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Nachrichten aus Serbien

Brot und Spiele auf Vucic-Art: Der große Sommer-Schluss-Verkauf der Stimmen
Da ist sie wieder, die bewährte Vucic Wirtschaftsmethode, wenn die Umfragewerte wackeln oder Wahlen vor der Tür stehen, mutiert der Möchtegern-Adolf plötzlich zum spendablen Weihnachtsmann mitten im August.
Hier ist die banale Umrechnung der historischen Wohlstands-Spritzen:
Die 35.000 Dinar (für die ärmsten Rentner): Das sind sagenhafte ~300 Euro. Einmalig! Damit lässt sich der Wocheneinkauf im inflationstreibenden Belgrader Supermarkt fast ohne Weinen erledigen.
Die 20.000 Dinar (für die restlichen Rentner): Schlanke ~170 Euro. Reicht fast für eine neue Winterjacke, solange man sie nicht anzieht.
Die 6.000 Dinar (aus dem „dämlichen“ Aktienfonds): Atemberaubende ~51 Euro. Wenn man Glück hat und die Urgroßeltern richtig vererbt haben, kriegt man vielleicht das Dreifache, also knapp 150 Euro Schadensersatz für verpfuschte Gesetze von vor fast 20 Jahren.
Das Geniale an dem Plan:
Anstatt das marode Renten- und Sozialsystem nachhaltig zu reformieren, wirft man den Bürgern lieber alle paar Monate ein paar Geldscheine vor die Füße. Das erhöht die Abhängigkeit und sichert die Dankbarkeit bis zum nächsten Urnengang. Und das Beste, wer sich über die Medikamentenpreise beschwert, hat einfach nicht verstanden, dass die Senkung ab 1. August ein reiner Akt der Nächstenliebe ist und absolut gar nichts mit politischem Kalkül zu tun hat. Ehrenwort.

Nicht falsch, ich gönne diese Finanzspritze jedem einzelnen Bürger von Herzen, nur ist es traurig, dass sie als politisches Almosen statt als ehrliche und nachhaltige Unterstützung kommt.
 
Von den besten lernen: Meisterklasse mit Aleksandar Vučić
Just an dem Tag, an dem bekannt wurde, dass in Serbien heuer mehr als 100 Verstöße gegen Pressefreiheit verzeichnet wurden, darf der Präsident in einer europäischen Qualitätszeitung erzählen, was er "alles durchmachen muss"

Heuer gab es aus privaten Gründen keinen Sommerurlaub für mich am Balkan. Doch am ersten Arbeitstag holte mich der Balkan dann doch ein.

Kaum am Newsdesk angekommen landete auch schon eine Presseaussendung auf dem Bildschirm: "Die Presse" startet "Rainer Nowaks Meisterklasse": Gespräche über Führung, Macht und die eigenen Fehler. Erster Gedanke: Spannend, dass Rainer Nowak jetzt Interviews führt, wo er doch zur Presse als CEO zurückgekehrt ist und keine journalistische Arbeit mehr machen wollte. Darauf folgt eine noch größere Überraschung: Nowaks erster Gesprächspartner ist Serbiens Präsident Aleksandar Vučić.

Kein journalistisches Interview also, aber eine Meisterklasse mit einem Autokraten.

"Eine Meisterklasse bezeichnet einen intensiven Lehrgang, der von einem anerkannten Experten oder Meister seines Faches geleitet wird. Sie dient dem Wissenstransfer, der Fähigkeitenentwicklung und der Förderung von Spitzenleistungen", sagt Wikipedia.

Propaganda-Minister
Nun, das klingt schon mal vielversprechend. Zum Thema "Führung, Macht und Fehler" könnte zwischen Nowak und Vučić tatsächlich viel Wissenstransfer stattfinden.

Von Vučić kann man zum Beispiel lernen, wie man seine politische Karriere in einer nationalistischen und rechtsradikalen Partei startet, sich als Slobodan Miloševićs Propagandaminister verdingt, sich dann distanziert und seit 12 Jahren scheinbar unerschütterliche politische Positionen an der Staatsspitze bekleidet.

 
Nichts neues in Serbien...Fascho Vucic droht wieder mit Krieg und laut serbischem "Gott" sollen sie das Recht haben, das Kosovo zu besitzen


achja mittendrin Vucic Pope der bei Vucic Fascho-Reden Beifall klatscht... Ein "normales" Wochenende in Serbien:mongolol:
 
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