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Kuba Sammelthread

  • Ersteller Ersteller jugo-jebe-dugo
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Amtssprache Spanisch Hauptstadt Havanna (La Habana) Staatsform Sozialistische Republik Staatsoberhaupt Präsident des Staatsrates Fidel Castro Ruz Regierungschef Präsident des Ministerrates Fidel Castro Ruz Fläche 110.860 km² Einwohnerzahl 11.382.820 (Quelle: CIA 2006) Bevölkerungsdichte 102 Einwohner pro km² Währung Kubanischer Peso, konvertierbarer Peso Unabhängigkeit von Spanien am 10. Oktober 1898 erklärt, am 20. Mai 1902 anerkannt Nationalhymne La Bayamesa Nationalfeiertag 1. Januar Sieg der Revolution (1959), 1. Mai Internationaler Tag der Arbeiter, 26. Juli Sturm auf die Moncada-Kaserne (1953), 10. Oktober Beginn des Unabhängigkeitskrieges (1868) Zeitzone geographisch: UTC-4
gegenwärtig UTC-5 Kfz-Kennzeichen C Internet-TLD .cu Telefonvorwahl +53
 
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Castros Gedanken zur neuen US-Energiepolitik

Der kubanische Revolutionsführer, Commandante Castro, hat davor gewarnt, daß die "neue" Energiepolitik der USA 3,5 Milliarden Menschen zum Opfer fallen werden.

Linke Untergangslyrik, wird wahrscheinlich jetzt wieder gerufen - aber halt, hören wir uns an, worum es Fidel geht:

Zitat:
Die Produktion von Brennstoff aus Mais, Zuckerrohr und Soja bedeute wegen der Lebensmittelknappheit den "frühen Tod für drei Milliarden Menschen auf der Welt", schrieb Castro (80). US-Präsident George W. Bush hatte das Projekt bei seiner Lateinamerikareise Mitte März vor allem mit dem brasilianischen Präsidenten Luis Ignazio Lula da Silva propagiert. Castro argumentierte: "Wenn man den armen Ländern Geld gibt, um Ethanol aus Mais oder einem anderen Lebensmittel herzustellen, dann wird kein Baum stehen bleiben, um die Menschheit vor dem Klimawandel zu schützen."http://www.zeit.de/news/artikel/2007/03/29/97792.xml
Auch RIA-Nowosti äußerte sich zu Castros Rede:

Zitat:
MOSKAU, 04. April (RIA Novosti). Die Energiepolitik von US-Präsident George W. Bush, der für den Übergang zum Biokraftstoff aus Getreidekulturen plädiert, kann zu einem neuen Weltkrieg führen. Diese Meinung äußerte der kubanische Führer Fidel Castro in der Zeitung Granma.

"Der kolossale Kornverbrauch, der für die Herstellung von Biokraftstoff nötig ist, ganz zu schweigen von den Ölkulturen, wird den reichen Ländern nur helfen, weniger als 15 Prozent des Jahresverbrauchs ihrer unersättlichen Autos einzusparen", schreibt Castro in einem Artikel unter dem Titel "Internationalisierung des Genozids".

Laut dem kubanischen Führer wird der Übergang zum Biokraftstoff zu einer Katastrophe für die armen Länder. "Das Schlimmste, was passieren kann, ist der Beginn eines neuen Krieges um die Gas- und Ölvorräte, der die Menschheit an den Rand der völligen Vernichtung führen wird", schreibt Castro.

Die Investitionen in die Produktion von erneuerbaren Energiequellen gehören zu den Prioritäten der Bush-Administration. Das amerikanische Landwirtschaftsministerium plant, 1,6 Milliarden Dollar in die Herstellung von Biokraftstoff zu investieren.

Hat Fidel recht? Ist sein Szenario glaubwürdig?

Zitat:
Beispiel Bio-Kraftstoff. In asiatischen Tropenländern sind es Palmöl-Plantagen, in Deutschland Raps- und Maisäcker, die bereits ganze Landstriche beherrschen. Bei den Bio-Energien ist der Begriff "bio" nicht mit dem gleichnamigen Prädikat für den Öko-Landbau zu verwechseln, denn dieses gilt nur für den Anbau von Nahrungsmitteln. "Bio"-Treib- oder -Brennstoff hingegen wächst in intensiven Monokulturen, oft unter hohen Gaben von Pestiziden und Kunstdünger. Der massenhafte Anbau sei des Guten zu viel, warnen Ökologen.

