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Island will der EU beitreten

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Grasdackel

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Das bankrotte Island will der EU beitreten

Nachdem das Ausland mit Milliarden hilft, möchte sich Island nun auch aussenpolitisch absichern. Deshalb bereitet das Land ein Beitrittsgesuch zur Europäischen Union vor.

Sechs Wochen lang war Island akut von der Staatspleite bedroht. Die Zusagen des Internationalen Währungsfonds und zahlreicher europäischer Staaten für Beihilfen im Gegenwert von rund 11 Milliarden Franken haben die Gefahr entschärft. Am Freitag stimmte das isländische Parlament dem IWF-Abkommen zu. Gleichzeitig begann aber in Reykjavik die Diskussion darüber, wie sich der 320 000-Einwohner-Staat künftig aussenpolitisch gegen Krisen absichern könnte. Dazu gehört die Neuausrichtung der Währungspolitik: Die isländische Krone kann seit dem Zusammenbruch des Finanzsystems nicht mehr frei gehandelt werden und verlor über 75 Prozent des Werts.

Für den konservativen Ministerpräsident Geir Haarde muss nun die Frage eines Beitrittes zur EU «unter den neuen Voraussetzungen neu beurteilt» werden. Die Unabhängigkeitspartei, die sich bisher vehement gegen eine weitere Annäherung an die EU gewehrt hat, will ihre neue Position an einem Sonderparteitag Ende Januar bestimmen. In den Augen des sozialdemokratischen Koalitionspartners gibt es allerdings nur noch eine Option: «Spätestens im Februar müssen wir einen konkreten Schritt hin zur EU-Mitgliedschaft machen», erklärte Aussenministerin Ingibjörg Solrun Gisladottir.

EU spekuliert auf grösseren Einfluss im arktischen Raum

In Brüssel reagierte Erweiterungskommissar Olli Rehn positiv auf die Signale und erklärte, dass Island gleichzeitig mit Kroatien der EU beitreten könnte. Während sich die Isländer – von denen sich laut einer Meinungsumfrage mehr als zwei Drittel für Beitrittsverhandlungen aussprechen – durch eine Mitgliedschaft in erster Linie wirtschaftspolitische Stabilität versprechen, spekuliert die EU auf grösseren Einfluss im arktischen Raum und Anteile an den reichen Rohstoffvorkommen des hohen Nordens. Von den fünf im isländischen Parlament vertretenen Parteien ist heute nur noch die links-grüne Vinstrihreyfingin gegen den Beitritt.

Ein isländischer EU-Beitritt hätte Folgen für den Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) und das Europäische Freihandelsabkommen (Efta), in dem Island gegenwärtig den Vorsitz innehat. In beiden Organisationen spielt Reykjavik bisher die wichtige Rolle eines Juniorpartners: «Geht Island in die EU, sollten wir dies auch tun», schrieb die norwegische Tageszeitung «Dagbladet». Tatsächlich dürfte ein isländisches Beitrittsgesuch auch in Norwegen eine alte Debatte zu neuem Leben erwecken.

Die Norweger hatten sich zuletzt 1994 in einer Volksabstimmung gegen eine Mitgliedschaft ausgesprochen, sind aber seither (wie Island) als EWR-Mitgliedsstaat dazu verpflichtet, europäisches Recht zu übernehmen, ohne dieses mitzugestalten.

Auch für die Schweiz von Bedeutung

Unabhängig davon wird eine Norderweiterung der Union das EWR-Abkommen, das vom damaligen EU-Kommissionspräsidenten Jacques Delors für sämtliche nordischen Staaten und die Schweiz entworfen worden war, in Frage stellen. Ebenso wäre ein isländischer Übertritt in die EU auch für die Efta, der die Schweiz seit 1960 angehört, von grosser Bedeutung. Was in den kommenden Wochen und Monaten in Island geschieht, wird deshalb auch in Bern und Genf, am Efta-Sitz, genau verfolgt werden.
 
damls war Island gegen einen EU-Beitrit wegen der Fisch-Fang-Quote wo Island dann die Strengen regeln der EU einhalen musste. nun ein gutes Zeichen für die EU, da wird Fischfleisch dann um einiges günstiger werden :) (Wildlachs in der früh schmeckt soooo gut)
 
die eu geht ja davon aus das wenn island der eu beitritt dann auch norwegen der eu beitretten wird.bei norwegen war ja das referendum über den eu-beitritt knapp 52% dagegen und 48% dafür vielleicht hat sich das ja mittlerweile zugunsten der eu geändert durch die finanzkrise.
 
Island erfüllt jetzt schon alle Kriterien um EU Mitglied zu werden.
Die müßen es nur wollen.
 
die eu geht ja davon aus das wenn island der eu beitritt dann auch norwegen der eu beitretten wird.bei norwegen war ja das referendum über den eu-beitritt knapp 52% dagegen und 48% dafür vielleicht hat sich das ja mittlerweile zugunsten der eu geändert durch die finanzkrise.


