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Nachrichten aus Serbien

Studenten in Serbien übermalen Graffitis von Ratko Mladić und Hassbotschaften

Studenten und Bürger in Subotica haben am Mittwochabend gemeinsam Hassbotschaften und Graffitis in einer Unterführung im Stadtzentrum übermalt. Unter den entfernten Graffitis befanden sich das Konterfei des verurteilten Kriegsverbrechers Ratko Mladić mit dem Schriftzug „Held“ sowie die Aufschriften „Studenten Terroristen“, wie das serbische Medium Danas berichtet.
Die Bürger brachten Farbe, Farbroller, Kartons und weiteres Zubehör mit, um gemeinsam mit den Studenten die Unterführung nahe einer der Hauptkreuzungen der Stadt umzugestalten.

„Hassbotschaften sind in unserer Stadt nicht willkommen“

An der Umzäunung der Unterführung brachten sie eine Tafel mit der Botschaft an, dass Hassgraffitis in Subotica keinen Platz haben und dass sie die öffentlichen Räume in der gesamten Stadt umgestalten wollen.
„Hassbotschaften sind in unserer Stadt nicht willkommen. Wir gestalten diesen Ort um, so wie wir auch die gesamte Stadt umgestalten werden“, schrieben die Teilnehmer der Aktion.
Auf der Tafel warnten sie zudem davor, dass Personen, die erneut Hassgraffitis anbringen, gefilmt werden und dass man deren Bestrafung fordern werde.
„Ihr habt gesehen, dass wir uns zu organisieren wissen. Spielt nicht mit uns. Das Spiel ist vorbei“, heißt es in der Nachricht weiter.

Polizei sicherte die Aktion ab

Die Aktion wurde von der Polizei aus Subotica abgesichert. Polizeibeamte sperrten mit einem Dienstfahrzeug vorübergehend eine Fahrspur, während die Studenten und Bürger die Wände auf beiden Seiten der Unterführung übertünchten.

 
Ein großes Lob an die Studentenliste für diese vorbildliche und mutige Initiative. Chapeau.
Das Übermalen von Hassbotschaften und Kriegsverbrecher-Glorifizierungen mitten im öffentlichen Raum erfordert echten Mut. Die Aktion hat gezeigt, wie junge Menschen Bürger und sogar die lokale Polizei für eine positive Sache zusammenbringen können. Statt nur zu kritisieren, nehmen die Studenten die Verschönerung ihrer Städte selbst in die Hand und setzen ein unübersehbares Zeichen für Toleranz.
In einem politisch aufgeheizten Umfeld ist dieser friedliche Einsatz für eine saubere, hassfreie Umgebung ein absolut starkes Signal für die Zukunft des Landes.
Kroatien könnte sich da ein Beispiel nehmen
 
Vučić kündigt Säuberung an und greift Wahlsieger an: „Sie sind schlimmer als die Taliban“

Aleksandar Vučić, der ehemalige Präsident Serbiens und Spitzenkandidat der Wahlliste „Vereinigtes Serbien“ (Ujedinjena Srbija), hielt eine Pressekonferenz ab, auf der er die Gewinner der Parlamentswahlen scharf angriff. Er warf ihnen Gewalt, Einschüchterung politischer Gegner und Druck auf die Medien vor. Zudem kündigte er tiefgreifende Veränderungen in der Serbischen Progressiven Partei (SNS) an, die nach der Wahlniederlage in die Opposition geht.
Vučić erklärte, seine politische Fraktion habe am Sonntag, dem 25. Oktober, die Niederlage anerkannt und den Gegnern gratuliert, doch nach den Wahlen sei eine Welle der Gewalt gefolgt.
„In den vergangenen 72 Stunden erleben wir offenen Terror auf den Straßen und in Einrichtungen in ganz Serbien, einen regelrechten revolutionären Terror“, sagte Vučić.

