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Was macht eine "Nation" aus?

Er hat so gehört, von wem auch immer, vielleicht von den umgebrachten
Zeugen seines ehemaligen Ministerpräsidenten:))

Ansonsten, has Du Recht. Er ist gezwungen eine Albanerin zu heiraten.

Interessant ist die Tatsache dass im ehemaligen Jugoslawien ( aber
die Geschichte wiederholt sich) jede dritte Ehe, eine Art Mischehe war.
wobei ich diesen Ausdruck nicht mag, aber niemals unter den Kosovo
Albanern. Warum es so ist, hat uns unser lieber Genosse Artoni erklärt.

Ich persönlich kenne auch Juden die mit einer Deutschen verheiratet
sind, Kroaten die Serbinen geheiratet haben, in Bosnien war sowieso
das normal und ist heutzutage immer noch, aber ich kenne nur Albaner
die mit Albanerinen verheiratet sind. Ist das normal?
Natürlich gab es seltener Mischehen zwischen Albanern und sonstigen Ex-Jugoslawen. Alleine die Sprache war schon ein Hindernis, auch wenn viele damals serbokroatisch konnten.
Ist eher auf "unter sich bleiben" zu deuten, hatte seine Gründe.
Ich kenne auch nicht wirklich viele Mischehen, nur 4 um genauer zu sein.
In 3 Fällen ist die Frau Serbin, in einem Fall Bosniakin, wenn man in Zeiten von Jugoslawien zurückschaut. Die restlichen Ehen, die ich kenne, blieben "rein", was wie o.g seine Gründe hatte.
Unterdrückung durch die Serben, Zusammenhalt und die fehlende Mobilität waren Faktoren dafür.
Die meisten Kosovo-Albaner haben sich nicht wirklich als "Jugoslawen" (Nationalität) definiert, weil ihnen der 2. Part "slawen" im Wort nicht gefällt. Sie sind nicht Teil eines slawischsprechenden Volkes und haben ihre eigene Kultur. Sie sind Albaner.
 
Natürlich gab es seltener Mischehen zwischen Albanern und sonstigen Ex-Jugoslawen. Alleine die Sprache war schon ein Hindernis, auch wenn viele damals serbokroatisch konnten.
Ist eher auf "unter sich bleiben" zu deuten, hatte seine Gründe.
Ich kenne auch nicht wirklich viele Mischehen, nur 4 um genauer zu sein.
In 3 Fällen ist die Frau Serbin, in einem Fall Bosniakin, wenn man in Zeiten von Jugoslawien zurückschaut. Die restlichen Ehen, die ich kenne, blieben "rein", was wie o.g seine Gründe hatte.
Unterdrückung durch die Serben, Zusammenhalt und die fehlende Mobilität waren Faktoren dafür.
Kosovo-Albaner haben sich nie wirklich als "Jugoslawen" definiert, weil ihnen der 2. Part "slawen" im Wort nicht gefällt. Sie sind nicht Teil eines slawischsprechenden Volkes. Sie sind Albaner.

Ich kenne aber solche Ehen in Vojvodina (Ungarin und Serbe oder umgekehrt,
aber auch aus Ostserbien wo ein Vlah eine Serbin heiratet,
also die Sprache oder Religion spielt da keine grosse Rolle).
Nein,auf Kosovo, aber auch in Mazedonien war da ein System am Werk
und das System hat funktioniert.

Übrigens in Serbien ( die Stadt aus der ich komme) gibt es viele
Bäcker,Konditoren,Albaner, die Serbinen geheiratet haben. Die Kinder
sind getauft worden, so dass es sich um eine beispielhafte Integration
handelt. Es geht um kluge Menschen, und die gibt es natürlich auch unter
den Albanern und die nicht Alles Serbische hassen.
 
Ich kenne aber solche Ehen in Vojvodina (Ungarin und Serbe oder umgekehrt,
aber auch aus Ostserbien wo ein Vlah eine Serbin heiratet,
also die Sprache oder Religion spielt da keine grosse Rolle).
Nein,auf Kosovo, aber auch in Mazedonien war da ein System am Werk
und das System hat funktioniert.

