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Sammelthread: Israel/Nahost-Konflikt

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Frieden beginnt dort, wo wir aufhören, Menschenleben nach Flaggen zu bewerten.
Bundespräsident Alexander Van der Bellen hat etwas ausgesprochen, das eigentlich selbstverständlich sein müsste:
Das Existenzrecht Israels steht außer Frage.
Der Schutz jüdischen Lebens steht außer Frage.
Der Kampf gegen Antisemitismus steht außer Frage.
Aber auch das Völkerrecht steht außer Frage.
Und zwar für alle.
Die Hamas und andere bewaffnete Gruppen haben am 7. Oktober 2023 Zivilisten ermordet, Menschen verschleppt und schwere Verbrechen begangen. Eine unabhängige UNO Untersuchungskommission stellte unter anderem Kriegsverbrechen fest.
Nichts davon darf relativiert werden.
Kein Terroranschlag wird dadurch kleiner, dass man über das Leid der palästinensischen Bevölkerung spricht.
Aber auch umgekehrt gilt:
Die Verbrechen der Hamas sind kein Freibrief für jedes Handeln einer israelischen Regierung.
Der Internationale Gerichtshof hat zentrale Teile der israelischen Besatzungs und Siedlungspolitik im besetzten palästinensischen Gebiet als völkerrechtswidrig beurteilt.
Der Internationale Strafgerichtshof hat Haftbefehle gegen Benjamin Netanyahu und Yoav Gallant erlassen. Er sieht hinreichende Gründe für den Verdacht auf Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit.
Das sind keine rechtskräftigen Verurteilungen.
Und genau dieser Unterschied ist wichtig.
Über Schuld entscheiden Gerichte.
Aber über belegte Tatsachen, internationale Entscheidungen und ernsthafte Vorwürfe müssen wir sprechen dürfen.
Was ich allerdings überhaupt nicht akzeptiere, ist ein anderes Argument:
Sobald aus Österreich Kritik an der israelischen Regierung kommt, wird auf die österreichische NS Vergangenheit verwiesen.
Ja, Österreich trägt eine schwere historische Verantwortung.
Österreicher waren Täter, Mittäter und Unterstützer des Nationalsozialismus. Österreich hat sich dieser Verantwortung viel zu lange nicht gestellt.
Das darf niemals vergessen oder relativiert werden.
Aber unsere Vergangenheit entschuldigt nicht die Gegenwart.
Im Gegenteil.
Gerade unsere Vergangenheit verpflichtet uns dazu, heute besonders genau hinzusehen, wenn Menschen entrechtet, vertrieben, getötet oder kollektiv verantwortlich gemacht werden.
Wer auf einen konkreten Vorwurf einer Völkerrechtsverletzung nur mit Österreichs Vergangenheit antwortet, beantwortet den Vorwurf nicht.
Geschichte ist kein Freibrief für gegenwärtiges Regierungshandeln.
Und sie darf auch kein Totschlagargument sein, mit dem jede sachliche Kritik an der Politik einer israelischen Regierung automatisch moralisch disqualifiziert wird.
Das wäre auch gegenüber den Opfern der Shoah die falsche Lehre aus unserer Geschichte.
„Nie wieder“ darf für mich nicht heißen:
Nie wieder, außer wir mögen die verantwortliche Regierung.
Es muss heißen:
Nie wieder Menschen entmenschlichen.
Nie wieder ganze Bevölkerungen kollektiv verantwortlich machen.
Nie wieder bei Unrecht wegsehen, nur weil es politisch unangenehm ist.
Und deshalb muss gleichzeitig unmissverständlich gelten:
Jüdinnen und Juden sind nicht für die Politik der israelischen Regierung verantwortlich.
Israelische Zivilisten sind nicht Netanyahu.
Palästinenserinnen und Palästinenser sind nicht Hamas.
Muslime sind nicht Hamas.
Kritik an einer israelischen Regierung darf niemals in Antisemitismus umschlagen.
Und Kritik an der Hamas darf niemals zur Rechtfertigung von Hass auf Palästinenser oder Muslime werden.
Genau diese Trennlinien müssen wir verteidigen.
Ich will, dass die Verantwortlichen für den Terror des 7. Oktober zur Rechenschaft gezogen werden.
Ich will, dass mögliche Kriegsverbrechen israelischer Verantwortlicher genauso unabhängig untersucht und gegebenenfalls verfolgt werden.
Nicht weil beides dasselbe wäre.
Sondern weil dasselbe Recht für alle gelten muss.
Ich will die Freilassung aller Geiseln.
Ich will Schutz für die israelische Zivilbevölkerung.
Ich will Schutz für die palästinensische Zivilbevölkerung.
Ich will humanitäre Hilfe für Menschen, die sie benötigen.
Und vor allem will ich, dass diese Spirale aus Terror, Krieg, Rache und Hass endlich endet.
Israelis haben ein Recht darauf, sicher und ohne Terror zu leben.
Palästinenser haben ein Recht auf Sicherheit, Freiheit und Selbstbestimmung.
Kein israelisches Kind sollte in Angst vor Raketen, Terror oder Entführung leben müssen.
Kein palästinensisches Kind sollte unter Bomben, Hunger und Vertreibung aufwachsen müssen.
Vielleicht wäre genau das endlich ein Anfang:
Nicht zu fragen, auf welcher Seite ein totes Kind geboren wurde.
Sondern warum wir es nicht geschafft haben, es zu schützen.
Frieden braucht Recht.
Frieden braucht Verantwortung.
Und Frieden braucht endlich weniger Hass.
Auf allen Seiten.
 
