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Sammelthread: Israel/Nahost-Konflikt

  • Ersteller Ersteller jugo-jebe-dugo
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Israel nennt Auflösung von Hamas-de-facto-Regierung „Trick“
Israel hat die von der Hamas verkündete Auflösung ihrer De-facto-Regierung im Gazastreifen als „Trick“ bezeichnet und die Entwaffnung der islamistischen Palästinenserorganisation gefordert. „Solange die Hamas ihre Waffen behält, wird natürlich jede zivile Regierung so handeln, wie es die Hamas vorschreibt“, schrieb der israelische Außenminister Gideon Saar gestern im Onlinedienst X.

Saar schrieb weiter, Israel bestehe auf der Umsetzung des „Trump-Plans“ für Frieden im Gazastreifen. Dessen „Kernprinzipien“ seien „die Entwaffnung der Hamas und aller anderen terroristischen Organisationen sowie die vollständige Entmilitarisierung des Gazastreifens“.

 
Bericht: Zahl von Übergriffen auf Christen in Israel steigt
Christen, die sich durch Jerusalem bewegen, müssen verstärkt damit rechnen, angespuckt, beleidigt oder bedroht zu werden. Die Zahl antichristlicher Zwischenfälle in Israel nimmt weiter zu, wie ein neuer Bericht zeigt.

Die Zahl der gemeldeten Übergriffe auf Christen in Israel hat sich im zweiten Quartal 2026 im Vergleich zum ersten Quartal von 44 auf 83 fast verdoppelt. In zehn Fällen kam es zu Bedrohungen oder körperlicher Gewalt, wie aus dem aktuellen Vierteljahresbericht des „Datenzentrums für Religionsfreiheit“ (Religious Freedom Data Center) hervorgeht. In dem Center können Opfer und Zeugen Vorfälle anonym melden. Für das gesamte vergangene Jahr verzeichnete die Organisation israelweit 181 Übergriffe auf Christen, 150 davon in Jerusalem.

„Belästigungen und Angriffe finden zunehmend offen im öffentlichen Raum statt, wobei die Täter kaum zögern“, heißt es im Bericht. Als Beispiel dient unter anderem ein gewalttätiger Angriff auf eine französische Ordensfrau am Rande der Jerusalemer Altstadt, bei dem die Frau am Kopf verletzt wurde. Unter anderem macht die Organisation Hetze und Desinformation im Internet für den Anstieg der Gewalt verantwortlich.

 
Staatsmedien: Israelische Angriffe im Südlibanon
Ungeachtet der Waffenruhe ist es im Libanon heute nach Angaben der libanesischen staatlichen Nachrichtenagentur NNA erneut zu israelischen Angriffen gekommen. Die israelischen Luftstreitkräfte hätten mehrere Ziele in der Nähe der Stadt Bint Dschubail angegriffen. Diese gilt als Hochburg der Terrororganisation Hisbollah. Weitere Details wurden nicht bekannt.

In der Früh hatte die israelische Armee gemeldet, bei einem Schusswechsel gestern im Südlibanon ein Hisbollah-Mitglied getötet zu haben. Der Mann habe im Gebiet von Bint Dschubail davor das Feuer auf israelische Soldaten eröffnet, teilten die Streitkräfte (IDF) in ihrem Telegram-Kanal mit. Von der Hisbollah gab es dazu keinen Kommentar.

 
Foltervorwürfe: Kritik nach Foto von gefesseltem Palästinenser
Ein Foto eines israelischen Soldaten, das einen Palästinenser auf dem Boden liegend in Unterwäsche, mit verbundenen Augen und an einen Eisenstab gefesselt zeigt, sorgt für scharfe Kritik von Menschenrechtsorganisationen. Das berichtete der „Guardian“ gestern.

Ein Foto eines israelischen Soldaten, das einen Palästinenser auf dem Boden liegend in Unterwäsche, mit verbundenen Augen und an einen Eisenstab gefesselt zeigt, sorgt für scharfe Kritik von Menschenrechtsorganisationen. Das berichtete der „Guardian“ gestern.

