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Sudan News

Sudan-Krieg, erklärt: Die größte menschliche Katastrophe der Welt
Welche Mächte hier gegeneinander kämpfen und Millionen Menschen vertreiben

Während die Welt auf die Ukraine und die Straße von Hormus blickt, spielt sich in einem anderen Land die laut UN aktuell größte humanitäre Katastrophe unserer Zeit ab. Doch warum hört man so wenig über den Krieg im Sudan? Jan Pospisil, Forschungsleiter am Österreichischen Studienzentrum für Frieden und Konfliktlösung in Wien, erklärt die Hintergründe dieses Krieges zwischen lokalen Fraktionen und großen Regionalmächten, der dutzende Millionen Menschenleben bedroht. (Video: Laura Schmidt, Yasaman Hassani)


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„Alarmstufe Rot“: Sudan laut UNO vor neuer Katastrophe
Im Sudan zeichnet sich nach Angaben der UNO eine weitere Menschenrechtskatastrophe ab. Die Zeichen dafür seien unmissverständlich, sagte der UNO-Hochkommissar für Menschenrechte, Volker Türk, heute.

Bei einer Sondersitzung des UNO-Menschenrechtsrats in Genf forderte er die Weltgemeinschaft zum Handeln auf. Türk erinnerte an die mindestens 6.000 Menschen, die letztes Jahr innerhalb von drei Tagen getötet wurden, als die RSF-Miliz die Stadt al-Faschir einnahm.

Hintergrund ist, dass aktuell die RSF-Miliz und ihre Verbündeten im Kampf gegen die Armee Berichten zufolge Truppen um die strategisch wichtige sudanesische Stadt al-Obeid zusammenziehen. „Wir haben Alarmstufe Rot“, sagte Türk über die mögliche Einnahme der Stadt, in der mehr als eine halbe Million Menschen leben. Staats- und Regierungschefs in aller Welt müssten nun alles daran setzen, um weitere Gräueltaten zu verhindern, forderte er.

In der Hauptstadt des Bundesstaates Nordkordofan sei die Zivilbevölkerung seit 18 Monaten einer belagerungsähnlichen Situation ausgesetzt, so Türk.

 
Al-Obeid
Sorge vor weiterem Massaker im Sudan
Im Sudan halten sich die Sorgen vor einem weiteren Massaker durch die Rapid Support Forces (RSF) hartnäckig: Die RSF-Miliz hatte in den vergangenen Wochen mittels Drohnenangriffen und Belagerungstaktiken versucht, die Kontrolle über die Stadt al-Obeid im besonders umkämpften Bundesstaat Nordkordofan zu erlangen. Erst am Mittwoch wurden wieder Drohnenangriffe auf die Stadt gemeldet.

Zeugen berichteten gegenüber Reuters, dass die strategisch wichtige Stadt von acht Drohnen angegriffen wurde, woraufhin die Luftabwehr der Armee zum Einsatz kam. Nach Angaben von Medizinern wurden zwei Menschen getötet und weitere verletzt.

 
Viele Tote bei Drohnenangriff im Sudan
Bei einem Drohnenangriff auf einen Viehmarkt in der sudanesischen Region Darfur sind laut Krankenhauskreisen 30 Menschen getötet worden. 47 weitere Menschen seien bei der Attacke in der von der paramilitärischen RSF-Miliz kontrollierten Stadt Nyala verletzt worden. Die RSF machte die Armee für die Attacke verantwortlich. Diese bestätigte, ihre Luftangriffe in Nyala intensiviert zu haben, betonte jedoch, dass dabei nur militärische Ziele angegriffen würden.

Sowohl die RSF, die in Nyala eine Gegenregierung installiert hat, auch die Armee setzen bei ihren Angriffen zunehmend auf Drohnen. Im Sudan liefern sich die Armee von Militärherrscher Abdel Fattah al-Burhan und die RSF-Miliz seines ehemaligen Stellvertreters Mohamed Hamdan Daglo seit mehr als drei Jahren erbitterte Gefechte.