Mittlerweile reifen in Deutschland auf fast 1,5 Millionen Hektar (13 Prozent der gesamten Ackerfläche) Energiepflanzen heran, auf gut zwei Drittel der Fläche allein Raps für Bio-Diesel. Das Umweltbundesamt rechnet überdies vor, dass das Rapsöl-Produkt keineswegs klimaneutral ist. Denn die Herstellung braucht fossile Energieträger, und beim Anbau werden Treibhausgase frei: Als Folge der Stickstoffdüngung entweicht Lachgas in die Atmosphäre - es ist ein 300-mal wirksameres Treibhausgas als das Kohlendioxid der fossilen Brennstoffe. Will man nur ein bis vier Prozent der Treibhausgas-Emissionen herkömmlicher Dieselfahrzeuge vermeiden, müsste auf der Hälfte der deutschen Ackerfläche in einer vierjährigen Fruchtfolge Raps wachsen.
(...)
Erste Kraftwerke und Raffinerien entstehen in Europa, um den tropischen Energieträger zu vermarkten. Dies bringt Regenwaldschützer auf die Palme. Schon heute müssen jährlich etwa eine halbe Million Hektar Regenwald für die Anpflanzung der Öl-Plantagen weichen. Damit werden nicht nur wertvolle Lebensräume zerstört, sondern wird auch das Klima geschädigt - das es doch gerade zu beschützen gilt. Ökologe Succow rechnet vor: "Jede Tonne Palmöl vermeidet den Ausstoß von drei Tonnen Kohlendioxid (CO2) aus Mineralöl. Aber sie setzt gleichzeitig sieben bis elf Tonnen CO2 frei." Denn: Der Kohlenstoff war zuvor klimasicher im Regenwaldboden gespeichert. Doch die Anlage der Plantagen setzt Prozesse im Boden in Gang, bei denen CO2 entsteht und in die Atmosphäre aufsteigt.

"Wir brauchen dringend Anbaustandards, um zu verhindern, dass nach dem Soja-Boom nun auch noch die Palmöl-Plantagen den Regenwald in großem Umfang zerstören", mahnt auch Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD), betont aber, dass diese Standards weltweit gültig sein müssen und deshalb Sache der Welthandelsorganisation WTO seien. Bislang ist die WTO nicht gerade dafür bekannt, strenge Umweltstandards auf dem Weltmarkt zu setzen, dient sie doch vornehmlich dem Freihandel. Bei der Biomasse-Euphorie könnte deshalb früher oder später gelten: Das Gegenteil von "gut" ist "gut gemeint".

Dabei ist es wenig tröstlich, dass dies nicht nur den Energiebereich betrifft. So wurde im Zug der Rinderwahn-Vorsorge die Verfütterung von Tiermehl komplett verboten, auch an Schweine und Hühner, die gar nicht an BSE erkranken. Der entstandene Eiweiß-Engpass wird vor allem durch erhöhte Soja-Importe ausgeglichen. Folge: In Lateinamerika verdrängen die Bohnen immer mehr Regenwald sowie Ureinwohner und Kleinbauern, die in und von diesen Wäldern leben. "Im Jahr 2000 kauften die ersten Großfarmer aus dem Süden etwas Land auf. Dann kamen immer mehr und verwandelten unsere Region nach und nach in eine Soja-Wüste", sagt der Kleinbauer Silvino Pimentel Vieira aus dem nordbrasilianischen Bundesstaat Pará. Trotz Gegenwehr verlor er seine 25 Hektar Land und damit die Lebensgrundlage.
 
26.04.2007 / Titel / Seite 1
Zum Inhalt dieser Ausgabe |
Hilflose Kuba-Feinde
Von Nick Brauns
Nicht willkommen: Exilkubaner Frank Calzón (2. v. l.) wurde am Mittwoch in Berlin mit »Mörder, Mörder«-Rufen empfangen
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Gabriele Senft
Mit den Rufen »Gusano« (Wurm) und »Mörder« haben rund 80 Demonstranten Mittwoch früh den Exilkubaner Frank Calzón vor dem Gebäude der CDU-nahen Konrad-Adenauer-Stiftung in Berlin empfangen. Hier begann eine zweitägige Konferenz des CIA-nahen »Internationalen Komitees für Demokratie in Kuba«.

Unter den rund 150 Teilnehmern waren neben sogenannten Bürgerrechtlern und abgewickelten Präsidenten osteuropäischer Nachwendestaaten auch führende Figuren der antikubanischen Mafia aus Miami wie Calzón und der ebenfalls früher in Terroranschläge gegen Kuba verwickelte Carlos Alberto Montaner.

