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Nachrichten aus Österreich

KURIER-OGM-Umfrage: „Bestwert für Kickl, desaströse Werte für Babler“
FPÖ auf Platz eins in Sonntags- und Obmannfrage. ÖVP rangiert mit 21 Prozent auf dem zweiten Platz. SPÖ mit 15 Prozent auf dem dritten.
Die Bevölkerung stellt den Regierenden nach dem Sommer und zum Schulstart ein denkbar schlechtes Zeugnis aus. Laut einer aktuellen OGM-Umfrage (1.012 Wahlberechtigte/Schwankungsbreite: +/- 3,1 Prozent) kommen ÖVP, SPÖ und Neos gemeinsam derzeit auf 43 Prozent und hätten damit aktuell keine Mehrheit im Parlament.

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Ein Hitler-Porträt im Wohnzimmer als Teil eines kleinen Museums, Holocaust-„Humor“, ein Ex-Polizist im Ku-Klux-Klan-Shirt und Hasspostings gegen Muslime und Drusen: sechs Verfahren zwischen Wiederbetätigung, Verhetzung, bedingten Strafen und Diversionen.

Leoben/Stmk: Das „kleine Museum“ im Wohnzimmer
Ein Hitler-Porträt an der Wand, Hakenkreuz-Anstecker, SA-Dolche, acht Mutterkreuze, „Mein Kampf“, ein Bierkrug mit Hakenkreuzen und ein Badetuch mit Reichsadler: Am 7. September musste sich ein bislang unbescholtener Pensionist am Landesgericht Leoben wegen nationalsozialistischer Wiederbetätigung verantworten. Aufgefallen war die Sammlung im August 2025 bei einer waffenrechtlichen Überprüfung. In einem versperrten Kasten fanden Polizisten zudem Wehrmachts- und SA-Uniformen, auf dem Computer des Mannes lagen ausländerfeindliche Memes mit NS-Bezug.

Der Angeklagte bestritt einen nationalsozialistischen Vorsatz. Er sammle historische Gegenstände, vieles habe er von Verwandten oder Bekannten erhalten. „Meine Wohnung ist ein kleines Museum“, erklärte er dem Gericht. Beim Hitler-Porträt habe er sich „nichts dabei gedacht“: Das Bild sei zunächst in einem Kuvert gelegen, irgendwann habe er es aufgehängt. Auch die acht Mutterkreuze stammten nicht alle aus der Familie. Bekannte hätten von seiner Sammelleidenschaft erfahren und weitere Exemplare gebracht. Die auf seinem Computer gespeicherten NS-Bilder hätten ihm Arbeitskollegen „spaßhalber“ geschickt. Sein Verteidiger sah in ihm jedenfalls „nicht den typischen Wiederbetätigungstäter“. Der Pensionist selbst betonte, er sei kein NS-Sympathisant, die Verbrechen an Jüdinnen und Juden bezeichnete er als „eine Schande, das waren arme Teufel“.

Die Schilderungen des Angeklagten über seine lang andauernde „Sammelleidenschaft“ brachten die Staatsanwältin dazu, den angeklagten Tatzeitraum während der Verhandlung bis 1986 zurück auszuweiten. In ihrem Schlussplädoyer legte sie den Geschworenen nahe, sich zu fragen, wie jemand denke, der solche Gegenstände im eigenen Wohnbereich um sich habe und täglich auf ein Hitler-Porträt blicke. Der Verteidiger forderte eine Diversion und berief sich dabei auf den Fall Leo Lugner.

Die acht Geschworenen beantworteten die Schuldfrage einstimmig mit Ja. Das Gericht verhängte zehn Monate bedingte Haft und ordnete die Einziehung der NS-Devotionalien an. Der angeklagte Leobner wollte die Stücke lieber einem Museum überlassen, weil er sehr daran hänge. Das sei, so der Richter, „kein Thema“. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Wiener Neustadt/NÖ: Holocaust als „Humor“
Zwei antisemitische Bilder in einer WhatsApp-Gruppe mit 17 Mitgliedern brachten einen 39-jährigen Schlosser am 8. September vor ein Geschworenengericht in Wiener Neustadt. Die Staatsanwaltschaft warf ihm nach § 3h Abs. 1 und 2 Verbotsgesetz die Leugnung beziehungsweise Verharmlosung des nationalsozialistischen Völkermords und anderer NS-Verbrechen vor.