In dem Krieg im drittgrößten Land Afrikas wurden bereits zehntausende Menschen getötet, mehr als elf Millionen Menschen sind auf der Flucht. Beiden Seiten werden Kriegsverbrechen zur Last gelegt, darunter Angriffe auf Zivilisten.

 
Sudan: Viele Tote nach Angriff auf Markt in Grenzregion
Bei einem Angriff auf einen Markt in der umstrittenen Region Abyei zwischen dem Sudan und dem Südsudan wurden laut dem regionalen Informationsminister Yohanna Akol Ngor mindestens 153 Menschen getötet. Ngor machte die sudanesische Armee dafür verantwortlich. Diese äußerte sich noch nicht dazu.

Videobericht
 
Sudan-Krieg: 27 Delegationen suchen in Genf nach Frieden
Dreieinhalb Jahre nach Ausbruch der Kämpfe im Sudan nehmen Vermittlerinnen und Vermittler heute einen neuen Anlauf für eine Friedenslösung. 27 Delegationen wollen bei einem Koordinierungstreffen in Genf die Friedensbemühungen vorantreiben.

„Der Krieg muss enden“, sagte der persönliche Gesandte des UNO-Generalsekretärs für den Sudan, Pekka Haavisto, zum Auftakt des sechsten Treffens dieser Art.

Konfliktparteien nicht dabei
Vertreten sind bei dem Treffen unter anderem die USA, China, Deutschland, Ägypten, die Türkei und die Vereinigten Arabischen Emirate (UAE), nicht aber die Konfliktparteien, also die Regierung und die paramilitärische Miliz Rapid Support Forces (RSF).

 
Sudan-Gipfel in Genf endet ohne Durchbruch
Dreieinhalb Jahre nach Ausbruch der Kämpfe im Sudan haben Vermittler und Vereinte Nationen einen neuen Anlauf für eine Friedenslösung genommen. Rund 80 Vertreter von Regierungen und Organisationen wollten bei einem Koordinierungstreffen gestern in Genf die Friedensbemühungen vorantreiben.

„Wir müssen zum Wohl des sudanesischen Volkes zusammenarbeiten“, sagte der Schweizer Diplomat Tim Enderlin zum Abschluss. Der persönliche Gesandte des UNO-Generalsekretärs für den Sudan, Pekka Haavisto, berichtete, dass erstmals auch die Umweltzerstörung durch den Konflikt zur Sprache gekommen sei.

Neue Initiativen oder Entscheidung verkündeten die beiden nicht. Es gehe darum, zwischen den Konfliktparteien vertrauensbildende Maßnahmen zu vermitteln, etwa den Austausch von Kriegsgefangenen.

Konfliktparteien nicht dabei
Vertreten waren bei dem Treffen unter anderem die USA, China, Deutschland, Ägypten, die Türkei und die Vereinigten Arabischen Emirate (UAE), nicht aber die Konfliktparteien, also die Regierung und die paramilitärische Miliz Rapid Support Forces (RSF). Die Vereinigten Arabischen Emirate gelten als ihr Waffenlieferant.

 
Mehr als 20 Tote bei Drohnenangriff auf Markt im Sudan
Bei einem Drohnenangriff auf einen Markt in der sudanesischen Region Darfur sind gestern nach Angaben von Rettungskräften mindestens 21 Menschen getötet worden. Zumindest 40 weitere seien bei dem Angriff in der von der Miliz
Rapid Support Forces (RSF) kontrollierten Stadt Nyala verletzt worden, hieß es heute.

Mitte Oktober waren bei einem Drohnenangriff auf einen Viehmarkt in Nyala 30 Menschen getötet worden. Die RSF-Miliz machte die sudanesische Armee für den Angriff verantwortlich.

Angriffe auf Strominfrastruktur
In der sudanesischen Hauptstadt Khartum griffen die RSF ihrerseits ein Kraft- und ein Umspannwerk mit Drohnen an. Die Stromversorgung in weiten Teilen der Bundesstaaten Khartum und Al-Dschasira sei unterbrochen worden, meldete die französische Nachrichtenagentur AFP. Bereits am Dienstag hatte es Angriffe auf fünf Kraftwerke im Sudan gegeben, die zu massiven Stromausfällen in vier Bundesstaaten geführt hatten.

 
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