Du machst es dir zu einfach. Du differenzierst nicht zwischen atheistischer Gewalt und Gewalt, die von Atheisten ausgeübt wird. Was macht das schon für einen Unterschied? Einen signifikanten. Du würdest mir bestimmt (und zu recht) widersprechen, wenn ich den Holocaust als ein typisches Beispiel für christliche Gewalt und christlichen Terror anführen wollte. Dabei war Adolf Hitler Katholik und die Mehrheit der Deutschen christlich geprägt. Nur hatten diese Verbrechen keine christlichen Gründe, sondern rassistische. Also handelt es sich nicht um religiöse Gewalt, sondern um Gewalt die von religiösen Menschen begangen wurde.
So ist es auch mit dem stalinistischen Terror in der UDSSR. Auch wenn Stalin Atheist war und Atheisten in diesem System furchtbare Verbrechen begangen haben, waren diese eben nicht atheistisch begründet, sondern machtpolitisch.
Natürlich, ein atheistischer Mensch ist erstmal nicht besser als ein religiöser. Beide können zu Gewalt greifen, sei es aus Opportunismus oder Neigung. Wenn man aber nicht nur Individuen betrachtet, sondern Gesellschaftssysteme, dann macht Religiösität einen Unterschied. Religion wurden in der Vergangenheit instrumentalisiert und werden es auch heute noch. Unzählige Menschen sind im Namen Gottes gestorben. Dagegen ist noch kein Mensch im Namen des Atheismus gestorben, was auch ein rein logischer Widerspruch wäre, da man nicht im Namen der Verneinung der Existenz eines Gottes töten kann. Und das zudem scheiße klingt.
Ich will nicht sagen, dass eine atheistische Gesellschaft automatisch friedlich ist. Atheisten können Rassisten, Nationalisten, usw. sein. Aber Atheismus und Religionen bezüglich des Gewaltpotentials auf eine Stufe zu stellen, ist schlicht falsch.