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Thema Nazis/Neonazis

  • Ersteller Ersteller Gelöschtes Mitglied 28870
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Teenager-Neonazis verbrennen Bücher über Judentum und Islam
14-Jährige inszenieren sich auf Tiktok und rennen mit Bomberjacken und weißen Schnürsenkeln in den Springerstiefeln durch Wien und andere Städte

Ende Juli zogen sie wieder durch Wien: die Identitären, flankiert von Alt- und Neonazis, Burschenschaftern und FPÖ-Politikern. Geschützt von der Polizei, begleitet von lautstarken Gegenprotesten, marschierten sie durch die Innenstadt – ein seit Jahren vertrautes Bild, und doch war diesmal etwas anders.

Zwischen den alten Gesichtern mischten sich auffallend viele junge. Einige wirkten kaum volljährig, manche waren noch Kinder. Sie nennen sich "Legion Wien", treten in Bomberjacken auf, mit weißen Schnürsenkeln in den Springerstiefeln, die Köpfe kahl rasiert. Ein Look, der an vergangene Jahrzehnte erinnert – und doch scheint er für sie gerade wieder neu zu sein.

 
Das sind die Waffen der Neonazis und Rechtsextremen in Österreich
Bewaffnet und gefährlich: Maschinenpistolen, Gewehre, Bomben, Minen und Sprengstoff – regelmäßig werden neue Waffen bei Österreichs extremen Rechten gefunden. Das ist die laufend aktualisierte Liste der rechten Waffenfunde!

Das ist eine laufend aktualisierte Liste. Letzter Stand: 13.12.2025.

Wir haben uns daran gewöhnt, doch es ist enorm gefährlich. Fast schon regelmäßig werden bei extremen Rechten und Neonazis in Österreich enorme Bestände an Maschinenpistolen, Faustfeuerwaffen, Sprengstoff, Handgranaten, Minen, Bomben oder Munition entdeckt. Und oft sind es Zufallsfunde: Die Waffenfunde, die wir kennen, sind damit vermutlich nur die Spitze des Eisbergs.

Woher all diese Waffen stammen, wird kaum jemals bekannt. Ob es ermittelt wird, wissen wir nicht. Als gesichert kann gelten, dass die österreichische Neonazi-Szene beste Kontakte zu faschistischen Strukturen der organisierten Kriminalität am Westbalkan hat. Die Kontakte stammen aus jener Zeit, wo österreichische und deutsche Neonazis im Jugoslawien-Krieg an der Seite faschistischer kroatischer Milizen kämpften. Und in der Region gibt es bis heute enorme Waffenbestände.

Wofür die Nazis die Waffen horten
Die Waffen der Neonazis werden vermutlich zu einem großen Teil für einen herbeigesehnten „Tag X“ gehortet – also für einen faschistischen Aufstand. In manchen Fällen sind es vermutlich rechte Waffennarren, die sich daran begeilen, möglichst viele Schusswaffen zu besitzen. Teils gibt es Schnittmengen zur Organisierten Kriminalität. Doch manche dieser Waffen werden auch jetzt bereits aktiv von Neonazis eingesetzt – die deutsche Neonazi-Terrororganisation NSU ist ein warnendes Beispiel.

Und auch in Österreich haben Neonazis bereits tödliche Anschläge verübt und Morde zu verantworten. Erinnert sei etwa an die Briefbombenserie und die vier rassistischen Morde von Oberwart in den 1990er Jahren. Oder an den Amoklauf eines Neonazis im Vorarlberger Nenzing im Mai 2016, der zwei Menschenleben forderte.

Die folgende Liste ist zwangsläufig unvollständig. So werden manche Verfahren gar nicht öffentlich bekannt. Dazu werden in dieser Liste nur Waffenfunde aufgeführt, wo die politische Dimension eindeutig ist.

 
Der Nazi von heute:
Nennt Juden Finanzelite
Nennt Deportation Remigration
Nennt Rassenlehre Biopolitik
Nennt Faschismus Kulturkampf
Nennt Medien Lügenpresse
Nennt Aufklärung Indoktrination

Aber sonst ist es,
wie bei Raider und Twix.
Am braunen Inhalt
ändert das nix.

Mathias Eberlein
@tkdmatze.bsky.social (bsky.app in Bing)

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Der Neonazi-Swatter aus Niederösterreich
Europaweit breitet sich eine gewalttätige Online-Kultur aus. Der Fall eines festgenommenen niederösterreichischen Neonazi-Swatters zeigt die rechtsextreme Einflusssphäre auf die Szene um The COM.

Drei „Daumen hoch“ bekommt der User Girox* am 18. April auf seine Frage „Swatting stage?“ auf Telegram. Dazu postet er ein Bild vom Parkplatz der Shopping City Süd in Niederösterreich.

Beim Swatting setzen Täter:innen einen fingierten Notruf bei der Polizei ab, um ein schwer bewaffnetes Sondereinsatzkommando der Polizei zur Wohnung eines Opfers oder zu öffentlichen Einrichtungen in Gang zu setzen. Oft ist die Bombendrohung das Mittel der Wahl. Girox belässt es an dem Tag bei der Frage.

Die Nacht zuvor musste die Polizei aber tatsächlich ausrücken. Denn Girox ist Teil einer Gruppe, die sich T.H.O.* nennt. Ihr Ziel ist es, sich mit Grenzüberschreitungen online zu profilieren. Und am 17. April, am Tag vor Girox’ Frage an seine fast 7.000 Follower:innen, schlägt T.H.O. mutmaßlich anderswo in Niederösterreich zu, wie Stoppt die Rechten in Kooperation mit DIE ZEIT recherchieren konnte. Die „Terrororganisation T.H.O.“ wird sich danach mit der Straftat brüsten.

„We had some fun“
Aber beginnen wir ganz am Anfang. Am 27. Februar ein Autohaus in Lübeck, am 5. März der Hauptbahnhof in Mainz, fünf Tage später der Bahnhof im deutschen Cham und am 24. April das Schulzentrum im oberösterreichischen Neuhofen an der Krems: Sie alle sollen Ziel von Swatting durch T.H.O. gewesen sein, glaubt man dessen eigenem Bekenntnis.

Am Tag der Bombendrohung in Neuhofen an der Krems, zu der die Investigativ-Plattform Dossier ausführlich recherchierte, postet Girox eine Liste von Medienberichten zu den Ereignissen und kommentiert: „We had some fun.“ An allen Orten war ein Großeinsatz der Polizei die Folge, an den Bahnhöfen die vorübergehende Sperre des Zugverkehrs.

In weiteren Videos auf Girox’ Kanal sind Online-Anrufe in den USA zu beobachten, bei denen die T.H.O. Schulen mit Rohrbomben bedroht. Selbst die Behörden werden nicht verschont: „Ich zerbombe dein ganzes scheiss Polizei-Kommissariat!“, droht ein Anrufer im mitgeschnittenen Gespräch.

Girox’ Gruppe, T.H.O., bewegt sich im Umfeld eines Internetphänomens, das neuerdings den Sicherheitsbehörden Sorgen bereitet: nihilistischer gewalttätiger Extremismus (nihilistic violent extremism, NVE).

 
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