Tonangebend sind auf der vom ehemaligen tschechischen Präsidenten Vaclav Havel eröffneten Konferenz »Demokratie für Kuba – auf der Suche nach gemeinsamen Initiativen« allerdings weniger die antikubanischen Hardliner aus den USA, sondern europäische und lateinamerikanische Politiker. Sie setzen bei ihrem Bestreben, die sozialistische Regierung Kubas zu stürzen, auf die »zivilgesellschaftliche Opposition«. 40 Jahre US-Embargo hätten nicht den gewünschten Erfolg gehabt, sagte der SPD-Bundestagsabgeordnete Markus Meckel, Mitglied im Internationalen Komitee für Demokratie in Kuba. Die Helms-Burton-Gesetze, die den Handel mit Kuba weiter einschränken, seien falsch.

»Das System ist stabil und wird auch nach Fidel nicht kollabieren«, warnte der Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, Günter Nooke (CDU). Vorschnelle Hoffungen, den Sozialismus auf Kuba zu beseitigen, seien nicht angebracht. Die wenigen Dissidenten seien kaum in der Bevölkerung verankert und darüber hinaus zerstritten. Anders als im »Ostblock« vor 20 Jahren gebe es auf Kuba kein Gefühl der Fremdherrschaft, sondern Nationalismus in Abgrenzung zu den USA. Außenpolitisch sei die kubanische Regierung keineswegs isoliert, wie die Wahl Kubas in den UN-Menschenrechtsrat gezeigt habe.

Nooke bedauerte, daß die Strategie Kubas erfolgreich sei, die EU durch Sonderbeziehungen wie jetzt mit Spanien zu spalten. Ziel der deutschen Außenpolitik sei eine friedliche Transformation auf Kuba, die nicht einen völligen Bruch mit dem Bisherigen bedeute. Eine Intervention von außen lehne die Bundesregierung ab, statt dessen unterstütze sie die Christliche Befreiungsbewegung MCL als angeblich stärkste Oppositionsgruppe auf Kuba.

Den in Berlin versammelten Castro-Gegnern ist durchaus klar, daß sich die Kubaner nicht mit der freien Marktwirtschaft locken lassen. So versicherte der ehemalige polnische Präsident Lech Walesa in einem Grußwort, »daß ein von egoistischen Interessensgruppen entstellter Kapitalismus nicht die einzige Alternative zum sozialistischen System« sei. Mit der illusorischen Aussicht eines solchen »dritten Weges« hatte der ehemalige Gewerkschaftsführer bereits in seiner Heimat der Rückkehr des Kapitalismus den Weg bereitet.

Damit sich die erwünschte »Demokratie« nach dem Sturz des Sozialismus auch in Wohlstand ausdrücke, warb der ehemalige Präsident von Uruguay, Luis Alberto Lacalle, für sein Projekt eines »Plan Martí«. Wesentliches Element dieses Plans ist neben der Vergabe langfristiger Darlehen das Engagement von Exilkubanern. So soll der Mafia von Miami offenbar der Weg zur Rückkehr auf die Insel eröffnet werden.

Die Konferenz wird am heutigen Donnerstag fortgesetzt.

http://www.jungewelt.de/2007/04-26/061.php
 
USA: Vorerst keine Stellungnahme zu Meldungen über Rückkehr russischer Flugzeuge nach Kuba



22:45 | 21/ 07/ 2008
WASHINGTON, 21. Juli (RIA Novosti). Das US-Außenministeirum will im Moment Meldungen nicht kommentieren, nach denen russische Langstreckenbomber nach Kuba zurückkehren könnten.
"Zuerst soll die Position der US-Regierung zu diesem Problem klargestellt werden", sagte Ministeirumssprecher Gonzalo Gallegos am Montag auf einer Pressekonferenz in Washington. "Ich höre zum ersten Mal davon", fügte er hinzu.
Ihm liefen nur diverse Kommentare zu diesem Problem aus Russland, sagte Gallego auf die Bitte, Meldungen zu kommentieren, wonach Russland als Antwort auf die Stationierung von Elementen einer US-amerikanischen Raketenabwehr in Europa seine Flugzeuge wieder auf Kuba stationieren könnte. "Ich muss mit (zuständigen) Leuten sprechen, um über unsere Position klar zu werden."
Zugleich wies der Sprecher darauf hin, dass die USA in der Stationierung ihrer Raketenabwehr in Europa keine Gefahr für Russland sehen.
Am Montag hatte die Moskauer Tageszeitung "Iswestija" unter Berufung auf eine nicht genannte "gut informierte Quelle" berichtet, dass Russland die Stationierung seiner Langstreckenbomber vom Typ Tu-160 und Tu-95MS auf Kuba erwägt. Somit solle die Aufstellung der amerikanischen Raketenabwehr in Europa abgefedert werden.



