diese frage ist schon jahrhunderte lang umstritten in der islamischen theologie.
Quran, Sure 3, 139:
"und wer immer den Lohn dieser Welt begehrt, dem geben Wir von ihm, und wer immer den Lohn des Jenseits begehrt, dem geben Wir von ihm, und wahrlich, Wir belohnen die Dankbaren!"
Quran, Sure 73, 34:
"Also belässt Allah im Irrtum, wen Er will, und Er leitet recht, wen er will!"
im frühen islam haben sich dann verschiedene gruppierungen um diese debatte gebildet.
einerseits dschabriten(dschabr=zwang), diese kennen keine willensfreiheit und glauben, dass alles bis ins kleinste detail vorherbestimmt ist. andererseits die kadariten, welche für eine den freien willen des menschen eintraten, da sonst gott, sie nicht zur verantwortung ziehen könne. auch die anschauung der mu'tazila entspricht der letztgenannten.
letztendlich hat sich in der sunnitischen lehre des islam die kompromisslehre der aschariten durchgesetzt. nach dieser lehre bestimmt gott die werke vorher, jedoch ist der mensch verantwortlich für sein handeln.
jede sache, jedes lebewesen, das universum verfügt über genaue grenzen und schranken und einen festgelegten verlauf. der mensch ist zwar eigentständig und in seinem handeln in gewissem maße frei, aber hat auch seine grenzen. ich hatte irgendwann mal ein hadith gelesen, in dem stand, dass einer nach dem schicksal fragte und dieser wurde dann gebeten, ein bein hochzuheben. nach dem er dies tat, dann das zweite bein ohne das erste auf den boden zu setzen. konnte er ja nicht und dann wurde ihm gesagt, dass genau das das wesen des schicksal sein: bestimmte dinge in einem bestimmten rahmen (wie oben erwähnt die schranken) tun zu können und andere bleiben einem verwehrt.
du kannst davon ausgehen, dass im islam eine willensfreiheit herrscht. wir werden ja am tag des gerichts für unsere taten zur rechenschaft gezogen. und müsste der mensch nie für seine taten rechenschaft ziehen, würde das ganze konstrukt in sich zusammenstürzen.
und so nebenbei die prädestationslehre wurde natürlich auch im christentum debattiert. man denke da an calvin. war n reformator in der schweiz, der eben von der prädestationslehre ausging(weil best. bibelverse anlass dafür geben) und dass nur bestimmte menschen ausgewählt sein, an gott zu glauben und das ein geschenk sei. und man die gottesgnade am reichtum und erfolg des menschen sehen würde... sowas irgendwie.