Israelischer Siedlungsbau: UNO listet 214 Firmen
Zum Bau der illegalen Siedlungen in den von Israel besetzten Gebieten tragen nach einer UNO-Prüfung mindestens 214 Unternehmen bei. Die allermeisten haben ihren Sitz in Israel, mit großem Abstand gefolgt von acht Unternehmen mit Sitz in den USA, darunter Airbnb, wie heute bekanntgegeben wurde.

Unter anderem stehen auf der Liste US-Reiseunternehmen wie Expedia und Airbnb. Aus China, Frankreich und Großbritannien sind es jeweils zwei Firmen. Dazu kommen solche mit Sitz in Südafrika, Luxemburg, den Niederlanden, Mexiko und Spanien.

Israel erneut mit scharfer Kritik
Israel kritisierte die Datenbank erneut scharf. Sie sei „zur Verfolgung des jüdischen Staates“ eingerichtet worden und werde erstellt, um „eine Verleumdungskampagne gegen Wirtschaftsunternehmen voranzutreiben, die keinerlei Verfehlungen begangen haben“.

Die israelischen Siedlungen in den besetzten Gebieten sind nach einem Urteil des Internationalen Gerichtshofs in Den Haag illegal.

Prüfung weiterer Firmen ausständig

 
Er hat "Kriegsverbrechen" gesagt
Nach dem Ausspruch des Bundespräsidenten: Versuch einer Standortbestimmung für Österreicher zum Thema Israel

Was Israel in Gaza und dem Westjordanland begehe, seien Kriegsverbrechen, sagte Alexander Van der Bellen.

Die Motive des Präsidenten und ob es angemessen war oder nicht, als Staatsoberhaupt Israel der Kriegsverbrechen zu bezichtigen, das soll hier unerörtert bleiben. Dies ist vielmehr der Versuch einer Einordnung für interessierte Bürgerinnen und Bürger, denen das Thema wichtig ist.

Es geht hier darum, wie wir als österreichische Zeitgenossen uns zu diesem Konflikt stellen sollen, können und müssen.

Grundlegend sind folgende Fakten: Auf dem Territorium einer Provinz des zusammengebrochenen Osmanischen Reichs ist den Zionisten die Staatengründung gelungen. Die eingesessenen Palästinenser und die arabischen Staaten von außen, die das verhindern wollten, sind gescheitert und haben einen bitteren Preis bezahlt. Die arabischen Staaten haben sich inzwischen mit der Existenz Israels abgefunden, nicht aber einzelne Kampforganisationen wie die Hamas oder die Hisbollah. Die führen einen fanatischen, überaus grausamen Kleinkrieg gegen Israel und ganz besonders gegen israelische Zivilisten.

Große Brutalität
Dieser Krieg kann die Existenz Israels nicht erschüttern, aber er verlangt in seiner Brutalität nach Gegenmaßnahmen. Die sind aber ihrerseits wieder von großer Brutalität. Vor allem die Kriegsführung der extrem rechten Regierung Netanjahu in Gaza erscheint vielen Beobachtern – auch eigenen ehemaligen Militärs – als überschießend und rücksichtslos gegenüber der Zivilbevölkerung mit zehntausenden Toten. Es gibt hier viele widerstreitende Ansichten, viele sprechen bereits von "Völkermord". Umgekehrt glauben viele an eine Dämonisierung Israels. Nur zur Illustration: Anteilseigner der New York Times klagen die Zeitung wegen "voreingenommener (soll heißen: anti-israelischer) Israel-Berichterstattung".