Übrigens in Serbien ( die Stadt aus der ich komme) gibt es viele
Bäcker,Konditoren,Albaner, die Serbinen geheiratet haben. Die Kinder
sind getauft worden, so dass es sich um eine beispielhafte Integration
handelt. Es geht um kluge Menschen, und die gibt es natürlich auch unter
den Albanern und die nicht Alles Serbische hassen.

Die Albaner in Serbien können sich integrieren, denn sie leben in ein anderes Land. Die Albaner in ihrer Heimat, in Kosovo, wo sie das autochthone Volk bilden, brauchen sich nicht zu integrieren. Dieses System gab es. Doch dieses System ist mit der universellen Werteordnung im Einklang. Und das zweite System hieß: Die albanische Kunst, als Volk vor dem Panslawismus zu überleben.

Ich sehe in dem Verhalten der Albaner nichts von Hassen von allem Serbischen, sondern ein allen Menschen angeborenes Verhalten, nämlich Selbstliebe und Selbsterhaltung. Wenn dich deine Nachbarn in deinem Bestand auslöschen wollen, ist es in jeder Hinsicht menschlich, den verantwortlichen Teil deiner Nachbarn zurückzubekämpfen.

Wir sind eines der wenigen Völker, die noch nie ein Genozid gegenüber anderen Völkern unternommen haben. Auch nicht teilweise, auch nicht in der Versuchsform. Allen von Serben nicht beeinflussten Geschichtsbüchern ist dies zu entnehmen. Wenn sich nicht wieder mal die gesamte Welt geirrt hat oder böse gegenüber den Serben ist. : pp
 
Zuletzt bearbeitet:
Die Albaner in Serbien können sich integrieren, denn sie leben in ein anderes Land. Die Albaner in ihrer Heimat, in Kosovo, wo sie das autochthone Volk bilden, brauchen sich nicht zu integrieren. Dieses System gab es. Doch dieses System ist mit den universellen Werteordnung im Einklang. Und das zweite System hieß: Die albanische Kunst, als Volk vor dem Panslawismus zu überleben.

Ich sehe in dem Verhalten der Albaner nichts von Hassen von allem Serbischen, sondern ein allen Menschen angeborenes Verhalten, nämlich Selbstliebe und Selbsterhaltung. Wenn dich deine Nachbarn in deinem Bestand auslöschen wollen, ist es in jeder Hinsicht menschnlich, den verantwortlichen Teil deiner Nachbarn zurückzubekämpfen.

Wir sind eines der wenigen Völker, die noch nie ein Genozid gegenüber anderen Völkern unternommen haben. Auch nicht teilweise, auch nicht in der Versuchsform. Allen von Serben nicht beeinflussten Geschichtsbüchern ist dies zu entnehmen. Wenn sich nicht wieder mal die gesamte Welt geirrt hat oder böse gegenüber den Serben ist. :pp

Du willst nicht verstehen worüber wir reden.

Ich bin ein Individuum (obwohl ich Frau bin, aber es soll auch Frauen geben
die Menschen sind), ich bin kein Herdentier,ich lebe mein Leben,das
Leben meiner Nation ist mir unwichtig, da ich, als Sofija nur dieses habe.
Von mir kann ( darf) keiner verlangen dass ich die Steuer "für die
Sache von Tachi und CO" bezahle, kein Geld für Bau von sinnlosen Tempeln
damit sich Tachi und CO vor Vatikan damit schmücken. Verstehst Du
überhaupt wovon ich rede? Das fehlt Dir, Das Gefühl und Bewusstsein
dass Du niemandem was schuldest.
 
Du willst nicht verstehen worüber wir reden.

Ich bin ein Individuum (obwohl ich Frau bin, aber es soll auch Frauen geben
die Menschen sind), ich bin kein Herdentier,ich lebe mein Leben,das
Leben meiner Nation ist mir unwichtig, da ich, als Sofija nur diese eine habe.
Von mir kann ( darf) keiner verlangen dass ich die Steuer "für die
Sache von Tachi und CO" bezahle, kein Geld für Bau von sinnlosen Tempeln
damit sich Tachi und CO vor Vatikan damit schmücken. Verstehst Du
überhaupt wovon ich rede? Das fehlt Dir, Das Gefühl und Bewusstsein
dass Du niemandem was schuldest.