Ich glaub die Russen wissen, was die Stunde geschlagen hat




NAPRED !
 
Schickt Russland wieder Kampflugzeuge nach Kuba? - "Iswestija"


12:33 | 21/ 07/ 2008
MOSKAU, 21. Juli (RIA Novosti). Über die eventuelle Rückkehr von russischen Kampfflugzeugen nach Kuba schreibt die russische Zeitung "Iswestija" am Montag.
"Während sie die ABM-Systeme in Polen und Tschechien aufbauen, landen Maschinen unserer strategischen Fernfliegerkräfte bereits auf Kuba", teilte eine Quelle der Zeitung mit.
"Sowohl der Überschall-Raketenträger Tu-160 (bekannt als 'Weißer Schwan') als auch der strategische Bomber Tu-95MS (bei der Nato als "Bär" bekannt) können ihren technischen Charakteristika nach auch Kuba erreichen. Allerdings reichen hier die technischen Möglichkeiten allein nicht aus, es bedarf eines politischen Beschlusses", schreibt die Zeitung.
"Geredet wird davon, aber das ist eben nur Gerede. Allerdings werde ich nicht behaupten, dass dahinter nichts Reales stecke", hieß es aus dem Stab der strategischen Fernfliegerkräfte.
Experten weisen auf Folgendes hin: Würden Flugzeuge der strategischen Luftstreitkräfte tatsächlich auf Kuba landen, so würden die Amerikaner das sicherlich feststellen und fürchterlich Lärm machen.
"Von Kuba bis zur Küste der Vereinigten Staaten sind es ja nur 90 Meilen. Außerdem haben die USA ihre 'Augen und Ohren' auf der Insel: den Stützpunkt Guantanamo (dort befindet sich nicht nur ein Gefängnis für Terroristen)", schreibt die "Iswestija".
Der Präsident der Akademie für geopolitische Probleme, Leonid Iwaschow, sagte der Zeitung, Kuba könne nicht als ständigen Stationierungsort genutzt werden, sondern gelegentlich als Zwischenlandeplatz und als Landeplatz zum Nachtanken.
 
[h1]Russische Atom-Bomber auf Kuba? Castro lehnt Erklärungen gegenüber USA ab[/h1]


15:20 | 24/ 07/ 2008
MEXIKO, 24. Juli (RIA Novosti). Kuba braucht den USA keine Erklärungen zu der möglichen Stationierung russischer Langstreckenbomber auf seinem Territorium zu geben. Das sagte der ehemalige kubanische Präsident Fidel Castro der Internetzeitung Cubadebate.
Am 21. Juli hatte die russische Tageszeitung "Iswestija" berichtet, dass Russland als Antwort auf den US-Raketenschirm in Osteuropa seine Langstreckenbomber auf Kuba stationieren könne.
Der jetzige kubanische Staatschef, Raul Castro, habe richtig gehandelt, als er jeden Kommentar zu dieser Information abgelehnt habe, führte Fidel Castro aus. Nach seinen Worten sind die USA sehr "hartnäckig" im Streit um die Stationierung ihres Raketenschildes "in der Nähe der Großmacht" Russland.
Deshalb müsse auch Kuba sich weder entschuldigen noch den USA Erklärungen dazu geben, so Castro weiter. Er kritisierte die Äußerung des US-Generals Norton Schwarz, dass Russland mit der Stationierung von Atombombern auf Kuba eine rote Linie übertreten würde. Derartige Äußerungen widerspiegeln die "imperiale" Politik der USA gegenüber Kuba, äußerte Castro.
Am Mittwoch hatten einige Medien berichtet, dass russische Langstreckenbomber Tu-160 und Tu-95MS angeblich bereits Kuba besucht hätten, um passende Stationierungsorte auszusuchen. Ein ranghoher Sprecher im russischen Verteidigungsministerium wies diese Information allerdings als "Medienente" zurück.
 
Sie sind kritisch - und damit gefährlich für Kubas Regierung. Politische Gegner werden laut Human Rights Watch auf bloßen Verdacht eingesperrt, geschlagen und öffentlich diffamiert. Die Hoffnung, dass Raúl Castro als Reformer ein "kubanisches Glasnost" einleitet, hat sich offenbar nicht erfüllt.


