan stehen. Die Serben die im Zentralkosovo leben sollten die Möglichkeit eines Gebietsaustausches bekommen, dafür müssten die Albaner einige Dörfer an der Grenze zu Serbien räumen und die Serben die Dörfer im Zentrum. Im gegenseitigen Austausch sollte man den Menschen einen Umzug anbieten. Diese Praktik wird ähnlich auf der ganzen Welt angewandt, zB gibt es beim Braunkohletagebau die Umsiedlung ganzer Dörfer oder Regionen und in China wurden beim Dreischluchtenstaudamm Millionen Menschen umgesiedelt. Jedem aber sollte die Möglichkeit gegeben werden dort zu leben, wo er will, das würde für die Serben bedeuten die nicht umziehen wollen, das sie eben ungestört im Kosovo leben können und für die Albaner das sie unbehelligt in Serbien leben können.
Die Frage der Presevo-Albaner sollte aber auch auf den Plan kommen. Hier sehe ich eine Abspaltung als absolut unrealistisch an. Sogar die Albaner würden im moment eher bei Serbien bleiben als ins Kosovo zu wollen. In Serbien haben die Albaner immerhin Arbeit, den ganzen Tag Strom, also eine funktionierende Infrastruktur und eine demokratische Regierung. Was negativ ist, dass ist die Abscheu und die unbegründete Angst der Serben ihnen gegenüber.
Das Presevo-Tal braucht dringend finanzielle Unterstützung um einen wirtschaftlichen Aufschwung zu garantieren, denn Wohlstand führt zu Frieden und Ruhe. Und die Menschen sehnen sich nichst mehr als Wohlstand, da sind sich Serben wie Albaner gleich.
Der Balkan kann einen neuen Krieg gar nicht gebrauchen, das Kosovo sogar noch weniger als Serbien. Seien wir ma ehrlich, Belgrad würde vielleicht von der NATO bombardiert werden, aber die Panzer würden im Kosovo rollen. Das was Stahl und Feuer anrichten können ist ungeheuerlich, haben wir zu oft gesehen und wir können alle darauf verzichten.
Das Kosovo braucht die Anerkennung durch Serbien, um sich als richtiger Staat aufzustellen, auch wenn das Hardliner aus Pristina nicht wahrhaben wollen. Und Serbein braucht das Kosovo, weil serbische Tradition und Kultur dort ihre Wurzeln haben und die Zeugnise tausendfach zu sehen sind. Auch als Handelspartner wäre das Kosovo für Serbien wichtig.