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Streitfrage: Ist der Karadzic-Prozess eine Warnung für Kriegsverbrecher?

Unsinniges Thema... Jeder mit ein bisschen Verstand kennt die Geschichte
 
Dass es die Deutschen oder Österreicher überhaupt wagen, irgendetwas mit ihrem barbarischen Holocaust zu vergleichen ...

Die Vorkommnisse waren grauenhaft, aber nichts gibt ihnen das Recht, andere Leute mit Hitler oder Himmler zu vergleichen.



Richtig.

Ich habe mir jetzt die Mühe gemacht, mal die Quellen zu recherchieren.
Das ist kein Vorwurf an Emir88 den er hat korrekt die deutsche Seite gepostet.

Nur was hat der österreichische Standard wirklich geschrieben?

[WICHTIG] So wie der in Haager Haft verstorbene ehemalige Präsident Serbiens, Slobodan Milosevic, will auch der Mann, den der einstige US-Botschafter in Belgrad, Warren Zimmermann, "Himmler seiner Generation" nannte, offenbar mit allen Mitteln den Zeitplan des Gerichtes durchkreuzen. [/WICHTIG]

Himmler des Balkans - Paul Lendvai - derStandard.at ? Meinung

Dh. er hat den amerik. Botschafter zitiert. Übrigens ist der Autor dieses Bericht Paul Lendvai, ein Exilungar, der nach dem Ungarnaufstand nach Österreich geflüchtet ist und hier seine Heimat gefunden hat.

Auf deine Frage, ob Deutsche und Österreicher solche Vergleiche ziehen dürfen, möchte ich dir antworten, dass ein Vergleich der Schoa mit jedem anderen Verbrechen nicht verglichen werden darf.

Ob sie eine moralische Berechtigung hätten solche Vergleiche heute zu stellen, sage ich eindeutig *JA*

ES gibt keine Kollektivschuld eines Volkes. Auch bei den serbischen Tschetniks, den kroatischen Ustascha und muslimischen SS Soldaten der bosnischen SS Division, welche mit den Faschisten teilweise gemeinsam gekämpft haben, gibt es für die Nachfahren keine Kollektivschuld.

Gerade Deutschland und Österreich, welche mehr als eine Million ehemaliger Jugoslawen in den Kriegswirren Schutz und eine neue Heimat gaben, dürfen sich heute erlauben, über Nazi-und auch andere Kriegsverbrechen zu sprechen und urteilen.

Manchmal hilft es über den Tellerrand zu blicken.
 
Ich habe mir jetzt die Mühe gemacht, mal die Quellen zu recherchieren.
Das ist kein Vorwurf an Emir88 den er hat korrekt die deutsche Seite gepostet.

Nur was hat der österreichische Standard wirklich geschrieben?

[WICHTIG] So wie der in Haager Haft verstorbene ehemalige Präsident Serbiens, Slobodan Milosevic, will auch der Mann, den der einstige US-Botschafter in Belgrad, Warren Zimmermann, "Himmler seiner Generation" nannte, offenbar mit allen Mitteln den Zeitplan des Gerichtes durchkreuzen. [/WICHTIG]

Himmler des Balkans - Paul Lendvai - derStandard.at ? Meinung

Dh. er hat den amerik. Botschafter zitiert. Übrigens ist der Autor dieses Bericht Paul Lendvai, ein Exilungar, der nach dem Ungarnaufstand nach Österreich geflüchtet ist und hier seine Heimat gefunden hat.

Auf deine Frage, ob Deutsche und Österreicher solche Vergleiche ziehen dürfen, möchte ich dir antworten, dass ein Vergleich der Schoa mit jedem anderen Verbrechen nicht verglichen werden darf.

Ob sie eine moralische Berechtigung hätten solche Vergleiche heute zu stellen, sage ich eindeutig *JA*

ES gibt keine Kollektivschuld eines Volkes. Auch bei den serbischen Tschetniks, den kroatischen Ustascha und muslimischen SS Soldaten der bosnischen SS Division, welche mit den Faschisten teilweise gemeinsam gekämpft haben, gibt es für die Nachfahren keine Kollektivschuld.

Gerade Deutschland und Österreich, welche mehr als eine Million ehemaliger Jugoslawen in den Kriegswirren Schutz und eine neue Heimat gaben, dürfen sich heute erlauben, über Nazi-und auch andere Kriegsverbrechen zu sprechen und urteilen.

Manchmal hilft es über den Tellerrand zu blicken.