Hamburg - "Steig ein", sagten sie, dann zerrten die drei Männer Yoani Sánchez und einen Kollegen ins Auto. Mitten in Havanna. Beide sträubten sich, verteidigten sich gegen die Schläge auf Kopf und Nieren, wehrten Beleidigungen ab. Sie riefen um Hilfe, berichtet Sánchez, doch die Entführer warnten Passanten: "Mischt euch nicht ein, das sind Konterrevolutionäre."


Im Internet schreibt die mehrfach preisgekrönte Bloggerin über diesen Angriff am 6. November. Dort, in ihrem Blog, zeichnet sie kritisch den Alltag auf Kuba nach, zeigt Fotos von Verfolgern, die vor ihrer Tür lungern und kritisiert den eingeschränkten Zugang zum Web. Sánchez ist weltberühmt geworden. Fidel Castro wetterte vergangenes Jahr in der Parteizeitung "Granma", ihre Berichte seien "Wasser auf die Mühlen des Imperialismus". Als sie im Oktober zu einer Preisverleihung in die USA fliegen wollte, verweigerten die Behörden ihr die Ausreise. Am Freitag griffen Regimetreue in Zivil auch ihren Ehemann an, berichtete dieser der Nachrichtenagentur Reuters: "Sie zogen mich an den Haaren, zerrissen mein Hemd, entrissen mir meine Büchertasche."

Die Attacken auf Sánchez und ihre Kollegen sind keine Ausnahme. Denn die Hoffnungen, dass Kubas Staatschef Raúl Castro den Menschen mehr Freiheiten gewährt, scheinen sich zerschlagen zu haben. Drei Jahre, nachdem er die Amtsgeschäfte von seinem Bruder Fidel übernommen hat, prangern Menschenrechtsorganisationen die Verhaftungen und Misshandlungen von Oppositionellen an: Raúl habe den Unterdrückungsapparat aufrechterhalten, statt ihn aufzulösen.



Raúl gehe genauso brutal vor wie sein Bruder, sagt José Miguel Vivanco, Leiter der Lateinamerika-Abteilung von Human Rights Watch: "Kubaner, die es wagen, Kritik an der Regierung zu üben, leben in ständiger Angst." In einem über 100 Seiten langen Bericht mit dem Titel "New Castro, Same Cuba" hat die Organisation die Menschenrechtsverletzungen dokumentiert. "Wir leben 24 Stunden am Tag mit dem Risiko verhaftet zu werden", berichtete ihnen ein Rechtsanwalt im März 2009. Zehn Tage später wurde der Jurist festgenommen - er sitzt bis heute im Gefängnis.




"Würmer wie du haben keinen Job verdient"



Um politische Gegner einzuschüchtern, berufen sich Kubas Behörden auf den Straftatbestand der "Gefährlichkeit". Bürger dürfen in Haft genommen werden, bevor sie eine Straftat begangen haben. Ein bloßer Verdacht reicht. "Gefährlich" bedeutet laut kubanischem Gesetz unter anderem, dass jemand "antisoziales Verhalten" zeige - etwa indem er die "Regeln des Zusammenlebens" störe. Laut Human Rights Watch ein Vorwand, um Dissidenten festzunehmen. Auch Amnesty International bemängelt in seinem Jahresbericht 2008, das Justizsystem werde dazu benutzt, Oppositionelle zu schikanieren.




Faire Gerichtsverfahren erhalten die Abtrünnigen nicht. Ein politischer Aktivist berichtet, die Polizei habe ihn um 5.50 Uhr morgens abgeholt. Nicht einmal drei Stunden später sei sein Urteil verkündet worden: vier Jahre Haft. Schon zuvor war er zu Zwangsarbeit verurteilt und geschlagen worden, war ihm vom Arbeitsamt eine Vermittlung verweigert worden mit der Begründung "Würmer haben das nicht verdient". Das Gefängnis, in das er nun gebracht wurde, machte ihn durch verdorbenes Essen krank.




Viele berichten von ähnlichen Erlebnissen. In Kubas Knästen sitzen außerdem 53 politische Gefangene, die noch während der Regierungszeit von Fidel Castro festgenommen wurden. Mehr als 50 Prozent der Gefangenen müssen Haftstrafen von mehr als 20 Jahren ertragen.