Am 29. Juni 2025 hatte der Mann zwei Bilder gepostet: Eines zeigte Rauchwolken mit der Aufschrift „Jüdisches Familienfoto“. Das zweite stellte die Aggregatzustände dar – beim Zustand „Gas“ stand ein Davidstern. Vor Gericht bekannte sich der Angeklagte im Sinn der Anklage schuldig und erklärte, er fühle sich dem Nationalsozialismus nicht zugehörig. Das Verbotsgesetz und die im NS verfolgten Gruppen seien ihm bekannt. Bis vor rund einem Jahr habe er allerdings ein „anderes Spektrum von Humor“ gehabt. Mittlerweile habe sich das geändert: Er habe eine Partnerin und werde Vater. Der Mann war bereits zweimal vorbestraft, unter anderem wegen Beteiligung an einem schweren Raub als Jugendlicher und später wegen einer Schlägerei.

Die Staatsanwaltschaft wertete die Postings als bewussten und gewollten Akt. Die Verteidigung plädierte dennoch auf Freispruch und argumentierte mit Zweifeln am subjektiven Tatbestand. Der Angeklagte entschuldigte sich in seinem Schlusswort. Die acht Geschworenen beantworteten die Schuldfrage einstimmig mit Ja. Das Gericht verhängte 18 Monate bedingte Haft sowie die Übernahme der Verfahrenskosten. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Salzburg-Linz: Ex-Polizist scheitert mit Strafberufung
Für einen ehemaligen Salzburger Polizisten bleibt es bei 18 Monaten bedingter Haft wegen nationalsozialistischer Wiederbetätigung. Das Oberlandesgericht Linz wies am 8. September seine Berufung gegen das Strafmaß ab. Der Schuldspruch selbst war zu diesem Zeitpunkt bereits fix: Eine Nichtigkeitsbeschwerde hatte der Oberste Gerichtshof zuvor zurückgewiesen. Damit ist das Urteil nun rechtskräftig.

Im Jänner sprachen die Geschworenen den Salzburger schuldig, das Gericht verhängte 18 Monate bedingt. Er hatte auf der Heckscheibe seines Autos einen großflächigen weißen Adler angebracht, der dem NS-Reichsadler entsprach. Im März 2025 tauchte er zudem in einem Fitnessstudio mit einem Shirt auf, das einen Ku-Klux-Klan-Mann mit weißer Kapuze und Henkersknoten sowie die Schriftzüge „Ku-Klux-Klan“, „Invisible Empire“ und „White Power“ zeigte. Vor dem Landesgericht Salzburg räumte der 29-Jährige den Rassismus sogar ein: „Mir ist es bewusst, dass es ein rassistischer Schriftzug ist. Ich wollte nur ein bisschen provozieren, weil es gegen Ausländer geht.“

 
Österreich muss den Anstieg einer giftigen Chemikalie im Grundwasser ernst nehmen
Sowohl Pestizide als auch Kühlmittel, die TFA freisetzen, müssen stark eingeschränkt werden. Sonst stehen wir in einigen Jahren von einem massiven Problem

Die Belastung des Grundwasser mit der Ewigkeitschemikalie TFA ist in Österreich sprunghaft angestiegen, wie eine neue Datenauswertung von Global 2000 zeigt. In nur fünf Jahren hat sich die Konzentration von einem bereits hohen Niveau noch einmal mehr als verdoppelt.

Dabei geht es um eine Substanz, die im Verdacht steht, unter anderem fortpflanzungs- und entwicklungstoxisch zu sein und das Immunsystem zu schädigen. Der Kenntnisstand zu den Wirkungen von TFA ist noch dünn – doch genau deswegen muss der massive Anstieg ernst genommen werden. Viele Wirkungen kennen wir vermutlich noch nicht. Wenn der Stoff aber erst einmal in der Umwelt ist, ist es von dort kaum mehr wegzubekommen.

Zulassung entzogen
Als eine der Hauptquellen für die steigende Belastung gelten PFAS-Pestizide. Ihr Einsatz ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich in die Höhe gegangen. Einem Wirkstoff aus dieser Gruppe entzog die EU kürzlich die Zulassung, weitere müssen nun folgen.

 
Mélange KW 37/26 (Teil 2): Identitäre zwischen Verbotsdebatte und Neonazis
Die Staatsschutz-Chefin bringt ein Betätigungsverbot für die Identitären ins Spiel – wenige Tage später marschieren diese am Kahlenberg mit Neonazis auf. In Salzburg folgen auf Hass gegen die Pride Anzeigen, und ein einschlägig aufgefallener Bundesheer-Oberst ist zurück im Dienst.