„Solche Methoden haben wir seit 1945 nicht mehr gesehen“

Er beschuldigte die Wahlsieger, in Institutionen einzudringen, physische Angriffe zu verüben und zu versuchen, die Kontrolle über die Medien zu übernehmen. Besonders hob er die Ereignisse in der Redaktion von Informer, einem regierungsnahen Boulevardblatt, hervor und behauptete, seine politischen Gegner hätten die Mitarbeiter schikaniert und das Programm unterbrochen.
„Für sie dürfen nur noch N1 und Nova S existieren, und RTS muss so werden wie sie“, behauptete er.

 
Da verliert der Mächtegernherrscher einmal eine Wahl und schon mutieren friedliche Studierende, die im Grunde nur ein paar Schaufeln, Besen und frische Farbe in die Hand nehmen, zu einer brutalen, blutrünstigen Taliban-Horde.
Es ist wirklich herzzerreißend zu sehen, wie der "revolutionäre Terror“ von Bürgern, die gemeinschaftlich ekelhafte Hassgraffitis überstreichen, den gestandenen "Staatsmann" erzittern lässt. Natürlich durfte auch der obligatorische, theatralische Vergleich mit dem Jahr 1945 und der Geheimen Staatspolizei nicht fehlen, um der eigenen Niederlage das nötige Hollywood-Drama zu verleihen.
Dass ausgerechnet sein treues Boulevardblatt Informer nun die Speerspitze der bedrohten demokratischen Medienlandschaft sein soll, entbehrt dabei nicht einer gewissen komödiantischen Meisterklasse. Aber keine Sorge, wenn erst einmal zwei Drittel der eigenen Partei weggesäubert wurden, klappt es beim nächsten Mal bestimmt wieder ganz ohne das Gespenst des Untergangs.
 
Aber alo:
Vučić über Menschen, die ihm den Rücken gekehrt haben: „Gerade jetzt haben sie gemerkt, dass sie 14 Jahre lang unzufrieden waren“

Oppositionsführer Aleksandar Vučić hat heute Abend eine Videobotschaft auf Instagram veröffentlicht, in der er über die Wahlniederlage, Menschen, die die Partei verlassen, und die für die kommende Zeit geplanten Veränderungen sprach. Er dankte all jenen, die ihren Überzeugungen treu geblieben sind, und kündigte Treffen der Parteigremien sowie Vorbereitungen für den Parteitag an.
Oppositionsführer Aleksandar Vučić wandte sich heute Abend via Instagram an die Bürger und betonte, dass es nach der Wahlniederlage notwendig sei, Fehler zu analysieren, Veränderungen innerhalb der Partei umzusetzen und den politischen Kampf fortzusetzen.
Zusammen mit dem Video veröffentlichte er folgende Botschaft:
„Ein unendlicher Dank geht an all die wunderbaren und mutigen Menschen, die ihre Würde, ihren Stolz und ihre Überzeugungen bewahrt haben. Serbien wird siegen!“.
Zu Beginn seiner Ansprache erklärte Vučić, dass er sich auf die Sitzungen der Parteiorgane vorbereite.
„Es ist neun Uhr abends. Ich lese und bereite die Dinge für die kommenden Tage vor. Morgen haben wir den Exekutivausschuss, übermorgen das Präsidium, den Hauptvorstand und danach die Parlamentsfraktionen. Wir denken über alles nach, was wir gerade durchmachen“, sagte Vučić.
In Bezug auf die Wahlniederlage betonte er, dass er im Laufe seiner politischen Karriere gelernt habe, sowohl Siege als auch Niederlagen zu akzeptieren.

alo.rs/vesti/politika/17028979/vucic-objavio-video-poruku-nakon-izbora-i-najavio-promene-u-stranci.html?uid=9b8ead685f52d7d0e4049ea536ba58f7&utm_source=widget4media&utm_content=article&utm_campaign=vucic-o-ljudima-koji-su-mu-okrenuli-leda-bas-sada-su-shvatili-da-su-bili-nezadovoljni-14-godina&ayu_origin=26&ayu_widget=34&ayu_post=17933085573137
 