Es wäre eine Beleidigung für dich, wenn ich als Akademiker nicht verstehen würde, wovon du redest. Ich verstehe sehr wohl, wovon du redest. Genauso wie ich verstehe, wovon wir bisher geredet haben: Mischehen mit Serben und ihre "Vorteile" für die Völker Ex-Jugoslawiens; das Bestreiten von Verbrechen gegen die Menschlichkeit seitens der Serben; die serbische "Brüderlichkeit" und ihre Auswirkungen mit 100 tausend toten Zivilisten jugoslawienweit; die serbische "Wohlgesinnung" gegenüber Albanern und die Verbote der albanischen Sprache, das Nervengas in albanischen Grundschulen, das vergiftete Grundwasser und die Erforderlichkeit des Eingreifens der Weltgemeinschaft, um das Überleben des albanischen Volkes zu schützen. Glaube dir selbst, wenn du kannst. Ob ich dir glaube, lass das mein mit meiner Erfahrung und meinen Lehren aus der Vergangenheit zu beantwortendes Anliegen sein.
 
Schön! Mein Fachgebiet (also nicht diei Albaner/Serben-Sache, sondern die Nation/Volk-Sache).

Zuerst: Nation/Volk können nicht einfach so gleichgesetzt werden. Ich schätze, bei der Ursprungsfrage geht es um die Ethnie. Eine Ethnogenese entsteht, wenn sich eine Gruppe von Menschen aufgrund Gemeinsamkeiten von den Menschen in den benachbarten Regionen abgrenzen. Auch innerhalb dieser Gruppe kann es Unterschiede geben, aber so lange die Gemeinsamkeiten überwiegen, kann von EINEM Volk gesprochen werden, und die relevanten Gemeinsamkeiten waren in erster Linie Sprache und Religion. Hierbei ist es nicht unbedingt von Relevanz, ob diese Ethnie sich selbst als solche sieht bzw. ob sie von anderen so wahrgenommen wird, sondern ob sie als Ethnie in diesem Sinne definiert werden kann. Die Ethnologie ist eigentlich eine neuere Wissenschaft, was aber nicht bedeutet, dass sie für Zeiten, als es diese Wissenschaft noch überhaupt nicht gab, nicht gültig ist. Früher definierten sich die Menschen weniger nach Ethnien als nach regionaler Zugehörigkeit. Ein Gemeinschaftsgefühl bildeten Sprache und Religion/Kultur, wobei zu erwähnen ist, dass die Religion grundlegender Faktor für Kultur war. Nur schon deshalb kann der oft benutzte Einwand, bosnische Serben/Kroaten seien doch einfach nur bosnische Christen verworfen werden, weil die Religion als äusserst relevanter Faktor bei der definition der Zugehörigkeit zu einem Volk anzusehen ist.
Besonders relevant ist diese Thematik im Bezug auf die Völkerwanderungen. Damals sahen sich die Menschen selbst nicht in heutigem Sinne bzw. im Sinne der Ethnologie als Volk. Volkszugehörigkeit beduetete damals aus der eigenen Sicht eher die Zugehörigkeit zu einem Stamm oder Clan. Von Aussen wurden Völker benannt, aber nach welcher Definition das geschah, ist schwierig festzulegen. D.h., dass sich eine Ethnogenese durchaus vollziehen konnte, diese aber erst Jahrhunderte später definiert wurde. Herrscher benannten ihr Reich und damit "ihr Volk", sich aber durchaus bewusst, dass in ihrem Reich unter Umständen nicht alle Menschen gleich waren.
Was genau nun zu einer Ethnogenese führt bzw. wann diese stattgefunden hat, ist oft schwierig zu bestimmen. Es ist ja nicht so, dass eine Ethnogenese während eines kurzen Zeitraums vollzogen wird. Oft war das ein Prozess über Jahrhunderte hinweg. Die Lehre der Ethnologie erlebte ihre Blütezeit im 19. Jahrhundert. Ein heute relevantes Kriterium ist das Zugehörigkeitsgefühl. Während früher einfach nach sachlichen Kriterien Völker definiert wurden, ist heute vor allem relevant, ob sich verschiedene benachbarte Menschen einer Region auch zueinander zugehörig fühlen, natürlich ohne dass die sachlichen Kriterien ausser Acht gelassen werden können. Damit übertreten wir die Grenze zur Willensnation. Beispiel hierfür: die Schweiz. Die Nation der Schweizer besteht im Prinzip aus 3-4 Ethnien, welche sich vor allem durch die Sprache voneinander abgrenzen, jedoch sind durchaus auch kulturelle Unterschiede wahrnehmbar. Die Schweizer sehen sich selbst aber als einen Nation und drücken das auch unmissverständlich aus --> Willensnation. Hätten sich alle oder zumindest ein relevanter Grossteil des ehem. Jugoslawiens zu einem jugoslawischen Volk bekannt, wäre auch das eine Willensnation gewesen, ganz ungeachtet der sprachlichen und kulturellen/religiösen Unterschiede.

