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Nachrichten aus Serbien

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Zur Einordnung von KRIK:

Auf der offiziellen Website des National Endowment for Democracy (NED) ist dokumentiert, dass KRIK seit 2015 ein direkter Geldempfänger der US-Stiftung ist. Die Förderung umfasst gezielt Mittel für investigative Recherchen, das Monitoring staatlichen Handelns sowie Plattformen für „Faktenchecks“ (wie RasKRIKavanje).

Das ist kein Geheimnis, sondern offizielle Stiftungspraxis. Unabhängig von der inhaltlichen Qualität der Recherchen handelt es sich bei KRIK damit nachweislich um eine durch westliche Gelder mitaufgebaute und finanzierte Medienstruktur.


Ach, was für eine bahnbrechende Enthüllung, wie man es von Ryler gewohnt ist :mrgreen: Da legt ein investigatives Medium seine Finanzen völlig transparent ins Netz, und findige Detektive decken auf, was auf der Website steht. Ein echter Schock für alle, die dachten, dass unabhängiger Journalismus in Serbien rein von staatlicher Nächstenliebe und Luft und Liebe lebt.

:laha
 
Dumm ist es, Geldflüsse auszublenden und Fakten zu ignorieren, stattdessen aber in Ivo-Manier von „Verschwörungen“ (von denen du offensichtlich nach all den Deklassifizierungen immer noch nichts kapiert hast) zu faseln, obwohl du vermutlich „Verschwörungstheorien“ meinst. Und lass mal meine Sorge sein, was ich mir spare.

Wer direkt reflexartig die „MAGA-Keule“ schwingt, will doch nur jede kritische Analyse im Keim ersticken. Kein Mensch nimmt hier Vucic in Schutz. Aber wer so tut, als ob westliche Stiftungen, Thinktanks und NGOs (wie NED & Co.) solche zivilgesellschaftlichen Netzwerke und Oppositionsstrukturen nicht seit Jahren gezielt aufbauen, bezahlen und schulen, ist einfach naiv.

Eine angeblich völlig spontane, „führerlose“ Studentenbewegung mit perfekter PR, durchgestylten Medien-Narrativen (siehe N1) und fertigen Katalogen entsteht nicht im luftleeren Raum. Ein reales Trigger-Ereignis wie in Novi Sad wird genau für so etwas genutzt. Die Studentenliste als angebliche reine Graswurzelbewegung kann ganz schnell zum trojanischen Pferd (wie eben MAGA) werden, um Vucics Eiertanz auf allen Hochzeiten zu beenden und das Land reif für Brüssel und die NATO zu machen, was denkst du, wieso Flintenuschi und Soros gratulieren?

Wer diesen Geldflüssen nicht nachgeht und alles in Fanboy-Manier als organisch entstandene Wut der "jungen Menschen" feiert, fällt am Ende halt auf dieselbe Masche herein. Ich hoffe ehrlich gesagt selbst, dass ich mit meinen Befürchtungen Unrecht habe – aber die Augen vor den Hintergründen zu verschließen, ist einfach extrem kurz gedacht.
Wie du vielleicht schon festgestellt hast im Laufe der Jahre, Dissention sieht mich nicht als Freund, eher Gegenteil, vor allem weil ich ihn wegen seinen Faible für den Kriegsverbrecher Momcilo Djujic (er bezeichnet einen Massenmörder als Helden) aufziehe und auch mit meinen Kommentaren zu Porfirije hat er so seine Probleme, in diesem Punkt hier gebe ich ihm recht.
Wer glaubt, dass hier irgendwer naiv ist, hat den Punkt nicht verstanden. Niemand bestreitet, dass Geopolitik ein Schachspiel ist und dass Stiftungen wie das NED strategisch Geld verteilen, genau wie Moskau und Peking das auf ihren Kanälen tun.
Aber es ist ein logischer Fehlschluss zu glauben, dass Geldfluss automatisch totale Fernsteuerung bedeutet. Die Wut der Menschen in Novi Sad ist real, die Einstürze und die Korruption sind real, und dafür braucht es keine Regieanweisung aus Washington. Die Menschen dort sind keine ferngesteuerten NPCs, sondern Bürger, die verständlicherweise wütend sind. Wer jede Protestbewegung sofort zum rein westlichen Kunstprodukt degradiert, nimmt der lokalen Bevölkerung die eigene Handlungsfähigkeit (Agency) ab. Das ist kein strategischer Scharfsinn, sondern einfach nur die Umkehrung der Naivität.
Ja, mir ist schon klar, dass meine Worte an jemand der noch immer an Pizza-Gate glaubt, reine Verschwendung sind, aber zumindest kann man mir nicht nachsagen, ich hätte es nicht versucht.
 