Parlamentspräsident im Kreuzverhör der Studenten



Was ist aus Raúls versprochenen Reformen geworden? Als er im Januar 2008 offiziell zum Nachfolger seines großen Bruders gewählt wurde, ermunterte er das Volk zu freieren Diskussionen und Kritik. Die Regierung erlaubte den Besitz von Handys und Computern. Studenten der Informatikuniversität nahmen den Parlamentspräsidenten Ricardo Alarcón ins Kreuzverhör. Sie fragten, warum sie keinen Zugang zu Google und Yahoo hätten und warum sie nicht einmal nach Bolivien reisen dürften, wo Che Guevara vor 40 Jahren starb. Ein Hauch von Glasnost zog durch Kuba.



Doch dann stockte die Öffnung - viele im Parteiapparat waren wohl der Meinung, die Reihen müssten nun geschlossen werden. Die Liberalisierung könnte der Anfang vom Ende der Macht sein. Experten vermuten, ein energischer Wandel könnte zu riskant sein für Raúl Castro - um seine Machtbasis zu sichern, müsste er zunächst Erfolge seiner Regierung vorweisen. Doch die kubanische Wirtschaft erholt sich offenbar nicht, Projekte werden nicht vorangetrieben.




Im Volk wächst der Frust. Hoffnung gibt jedoch US-Präsident Obama, der auf eine Entspannungspolitik setzt. Anfang September hob das Finanzministerium in Washington wesentliche Teile eines Embargos auf, das seit fast einem halben Jahrhundert besteht - Amerikaner können künftig ungehindert Familienangehörige auf der Insel besuchen und unbegrenzt Geld überweisen. Grundsätzlich bleibt das Embargo aber bestehen.




EU ringt um ihre Haltung zu Kuba



Ein positives Signal aus Havanna, etwa die Freilassung inhaftierter Regimegegner, zeichnet sich bislang jedoch nicht ab. Die Bürgerrechtler von Human Rights Watch fordern daher eine harte Haltung gegenüber Kuba. Falls die Regierung nicht alle politischen Häftlinge innerhalb der nächsten sechs Monate freilasse, sollten die Mitglieder der multilateralen Koalition gezielte Strafmaßnahmen ergreifen, wie zum Beispiel Reiseverbote für Regierungsmitglieder verhängen oder neue ausländische Investitionen zurückhalten.
Doch Spanien, das die EU-Ratspräsidentschaft ab Januar 2010 übernimmt, bemüht sich um eine neue Position gegenüber Havanna. Die spanische Regierung will den "Gemeinsamen Standpunkt" der EU aufgeben - eine Vereinbarung von 1996, die die Kuba-Politik der Europäer mit Fortschritten bei der Demokratisierung und bei Menschenrechten verknüpft. Bert Hoffmann vom Hamburger Institut für Lateinamerika-Studien hält dies für sinnvoll: "Die EU wäre gut beraten, eine flexiblere Haltung gegenüber Kuba einzunehmen. Die 'Gemeinsame Position' ist heute ein zu starres ideologisches Korsett für die Nach-Fidel-Ära." Die Frontstellung nach außen stabilisiere die Regierung in Havanna eher, als dass sie sie bedrohe.




Bloggerin Yoani Sánchez läuft wieder ohne Krücken, berichtet sie. Die Angreifer hätten zwar mit Gewalt auf ihre Worte reagiert, aber ihr "Blogger-Geist" sei intakt. Trotzig richtete sie auf ihrer Seite je sieben Fragen an Raúl Castro und Barack Obama. Kubas Staatschef fragte sie zum Beispiel ob er den amerikanischen Präsidenten auf die Insel einladen würde und welche die Vorteile eines Dialogs mit den USA wären.
Barack Obama hat alle Fragen beantwortet. Mit Freude sehe er dem Tag entgegen, an dem "alle Kubaner frei ihre Meinung äußern können".


Dissidenten in Kuba: Schläge, Schikane, Schnellverfahren - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik


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viva la revolucion!


na lopov was meinst du sollen wir hier im ausbeuterischen kapitalismus auch so ein gesetz einführen:


"Bürger dürfen in Haft genommen werden, bevor sie eine Straftat begangen haben. Ein bloßer Verdacht reicht. "Gefährlich" bedeutet laut kubanischem Gesetz unter anderem, dass jemand "antisoziales Verhalten" zeige - etwa indem er die "Regeln des Zusammenlebens" störe."
 
Sie sind kritisch - und damit gefährlich für Kubas Regierung. Politische Gegner werden laut Human Rights Watch auf bloßen Verdacht eingesperrt, geschlagen und öffentlich diffamiert. Die Hoffnung, dass Raúl Castro als Reformer ein "kubanisches Glasnost" einleitet, hat sich offenbar nicht erfüllt.