Grundsätzlich muss davon ausgegangen werden, dass z.B. Kroaten oder Serben, welche z.B. in Deutschland aufgewachsen sind, in ethnischem Sinn gar keine Kroaten oder Serben sind, sondern dass sie im Prinzip eine neue, eigene Ethnie bilden (sozusagen die Ethnie der Deutsch-Kroaten/Kroato-Deutschen oder Deutsch-Serben/Serbo-Deutschen).
 
Schön! Mein Fachgebiet (also nicht diei Albaner/Serben-Sache, sondern die Nation/Volk-Sache).

Zuerst: Nation/Volk können nicht einfach so gleichgesetzt werden. Ich schätze, bei der Ursprungsfrage geht es um die Ethnie. Eine Ethnogenese entsteht, wenn sich eine Gruppe von Menschen aufgrund Gemeinsamkeiten von den Menschen in den benachbarten Regionen abgrenzen. Auch innerhalb dieser Gruppe kann es Unterschiede geben, aber so lange die Gemeinsamkeiten überwiegen, kann von EINEM Volk gesprochen werden, und die relevanten Gemeinsamkeiten waren in erster Linie Sprache und Religion. Hierbei ist es nicht unbedingt von Relevanz, ob diese Ethnie sich selbst als solche sieht bzw. ob sie von anderen so wahrgenommen wird, sondern ob sie als Ethnie in diesem Sinne definiert werden kann. Die Ethnologie ist eigentlich eine neuere Wissenschaft, was aber nicht bedeutet, dass sie für Zeiten, als es diese Wissenschaft noch überhaupt nicht gab, nicht gültig ist. Früher definierten sich die Menschen weniger nach Ethnien als nach regionaler Zugehörigkeit. Ein Gemeinschaftsgefühl bildeten Sprache und Religion/Kultur, wobei zu erwähnen ist, dass die Religion grundlegender Faktor für Kultur war. Nur schon deshalb kann der oft benutzte Einwand, bosnische Serben/Kroaten seien doch einfach nur bosnische Christen verworfen werden, weil die Religion als äusserst relevanter Faktor bei der definition der Zugehörigkeit zu einem Volk anzusehen ist.
Besonders relevant ist diese Thematik im Bezug auf die Völkerwanderungen. Damals sahen sich die Menschen selbst nicht in heutigem Sinne bzw. im Sinne der Ethnologie als Volk. Volkszugehörigkeit beduetete damals aus der eigenen Sicht eher die Zugehörigkeit zu einem Stamm oder Clan. Von Aussen wurden Völker benannt, aber nach welcher Definition das geschah, ist schwierig festzulegen. D.h., dass sich eine Ethnogenese durchaus vollziehen konnte, diese aber erst Jahrhunderte später definiert wurde. Herrscher benannten ihr Reich und damit "ihr Volk", sich aber durchaus bewusst, dass in ihrem Reich unter Umständen nicht alle Menschen gleich waren.
Was genau nun zu einer Ethnogenese führt bzw. wann diese stattgefunden hat, ist oft schwierig zu bestimmen. Es ist ja nicht so, dass eine Ethnogenese während eines kurzen Zeitraums vollzogen wird. Oft war das ein Prozess über Jahrhunderte hinweg. Die Lehre der Ethnologie erlebte ihre Blütezeit im 19. Jahrhundert. Ein heute relevantes Kriterium ist das Zugehörigkeitsgefühl. Während früher einfach nach sachlichen Kriterien Völker definiert wurden, ist heute vor allem relevant, ob sich verschiedene benachbarte Menschen einer Region auch zueinander zugehörig fühlen, natürlich ohne dass die sachlichen Kriterien ausser Acht gelassen werden können. Damit übertreten wir die Grenze zur Willensnation. Beispiel hierfür: die Schweiz. Die Nation der Schweizer besteht im Prinzip aus 3-4 Ethnien, welche sich vor allem durch die Sprache voneinander abgrenzen, jedoch sind durchaus auch kulturelle Unterschiede wahrnehmbar. Die Schweizer sehen sich selbst aber als einen Nation und drücken das auch unmissverständlich aus --> Willensnation. Hätten sich alle oder zumindest ein relevanter Grossteil des ehem. Jugoslawiens zu einem jugoslawischen Volk bekannt, wäre auch das eine Willensnation gewesen, ganz ungeachtet der sprachlichen und kulturellen/religiösen Unterschiede.

