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Unterstellung Roma sind kriminell

Mortimer

Fat Joe
Einerseits kann man Roma Kriminalität berechtigt ansprechen Es gibt viel zu viele Roma-Organisationen die kriminell auftreten bei Betrug zum Beispiel und Diebstahl, aber auch Gruppen anderer Nationalitäten, die Betrug, Täuschung und Raub begehen (und von ethnischen Minderheiten und der extremen Rechten verherrlicht werden, wie beispielsweise einige Osteuropäer, auf denen sie basieren, weil sie Osteuropäer sind, oder in der Vergangenheit die italienische Mafia). Man darf nicht vergessen, dass Roma vor allem aufgrund ihrer Armut, ihrer dunklen Hautfarbe und ihrer Herkunft – einfach aufgrund dessen, wer sie sind – gehasst werden und deshalb Ausgrenzung und Diskriminierung erfahren. Polizei Brutalität und Gewalt von ultranationalistischen Gruppen.
 
Zur „Roma-Kriminalität“ am Balkan gibt es keine belastbaren, offiziellen Statistiken, die eine ethnische Zugehörigkeit erfassen. Die meisten Balkan-Staaten (Bulgarien, Rumänien, Serbien, Nordmazedonien etc.) führen keine Kriminalitätsdaten nach „Volksgruppe“ oder Muttersprache – Ethnic Profiling ist dort meist verboten oder wird nicht praktiziert. Die verbreitete Vorstellung einer „minderheitstypischen Delinquenz“ lässt sich daher durch Zahlen nicht belegen.

de.wikipedia.org
Fakten statt StereotypeLangjährige Balkan-Experten wie der Journalist Norbert Mappes-Niediek (Buch Arme Roma, böse Sinti und Roma) haben das Thema intensiv untersucht und kommen zu einem klaren Befund: Die Legende, Roma seien besonders kriminell, hält keiner Überprüfung stand. In großen Roma-Vierteln wie Shuto Orizari (Skopje), Ferentari (Bukarest), Stolipinowo (Plovdiv) oder Fakulteta (Sofia) kann sich ein Besucher in der Regel frei und unbehelligt bewegen – Gewaltverbrechen sind dort sogar seltener als in vergleichbar armen nicht-Roma-Vierteln. Trickdiebstähle oder Betteln kommen vor, sind aber typisch für extreme Armutsgesellschaften und nicht ethnisch bedingt.

oe1.orf.at
Ältere Studien (z. B. aus Ungarn) zeigen: Die Kriminalitätsrate in Roma-Vierteln ist nicht höher als in anderen armen Vierteln derselben Region. Wo Roma überdurchschnittlich in Diebstählen vorkommen, liegt das fast immer an Arbeitslosigkeit, fehlender Bildung und Segregation – nicht an „Volksgruppenmerkmalen“. Die UNODC (UN-Büro für Drogen und Kriminalität) stellt für den gesamten Balkan fest: Die konventionelle Kriminalität (Diebstahl, Gewalt) ist insgesamt niedriger als im westeuropäischen Durchschnitt.

unodc.org
Die reale Lage der Roma am BalkanIn Rumänien (ca. 1,95 Mio. Roma), Bulgarien (ca. 750.000) und Serbien (ca. 500.000) leben die größten Roma-Gemeinschaften Europas. Viele leben in extremer Armut:
  • Arbeitslosigkeit oft 50–80 % (offizielle Zahlen unterschätzen die Schattenwirtschaft).
  • Segregierte Siedlungen ohne Wasser, Strom oder Müllabfuhr.
  • Hohe Diskriminierung beim Job- und Wohnungssuche sowie in der Schule.
Das führt zu Überlebensstrategien wie informellem Sammeln, Betteln oder Kleinkriminalität – genau wie bei anderen extrem verarmten Gruppen weltweit. Die EU-Grundrechteagentur (FRA) zeigt in ihren Roma-Surveys: Roma sind gleichzeitig stark überproportional Opfer von Diskriminierung, Bedrohung und Gewalt.

fra.europa.eu
Organisierte Kriminalität?In den Medien wird manchmal von „Roma-Clans“ oder „Balkan-Mafia“ gesprochen. Tatsächlich gibt es rumänische oder albanische organisierte Kriminalitätsgruppen (Menschenhandel, Drogen, Zigarettenschmuggel), in denen vereinzelt auch Roma mitmischen – aber die Mehrheit der Akteure sind ethnische Rumänen, Albaner oder andere. Die großen Balkan-Drogenrouten werden vor allem von albanischsprachigen Netzwerken und serbisch-montenegrinischen Clans dominiert, nicht von Roma.

en.wikipedia.org
Zusammengefasst Es gibt keine seriöse Evidenz für eine „Roma-Kriminalität“ als ethnisch bedingtes Phänomen am Balkan. Wo Kriminalität auftritt, ist sie fast immer eine Folge von jahrhundertelanger Ausgrenzung, Sklaverei (bis ins 19. Jahrhundert in Rumänien), Armut und fehlender Integration – kein „Volksgruppenmerkmal“. Die Roma sind im Gegenteil häufig selbst die Hauptleidtragenden von Kriminalität und antiziganistischer Gewalt.Wer tiefer einsteigen will: Mappes-Niedieks Buch Arme Roma, böse Sinti und Roma ist ein sehr guter, faktenbasierter Einstieg. Die FRA-Berichte zur Roma-Lage in Südosteuropa liefern aktuelle Zahlen zu Diskriminierung und Lebensbedingungen.
 
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