 
Auch Ägypten warnte Israel vor 7. Oktober
Bereits Anfang September haben israelische Medien berichtet, dass Israels Premier Benjamin Netanjahu kurz vor dem Überfall der Terrororganisation Hamas am 7. Oktober 2023 von den Vereinigten Arabischen Emiraten gewarnt worden war. Laut einem am Freitag (Ortszeit) veröffentlichten Bericht des US-Magazins „The Atlantic“ soll Netanjahu auch von Ägypten vor einem „großangelegten Angriff“ gewarnt worden sein. Netanjahu wies das am Samstag zurück.

Die bekannte US-Journalistin Vivian Salama beruft sich in ihrem Artikel für „The Atlantic“ auf Regierungsvertreter in Israel, Ägypten und anderen arabischen Ländern sowie auf Vertreter in den USA und Europa. Den Recherchen zufolge reiste der einflussreiche ägyptische Geheimdienstchef Abbas Kamel kurz vor dem Angriff am 7. Oktober nach Israel und blieb dort für eine Stunde. Er ist nach wie vor eine zentrale Person bei den Vermittlungsbemühungen Ägyptens und Katars zwischen Israel und der Hamas.

 
Israel entzieht niederländischen Diplomaten Status
Israel entzieht den niederländischen Diplomatinnen und Diplomaten bei der Palästinensischen Autonomiebehörde in Ramallah die Akkreditierung. Das sei eine Reaktion auf die Sanktionen der Niederlande gegen israelische Siedlungen im besetzten Westjordanland, teilte die israelische Regierung gestern mit.

Außenminister Gideon Saar erklärte auf der Plattform X, die in Ramallah tätigen Diplomatinnen und Diplomaten müssten ihre von Israel ausgestellten Dokumente binnen sieben Tagen zurückgeben.

Das Einfuhrverbot der Niederlande für Waren aus den Siedlungen war in der vergangenen Woche in Kraft getreten. Bereits Anfang des Monats hatte Israel die Schließung des britischen Konsulats in Ostjerusalem angeordnet, das als Vertretung Großbritanniens bei der Palästinensischen Autonomiebehörde fungiert.


Das Netanjahu Regime möchte es sich mit allen Ländern verscherzen.
 
Neuer Angriff von mehr als 100 Siedlern im Westjordanland
Im Westjordanland ist es erneut zu heftiger Gewalt radikaler israelischer Siedler gekommen. Mehr als 100 Extremisten waren laut Medienberichten an Ausschreitungen im Bereich der Ortschaft Dschalud südlich von Nablus beteiligt.

Die israelischen Streitkräfte teilten mit, Soldaten und Polizisten seien an einem Einsatz gegen die Randalierer beteiligt gewesen. Diese hätten versucht, die Rückkehr einer palästinensischen Familie in ihr Haus zu verhindern. Laut der Mitteilung des Militärs war die Rückkehr der Familie vorab koordiniert gewesen.

 
Hamas-Kommandant in Gaza bei Luftangriff getötet
Bei einem israelischen Luftangriff im Gazastreifen ist ein Kommandant der islamistischen Terrororganisation Hamas getötet worden.

Es handle sich um den Chef des bewaffneten Arms der radikalislamischen Palästinenserorganisation im Norden des Küstengebiets, Iss al-Din al-Beik, teilten Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und Verteidigungsminister Israel Katz heute mit. Das Militär habe den Hamas-Kommandanten gezielt attackiert.

Er sei an der Planung von Angriffen und der Rekrutierung von Hamas-Kämpfern beteiligt gewesen. Die Hamas bestätigte seinen Tod. Nach Angaben von Rettungsdiensten wurde bei dem Angriff in der Früh ein Wohngebäude im Stadtteil Nasr in Gaza-Stadt getroffen. Dabei sei eine zweite Person später ihren Verletzungen erlegen.

 
Israel und das verlorene Maß
In der internationalen Öffentlichkeit wird Israel immer mehr als Pariastaat betrachtet – eine gefährliche Entwicklung

Israel ist, nach wie vor, die einzige liberale Demokratie im Nahen Osten, allerdings mit der schlechtesten Regierung in seiner Geschichte. Unter dem Politkünstler Benjamin Netanjahu, der die Parlamentswahlen im Oktober wieder gewinnen möchte, steuert man einen sinn- und ziellosen extremistischen Kurs gegen die Palästinenser.