Hamburg - "Steig ein", sagten sie, dann zerrten die drei Männer Yoani Sánchez und einen Kollegen ins Auto. Mitten in Havanna. Beide sträubten sich, verteidigten sich gegen die Schläge auf Kopf und Nieren, wehrten Beleidigungen ab. Sie riefen um Hilfe, berichtet Sánchez, doch die Entführer warnten Passanten: "Mischt euch nicht ein, das sind Konterrevolutionäre."


Im Internet schreibt die mehrfach preisgekrönte Bloggerin über diesen Angriff am 6. November. Dort, in ihrem Blog, zeichnet sie kritisch den Alltag auf Kuba nach, zeigt Fotos von Verfolgern, die vor ihrer Tür lungern und kritisiert den eingeschränkten Zugang zum Web. Sánchez ist weltberühmt geworden. Fidel Castro wetterte vergangenes Jahr in der Parteizeitung "Granma", ihre Berichte seien "Wasser auf die Mühlen des Imperialismus". Als sie im Oktober zu einer Preisverleihung in die USA fliegen wollte, verweigerten die Behörden ihr die Ausreise. Am Freitag griffen Regimetreue in Zivil auch ihren Ehemann an, berichtete dieser der Nachrichtenagentur Reuters: "Sie zogen mich an den Haaren, zerrissen mein Hemd, entrissen mir meine Büchertasche."

Die Attacken auf Sánchez und ihre Kollegen sind keine Ausnahme. Denn die Hoffnungen, dass Kubas Staatschef Raúl Castro den Menschen mehr Freiheiten gewährt, scheinen sich zerschlagen zu haben. Drei Jahre, nachdem er die Amtsgeschäfte von seinem Bruder Fidel übernommen hat, prangern Menschenrechtsorganisationen die Verhaftungen und Misshandlungen von Oppositionellen an: Raúl habe den Unterdrückungsapparat aufrechterhalten, statt ihn aufzulösen.



Raúl gehe genauso brutal vor wie sein Bruder, sagt José Miguel Vivanco, Leiter der Lateinamerika-Abteilung von Human Rights Watch: "Kubaner, die es wagen, Kritik an der Regierung zu üben, leben in ständiger Angst." In einem über 100 Seiten langen Bericht mit dem Titel "New Castro, Same Cuba" hat die Organisation die Menschenrechtsverletzungen dokumentiert. "Wir leben 24 Stunden am Tag mit dem Risiko verhaftet zu werden", berichtete ihnen ein Rechtsanwalt im März 2009. Zehn Tage später wurde der Jurist festgenommen - er sitzt bis heute im Gefängnis.




"Würmer wie du haben keinen Job verdient"



Um politische Gegner einzuschüchtern, berufen sich Kubas Behörden auf den Straftatbestand der "Gefährlichkeit". Bürger dürfen in Haft genommen werden, bevor sie eine Straftat begangen haben. Ein bloßer Verdacht reicht. "Gefährlich" bedeutet laut kubanischem Gesetz unter anderem, dass jemand "antisoziales Verhalten" zeige - etwa indem er die "Regeln des Zusammenlebens" störe. Laut Human Rights Watch ein Vorwand, um Dissidenten festzunehmen. Auch Amnesty International bemängelt in seinem Jahresbericht 2008, das Justizsystem werde dazu benutzt, Oppositionelle zu schikanieren.




Faire Gerichtsverfahren erhalten die Abtrünnigen nicht. Ein politischer Aktivist berichtet, die Polizei habe ihn um 5.50 Uhr morgens abgeholt. Nicht einmal drei Stunden später sei sein Urteil verkündet worden: vier Jahre Haft. Schon zuvor war er zu Zwangsarbeit verurteilt und geschlagen worden, war ihm vom Arbeitsamt eine Vermittlung verweigert worden mit der Begründung "Würmer haben das nicht verdient". Das Gefängnis, in das er nun gebracht wurde, machte ihn durch verdorbenes Essen krank.




Viele berichten von ähnlichen Erlebnissen. In Kubas Knästen sitzen außerdem 53 politische Gefangene, die noch während der Regierungszeit von Fidel Castro festgenommen wurden. Mehr als 50 Prozent der Gefangenen müssen Haftstrafen von mehr als 20 Jahren ertragen.