Denke dass die Norweger sich das nochmal überlegen werden.
Evtl. auch die Schweiz.
 
Vorzeitige Stimmabgabe
EU-Referendum in Island gestartet
In Island hat am Montag das „Early Voting“, also die vorzeitige Stimmabgabe, für das EU-Referendum am 29. August begonnen. Bei dem Referendum geht es um einen ersten Schritt auf dem Weg zum EU-Beitritt des Landes. Das Referendum war angesichts der geopolitischen Spannungen, etwa dem Schielen von US-Präsident Donald Trump auf die Atlantikinsel Grönland, vorgezogen worden.

Für einen EU-Beitritt ist in Island ein zweistufiges Verfahren vorgesehen. Nun soll zunächst über die Wiederaufnahme von Beitrittsverhandlungen abgestimmt werden. Sollten die Isländerinnen und Isländer den Verhandlungen zustimmen und diese erfolgreich verlaufen, sollen die Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit bekommen, in einem weiteren Referendum über den dann tatsächlichen Beitritt zu entscheiden, hieß es.

Ministerpräsidentin Kristrun Frostadottir hatte im März erklärt, Islands Verhandlungsposition als verlässlicher und starker EU-Partner sei gut. Über die Zusammenarbeit im Europäischen Wirtschaftsraum und die Teilnahme an Schengen arbeitet Island schon jetzt eng mit der EU zusammen.

 
Island vor historischem Referendum: Die EU-Frage spaltet die Insel
Bis Ende August entscheiden die Isländer, ob die Beitrittsverhandlungen mit Brüssel wiederaufgenommen werden. Ein äußerst knappes Ergebnis wird erwartet. In Reykjavík stehen sich Befürworter und Skeptiker gegenüber.
Vier Mal stößt der Buckelwal eine beeindruckende Atemfontäne aus. Dann hebt das Tier seine mächtige Schwanzflosse aus dem Wasser – und taucht ab. Über der Bucht von Faxaflói geht langsam die Sonne unter, auf den Ausflugsbooten bleiben die Kameras gezückt. In wenigen Minuten, so erklärt Oskar, der täglich vom Hafen in Reykjavík hinausfährt, wiederholt sich das Schauspiel. „Das Besondere an den Gewässern rund um Island ist, wie nährstoff- und fischreich sie sind“, sagt er.

Dieser Reichtum lockt viele Walarten an – und mit ihnen heute Touristen aus aller Welt. Seit Jahrhunderten ist er aber vor allem eines: die Lebensgrundlage der Menschen auf der Insel weit draußen im Nordatlantik. „Island hat sich von einem der ärmsten Länder Europas zu einem der reichsten entwickelt. Das Rückgrat war die Fischerei“, erzählt Heiðrún Lind Marteinsdóttir. Die Geschäftsführerin des isländischen Fischereiunternehmerverbands empfängt den KURIER in ihrem Büro an der Uferpromenade Reykjavíks.

 
Warum Island für die Europäische Union so wichtig ist
Klein, reich, strategisch wichtig: Für die EU wäre Island ein wertvolles Mitglied – und die Chance, endlich wieder eine Erfolgsgeschichte zu erzählen.
Auf den ersten Blick wirkt die Odin nicht gerade wie das Schiff, das im Hafen von Reykjavík die Aufmerksamkeit auf sich zieht. Die großen Fischtrawler oder Passagierschiffe sind imposanter. Oder das Patrouillenboot der isländischen Küstenwache, das vor der Oper ankert. Doch in Island kennt die Odin jedes Kind, erzählt Sigrún und führt durch die engen Räume. Sie zeigt den Maschinenraum, die Kanone – und schließlich ganz unten die „Geheimwaffe“: den Schleppleinen-Schneider.

Damit zerteilte das Ex-Küstenwachschiff einst die Fangnetze von rund 30 britischen Trawlern; mehrfach rammte sie zudem britische Schiffe. Es waren dramatische Höhepunkte der Kabeljaukriege mit dem Vereinigten Königreich, in denen Island seine Fischereizone erst auf 50, später auf 200 Seemeilen ausweitete.

Heute ist die Odin zwar nur noch ein Museumsschiff, doch die Kabeljaukriege sind in Island wieder hochaktuell. Vor dem Referendum über eine Wiederaufnahme der EU-Beitrittsgespräche wird nämlich vor allem eine Frage diskutiert: Wer darf über Islands Gewässer bestimmen?

Knackpunkt
Die Fischerei war schon bei Islands erstem EU-Beitrittsversuch nach der Finanzkrise von 2008 der größte Knackpunkt. Die Gespräche wurden später auf Eis gelegt. Anders als damals stellt Brüssel diesmal eine Sonderlösung in Aussicht. Das sei durchaus „bemerkenswert“, sagt der Politologe Maximilian Conrad, der an der Universität Island zu europäischer Integration forscht. „Dass die Europäische Kommission sagt, in der Fischereipolitik sind wir kompromissbereit, hört man so eigentlich nicht in Erweiterungsprozessen.“

 
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