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Island will der EU beitreten

Knappes Rennen erwartet
EU-Votum: Islands Wirtschaft ringt um Euro, Zinsen und Fisch
Am Samstag wird es ernst: Dann entscheiden die Isländer in einem Referendum über die Wiederaufnahme von EU-Beitrittsgesprächen

Wien/Reykjavik – Vor der isländischen Volksabstimmung über eine Wiederaufnahme der EU-Beitrittsgespräche am Samstag stehen wirtschaftliche Fragen im Fokus. Die Dreierkoalition unter Premierministerin Kristrún Frostadóttir ist gespalten. Sozialdemokraten und Reformpartei werben für Beitrittsgespräche, während die mitregierende Volkspartei dagegen ist. Befürworter verbinden mit einer stärkeren EU-Integration unter anderem Hoffnungen auf mehr Währungsstabilität und langfristig niedrigere Zinsen.

Dagegen mobilisiert die Opposition aus Sorge vor einem Verlust der Souveränität über die Fischgründe. Die Wirtschaft des reichen nordischen Landes hat spürbare Ungleichgewichte. Die Zentralbank senkte am 19. August ihre Prognose für das reale BIP-Wachstum 2026 von 1,6 auf 1,4 Prozent und erhöhte ihren Leitzins auf 8,00 Prozent. Íslandsbanki erwartet 1,3 Prozent Wirtschaftswachstum.

 
EU-Referendum: In Island zeichnet sich Knappe Mehrheit ab
Bei dem Referendum in Island über die Aufnahme von EU-Beitrittsverhandlungen liegt das Lager der Befürworter nach ersten Teilergebnissen knapp vorn. Demnach stimmten 51,2 Prozent der Wähler für den Vorschlag der Regierung, die Verhandlungen wieder aufzunehmen, und 48,8 Prozent dagegen, wie der Sender RUV meldete.

Die Angaben basieren auf rund 87.000 ausgezählten Stimmen von insgesamt 270.000 Wahlberechtigten. Angaben zur Wahlbeteiligung lagen zunächst nicht vor. Ein „Ja“ würde in Brüssel begrüßt, da Island als unproblematischer Beitrittskandidat gilt, was helfen könnte, die Skepsis gegenüber einer EU-Erweiterung abzubauen. Zudem erhöht die strategische Lage des Landes in einer Zeit des wachsenden Augenmerks auf die Sicherheit in der Arktis dessen Attraktivität.


 
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