Danke Styria für die Klarstellung. Auf dich ist Verlass

Diese deutschen Banausen wollen den Standard diffarmieren. Ist ein wenig komisch du weißt ja wie viele ..... dort tätig sind ;)
 
Das peinlichste am westlichem Medienbild ist, dass es sich selbst als aufgeklärt und neutral sieht, dabei muss es sich nicht vor Chinas gleichgeschalteter Medienwelt verstecken, es tarnt sich als frei, hat aber einen aufgesetzten Rahmen

Das sehe ich allerdings genauso. Ich finde schon, dass man auch westliche Medien kritisch betrachten muss in Hinblick darauf, dass Berichterstattung nicht immer objektiv ist. Redaktionen bzw. Medien sind politisch usw. nicht völlig neutral, können sie wahrscheinlich auch nicht sein. Das fängt schon bei der Wortwahl an. Und das gilt ja nicht nur hier, sondern für viele andere Länder und Bereiche auch. Wenn mich nicht alles täuscht, hatte etwa Ulrich Tilgner, langjähriger ZDF-Korrespondent zu letzt aus Afghanistan berichtend, zunehmenden redaktionellen Druck beklagt und ist wohl unter anderem deswegen zum SFgewechselt.

Der Vergleich hinkt gewaltig. Mörder untereinander zu katalogisieren finde ich recht schwierig.

Sehe ich auch so, ich finde solche Vergleiche können und sollten nicht gezogen werden.

Noch ein Gedanke, es wurde eingangs die Frage gestellt, ob solche Prozesse eine Warnung sein können. Ich denke, natürlich. Ich halte es aber auch allgemein für wichtig, dass dann alle Kriegsverbrecher nicht nur nach gleichen Maßstäben behandelt werden sondern auch zu Hause ihre Schuld und die Unrichtigkeit ihres Handels anerkannt wird ohne Versuche irgendwelcher Rechtfertigung. Und das gilt auch für überall.
 
Also der Karadzic Prozess wird sicherlich keine Warnung an potentielle Kriegsverbrecher sein.

Zunächst einmal liess man ihn jahrlang gewähren und erkennt heute die Resultate seiner Politik in Form der "Republika Srpska" an. Letztere, die jahrelang Rückkehr und Wiederansiedlung massiv behindert und daran nicht gehindert wurde, besteht nun zu 90% aus Serben. Vergleichen mit 1991, ein Zuwachs von 40% durch die Vertreibung von Nichtserben aus dem gleichen Gebiet, welches sich heute "RS" nennt.

Dann durfte sich Karadzic jahrelang mehr oder minder verdeckt durch Belgrad bewegen.

Jemand wie Karadzic hat sich selbst ganz diesen Zielen gewidmet. So einer sieht sich im Prozess nicht als Opfer, wenn die Ziele die er erreicht hat nicht in Frage gestellt werden.

Nein.....so ein Prozess wird potentielle Kriegsverbrecher kaum abschrecken.
 
»Himmler des Balkans« – so titelte »Der Standard« aus Wien seinen Kommentar zur Eröffnung des Prozesses gegen Radovan Karadzic. Heinrich Himmler, »Reichskommissar für die Festigung deutschen Volkstums«, betrieb die »Eindeutschung« der besetzten polnischen Gebiete durch Vertreibung und Vernichtung von Polen und Juden. Genauso habe es auch der Präsident der bosnischen Serben getrieben, meint wohl der Autor und zieht dann einen weiteren historischen Vergleich: Die Belagerung von Sarajewo durch die bosnischen Serben habe länger gedauert als die Blockade Leningrads durch die Deutschen. Schlimmer als die Deutschen wüteten also die bosnischen Serben mit ihrem Himmler an der Spitze.


Damit sind wir beim vertrauten Medienbild vom blutigen Untergang Jugoslawiens: Wie Himmler im Auftrag des Reichskanzlers Adolf Hitler in Polen, so auch Karadzic in Bosnien im Auftrag des jugoslawischen Präsidenten Slobodan Milosevic. Diesen nannten die Medien »Hitler des Balkans«. Mit ihren Hitler und Himmler an der Spitze haben also die Serben die anderen jugoslawische Völker angegriffen, Vernichtungslager betrieben und einen Völkermord begangen. Immer wieder kann man sich wundern, wie erfolgreich dieses Bild im öffentlichen Bewusstsein verankert wurde.
Das Jugoslawien-Tribunal hat es sich scheinbar vorgenommen, dieses Medienbild strafrechtlich zu beweisen. Der Prozess gegen den Politiker Vojslav Seselj entwickelte sich schnell zu einem kompletten Fiasko für die Anklage. Nun sitzt Seselj schon acht Jahre in Haft, Richter und Ankläger sind ratlos und Medienberichte zu diesem Skandal gibt es überhaupt keine.


weiterlesen: 16.04.2010: Streitfrage: Ist der Karadzic-Prozess eine Warnung für Kriegsverbrecher? (Tageszeitung Neues Deutschland)

Reiner Populismus der Deutschen und Österreicher. Und überhaupt mit ihrer Geschichte sollten sie sich bei solchen Angelegenheiten nicht einmischen.
 
