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Nachrichten aus Serbien

Oh, wie rührend. Ein "Sonderprogramm ab den frühen Morgenstunden“, da wissen wir ja was Diego den ganzen Tag machen wird, um einen verurteilten Völkermörder im Staatsfernsehen heiligzusprechen, da bleibt kein Auge trocken. Man muss der serbischen Boulevardpresse wirklich für dieses logistische Meisterwerk danken. Endlich wird dem Mann, der für das systematische Abschlachten von über 8.000 Menschen in Srebrenica und die jahrelange Terrorisierung von Sarajevo und für schlimme Kriegsverbrechen in Kroatien verantwortlich ist, die mediale Bühne geboten, die ihm "gebührt“.
Wie praktisch, dass man die Geschichte so wunderbar umschreiben kann. Aus dem im UN-Gefängnis an Altersschwäche oder Krankheit verstorbenen Kriegsverbrecher wird kurzerhand ein "in Den Haag getöteter Held“ gedreht. Fakten sind ja auch viel zu sperrig für eine gute Prime-Time-Beerdigung.

Bestimmt schalten die Hinterbliebenen der Opfer weltweit ganz gebannt ein, um Minute für Minute mitzuverfolgen, wie der Mann gefeiert wird, der ihr Leben zerstört hat. Ein Hoch auf den patriotischen Journalismus, der moralischen Bankrott so feierlich verpacken kann.
 
§5 Provokationen, Hetze
Letzte Ehre für einen Kriegsverbrecher: Serbien begeht Begräbnis von Ratko Mladić
Das Begräbnis des ehemaligen Generals, der für die Ermordung zehntausender Menschen verantwortlich gemacht wird, geriet zur öffentlichen Huldigung

Die politischen Eliten feierten am Montag in Belgrad einen Schwerkriminellen. Zum Begräbnis des Massenmörders und Muslimenfeindes Ratko Mladić waren unter anderem das serbische Mitglied des Staatspräsidiums von Bosnien und Herzegowina Željka Cvijanović, der Präsident des bosnischen Landesteils Republika Srpska (RS) Siniša Karan, Innenminister Željko Budimir sowie der mächtigste Politiker der RS, Milorad Dodik, angereist.

Auch Serbiens Verteidigungsminister Bratislav Gašić und weitere serbische Regierungsmitglieder kamen, um dem Mann zu huldigen, der die Ermordung und Vertreibung Zehntausender zu verantworten hatte. Mladić war Ende August im Alter von 83 Jahren im Gefängnis des früheren Tribunals für Kriegsverbrechen im ehemaligen Jugoslawien (ICTY) in Den Haag verstorben. Der russische Botschafter in Serbien sprach der Familie von Mladić sein Beileid aus. Serbiens Präsident Aleksandar Vučić nahm nicht an der Zeremonie teil.

Video-Wall vor der Kirche
Der Gottesdienst unter der Leitung des wichtigsten serbisch-orthodoxen Geistlichen, des Patriarchen Porfirije, begann um 12 Uhr in der Kirche des Heiligen Lukas. Tausende verfolgten ihn vor der Kirche per Videoübertragung. Viele trugen T-Shirts mit dem Konterfei des ehemaligen Generals, der unter anderem wegen des jahrelangen Beschusses von Sarajevo zu lebenslanger Haft in Den Haag verurteilt worden war.

Mladićs Sohn Darko brachte die militärischen Auszeichnungen und die Armeemütze seines Vaters mit in die Kirche. Entlang der Strecke zwischen dem Friedhof Topčider und der Kirche wurden von der Stadt Belgrad Trinkwassertankwagen aufgestellt. Auch Elektrofahrzeuge, mobile Toiletten und städtische Sicherheitskräfte wurden organisiert.

Trauer am Fußballplatz
Mladić hatte von 1992 bis 1995 in Bosnien und Herzegowina militärische Kampagnen zur Vertreibung und Ermordung von Nicht-Serbinnen und Nicht-Serben angeführt. Es ging darum, den Staat Bosnien und Herzegowina einzunehmen, zu zerstören und an ein Groß-Serbien anzuschließen.

In Serbien und in der RS wurde Mladić in den vergangenen Jahren – etwa durch Graffiti an Hauswänden – zunehmend glorifiziert. Beim Derby zwischen den Belgrader Fußballvereinen Roter Stern Belgrad und Partizan Belgrad am Sonntag hielten die Fans eine Schweigeminute für Mladić ab. Einige entrollten ein Banner mit seinem Bild und den so grausamen wie zynischen Worten "Richtung: Potočari ". In Potočari bei Srebrenica liegen die Überreste der tausenden muslimischen Opfer des Genozids begraben.

Sendebetrieb unterbrochen
Das bosnische Telekommunikationsunternehmen BH Telecom unterbrach am Montag die Ausstrahlung des bosnisch-serbischen Senders RTRS, während dieser vom Begräbnis berichtete. BH Telecom verwies darauf, dass die Verherrlichung von Kriegsverbrechern verboten ist. Zudem könnten Gefühle der Opfer verletzt werden.