 
Israel: Truppen bleiben vorerst im Südlibanon
Israels Verteidigungsminister Israel Katz knüpft einen Rückzug aus dem Südlibanon an eine vollständige Entwaffnung der mit dem Iran verbündeten Terrororganisation Hisbollah.

Israel werde in einer selbst definierten „Sicherheitszone“ im Libanon verbleiben und von dort aus so lange wie nötig operieren, bis die Hisbollah im gesamten Libanon entwaffnet und die Bedrohung für die Bewohner Nordisraels beseitigt sei, sagte Katz heute nach Angaben eines Sprechers.

Katz zufolge ist das von Israel kontrollierte Gebiet „frei von Bewohnern sowie von terroristischer Infrastruktur unter und über der Erde“. Ziel sei es, die Menschen in Nordisrael vor der Gefahr von Überfällen, Panzerabwehrfeuer und direkten Bedrohungen zu schützen.

 
Palästinenser sollen nach 20 Jahren wieder Parlament wählen
Nach mehr als zwei Jahrzehnten sollen Palästinenserinnen und Palästinenser wieder ein Parlament wählen. Der mittlerweile 90-jährige palästinensische Präsident Mahmud Abbas legte per Dekret den 28. November als Wahltermin fest. Darüber berichtete heute die Nachrichtenagentur WAFA.

Aufgerufen seien Palästinenser im Westjordanland, in Ost-Jerusalem sowie im Gazastreifen. Bei der letzten Wahl am 25. Jänner 2006 gewann die Terrororganisation Hamas eine Mehrheit.

Sie erhielt 74 der 132 Stimmen im Palästinensischen Legislativrat. Ein Jahr später übernahm die Hamas nach gewaltsamen Auseinandersetzungen mit der Fatah von Abbas die Kontrolle über den Gazastreifen. Das Parlament war seither weitgehend handlungsunfähig. Das palästinensische Verfassungsgericht löste es schließlich Ende 2018 auf.

Ob und unter welchen Bedingungen die Wahl stattfinden kann, bleibt ungewiss. Israel betrachtet Ost-Jerusalem seit der Annexion 1967 als Teil seiner unteilbaren Hauptstadt und verbietet offizielle politische Aktivität der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA) im Stadtgebiet. Die Annexion wird international überwiegend nicht anerkannt. Im Gazastreifen ist die Hamas noch immer der zentrale politische Akteur.

 
USA sollen Israels Rückzug aus libanesischen Gebieten steuern
In den Verhandlungen zwischen der libanesischen Regierung und Israel unternehmen die USA offenbar erste Schritte, um einen Rückzug israelischer Truppen aus einzelnen Gebieten im Süden des Libanon zu organisieren. Der US-Botschafter im Libanon, Michel Issa, habe ihm mitgeteilt, dass „in den kommenden Tagen eine US-Militärdelegation in Beirut eintrifft, um das Vorgehen für die Umsetzung vor Ort festzulegen“, erklärte der libanesische Präsident Joseph Aoun gestern.

Ein US-Regierungsvertreter sagte, eine erste „Pilotzone“ solle in wenigen Tagen eingerichtet werden. „Weitere Pilotzonen befinden sich derzeit in der Planungs- und Ausarbeitungsphase.“ Das für die Region zuständige US-Zentralkommando Centcom werde sich dabei mit den beiden Ländern abstimmen.

Rahmenabkommen erzielt
Israel und der Libanon hatten sich Ende Juni unter Vermittlung der USA auf ein Rahmenabkommen geeinigt, das den Weg für ein endgültiges Friedensabkommen zwischen den beiden Nachbarländern ebnen soll. Teil der Vereinbarung ist ein schrittweiser Rückzug der israelischen Truppen aus dem Süden des Landes, wo die israelische Armee gegen die Terrororganisation Hisbollah kämpft. Zunächst soll das libanesische Militär dabei zwei kleine Gebiete von Israel übernehmen.

