Heute vor 97 Jahren: Ein Schritt des serbischen Königs, der die kroatische Geschichte für immer veränderte (6. Januar 1929)
Das Ende der 1920er Jahre im Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen (SHS) war geprägt vom sogenannten kroatischen „nationalen Problem“. Seit der Gründung des Königreichs SHS am 1. Dezember 1918 hatten viele Kroaten den zentralistischen Staat und die dominierende Rolle Belgrads kritisiert. Wichtige Posten waren meist mit pro‑serbischen Funktionären oder solchen, die der Dynastie Karađorđević treu waren, besetzt.
Zunächst versuchte man, die internen Spannungen parlamentarisch zu lösen. Stjepan Radić – um den sich die meisten Kroaten scharten – und seine Partei (HSS) hatten zwar viel Unterstützung, doch war man politisch relativ schwach. Mitte der 1920er Jahre gewann Radić einen überraschenden Verbündeten: Svetozar Pribičević, einst ein Befürworter der Staatseinheit, erkannte, dass der Belgrader Zentralismus sowohl für Kroaten als auch für viele Serben nachteilig war.
Spannungen eskalierten, und im Juni 1928 kam es zu einem politischen Attentat, bei dem Radić schwer verwundet wurde; Wochen später starb er an seinen Verletzungen – ein Höhepunkt der politischen Krise in der Zwischenkriegszeit.
Die Januar‑Diktatur
König Aleksandar Karađorđević nutzte die Situation, um die politische Führung zu übernehmen. Am 6. Januar 1929 verkündete er die sogenannte Sechs‑Januar‑Diktatur (šestosiječanjska diktatura). Dabei wurden die Vidovdan‑Verfassung abgeschafft und alle politischen Parteien außer Kraft gesetzt.
Damit wurden nicht nur politische Gruppierungen verboten, sondern auch Organisationen mit nationalen oder religiösen Ausrichtungen. Das Parlament (Narodna Skupština) wurde aufgelöst mit der Begründung, dass zwischen dem König und dem Volk „kein Vermittler stehen soll oder darf.
Interessanterweise wurden auch Organisationen wie ORJUNA – eine jugoslawistische nationalistische Gruppe, die dem König eigentlich treu ergeben war – verboten, da sie im Volk verhasst waren.
Noch im selben Jahr wurde der Staat offiziell in Königreich Jugoslawien umbenannt, und eine neue Regierungspartei gegründet, die Jugoslawische Radikale Gemeinschaft, die bei Wahlen ohne echte Konkurrenz auftrat.
KRAJ dvadesetih godina dvadesetog stoljeća u Kraljevini SHS bio je u znaku hrvatskog nacionalnog pitanja.
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