Dass Kriegsverbrechen untersucht, mögliche Schuldige strafverfolgt und bei entsprechenden Beweisen auch angeklagt und verurteilt werden, sollte kein Thema sein. Und ich denke schon, dass dies auch wichtige Zeichen gibt.

Was konkret das Tribunal für das ehemalige Jugoslawien betrifft, so höre und lese ich allerdings nicht zum ersten Mal den Vorwurf einer gewissen Art Ungleichbehandlung serbischer und nichtserbischer Angeklagter. Ich denke da etwa nur die Vorwürfe, die nach dem Prozess gegen Naser Oric z.B. aufkamen. Ob sie berechtigt sind kann ich mir nicht anmaßen zu sagen. Aber da dies scheinbar nicht nur ein Fall betrifft gibt es schon den bitteren Geschmack, dass das Tribunal nicht nur rein juristisch, sondern auch politisch entscheidet und agiert. Und das wäre etwas absolut inakzeptables.

Na ja die haben den serbischen Präsidenten Milutinovic freigesprochen, so sehr politisch scheint mir das dann nicht zu sein. Und wenn nach UNO Angaben zum Beispiel in Bosnien (so habe ich es gelesen) 80 Prozent der Kriegsverbrchen von serbischer Seite begangen wurden, dürfte es dann nicht wirklich ein Argument sein weiso mehr Serben als andere in den Den Haag angeklagt werden.

Der "Westen" ist zwar auch nicht wirklich immer so unparteiisch wie er sich gerne darstellt, aber ich glaube in der Jugoslawien Frage haben Milosevic und CO. Serbien selber ins Abseits befördert. Sie haben im Laufe der Konflikts so traditionelle Verbündete wie Frankreich und Großbritannien verloren, auch Italien war ihnen nie so negativ gesinnt. Ich glaube hätte man die schlechtmöglichste Politik für Serbien betreiben wollen, so hätte man Milosevic und Co. kaum überbieten können. Sicher hatte jedoch der Westen als er in Kosovo und Bosnien interveniert hat ein Interesse daran die, gegen die man interveniert hat, möglichst schlecht zu machen (und die Medien sind hier auch nicht immer so unabhängig wie gerne behauptet). Wobei die Intervention in Bosnien mit UNO Mandat geschah (also auch von Russland abgesegnet wurde)

Übrigens wenn das Internationale Gericht in Den Haag so ungleich behandeln würde, wieso hat dann Serbien einen Antrag auf Gutachten bezüglich der Unabhängigkeit des Kosovos an das IGH in Den Haag gerichtet.
 
Also der Karadzic Prozess wird sicherlich keine Warnung an potentielle Kriegsverbrecher sein.

Zunächst einmal liess man ihn jahrlang gewähren und erkennt heute die Resultate seiner Politik in Form der "Republika Srpska" an. Letztere, die jahrelang Rückkehr und Wiederansiedlung massiv behindert und daran nicht gehindert wurde, besteht nun zu 90% aus Serben. Vergleichen mit 1991, ein Zuwachs von 40% durch die Vertreibung von Nichtserben aus dem gleichen Gebiet, welches sich heute "RS" nennt.

Dann durfte sich Karadzic jahrelang mehr oder minder verdeckt durch Belgrad bewegen.

Jemand wie Karadzic hat sich selbst ganz diesen Zielen gewidmet. So einer sieht sich im Prozess nicht als Opfer, wenn die Ziele die er erreicht hat nicht in Frage gestellt werden.

Nein.....so ein Prozess wird potentielle Kriegsverbrecher kaum abschrecken.

Sehr interessante Aspekte die ich so auch (noch) nicht bedacht habe, danke. Aber ich denke, zum einen sollte man konkret bei Karadzic abwarten, was beim Prozess heraus kommt. Die Folgen seiner Politik, also auch die "Republika Srpska" können natürlich allerdings nicht vom Jugoslawientribunal rückgängig gemacht werden. Ich denke, es war aber überhaupt schon ein wichtiges Zeichen dass er und auch Milosevic doch erfolgreich vor das Tribunal gebracht wurden. Egal nach wie langer Zeit. Und ich sehe auch auf internationaler Ebene kaum stärkere Zeichen als wenn man durch solche Prozesse und Verurteilungen zeigt, dass man in keinem Fall bereit ist solche Taten zu akzeptieren.
 
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