Pöham/Sbg: Zwei Einstellungen nach braunen Ballszenen
Die braunen Ballszenen beim Maskenball in Pöham Ende Jänner beschäftigen die Justiz weiter. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen des Verdachts der Wiederbetätigung nach dem Verbotsgesetz gegen ursprünglich 16 Personen. Zwölf von ihnen sollen als Gruppe in Ku-Klux-Klan-Kostümen aufgetreten sein, vier weitere trugen orange Häftlingsanzüge, auf denen laut Zeug:innen teilweise NS-Codes angebracht waren.

Gegen zwei Männer aus der Häftlingsgruppe, 20 und 24 Jahre alt, wurden die Ermittlungen inzwischen eingestellt.

Man habe den Tatvorwurf entkräften können; seine Mandanten hätten damals orangefarbene Häftlingsanzüge getragen, die sie über Amazon bestellt hätten: „Ein Mandant hatte die Nummer ‚1037‘ aufgeklebt, der andere eine Zahl aus lauter Nullern und Sechsern – also keinerlei Nazicodes.“ (sn.at, 8.9.26)

Gegen die beiden anderen Männer dieser Gruppe sowie gegen die zwölf mutmaßlichen KKK-Kostümierten wird weiter ermittelt. Hier konnte der Tatvorwurf bisher offenbar nicht entkräftet werden. Kein Update gibt es zu einem weiteren braunen Ballgast, der damals angezeigt wurde: Der soll zum Ende der Faschingsfeier den Hitlergruß gezeigt haben.

Sbg: Auf Flut an Hasskommentaren gegen Pride folgen Anzeigen
Ein ORF-Beitrag über die Salzburger Pride löste eine Flut an Hasskommentaren aus.

Von insgesamt fast 1.400 Kommentaren entfernte das ORF-Community-Management fast 1.100 – etwa wegen heftiger Beleidigungen oder der Verbreitung von Hass. Das Social-Media-Video von der Pride Parade handelte davon, wie queere Menschen in Salzburg Diskriminierung in ihrem Alltag erleben. Ausgerechnet unter jenem Beitrag wurden sie in den Kommentaren beschimpft und als „krank“ bezeichnet. Andere Formulierungen hatten Vorbilder aus der Zeit des Nationalsozialismus. (orf.at, 9.9.26)

Sechs Kommentare meldete der ORF wegen des Verdachts auf Extremismus beziehungsweise NS-Wiederbetätigung bei der Direktion Staatsschutz und Nachrichtendienst (DSN). Dort wird nun geprüft, ob sie strafrechtlich relevant sind.

Conny Felice von der HOSI Salzburg bezeichnete das Ausmaß als erschreckend, aber nicht ungewöhnlich: „Das Pride Festival ist ein Höhepunkt im Jahresverlauf. Da wird sichtbar, was ständig passiert.“ Barbara Sieberth vom Friedensbüro Salzburg fordert neben strafrechtlichen Konsequenzen vor allem digitale Zivilcourage. Es gehe konkret um den Schutz der betroffenen Person: „Dass ich sage: Ich widerspreche oder das sehe ich nicht so.“

Sbg: Oberst Thomas R. wieder im Dienst
Der Bundesheer-Oberst Thomas R., der bei der dubiosen Waffenübung in Vorchdorf als Ausbildner aufgetreten war, ist wieder im Dienst. Ein Polizeieinsatz mit Cobra folgte, rund 50 halbautomatische Waffen wurden vorgefunden. Im März endeten die Verfahren gegen zwölf schweigsame Beschuldigte, darunter R., mit Diversionen und Geldbußen zwischen 200 und 2.450 Euro.

Die Bundesdisziplinarbehörde hob seine vorläufige Dienstenthebung Ende April auf, wie die Oberösterreichischen Nachrichten (12.9.26) veröffentlichten. Laut dem Sprecher des Bundesheers sei die Sache für Oberst R. aber noch nicht erledigt: „Wir haben am 7. September eine Disziplinaranzeige gegen ihn bei der Bundesdisziplinarbehörde eingebracht. Dieses Verfahren ist jetzt anhängig.“

R. war schon lange vor Vorchdorf auffällig. 2018 sorgte er beim Kameradschaftsbund mit einem Vortrag für einen rassistischen Eklat. Ein Ermittlungsverfahren wegen Verhetzung wurde später eingestellt. In Publikationen der freiheitlichen Heeres-Personalvertreter und der FPÖ Salzburg warnte er vor dem „Eindringen kulturfremder Ethnien in unsere Heimat“. Thomas R. hat aber auch wirtschaftliche Verbindungen nach ganz Rechtsaußen und Verbindungen zur FPÖ und einem Verurteilten der neonazistischen Europäischen Aktion.

