Christliche Nationalisten vernetzen sich vom Balkan bis in die USA
Im Kampf gegen alles Liberale verschwimmen häufig die Grenzen zwischen Politik und national aufgeladener Religion
An den Tischen im Kloster Podmaine sitzen Männer mit weißgrauen Bärten, die immer dünner werdend weit hinunter bis zur Brust reichen. Nach dem Tischgebet muss man schweigen. Die Schalen sind aus Blech. Die Mönche schlürfen ihre Gemüsesuppe. Aus einer Nische dringen weiße Rauchschwaden, die Weihrauchduft verbreiten. Die Zweige im offenen Feuer knacksen.
Abt Rafailo Boljević sitzt in der Mitte. Der Mann mit den wilden Haaren, der nicht nur auf Youtube viele Anhänger hat, redet über die Rolle des Heiligen Geistes, als Überschreitender aller Zeitgrenzen. Er ist in ganz Montenegro berühmt und gilt bei manchen fast als Heiliger.
Wer jedoch hinhört, kann leicht erkennen: Abt Rafailo ist ein christlicher Nationalist. Christlicher Nationalismus umfasst die Verschmelzung nationaler Identität mit religiöser Zugehörigkeit, im serbischen Fall mit der Orthodoxie, um dieses Identitätskonstrukt in der Folge für politische Zwecke zu instrumentalisieren.
Unterstützung durch Trump
Neu ist der christliche Nationalismus nicht, sehr wohl aber die transnationale Vernetzung unter christlichen Nationalisten, die seit 15 Jahren an Fahrt aufnimmt. Unter Präsident Donald Trump haben Christliche Nationalisten nun so viel Macht bekommen wie niemals zuvor in den USA. Die Gemeinsamkeiten zwischen den christlichen Nationalisten in Südosteuropa und jenen in den USA treten immer stärker zutage.
Der serbische Präsident Aleksander Vučić macht sich etwa zunehmend die Rhetorik der MAGA-Bewegung zu eigen. Er spricht sich sich für den Schutz des Christentums, der "traditionellen" Familie und des Nationalstaats aus. Außerdem richtet er sich gegen Wokeness. In einem Interview mit Breitbart News sagte Vučić kürzlich, dass Donald Trump mit Abstand der beliebteste amerikanische Politiker in Serbien sei, auch weil er "den Mut" habe, Familienwerte und Themen im Zusammenhang mit Transgender-Personen anzusprechen.
www.derstandard.at
Im Kampf gegen alles Liberale verschwimmen häufig die Grenzen zwischen Politik und national aufgeladener Religion
An den Tischen im Kloster Podmaine sitzen Männer mit weißgrauen Bärten, die immer dünner werdend weit hinunter bis zur Brust reichen. Nach dem Tischgebet muss man schweigen. Die Schalen sind aus Blech. Die Mönche schlürfen ihre Gemüsesuppe. Aus einer Nische dringen weiße Rauchschwaden, die Weihrauchduft verbreiten. Die Zweige im offenen Feuer knacksen.
Abt Rafailo Boljević sitzt in der Mitte. Der Mann mit den wilden Haaren, der nicht nur auf Youtube viele Anhänger hat, redet über die Rolle des Heiligen Geistes, als Überschreitender aller Zeitgrenzen. Er ist in ganz Montenegro berühmt und gilt bei manchen fast als Heiliger.
Wer jedoch hinhört, kann leicht erkennen: Abt Rafailo ist ein christlicher Nationalist. Christlicher Nationalismus umfasst die Verschmelzung nationaler Identität mit religiöser Zugehörigkeit, im serbischen Fall mit der Orthodoxie, um dieses Identitätskonstrukt in der Folge für politische Zwecke zu instrumentalisieren.
Unterstützung durch Trump
Neu ist der christliche Nationalismus nicht, sehr wohl aber die transnationale Vernetzung unter christlichen Nationalisten, die seit 15 Jahren an Fahrt aufnimmt. Unter Präsident Donald Trump haben Christliche Nationalisten nun so viel Macht bekommen wie niemals zuvor in den USA. Die Gemeinsamkeiten zwischen den christlichen Nationalisten in Südosteuropa und jenen in den USA treten immer stärker zutage.
Der serbische Präsident Aleksander Vučić macht sich etwa zunehmend die Rhetorik der MAGA-Bewegung zu eigen. Er spricht sich sich für den Schutz des Christentums, der "traditionellen" Familie und des Nationalstaats aus. Außerdem richtet er sich gegen Wokeness. In einem Interview mit Breitbart News sagte Vučić kürzlich, dass Donald Trump mit Abstand der beliebteste amerikanische Politiker in Serbien sei, auch weil er "den Mut" habe, Familienwerte und Themen im Zusammenhang mit Transgender-Personen anzusprechen.
Christliche Nationalisten vernetzen sich vom Balkan bis in die USA
Im Kampf gegen alles Liberale verschwimmen häufig die Grenzen zwischen Politik und national aufgeladener Religion