Ach wie rührend, da regiert man 14 Jahre lang absolut unfehlbar und kaum verliert man eine Wahl, mutieren die treuesten Gefährten über Nacht zu charakterschwachen Verrätern.
Dass diese Abtrünnigen angeblich erst jetzt merken, wie unglücklich sie die ganze Zeit über waren, ist natürlich eine bodenlose Frechheit, sie hätten im heroischen Untergang des sinkenden Schiffes gefälligst stillhalten müssen. Es hat schon echte Telenovela-Qualität, wenn der sichtlich angewiderte Oppositionsführer und Möchtegerngenozidler abends um neun einsam beim Aktenstudium sitzt, um das "Übel“ im Land heldenhaft zu vertreiben. Wer braucht schon politische Sachlichkeit, wenn man die eigene Niederlage stattdessen als biblischen Kampf zwischen den "Mutigen“ und den Ausgeburten des Verrats inszenieren kann? Nur keine Sorge, wenn auf dem nächsten Parteitag erst einmal zwei Drittel der Führung weggesäubert wurden, wird die SNS ganz sicher zu einer Oase der reinen Nächstenliebe.
 
Vućićs Regierung hatte mehrere Professor*innen suspendiert, die die Studentenproteste unterstützt haben. Heute kehren Sie in die Schulen und Universitäten zurück. Die Student*innen und Schüler*innen haben sie mit Blumen und Transparenten erwartet, der Chor hat gesungen "Ein neuer Tag beginnt", viele Bürger*innen haben teilgenommen und mitgesungen. Alle Professor*innen haben geweint. Ich auch. Was gerade in Serbien passiert, ist auf so vielen Ebenen so wunderschön und so unfassbar. Es ist echt wie in einem Paralleluniversum.
Auf einmal kommen meine daily good news aus Serbien?
Ich bin ehrlich: Ich habe es nicht gewagt ernsthaft zu glauben, dass die Studentenliste gewinnt. Zu korrumpiert war das System, zu beschnitten die Pressefreiheit, zu groß Vućićs PR Maschinerie. Die Studentenliste selbst hat nicht zu träumen gewagt, dass sie gewinnt. Die haben nicht einmal eine offizielle Siegesparty geplant für den Fall, dann war eben die ganze Stadt oder das ganze Dorf die Party. Wir haben Alle spontan geweint, gelacht, gesungen, einen Rakija gekippt und Kolo getanzt. Die Slavija in Belgrad füllte sich binnen Minuten und wurde zum größten Fest, das die Stadt je gesehen hat.
Es ist wirklich wahr. Er ist weg. Es ist vorbei, Aleksandar.
Ich muss jetzt echt viel Material umschreiben und wegwerfen, aber es wird neue Geschichten geben und die werden so viel besser. Demokratie war schon lange nicht mehr so geil.

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Großes Herz: Mitrović hilft siebenfacher Mutter und stellt weitere Millionen bereit
Ein undichtes Dach, sieben Kinder, keine Hilfe in Sicht. Dann steht ein bekannter Medienmacher vor der Tür und hat mehr dabei als Geschenke.

In Trupale am rechten Ufer der Nišava hat Zeljko Mitrovic eine alleinerziehende Mutter von sieben Kindern besucht. Im Gepäck hatte er Geschenke und eine Geldhilfe von 500.000 Dinar. Mit seinen humanitären Aktionen will er noch weitere Familien in Serbien erreichen.

Schwere Lage
Biljana Mitrovic lebt in Trupale mit ihren sieben Kindern in einem Haus, in das es hineinregnet. Auch die Zimmer reichen nicht für alle. Die Frau hat keine Arbeit, ist gesundheitlich angeschlagen und bekommt derzeit keinerlei Unterstützung.

Zeljko Mitrovic kam mit modernstem Spielzeug, Kleidung und Süßigkeiten und überreichte der Mutter 500.000 Dinar. Die Kinder erhielten zusätzlich Taschengeld und bedankten sich bei ihm mit eigenen Zeichnungen. Für seine humanitären Aktionen hat er weitere 20 Millionen beiseitegelegt.

 
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