Grundsätzlich muss davon ausgegangen werden, dass z.B. Kroaten oder Serben, welche z.B. in Deutschland aufgewachsen sind, in ethnischem Sinn gar keine Kroaten oder Serben sind, sondern dass sie im Prinzip eine neue, eigene Ethnie bilden (sozusagen die Ethnie der Deutsch-Kroaten/Kroato-Deutschen oder Deutsch-Serben/Serbo-Deutschen).

Danke schön für die sehr reichhaltige Erörterung.

Natürlich ist es nicht einfach, eine Nation zu definieren. Wie du schon geschrieben hast, die Definition fällt von Fall zu Fall anders aus bzw. muss anders ausfallen. Mit den sich dabei ergebenden Widersprüchen muss man leben. Man kann es nicht so wie ich machen, unter Zugrundelegung von Quervergleichen (Griechen in Georgien, Griechen in Griechenland), denn dann umgeht man die von dir genannte "Willensnation".

Aber zwei Sachen machen mich hierbei stützig:

1. Im Laufe der Zeit kann ein Volk in einzelnen autarken Völkern zerfallen; es könnten also künftig beispielsweise aus dem griechischen Volk mehrere autarke Völker hervorgehen.

2. Deshalb meine Frage: Unterliegt denn das Gebilde der Willensnation keinerlei Einschränkungen? Es wäre doch irgendwie groteskt, wenn zwei aus demselben Volk hervorgehende Völker nunmehr als völlig andere Völker anzusehen wären. Um bei dem Beispiel des griechischen Volkes zu bleiben: Kann man beispielsweise die Pelleponesen im Laufe der Zeit als Nicht-Griechen ansehen?
 
sind wieder die Identitätslosen unterwegs...die den sinn ihres lebens suchen.
 
Danke schön für die sehr reichhaltige Erörterung.

Natürlich ist es nicht einfach, eine Nation zu definieren. Wie du schon geschrieben hast, die Definition fällt von Fall zu Fall anders aus bzw. muss anders ausfallen. Mit den sich dabei ergebenden Widersprüchen muss man leben. Man kann es nicht so wie ich machen, unter Zugrundelegung von Quervergleichen (Griechen in Georgien, Griechen in Griechenland), denn dann umgeht man die von dir genannte "Willensnation".

Aber zwei Sachen machen mich hierbei stützig:

1. Im Laufe der Zeit kann ein Volk in einzelnen autarken Völkern zerfallen; es könnten also künftig beispielsweise aus dem griechischen Volk mehrere autarke Völker hervorgehen.

2. Deshalb meine Frage: Unterliegt denn das Gebilde der Willensnation keinerlei Einschränkungen? Es wäre doch irgendwie groteskt, wenn zwei aus demselben Volk hervorgehende Völker nunmehr als völlig andere Völker anzusehen wären. Um bei dem Beispiel des griechischen Volkes zu bleiben: Kann man beispielsweise die Pelleponesen im Laufe der Zeit als Nicht-Griechen ansehen?

1. Ja, das ist möglich. Eine Ethnogenese vollzieht sich, wenn sich verschiedene Völker räumlich nähern und sich ihre Sprachen zu einer Sprache vereinigen bzw. wenn eine der Sprachen dominiert, und wenn die Kulturen der Völker verschmelzen bzw. eine der Kulturen dominant wird, oder dann eben wenn sich ein Teil eines Volkes vom Rest (warum auch immer) abspaltet, sich sprachlich in eine eigene Richtung und eine eigene Kultur entwickelt. Allerdings ist die erste Variante die weitaus häufigere als die zweite. Für die zweite Variante gäbe es auf dem Balkan ein prominentes Beispiel, aber darauf werde ich nicht näher eingehen, weil ich weiss, wohin das führen wird.