Wien: Verfassungsschutz-Chefin will „Betätigungsverbot“ für Identitäre
Die Chefin der Direktion Staatsschutz und Nachrichtendienst, Sylvia Mayer, sprach sich in einem Interview mit dem „Standard“ (8.9.26) für ein Betätigungs- beziehungsweise Organisationsverbot nach deutschem Vorbild für die rechtsextremen Identitären aus. Ein Verbot könnte Strukturen der Identitären schwächen und ihnen das Sammeln von Spenden, das Anmieten von Immobilien oder die Nutzung von Vereinsgeldern erschweren.

Mayer betont, dass die DSN die Identitäre Bewegung und die „Aktion 451“ seit Jahren als rechtsextrem einstuft und beobachtet. Überschneidungen „zum Parteienspektrum“ – gemeint ist die FPÖ – und zum Neonazi-Milieu würden festgestellt. Zwar propagiere die IBÖ offiziell auch Gewaltfreiheit, ihr Ziel einer ethnisch homogenen Gesellschaft teile sie jedoch mit der Neonazi-Szene und dem militanten Akzelerationismus. Die Identitären versuchten, dieses Ziel legalistisch zu erreichen, indem sie gesellschaftlichen Einfluss nähmen und „das Unsagbare sagbar“ machten. Damit schaffe ihre Ideologie zugleich einen „Nährboden für andere Szenen“.

Man denke an den Attentäter im neuseeländischen Christchurch, der 51 Muslime ermordet hat. Sein Manifest hatte als Titel „The Great Replacement“. Das ist genau das Narrativ, das von der neuen Rechten immer wieder propagiert wird. Es bereitet den Grund für einzelne Personen, gewalttätig zu werden. (derstandard.at, 8.9.26)

Aber die Gewaltakzeptanz steige auch innerhalb des identitären Milieus. Ihre Strategie sei Gewaltfreiheit. Treffe man aber „auf tatsächliche oder auch nur vermeintliche politische Gegner“, würde Gewalt zunehmend akzeptiert. „Das sehen wir auch bei Führungskadern“, so Mayer. Das gehe über Einzelfälle hinaus. „Dazu kommt das Propagieren von Kampfsport.“

Mayers Vorstoß für eine Verschärfung des Vereinsrechts löste Reaktionen aus. Die Bundesregierung hatte eine solche bereits im Regierungsprogramm vereinbart. SPÖ-Staatssekretär Jörg Leichtfried unterstützt die Stoßrichtung: Wenn Organisationen demokratiefeindliche Ideologien verbreiten würden, müsse der Rechtsstaat konsequent handeln.

Man müsse ein Betätigungsverbot etwa bei der Identitären Bewegung oder bei „Gruppierungen, die eine Religion missbrauchen, um unsere Demokratie, unseren Rechtsstaat und die Gleichstellung anzugreifen“, ernsthaft diskutieren. (derstandard.at, 9.9.26)

Auch die ÖVP zeigt sich grundsätzlich offen, die NEOS wollen einen konkreten Vorschlag prüfen. Die Grünen fordern, bestehende Möglichkeiten gegen „klar faschistische Organisationen“ stärker zu nutzen und allfällige Lücken zu schließen. Die FPÖ beantwortete die Anfrage des „Standard“ zu Mayers Vorschlag nicht.

Wien: Mäßig besuchter IB-Aufmarsch am Kahlenberg
Trotz europaweiter Mobilisierung fanden am Samstag (12.9.) gerade einmal zwischen 150 und 200 Rechtsextreme zum sogenannten „1683 Gedenken“ der Identitären auf den Wiener Kahlenberg.

Etwa 50 Mitglieder der polnischen „Allpolnische Jugend“ (Młodzież Wszechpolska) waren mit einem Bus angereist und brachten eine Statue des polnischen Königs Jan III. Sobieski mit, der maßgeblich am Entsatz Wiens von der osmanischen Belagerung beteiligt war.

