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Jugoslawien

Kampagnen, die Angst unter den Serben schürten

Bei der ersten Sitzung des Verfassungsgerichts musste sich Šeks mit der Verfassungsmäßigkeit der Unabhängigkeitserklärung des kroatischen Parlaments befassen, dessen Hauptarchitekt und Verfasser er selbst war. Der Antrag, die Verfassungsmäßigkeit zu überprüfen, kam von einer großen serbischen Mehrheit. "Das wäre alles nicht passiert, wenn es nicht bereits 1989 eine derart starke Kampagne in serbischen Medien gegeben hätte – etwa in der Zeitung 'Politika' – gegen die Ereignisse in Kroatien", meint Šeks. "Das war eine Art Artillerie." Durch diese Artikel hätte man ständig Angst in der serbischen Bevölkerung geschürt, dass eine neue Ustascha-Welle komme würde und wieder ein Gemetzel wie einst drohe.

Ein zusätzliches Argument war die Verfassungsänderung, wonach die Serben in Kroatien ihren Status als konstitutives Volk verloren hätten. "Man hatte den Serben eingeflößt, dass dies nur die Ouvertüre sei und all die schrecklichen Ereignisse wieder aufkommen würden. Wenn es diese Propaganda nicht gegeben hätte, wäre es auch nicht zu dem bewaffneten Aufstand der kroatischen Serben gekommen", glaubt Šeks.

"Narrengewand von Serbien herunterreißen"

 
Acht Städte trugen Titos Namen: Diese Orte wurden nach dem Marschall benannt
Acht Städte, ein Name – und Millionen Erinnerungen, die bis heute nicht verblasst sind.

Insgesamt acht Städte und Ortschaften im damaligen Jugoslawien trugen zeitweise den Namen Josip Broz Titos. Nach seinem Tod 1980 gab es schließlich in jeder der sechs jugoslawischen Republiken und den beiden autonomen Provinzen einen Ort mit Titos Namen. Zwischen 1990 und 1997 wurden diese Bezeichnungen im Zuge der politischen Umbrüche und des Zerfalls Jugoslawiens wieder abgeschafft.

Welle der Umbenennungen
Die erste Welle der Umbenennungen begann unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg. Podgorica wurde 1946 zu Titograd, Užice im selben Jahr zu Titovo Užice. Korenica in Kroatien erhielt bereits 1945 den Namen Titova Korenica, während Veles 1946 in Titov Veles umbenannt wurde.

Nach Titos Tod im Jahr 1980 kamen vier weitere Orte hinzu. Drvar in Bosnien und Herzegowina wurde 1981 zu Titov Drvar, Velenje im selben Jahr zu Titovo Velenje und Kosovska Mitrovica zu Titova Mitrovica. 1983 folgte schließlich Vrbas in der Vojvodina als Titov Vrbas – damit war die symbolische Zahl von acht erreicht. In den folgenden Jahren verschwanden die Zusätze wieder: Velenje 1990, Drvar 1991, Titograd, Titovo Užice, Titova Mitrovica und Titov Vrbas Anfang der 1990er. Titov Veles behielt seinen Namen bis 1996, Titova Korenica sogar noch länger.

Die Umbenennungen waren mehr als bloße Verwaltungsakte und standen eng mit dem ausgeprägten Personenkult um Tito in Verbindung. Drvar hatte dabei besondere symbolische Bedeutung: Im Mai 1944 versuchten deutsche Truppen während der „Operation Rösselsprung“, Tito dort gefangen zu nehmen oder zu töten. Die kombinierte Luftlande- und Bodenoperation scheiterte an diesem Ziel und wurde später zu einem zentralen Ereignis der jugoslawischen Erinnerungskultur.

Digitale Erinnerung
Jüngst griff die Social-Media-Seite „Yugoslavian Visuals“ auf der Plattform X das Thema erneut auf und veröffentlichte eine Karte mit den acht Orten. Unter dem Beitrag teilten Nutzer persönliche Erinnerungen und historische Geschichten. Ein Kommentar brachte die Nostalgie scherzhaft mit dem Ausdruck „Republika Titoslavija“ auf den Punkt.

 
Karte der Städte und Ortschaften in ganz Jugoslawien, die einst Titos Namen trugen.

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Ich finde Jajce hätte auch den Zusatz Titovo bekommen sollen.
 
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