Parlamentspräsident im Kreuzverhör der Studenten



Was ist aus Raúls versprochenen Reformen geworden? Als er im Januar 2008 offiziell zum Nachfolger seines großen Bruders gewählt wurde, ermunterte er das Volk zu freieren Diskussionen und Kritik. Die Regierung erlaubte den Besitz von Handys und Computern. Studenten der Informatikuniversität nahmen den Parlamentspräsidenten Ricardo Alarcón ins Kreuzverhör. Sie fragten, warum sie keinen Zugang zu Google und Yahoo hätten und warum sie nicht einmal nach Bolivien reisen dürften, wo Che Guevara vor 40 Jahren starb. Ein Hauch von Glasnost zog durch Kuba.



Doch dann stockte die Öffnung - viele im Parteiapparat waren wohl der Meinung, die Reihen müssten nun geschlossen werden. Die Liberalisierung könnte der Anfang vom Ende der Macht sein. Experten vermuten, ein energischer Wandel könnte zu riskant sein für Raúl Castro - um seine Machtbasis zu sichern, müsste er zunächst Erfolge seiner Regierung vorweisen. Doch die kubanische Wirtschaft erholt sich offenbar nicht, Projekte werden nicht vorangetrieben.




Im Volk wächst der Frust. Hoffnung gibt jedoch US-Präsident Obama, der auf eine Entspannungspolitik setzt. Anfang September hob das Finanzministerium in Washington wesentliche Teile eines Embargos auf, das seit fast einem halben Jahrhundert besteht - Amerikaner können künftig ungehindert Familienangehörige auf der Insel besuchen und unbegrenzt Geld überweisen. Grundsätzlich bleibt das Embargo aber bestehen.




EU ringt um ihre Haltung zu Kuba



Ein positives Signal aus Havanna, etwa die Freilassung inhaftierter Regimegegner, zeichnet sich bislang jedoch nicht ab. Die Bürgerrechtler von Human Rights Watch fordern daher eine harte Haltung gegenüber Kuba. Falls die Regierung nicht alle politischen Häftlinge innerhalb der nächsten sechs Monate freilasse, sollten die Mitglieder der multilateralen Koalition gezielte Strafmaßnahmen ergreifen, wie zum Beispiel Reiseverbote für Regierungsmitglieder verhängen oder neue ausländische Investitionen zurückhalten.
Doch Spanien, das die EU-Ratspräsidentschaft ab Januar 2010 übernimmt, bemüht sich um eine neue Position gegenüber Havanna. Die spanische Regierung will den "Gemeinsamen Standpunkt" der EU aufgeben - eine Vereinbarung von 1996, die die Kuba-Politik der Europäer mit Fortschritten bei der Demokratisierung und bei Menschenrechten verknüpft. Bert Hoffmann vom Hamburger Institut für Lateinamerika-Studien hält dies für sinnvoll: "Die EU wäre gut beraten, eine flexiblere Haltung gegenüber Kuba einzunehmen. Die 'Gemeinsame Position' ist heute ein zu starres ideologisches Korsett für die Nach-Fidel-Ära." Die Frontstellung nach außen stabilisiere die Regierung in Havanna eher, als dass sie sie bedrohe.




Bloggerin Yoani Sánchez läuft wieder ohne Krücken, berichtet sie. Die Angreifer hätten zwar mit Gewalt auf ihre Worte reagiert, aber ihr "Blogger-Geist" sei intakt. Trotzig richtete sie auf ihrer Seite je sieben Fragen an Raúl Castro und Barack Obama. Kubas Staatschef fragte sie zum Beispiel ob er den amerikanischen Präsidenten auf die Insel einladen würde und welche die Vorteile eines Dialogs mit den USA wären.
Barack Obama hat alle Fragen beantwortet. Mit Freude sehe er dem Tag entgegen, an dem "alle Kubaner frei ihre Meinung äußern können".


Dissidenten in Kuba: Schläge, Schikane, Schnellverfahren - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik


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viva la revolucion!


na lopov was meinst du sollen wir hier im ausbeuterischen kapitalismus auch so ein gesetz einführen:


"Bürger dürfen in Haft genommen werden, bevor sie eine Straftat begangen haben. Ein bloßer Verdacht reicht. "Gefährlich" bedeutet laut kubanischem Gesetz unter anderem, dass jemand "antisoziales Verhalten" zeige - etwa indem er die "Regeln des Zusammenlebens" störe."


Gabs schon. Hieß Mccarthy-Ära. Du begehst den Fehler, Geschichte von vorne aufzurollen, entgegen der Chronologie der Ereignisse. Es gab sehr sehr gute Gründe für eine Revolution auf Kuba.
Guckst du Batista-USA.

Etwas anderes ist, wohin sich die revolution entwickelt hat (ja, leider haben Revolutionäre die fatale Eigenschaft, sich an die Macht zu klammern).
 
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