Hisbollah gegen Verhandlungen

 
Zwanzigtausend versprochen, zwanzig geliefert – Trumps Gaza-Truppe bleibt vorerst ein Symbol
Als Donald Trump seinen Friedensplan für Gaza vorstellte, sprach er von zwanzigtausend internationalen Soldaten. Sie sollten den Gazastreifen sichern, den Wiederaufbau begleiten und verhindern, dass die Hamas erneut zur militärischen Macht wird. Neun Monate später kämpft die Internationale Stabilisierungsmission nicht um zwanzigtausend Soldaten, sondern zunächst um zehn bis zwanzig. Ausgerechnet das Herzstück des Plans kommt kaum vom Fleck. Eigentlich sollten bereits im Juni die ersten marokkanischen Soldaten eintreffen. Nun ist ihr Einsatz erneut verschoben. Zunächst werden sie nicht einmal nach Gaza gehen, sondern auf israelischem Gebiet nahe der Grenze ausgebildet und dort nur Sicherungsaufgaben übernehmen. Erst später sollen begrenzte Einsätze im Gazastreifen folgen. Auch andere Staaten zögern. Indonesien, das zeitweise mehrere Tausend Soldaten in Aussicht gestellt hatte, legte seine Beteiligung nach den Kriegen gegen Iran und im Libanon auf Eis. Der Tod mehrerer indonesischer Blauhelme im Libanon verstärkte diese Zurückhaltung zusätzlich.

Der eigentliche Friedensprozess steckt ebenfalls fest. Die Waffenruhe vom vergangenen Oktober beendete zwar zunächst die Kämpfe, doch die zweite Phase kommt kaum voran. Die Hamas lehnt eine vollständige Entwaffnung weiter ab. Israel setzt seine Militäroperationen fort. Nach Angaben der Gesundheitsbehörden in Gaza wurden seit Beginn der Waffenruhe mehr als tausend Menschen getötet. Gleichzeitig warten Milliarden zugesagter Dollar für den Wiederaufbau noch immer auf ihren Einsatz. Von den angekündigten siebzehn Milliarden ist bislang nur ein kleiner Teil tatsächlich eingegangen. Immerhin bewegt sich diplomatisch etwas. Albanien, Kasachstan, Kosovo und Marokko stehen kurz davor, ihre Beteiligung an der Mission offiziell zuzusagen. Geplant sind später zwei große Stützpunkte, einer nahe dem Grenzübergang Kerem Schalom auf israelischer Seite und ein weiterer innerhalb Gazas. Zusammen sollen sie einmal rund fünfeinhalbtausend Soldaten aufnehmen. Der Logistikstützpunkt in Israel ist weitgehend fertiggestellt, der Bau der eigentlichen Basis im Gazastreifen hat dagegen noch nicht einmal begonnen.

Auch beim Wiederaufbau bleibt vieles Theorie. Solange die Hamas ihre Waffen nicht niederlegt, sollen Projekte nur in den von Israel kontrollierten Gebieten umgesetzt werden. Viele arabische Geldgeber verweigern dafür bislang ihre Unterstützung, weil sie darin eine Verfestigung der israelischen Kontrolle sehen. Eine Ausnahme bilden die Vereinigten Arabischen Emirate. Sie haben bereits rund einhundert Millionen Dollar bereitgestellt und planen bei Rafah eine neue Wohnsiedlung für etwa fünfundzwanzigtausend Vertriebene. Selbst dort kam der Beginn jedoch nicht zustande, nachdem palästinensische Vermessungstrupps an einem Kontrollpunkt der Hamas gestoppt wurden.

