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Zeitumstellung wird 2021 abgeschafft

Warum Österreich zur Zeitumstellung "Backofen" googelt
Eine neue Analyse zeigt: Nicht Armbanduhren, sondern Küchengeräte sorgen rund um die Zeitumstellung für die meisten Suchanfragen

Wenn in der Nacht auf Sonntag die Uhr umgestellt wird, passen sich längst nicht alle Zeitmesser automatisch der Winterzeit an. Während Smartphone, Laptop und Smartwatch die Umstellung selbst erledigen, sorgt offenbar ein anderes Gerät regelmäßig für Verwirrung: der Backofen. Das zeigt eine aktuelle Analyse des Uhrenmarktplatzes Wristler.

Für die Studie wertete Wristler das Google-Suchverhalten in Deutschland, Österreich und der Schweiz aus. Das Ergebnis: Die meisten Fragen zur Zeitumstellung betreffen nicht Armbanduhren, sondern die Uhr in Küche und Herd.

Auch in Österreich führt die Küche die Statistik deutlich an. Rund 7.200 Suchanfragen im Oktober drehen sich um das Einstellen von Backofen- und Herduhren. Zum Vergleich: Nach Informationen zur Umstellung von Armbanduhren wird nur rund 2.400 Mal gesucht.

Besonders häufig suchen Österreicherinnen und Österreicher nach Anleitungen bestimmter Marken. „bosch backofen uhr einstellen“ kommt im Oktober auf rund 480 Suchanfragen und wird zur Zeitumstellung 6,6-mal häufiger eingegeben als in normalen Monaten. Dahinter folgen Anfragen zu Geräten von Miele und AEG.

Erhöhtes Interesse
Das Phänomen zeigt, dass trotz zunehmender Digitalisierung viele Alltagsgeräte weiterhin manuell angepasst werden müssen. Neben Backofen und Herd gehören auch Mikrowellen, Auto-Uhren und klassische Armbanduhren zu den häufigsten Kandidaten für die halbjährliche Zeitanpassung. Smartphone, Laptop und Smartwatch erledigen die Umstellung hingegen automatisch.

 
Ja, wird bei mir wieder eine Zeitlang dauern
Das gescheiterte Experiment
Die Sommerzeit ist vorbei: In der Nacht auf Sonntag werden die Uhren eine Stunde zurückgestellt. Die Debatte über eine Abschaffung in der EU ist auch heuer wieder kurz aufgeflammt, wirkt aber zunehmend lustlos. Dass die Auswirkungen einer ganzjährigen Standardzeit in Europa schon einmal ein paar Jahre getestet wurde, ist in Vergessenheit geraten: Großbritannien hat sich vor fast 60 Jahren getraut – und ist gescheitert.

Statt die Vor- und Nachteile der Zeitumstellung nur in der Theorie zu diskutieren, beschloss die Labour-Regierung unter Harold Wilson 1968, bei der Sommerzeit zu bleiben. Die Abkürzung der British Summer Time, BST, eignete sich praktischerweise für die neue British Standard Time und wurde beibehalten. Eine endgültige Festlegung sollte der Beschluss allerdings nicht sein: Das Experiment war auf drei Jahre angelegt, und erst eine umfassende Evaluierung sollte eine endgültige Entscheidung bringen.

Der Bericht „Review of British Standard Time“, der 1970 im Unterhaus als Grundlage für die Abstimmung dienen sollte, war wenig ergiebig. Man könne keine klare Empfehlung abgeben, weil sich Vor- und Nachteile ausgleichen würden, etwa in Bezug auf die Verkehrssicherheit. Die dauerhafte Sommerzeit hätte wegen längerer Dunkelheit zu einem Anstieg der Unfälle im winterlichen Frühverkehr gesorgt, das wurde dann aber wieder durch einen größeren Rückgang von Unfällen an den helleren Abenden überkompensiert.

 
Wie die Zeitumstellung auf den Körper wirkt
In der Nacht auf Sonntag beginnt mit dem Zurückstellen der Uhren die Winterzeit. Laut Schlafmedizinern vertragen Menschen diese Umstellung besser als jene im Frühjahr. Die Zeitumstellung wurde 1916 als Energiesparmaßnahme eingeführt und bleibt trotz Kritik bestehen.

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