Theoriebaustein
Neue Hinweise zur Entstehung von Planeten
Vier noch junge Planeten könnten neue Hinweise liefern, wie Planeten entstehen. Laut einem internationalen Forschungsteam stützen die überraschend leichten Himmelskörper die Theorie eines „Boil-off“-Szenarios, eines spontanen Masseverlusts durch das Verdampfen der planetenbildenden Gas- und Staubscheibe um einen jungen Stern.
Ein internationales Forschungsteam hat vier junge Planeten „gewogen“. Die riesigen Himmelskörper sind laut den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern erstaunlich leicht. Ihre Dichte gehört zu den geringsten, die je gemessen wurde, wie das Forschungsteam im Fachmagazin „Nature“ berichtet. Die Resultate helfen laut den Forschenden zu verstehen, wie Planeten entstehen.
Die vier Planeten umkreisen den 10 bis 30 Millionen Jahre alten Stern V1298 Tau im Sternbild Stier. Damit ist das Planetensystem kosmisch gesehen äußerst jung. Zum Vergleich: Unser Sonnensystem ist mit einem Alter von 4,6 Milliarden Jahren rund 150- bis 460-mal älter. Wenn das Sonnensystem ein Mensch mit 46 Jahren wäre, dann wäre V1298 Tau etwa ein bis vier Monate alt.
„Luftig leichte“ Planeten
Planeten lassen sich natürlich nicht direkt wiegen. Stattdessen bestimmen Forschende ihre Masse indirekt, indem sie messen, welche Wirkung ein Planet auf seine Umgebung hat. Für die neue Studie maßen die Forscherinnen und Forscher, wie stark sich die Planeten beim Umlauf um ihren Stern gegenseitig anziehen und dadurch ihre Durchgänge vor dem Stern minimal verzögern oder beschleunigen. Aus diesen kleinen Zeitverschiebungen berechneten sie, wie schwer die Planeten sind.
Demnach sind sie etwa 4,7- bis 15,3-mal so schwer wie die Erde, obwohl sie deutlich größer sind: Im kleinsten der untersuchten Planeten hätten rund 130, im größten über 1.000 Erden Platz. In der Studie bezeichnen die Forschenden die Planeten als „luftig leicht“.
„Boil-off“-Szenario
Die Ergebnisse stützen eine bestimmte Theorie zur Planetenentstehung: Die geringe Masse und Dichte der Himmelskörper deuten auf ein sogenanntes „Boil-off“-Szenario hin. Dabei verlor ein Teil der jungen Planeten nach dem raschen Verschwinden der Gas- und Staubscheibe, die um den jungen Stern wirbelte, aus dem sie entstanden, die aufgeblähte Atmosphäre. Das führte zu einer schnellen Abkühlung und einer geringen Dichte, so das Studienteam. Die Forschenden gehen davon aus, dass die Planeten ihre heutige Form nicht beibehalten werden. Über Milliarden von Jahren werden sie sich abkühlen und zusammenziehen.
Vier noch junge Planeten könnten neue Hinweise liefern, wie Planeten entstehen. Laut einem internationalen Forschungsteam stützen die überraschend leichten Himmelskörper die Theorie eines „Boil-off“-Szenarios, eines spontanen Masseverlusts durch das Verdampfen der planetenbildenden Gas- und...
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