Die Gruppe ist eine ultranationalistische, katholisch geprägte polnische Jugendorganisation, die sich in die Tradition ihrer 1922 gegründeten Vorgängerorganisation stellt. Deren völkischer Nationalismus war in der Zwischenkriegszeit von ausgeprägtem Antisemitismus geprägt. Das äußerte sich unter anderem in Boykottkampagnen gegen jüdische Geschäfte sowie in Ausgrenzung und Gewalt gegen jüdische Studierende. (derstandard.at, 13.9.26)

Ebenfalls am Kahlenberg waren der frühere slowakische Ministerpräsident und heutige Vorsitzende der slowakisch-russischen Gesellschaft Ján Čarnogurský sowie der extrem rechte slowakische EU-Abgeordnete Milan Mazurek.

Neben den internationalen Besucher:innen fiel vor allem die Präsenz offen neonazistischer Kreise auf. Unter den Teilnehmer:innen befanden sich sowohl verurteilte Neonazis aus dem Umfeld von Gottfried Küssel als auch jüngere mit Verbindungen ins Hooligan-Milieu. Auch die Brigada Beč war vertreten. Ordner der Kundgebung übergaben ihnen Transparente und wiesen ihnen Plätze innerhalb des Aufmarsches zu.

Gleichzeitig zeigte die Veranstaltung, welche Akteure innerhalb der Identitären nach dem eher unfreiwilligen Ausstieg ihrer Kader Gernot Schmidt und Yannick Wagemann zunehmend Aufgaben übernehmen: Der FPÖ-Fotograf und Obmann zweier identitärer Vereine Matthias Ohm koordinierte vor Ort unter anderem die ausländischen Delegationen. Wieland Kubitschek, Sohn des deutschen Verlegers Götz Kubitschek, trat ebenfalls wieder in Erscheinung.

Eine Rede hielt Christoph Albert von der identitären „Aktion 451“, die zuletzt auch durch ihre engen Verbindungen zum FPÖ-Nachwuchs aufgefallen ist. Der ist dem identitären Spektakel diesmal jedoch bis auf eine Ausnahme ferngeblieben: Der stellvertretende Obmann der Freiheitlichen Jugend Oberösterreich, Erik Hametner, war angereist und fiel vor allem durch seine Abschirmaktionen gegen Journalist:innen auf.

Tags darauf besuchte die „Allpolnische Jugend“ in einem nicht angemeldeten Aufmarsch die – wochenendbedingt mutmaßlich leerstehende – SPÖ-Zentrale in der Wiener Innenstadt, wieder mit ihrer selbstgebastelten Statue, um dort laut „Sobieski“ zu brüllen.

Polizeisprecher Philipp Haßlinger sagte, eine alarmierte Funkstreife habe kurze Zeit nach Bekanntwerden der Aktion bereits „niemanden mehr angetroffen“. Das Landesamt Staatsschutz und Extremismusbekämpfung (LSE) wurde über die Kundgebung in Kenntnis gesetzt. (krone.at, 13.9.26)

Fragt sich nur mehr, warum der Verfassungsschutz die Truppe spätestens nach dem Kahlenberg-Aufmarsch nicht beobachtet hat?

 
Krisenmechanismus für Energiepreise in Planung
Die Regierung arbeitet an einem Energiepreiskrisenmechanismus, der bei stark steigenden Strompreisen greifen soll. Liegt der Preis über 16,5 Cent pro Kilowattstunde, soll ein Grundkontingent auf zehn Cent gedeckelt werden.

Videobericht
 
SPÖ-Krisengipfel? Was hinter der Aufregung um Bablers Einladung steckt
Angeblicher Krisengipfel ist laut Vizekanzleramt völlig normaler Termin mit roten Ministern sowie Staatssekretären.
Große Aufregung: Steht SPÖ-Chef und Vizekanzler Andreas Babler kurz vor dem Rücktritt? Beendet er die Koalition? Baut er sein Regierungsteam um? Wie Krone und Heute berichten, soll Babler für Mittwochnachmittag, 15 Uhr, nur die roten Minister sowie Staatssekretäre – und zwar ohne Büroleiter und Kabinettchefs – zu einem Termin geladen haben.

Der Inhalt dürfte aber weitaus weniger brisant sein, als von den Boulevardmedien vermutet. Es handle sich um einen „völlig normalen Termin“, wie er mehrmals pro Monat stattfinde, heißt es aus dem Vizekanzleramt auf KURIER-Anfrage. Und zwar um die Besprechung des Ministerrats, die diesmal nicht am Vormittag, sondern am Nachmittag stattfindet. Krone und Heute haben sich demnach vor ihrer Erstmeldung nicht bei Bablers Team über den Inhalt der vermeintlichen „Krisensitzung“ erkundigt.

