Mit dem türkisch-libyschen Abkommen untermauert die Türkei ihre Ansprüche auf weit ausgedehnte Wirtschaftszonen und Kontrollbefugnisse im östlichen Mittelmeer. Die Ratifizierung des Abkommens durch das Parlament in Bengasi ist deshalb ein schwerer diplomatischer Rückschlag für Griechenland und auch ein persönlicher Misserfolg für den griechischen Außenminister Giorgos Gerapetritis. Er war in den vergangenen zwei Jahren zweimal nach Bengasi gereist, um sich mit dem Machthaber Ostlibyens, Khalifa Haftar, zu treffen. Aber alle Bemühungen Gerapetritis‘, eine Ratifizierung des umstrittenen Abkommens abzuwenden, sind jetzt gescheitert.