Vučić hielt soeben eine recht kämpferische Rede: „Wenn das so weitergeht, organisieren wir uns selbst“

Der ehemalige serbische Präsident und Verlierer der Parlamentswahlen, Aleksandar Vučić, hielt zwei Tage nach seiner Wahlniederlage gegen die Studentenliste eine Rede zur Feier des Parteipatronats der Serbischen Progressiven Partei (SNS). Er erklärte, dass seiner Partei eine schwierige Phase bevorstehe, warf den politischen Gegnern Gewalt sowie Verfolgung vor und warnte, dass sich die Progressiven selbst organisieren würden, sollten die staatlichen Institutionen sie nicht schützen.
Vučić behauptete, dass gegen seine Partei ein „revolutionärer Terror“ ausgeübt werde.
„Vor uns liegt ein sehr schwerer Weg. Sie werden uns verfolgen, sie werden uns verfolgen, weil sie niemals das schaffen werden, was wir geschafft haben. (...) Sie sind nur zum Terror gegen diejenigen bereit, die anders denken“, sagte Vučić.
Er hielt die Rede nach den gestrigen Ereignissen vor dem Fernsehsender Informer, wo sich Demonstranten versammelt hatten und einige von ihnen in die Räumlichkeiten des Senders eingedrungen waren. Vučić behauptete, das Leben des Eigentümers und Chefredakteurs von Informer, Dragan J. Vučićević, sei in Gefahr gewesen, und kritisierte das Vorgehen der Polizei.

„Wenn der Staat nicht reagiert, müssen wir unsere eigenen Entscheidungen treffen“

„Wir bitten die Staatsorgane, viel effizienter zu arbeiten als gestern. Sie haben die Pflicht, als Staatsorgane zu agieren, ob Ihnen jemand gefällt oder nicht. Das gestern war schrecklich. Erst als die Einheiten der Polizeibrigade eintrafen, wurde das Leben von Dragan Vučićević gerettet“, sagte er.
Er bezeichnete die Demonstranten als Wilde und warf ihnen vor, den Eigentümer von Informer demütigen und schikanieren zu wollen.
„Wenn der Staat nicht reagiert, werden wir in den kommenden Tagen unsere eigenen Entscheidungen treffen müssen“, erklärte er, woraufhin er den Applaus der Anwesenden unterbrach.
Später erläuterte er genauer, was er damit meinte:
„Wenn sie den Terror gegen Menschen, die anders denken, das Prügeln, Zusammenschlagen, Demolieren und alles andere fortsetzen und die Staatsorgane nichts unternehmen, werden wir gezwungen sein, uns selbst zu organisieren. Und sie sollen wissen, dass sie die volle Verantwortung dafür tragen“, sagte Vučić.

 
Ach, das bittersüße Drama eines unantastbaren Herrschers, dem plötzlich das Spielzeug weggenommen wurde. Nach 14 Jahren lupenreiner "Demokratie“ reicht eine einzige Wahlniederlage gegen ein paar Studenten, um den Untergang des Abendlandes und "revolutionären Terror“ herbeizuführen. Besonders herzergreifend ist die Drohung, sich mangels staatlichem Schutz nun "selbst organisieren“ zu müssen, ein echter Staatsmann schmollt eben nicht leise, er droht lieber subtil mit der eigenen Bürgerwehr.
Dass die opportunistischen Medienbosse und Gefälligkeitsschmarotzer schon nach zwölf Stunden seine Nummer vergessen haben, ist natürlich der Gipfel der Undankbarkeit im politischen Haifischbecken. Aber Serbien kann aufatmen, da uns feierlich versprochen wurde, dass er selbst noch aus dem Grab weiterschwadronieren wird, bleibt uns dieser majestätische Vorrat an schlechter Laune wohl bis in alle Ewigkeit erhalten.
 
Endlich macht Politik wieder Spaß (zumindest temporär).

"Sie haben mich beim Abendessen gestört." Und dann das Hämmern am Ende. Zu geil.

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