 
Heute ist Vucics Serbien auf das niedrigste Niveau aller Zeiten gefallen. Es wird Zeit alle Regierungsparteien, alle ihre Mitglieder, die SPC und den Hurensohn Porfirije zu sanktionieren. Mir tut das den Opfern gegenüber und ihren Nachkommen so unendlich leid.

 
B92: Vučić wird am Dienstagabend auf alle Drohungen aus Sarajevo und Zagreb reagieren
Der serbische Präsident Aleksandar Vučić wird morgen Abend auf alle Lügen und Drohungen reagieren, die aus Sarajevo und Zagreb kommen.

Vučić wird insbesondere auf die beschämenden Äußerungen und Drohungen von Personen eingehen, die persönlich an der Beerdigung und Verabschiedung von Kriegsverbrechern teilgenommen haben und heute Sanktionen gegen unser Land verhängen sowie neue Konflikte anzetteln wollen.

Zur Erinnerung: Außenminister Marko Đurić erklärte zuvor, dass der Außenminister von Bosnien und Herzegowina, Elmedin Konaković, und ihm Gleichgesinnte die größten Gegner einer echten Versöhnung seien. Serbien werde weder eine selektive Justiz noch Moralpredigten von denjenigen akzeptieren, die sich beharrlich weigern, der eigenen Vergangenheit ins Auge zu blicken.
Auf seinem Facebook-Profil reagierte Đurić auf Konakovićs Äußerungen während einer Pressekonferenz, die anlässlich der heutigen Beerdigung von Ratko Mladić organisiert worden war. Konaković hatte dort erklärt, dass er, falls er die Kompetenz dazu hätte, alle diplomatischen Beziehungen zu Serbien abbrechen würde, und behauptet, dass der serbische Präsident Aleksandar Vučić die Gesetze seines eigenen Landes breche. Đurić betonte dazu, dass die Heuchelei und Schamlosigkeit von Konaković keine Grenzen kennen.

„Moralische Lektionen erteilt Serbien und Aleksandar Vučić ein Mann, der politisch in einer Partei und einem Milieu herangewachsen ist, die jahrelang Rasim Delić feierten – der rechtskräftig wegen Verbrechen verurteilt wurde, die von Mitgliedern der Einheit 'El Mudžahid' an gefangenen Serben begangen wurden –, sowie andere, die das serbische Volk getötet, abgeschlachtet und ausgelöscht haben“, erklärte er.

Er fügte hinzu, dass Vučić, als es nötig war, nach Srebrenica reiste, sich vor den Opfern verneigte und die Hand zur Versöhnung reichte, nur um dort von einer wütenden, von Hass auf Serben geblendeten Menge gelyncht und fast getötet zu werden.

„Bis heute wurde niemand für diesen Angriff zur Rechenschaft gezogen. Das zeigt am besten, wer bereit war, sein eigenes Leben für die Versöhnung zu riskieren, und wer die Opfer anderer für billige politische Abrechnungen instrumentalisiert. Sie sind so blind vor Hass, dass ihnen selbst heute noch der Geist von Aleksandar Vučić dort erscheint, wo er gar nicht ist. Sie wissen genau, dass er der beste Beschützer der serbischen Interessen ist, deshalb greifen sie ihn an, selbst wenn er nicht da ist“, betonte Đurić.

Er urteilte, dass Konaković, anstatt Gift zu verspritzen und zu beleidigen, zuerst die Namen der serbischen Opfer aussprechen, die Verbrechen an ihnen verurteilen und erklären sollte, warum in Sarajevo weiterhin verurteilte Kommandanten gefeiert werden.

„Genau Konaković und ihm Gleichgesinnte sind die größten Gegner jeder echten Versöhnung: Sie verlangen von den Serben, auf jedes ihrer Opfer zu verzichten, verschweigen ihre eigenen Verbrechen und erklären ihre eigenen Verurteilten zu Helden. Serbien wird weder eine selektive Justiz noch Moralpredigten von denjenigen akzeptieren, die sich beharrlich weigern, der eigenen Vergangenheit ins Auge zu blicken“, botschaftete Đurić.

Wie dortige Medien berichten, kündigte Konaković an, am Morgen Briefe mit unterschiedlichen Botschaften an die Vereinigten Staaten von Amerika, Großbritannien und die Europäische Union zu senden, und fragte die EU, ob sie ihre eigenen Prinzipien und Proklamationen respektiere.

Er sagte zudem, er erwarte von der EU eine Reaktion in Form von „Taten“, und er werde, wie er betonte, daran arbeiten, die Beziehungen zu Serbien auf das kleinstmögliche Maß zu reduzieren.

Vučić će u utorak u večernjim satima odgovoriti na sve pretnje iz Sarajeva i Zagreba
Predsednik Srbije Aleksandar Vučić sutra u večernjim satima odgovara na sve laži i sve pretnje koje dolaze iz Sarajeva i Zagreba.