Gaza wird als Antwort auf den Hamas Terrorangriff zerstört und die Siedler toben sich in der Westbank aus. Sowohl in der Uno wie auch in der internationalen Öffentlichkeit wird Israel immer mehr als ein Pariastaat betrachtet. Die massive, rücksichtslose Kriegsführung hat weltweit die Erinnerung an die 1200 Todesopfer und die 250 von den Hamas-Terroristen entführten Geiseln ausgelöscht und durch das Feindbild einer unerträglichen Besatzungsmacht ersetzt.

Alarmierender Vorgang
Bekanntlich gab es seit dem Überfall auf Israel am 7. Oktober 2023 eine ungeheure Steigerung des Judenhasses. Es gibt zugleich eine enorme und empörende Einseitigkeit der Kritik an Israel: Wer demonstriert heute gegen die russische Bombardierung der ukrainischen Städte mit der Tötung der Zivilbevölkerung, gegen das Blutbad im Sudan oder die Abschlachtung in Myanmar? Das soll kein Whataboutismus sein – weder für die Terrorbande noch für die Netanjahu-Regierung. Aber wenn nun eine Partei mit pauschalen und ausschließlich Anti-Israel-Aussagen Wahlen gewinnt, und noch dazu in Berlin, ist das ein alarmierender Vorgang.

 
Königsmacher: Entscheiden die arabischen Israelis diesmal die Wahl?
Die arabischen Parteien könnten nach den Wahlen der entscheidende Koalitionspartner für die Opposition von Eisenkot sein. Das will Netanjahu verhindern.
Es wäre eine beispiellose Aushöhlung des eigenen Anspruchs, die einzige Demokratie im Nahen Osten zu sein: Sollten die arabischen Parteien von der Knesset-Wahl am 27. Oktober ausgeschlossen werden, würde damit die größte Minderheit Israels, die rund zwei Millionen arabischen Israelis, die Möglichkeit verlieren, für Parteien zu stimmen, die sie als ihre Repräsentanten im Parlament versteht. Betroffen sind unter anderem die Vereinte Liste und Ra'am, die beiden wichtigsten Parteien der arabischen Bevölkerung.

Dafür hatte vergangene Woche das Zentrale Wahlkomitee, ein von der rechtsgerichteten Regierung kontrolliertes Gremium, gestimmt. Die offizielle Begründung: Sicherheitsbedenken. Kandidaten der Parteien würden sich nicht ausreichend von palästinensischen Organisationen distanzieren, lehnen die Definition Israels als einen jüdischen Staat ab.

Doch so unberechenbar politische Entwicklungen in Israel oft sind, gilt es als ziemlich sicher, dass der Oberste Gerichtshof am Donnerstag die Entscheidung wieder rückgängig machen wird – so wie schon 2019 und 2022 bei ähnlichen Verbotsversuchen.

 
Wow
Flug von Dubai nach Tel Aviv änderte Kurs nach Saudi-Arabien – Israel geht nicht von Entführung aus
Die Maschine funkte offenbar kurzfristig den Transpondercode für eine Entführung. Israelische Kampfjets stiegen auf, um sie abzufangen. Angeblich gab es einen Streit zwischen den Piloten

Das Schicksal eines Fluges von Dubai nach Tel Aviv sorgte Mittwochvormittag für Sorge. Eine Boeing 737 der Gesellschaft Fly Dubai, die auf dem Weg von Dubai nach Tel Aviv war, drehte außerplanmäßig nach Saudi-Arabien ab. Transponder registrierten sie zuletzt nahe der saudischen Stadt Tabuk. Dort soll das Flugzeug mittlerweile auch gelandet sein.

Nach israelischen Medienberichten waren zuvor Kampfjets aufgestiegen, um den Flug abzufangen. Hintergrund ist, dass die Maschine vorübergehend den Transpondercode 7500 gefunkt hatte, der für Entführungen steht. Davor und auch danach war der Code 7700 eingestellt, der vor einer allgemeinen Luftnotlage warnt. Die israelische Regierung teilte später allerdings mit, man gehe nicht von einer Entführung aus. Der TV-Sender Kanal 14 meldete, womöglich habe es einen Streit oder eine Handgreiflichkeit an Bord gegeben. Andere israelische Medien sprachen von einem Streit zwischen den Piloten.

 
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