 
Verursacht von Franks und BlackJacks Liebling, seine Kürzlichkeit
Coronavirus-Hilfen: 158,8 Mio. Euro zu Unrecht bezogen
Bei der Überprüfung von Coronavirus-Förderungen hat das Finanzministerium bis Ende Juni Rückerstattungsansprüche von zu Unrecht erhaltenen Leistungen in Höhe von 158,8 Mio. Euro festgestellt.

Wie aus dem heute an das Parlament übermittelten Bericht zur Liquidation der COFAG hervorgeht, wurden bisher mehr als 11.700 Prüfungen durchgeführt. Allein in den vergangenen sechs Monaten gab es rund 2.400 Kontrollen.

Unternehmensverbünde im Fokus
Besonderer Schwerpunkt der Überprüfungen waren Unternehmensverbünde. Dabei stellte die Finanzverwaltung ein Rückerstattungsvolumen von rund 45 Mio. Euro fest. Die Prüfungen stützen sich auf eine Entscheidung des Obersten Gerichtshofs (OGH) vom April, der die Anwendung der beihilfenrechtlichen Obergrenzen pro Konzern bestätigte.

Die Coronavirus-Finanzierungsagentur des Bundes (COFAG) war im März 2020 gegründet worden und zahlte insgesamt 47 Mrd. Euro an Hilfen aus. Im Sommer 2024 wurde die Auflösung der Sondergesellschaft eingeleitet, seitdem ist die Finanzverwaltung für die Abwicklung zuständig. Von den insgesamt 16.800 Prüffällen ist der Großteil abgearbeitet.

 
Früher war alles besser?

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Zadic in U-Ausschuss
„Kurz wollte, dass Pilnacek bleibt“
Am Mittwoch hat der Untersuchungsausschuss zur Causa Christian Pilnacek seine Arbeit wiederaufgenommen. Die erste Auskunftsperson nach der Sommerpause war Ex-Justizministerin Alma Zadic (Grüne). Sie sagte, sie habe um Pilnaceks Nähe zur Politik gewusst, schließlich seien seine Chats bereits bekannt gewesen. Vor ihrem Amtsantritt 2020 habe der damalige ÖVP-Chef Sebastian Kurz Pilnaceks Verbleib im Amt gewollt. Jegliche Einflussnahme ihres damaligen Ressorts auf Ermittlungen rund um Pilnacek verneinte Zadic.

In Zadics Amtszeit fielen die Entmachtung Pilnaceks durch die Teilung von dessen Strafrechtssektion, die Suspendierung Pilnaceks sowie die Ermittlungen nach dem Auffinden von dessen Leiche im Oktober 2023.

Zudem setzte sie nach Auftauchen einer Tonaufnahme, auf der Pilnacek über ÖVP-Interventionen sprach („Pilnacek-Tape“), eine Kommission ein, um mögliche politische Einflussnahmen auf die Justiz unter Pilnacek zu untersuchen. Dieses Gremium unter Federführung des Antikorruptionsexperten Martin Kreutner stellte auch politische Interventionen fest.

 
Regierung bringt Strompreisdeckel auf den Weg
Die Regierung bringt einen Strompreisdeckel für Haushalte und Betriebe für den Fall einer Energiekrise auf den Weg. Die Regierungsparteien ÖVP, SPÖ und NEOS wollen damit einen Preisschock wie 2022 verhindern.

Konkret soll der Strompreis bei zehn Cent netto pro Kilowattstunde (kWh) eingefroren werden, wenn er über 16,5 Cent steigt. In der Industrie werden die Subventionen von 60 auf über 500 Unternehmen ausgeweitet, kündigten Regierungsvertreter heute an.

Die Gesetzesentwürfe sollen nun in Begutachtung geschickt und noch heuer im Parlament beschlossen werden, wie es nach dem Ministerrat im Pressefoyer hieß. Der Preisdeckel soll im Fall des Falles direkt auf der Stromrechnung und ohne Antrag verrechnet werden.

Zwei Bedingungen für Preisdeckel
Damit der Krisenmechanismus bei Strom greift, müssen zwei Bedingungen erfüllt sein. So muss der Großhandelspreis für Monatsfutures im Sechsmonatsdurchschnitt drei Monate hintereinander über 165 Euro pro Megawattstunde (MWh) liegen, und der durchschnittliche Arbeitspreis der Hauptprodukte der Stromversorger muss mehr als 16,5 Cent pro kWh netto betragen.

 
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