Vučić će se posebno osvrnuti na sramne izjave i pretnje ljudi koji su lično učestvovali u dženazi i ispraćaju ratnih zločinaca, a danas bi da uvode sankcije našoj zemlji i traže nove sukobe.

Podsetimo, ministar spoljnih poslova Marko Đurić izjavio je ranije da su ministar spoljnih poslova Bosne i Hercegovine Elmedin Konaković i njemu slični najveći protivnici svakog pravog pomirenja i da Srbija neće prihvatiti ni selektivnu pravdu ni lekcije o moralu od onih koji sopstvenu prošlost uporno odbijaju da pogledaju u oči.

Đurić je na svom Fejsbuk profilu povodom izjave Konakovića na konferenciji za novinare organizovanoj povodom današnje sahrane Ratka Mladića da bi da ima nadležnost prekinuo sve diplomatske odnose sa Srbijom i tvrdnje da predsednik Srbije Aleksandar Vučić krši zakon svoje zemlje, naveo da licemerje i odsustvo srama Konakovića nemaju granice.

"Moralne lekcije Srbiji i Aleksandru Vučiću drži čovek koji je politički stasao u stranci i miljeu koji su godinama slavili Rasima Delića, pravosnažno osuđenog zbog zločina koje su nad zarobljenim Srbima počinili pripadnici odreda 'El Mudžahid', kao i druge koji su ubijali, klali i zatirali srpski narod", naveo je on.

Dodao je da je Vučić kada je trebalo otišao u Srebrenicu, poklonio se žrtvama i pružio ruku pomirenja, da bi tamo bio linčovan i umalo ubijen od razjarene mase zaslepljene mržnjom prema Srbima.

"Do danas niko nije odgovarao za taj napad. To najbolje pokazuje ko je bio spreman da rizikuje sopstveni život radi pomirenja, a ko tuđe žrtve koristi za jeftine političke obračune. Toliko su zaslepljeni mržnjom da im se i danas priviđa duh Aleksandra Vučića i tamo gde ga danas nema. Znaju dobro da je on najbolji zaštitnik srpskih interesa, zato ga napadaju čak i kad nije tu", istakao je Đurić.

Ocenio je da umesto što truje i vređa, Konaković bi najpre trebalo da izgovori imena srpskih žrtava, osudi zločine nad njima i objasni zašto se u Sarajevu i dalje slave osuđeni komandanti.

"Upravo Konaković i njemu slični najveći su protivnici svakog pravog pomirenja: od Srba traže da se odreknu svake svoje žrtve, svoje zločine prećutkuju, a svoje osuđenike proglašavaju herojima. Srbija neće prihvatiti ni selektivnu pravdu ni lekcije o moralu od onih koji sopstvenu prošlost uporno odbijaju da pogledaju u oči", poručio je Đurić.

Konaković je, kako prenose tamošnji mediji, najavio da ujutro šalju pisma Sjedinjenim Američkim Državama, Velikoj Britaniji i Evropskoj uniji s različitim porukama te pitao EU da li oni poštuju svoje principe i ono što proklamuju.

On je rekao i da očekuje da EU reaguje "akcijom", a kako je rekao, radiće na tome da odnose sa Srbijom svede na najniže moguće.

 
Oh, haltet die Druckerpressen an und schaltet die E-Medien ab. Der Meister der ekelhaften politischen Seifenoper bittet wieder zum abendlichen Großmaul-Monolog. Es ist ja auch rührend, kaum öffnet jemand in Sarajevo oder Zagreb den Mund, opfert sich der unermüdliche Rächer der serbischen Ehre auf, um uns pünktlich zur Prime Time die Welt zu erklären.

Was wäre der Balkan nur ohne dieses wöchentliche Skript? Ein paar bittere Wahrheiten über die eigene Vergangenheit? Langweilig. Viel schöner ist es doch, die alte, verlässliche Opferrolle aus dem Schrank zu holen, sie ordentlich abzustauben und sich als der einzige Mann darzustellen, der mutig im Kreuzfeuer der "Lügen“ steht. Genau genommen, lässt er ein Kreuzfeuer an Lügen aus.

Natürlich darf auch das treue Gefolge nicht fehlen. Marko Djuric springt wie ein gut trainierter Beifallklatscher auf Facebook herbei, um uns mitzuteilen, dass die Heuchelei der anderen "keine Grenzen kennt“, während man in Belgrad natürlich die moralische Reinheit in Person ist. Ein wahrer Akt der Nächstenliebe: Man inszeniert sich als Friedensengel, während man gleichzeitig fleißig die alten Gräben vertieft, damit das politische Süppchen auch ja nicht abkühlt.
Es ist wirklich ganz großes Kino. Ein Drama voller Verrat, Hass und heldenhafter Verteidigung. Schade nur, dass das Publikum den Trick mit den Spiegeln und dem Rauch mittlerweile in- und auswendig kennt. Aber hey, die Einschaltquoten stimmen bestimmt. Und der Schlächter von Bosnien wurde ja schließlich nur mit militärischen Ehren beigesetzt und Porfirije gab seine Sangeskünste nicht wirklich preis.
 
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