So wächst der Abstand zwischen politischen Versprechen und der Wirklichkeit am Boden weiter. Auf dem Papier sollte eine internationale Schutztruppe den Übergang in eine neue Ordnung absichern. Derzeit stehen dafür nicht Tausende Soldaten bereit, sondern allenfalls die ersten Dutzend. Für die mehr als zwei Millionen Menschen zwischen Ruinen und Zeltlagern bleibt Frieden deshalb vorerst ein Plan und noch keine Realität.
 
Machtwechsel in Israel? Dieser Mann könnte Netanjahu gefährlich werden
An Israels Polit-Himmel steigen schnell Meteore auf und verlöschen genauso schnell. Hat Gadi Eisenkot das Zeug, gegen Benjamin Netanjahu zu bestehen?
Alle Welt kennt Benjamin Netanjahu: sechsmal in 19 Jahren zum Premier Israels gewählt. Totgesagt und immer wieder auferstanden. Doch im jetzigen Wahlkampf fällt Israels Übervater zurück. Die neue Partei Jaschar (Ehrlich) liegt seit Monaten fast gleichauf mit der Regierungspartei Likud, in der jüngsten Umfrage des israelischen Senders Kanal 13 führt sie sogar. Würde jetzt gewählt, käme Jaschar auf 23 Mandate, der Likud auf 22. Drittstärkste Kraft wäre die Partei Naftali Bennetts (15 Sitze).

Auch im direkten Beliebtheitsvergleich sticht der Chef von Jaschar, Gadi Eisenkot, Netanjahu aus: Auf die Frage, wer sich besser als Regierungschef eigne, entschied sich knapp die Hälfte der Befragten für Eisenkot statt für Netanjahu.

Wer ist dieser Gadi Eisenkot?

„Er ist einfach das Gegenteil von Netanjahu“, fasst ihn die Zeitung Maariv zusammen. Also nicht sprachgewandt, kameratauglich und Massen faszinierend. Denkbar schlechte Voraussetzungen für einen Politiker. Doch mit Nüchternheit und Sachlichkeit überzeugte er schon als Armeechef. „Niemand kann wie er Langeweile in Charisma umsetzen“, findet die Zeitung Yedioth. Ein Mann ohne Posen, ohne Make-up-Artist im Gefolge. Nicht leutseliger Haberer, sondern der Kamerad seines Chauffeurs, mit dem er an der Front kämpfte.

 
Israelische Siedler nach Angriff auf CNN-Team festgenommen
Die israelische Polizei hat gestern im Westjordanland nach eigenen Angaben vier Verdächtige festgenommen, die ein Fahrzeug mit ausländischen Journalisten beschädigt haben sollen. Der US-Fernsehsender CNN bezeichnete den Vorfall auf seiner Website als Angriff israelischer Siedler auf sein Team.

CNN zufolge berichteten die Journalisten aus der Nähe des Dorfes Sindschil nördlich von Ramallah, als es zu dem Vorfall kam. „Als das CNN-Team und andere Journalisten losfahren wollten, blockierten vier Siedler die Straße mit ihrem Auto und versuchten, die Fahrzeuge am Weiterfahren zu hindern“, so CNN auf seiner Website.

Männer gingen auf Autos los
Die Männer hätten Holz- und Metallstangen und Steine geschwungen, ein Mann habe versucht, in die Reifen zu stechen. Später sei die Gruppe auf ein anderes Fahrzeug mit Journalisten geklettert, das hinter dem CNN-Auto hergefahren sei, und habe dessen Windschutzscheibe zertrümmert.

Die israelische Polizei teilte mit, ihr sei der Vorfall gemeldet worden. Mitglieder der israelischen Armee seien geschickt worden, hätten die Weiterfahrt der Journalisten gesichert und vier mutmaßlich an dem Vorfall beteiligte Verdächtige vorläufig festgenommen. Die Polizei habe später im Auto der Tatverdächtigen Schlagstöcke und ein Messer sichergestellt, die Männer seien verhaftet worden.

US-Abgeordneter von Siedlern „festgenommen“

 
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