2. Doch, der Begriff der Willensnation unterliegt selbstverständlich Einschränkungen. Hierbei gibt es zwei Sichtweisen. Einerseits die Sichtweise des Volks selbst, andererseits die Sichtweise der Wissenschaft, welche nie ausser Acht gelassen werden kann. Natürlich kann sich ein etwas abgegrenzter Teil eines Volks (z.B. Inselbewohner) selbst als eigenständiges Volk definieren, aber wenn es aus Sicht der ethnologischen Wissenschaft jegliche Eigenschaft, welche eine solche Definition zulassen, vermissen lässt, so bleibt es bei der Eigendefinition, welche z.B. in Lexika als "definieren sich selbst als eigenständiges Volk" vermerkt werden müsste. Das hat auch nichts mit Willensnation zu tun. Die Willensnation muss genau aus der Gegenrichtung definiert werden. D.h., Gruppen, welche vom ethnologischem Standpunkt aus als verschiedene Ethnien betrachtet werden müssten, können sich als eigene Nation definieren wie beim geannten Beispiel Schweiz. Für die verschiedenen Ethnien der Schweiz gibt es keine aktuellen Bezeichnungen, also müsste von Burgundern, Alemannen, Langobarden und Rätern bzw. Rätoromanen gesprochen werden. Wichtig: sie müssen natürlich innerhalb derselben Staatsgrenzen leben. Es macht natürlich keinen Sinn, wenn sich nun Steiermarker und Krainer als EINE Willensnation sehen. Aber selbst diese Willensnation hält den Kriterien der Ethnologie nicht oder zumindest nicht vollständig stand. Die Ethnologie ist eine sich bewegende Wissenschaft. Völker der Antike oder des Mittelalters müssen nach anderen Kriterien definiert werden, als heutige Völker. Gleich geblieben ist das wohl relevanteste Kriterium: Sprache. Während nun aber früher die Religion und deren Einfluss auf den Alltag und somit auf die Kultur eine viel wichtigere Rolle gespielt hat (zumindest in Europa), treten heute ganz andere Kriterien an ihre Stelle. Z.B. die politische Kultur. Alle CH-Ethnien eint z.B. ihr Demokratieverständnis und ihr bedingungsloses Bekenntnis zur Gewaltentrennung und zum Rechtsstaat. Gewisse gesellschaftliche Werte, welche vor 500 Jahren keinerlei Bedeutung hatten, können Grundpfeiler einer Willensnation sein, selbst wenn sie aus unterschiedlichsten Ethnien gebildet werden. Gerade im Fall der Schweiz sind es besonders diese Kriterien, welche die Willensnation ausmachen. Aus religiöser Sicht haben wir einen riesigen Flickenteppich, sprachlich unterscheiden sie sich teilweise grundlegend.
 
Danke schön für die sehr reichhaltige Erörterung.

Natürlich ist es nicht einfach, eine Nation zu definieren. Wie du schon geschrieben hast, die Definition fällt von Fall zu Fall anders aus bzw. muss anders ausfallen. Mit den sich dabei ergebenden Widersprüchen muss man leben. Man kann es nicht so wie ich machen, unter Zugrundelegung von Quervergleichen (Griechen in Georgien, Griechen in Griechenland), denn dann umgeht man die von dir genannte "Willensnation".

Aber zwei Sachen machen mich hierbei stützig:

1. Im Laufe der Zeit kann ein Volk in einzelnen autarken Völkern zerfallen; es könnten also künftig beispielsweise aus dem griechischen Volk mehrere autarke Völker hervorgehen.

2. Deshalb meine Frage: Unterliegt denn das Gebilde der Willensnation keinerlei Einschränkungen? Es wäre doch irgendwie groteskt, wenn zwei aus demselben Volk hervorgehende Völker nunmehr als völlig andere Völker anzusehen wären. Um bei dem Beispiel des griechischen Volkes zu bleiben: Kann man beispielsweise die Pelleponesen im Laufe der Zeit als Nicht-Griechen ansehen?


koennen berliner auch sich nicht mehr als deutsche fuehlen..
kein witz solche threads kommen hauptsaechlich von albaner und skopjaner. habt ihr ein problem das zu sein was ihr seit
 
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